Aufgabe 6 Daten interpretieren
Betrachten Sie die Nutzungskartierung für die Länggassstrasse ( Abbildung 3.12) genauer.
Welche der folgenden Aussagen lassen sich mit der Karte belegen?
• Die Länggasse ist das Universitätsquartier von Bern.
• Angebote des kurzfristigen Bedarfs dominieren vorhandene Nutzungen.
• Die Länggasse ist ein sehr multikulturelles Quartier.
• An der Länggassstrasse befindet sich das Zentrum der Länggasse.
• In der Länggassstrasse hat es nur wenige Wohnungen.
3.7 Arbeitsschritte im Überblick
Geländearbeit kann sehr spannend sein. Damit sie erfolgreich wird, muss die Planung und Vorbereitung umsichtig sein. Auch mögliche Probleme oder Pannen müssen vorausschauend in die Überlegungen miteinbezogen werden. Geländearbeit ist immer mit einem relativ hohen Aufwand verbunden, der meist dadurch entsteht, dass Sie mit mehreren verschiedenen Verfahren arbeiten und häufig Apparate oder Messinstrumente einsetzen. Die Durchführung ist gerade deshalb meist abwechslungsreich, und die Auswertung bietet interessante Erkenntnisse. Kurz gesagt: eine attraktive Methode für eine schriftliche Arbeit.
Zusammenfassend verläuft eine Datenerhebung im Gelände typischerweise in den folgenden Schritten:
Schritt 1 |
Formulierung der Fragestellung(en) und Arbeitshypothese(n)• Schriftliches Festhalten von Fragestellung und Arbeitshypothese• Notwendigkeit der Geländearbeit begründen• Wahl des Untersuchungsgebiets begründen |
Schritt 2 |
Karten oder Pläne des Untersuchungsgebiets beschaffen• zweckmässige Grundlagenkarte beschaffen (Amtsstellen, Geo-Portale im Internet)• auf Detailtreue (Massstab), Beschriftung und Aktualität achten |
Schritt 3 |
Ortsbegehung• Aufsuchen des geplanten Untersuchungsgebiets• Dokumentieren der Situation vor Ort (Fotos, Skizzen) |
Schritt 4 |
Abgrenzen des Untersuchungsraums• genaues Festlegen des Geländeausschnitts (mit Begründung)• Eintragen auf Karte oder Plan |
Schritt 5 |
Merkmale (Variablen) und deren Merkmalsausprägungen festlegen• zu erfassende Daten definieren• Beobachtungs- und/oder Messkategorien festlegen |
Schritt 6 |
Protokollblatt erstellen• Standort, Zeitpunkt, Person• Auflisten der Variablen und deren Merkmalsausprägungen• Platz für Notizen zu nicht quantifizierbaren Daten |
Schritt 7 |
Standorte im Gelände festlegen• gezielte Auswahl oder Zufallsauswahl• Auswahlmethode festlegen und begründen• Standorte auf Karte oder Plan eintragen |
Schritt 8 |
Durchführen der Datenerhebung• Daten im Gelände erfassen• Protokollblätter ausfüllen• Forschungstagebuch führen |
Schritt 9 |
Kartieren• gesammeltes Datenmaterial aufarbeiten, Diagramme erstellen• Farben, Signaturen, Symbole festlegen• Ergebnisse auf einer Karte oder einem Plan eintragen• Legende verfassen |
Schritt 10 |
Interpretation• Arbeitshypothesen mit erhobenen Daten und kartografischer Darstellung überprüfen• Forschungsfrage beantworten |
Aufgabe 1 Raumbezug erkennen
Nicht jeder Raumbezug ist offensichtlich. In einigen Fällen braucht es die richtigen Fragestellungen und Zusatzinformationen.
Raumbezug. Der Benzinpreis ist einerseits vom Hersteller (Raffinerie) und vom Betreiber der Tankstelle abhängig, andererseits von der geografischen Region, also der räumlichen Lage der Tankstelle. So ist zum Beispiel Benzin im westlichen Seeland bis zu 10 Rappen pro Liter günstiger als im Raum Bern. Zudem sind an den Tankstellen der Autobahnraststätten die Preise rund 10 Rappen pro Liter höher als entlang der Hauptstrassen.
kein Raumbezug.
Raumbezug. Die einzelnen Parzellen eines Bauernbetriebes unterscheiden sich in Bodenqualität und klimatischen Bedingungen, was sich auf die Wahl der Anbauprodukte auswirken kann. Eventuell spielt auch die Distanz zum Bauernhof eine Rolle.
kein Raumbezug. Die Löhne der SBB sind hauptsächlich durch den Ausbildungsgrad und die Funktion der Personen bestimmt.
Raumbezug. Woher kommen die Gemüseverkäufer: aus der Region oder von weit her? Kommen alle aus derselben Grossregion (in Bern zum Beispiel aus dem Seeland) oder aus verschiedenen Regionen?
Raumbezug. Die Quellen an der Erdoberfläche sind vor allem durch die geologische Beschaffenheit im Untergrund (Gesteine, Struktur der Gesteinsschichten) bestimmt. Im Kanton Glarus ist die Geologie aus verschiedenen Gesteinsgruppen aufgebaut, was die räumliche Verteilung der Quellen und deren «Funktionsweise» beeinflusst.
Raumbezug. Die Herkunft der Flugzeuge, in denen Kokain gefunden wird, sowie die entdeckten Mengen können einen Aufschluss über die wichtigsten Anbaugebiete und Schmuggelrouten geben.
Raumbezug. Zwei Autobahnanschlüsse sowie die Nähe zum Hauptbahnhof prägen das Verkehrsaufkommen in der Länggasse. Es gibt zudem grosse Unterschiede zwischen der Hauptachse und den Quartiersträsschen.
Aufgabe 2 Recherchen vor Ort
Es ist nicht möglich, den aktuellen Hirschbestand kartografisch zu erfassen. Hingegen können Gespräche mit Vertreter/-innen des Nationalparks, Wildbiolog/-innen oder der Jägerschaft zu einem vertieften Verständnis der Massnahmen zur Regulierung des Hirschbestandes führen.
Hier ist eine Untersuchung vor Ort zwingend notwendig. Die Plätze sind durch stadtplanerische Massnahmen bewusst gestaltet worden. Verhalten sich die Personen wie vorgesehen? Ist der Platz Aufenthalts- oder nur Durchgangsort? Welche Personengruppen nutzen den Platz für welche Zwecke? Gibt es Konflikte zwischen einzelnen Gruppen? Solche und ähnliche Fragen lassen sich nur durch Beobachtungen vor Ort beantworten.
Es gibt zwar noch Gebäude aus dieser Epoche, zum Erörtern der Herrschaftsstrukturen oder des gesellschaftlichen Lebens zur Zeit von Louis XIV können diese Gebäude jedoch wenig beitragen. Fast alle historischen Themen entziehen sich der direkten Beobachtung. Hier steht die Arbeit mit historischen Quellen im Vordergrund.
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