Corinna führte ein Gespräch mit Gert Steiner, dem Chef der Spurensicherung. Der war, ähnlich wie Klaus, trotz Dienstfrei von daheim bei Siegen hier hinaufgekommen, als er gehört hatte, dass es zwei Leichenfunde gab.
Jürgen Winter informierte sich derweil per Smartphone beim zuständigen Wetterdienst. „Kommissar Jürgen Winter, Polizei Bad Berleburg. Verzeihen Sie eine Frage. Können Sie mir sagen, wann in der vergangenen Nacht der Starkregen über dem Wittgensteiner Land eingesetzt hat?“ Was zu beantworten offenbar kein großes Problem für die Damen und Herren Meteorologen war. Sie wollten nur wissen, wo genau über Wittgenstein. Sie besaßen ja Computeraufzeichnungen der Wetterabläufe und der Wettermodelle. „Über Bad Berleburg-Stünzel. Ich weiß nicht, ob Sie das auf der Karte haben.“
„Stünzel, wie schreibt man das?“ Jürgen buchstabierte. „Aaah, kleinen Moment.“ Die Antwort brauchte wirklich nur einen Moment. „Ziemlich genau um 21.43 Uhr hat dort der Starkregen eingesetzt. Quasi von null auf hundert. Davor hatten wir keine messbaren Niederschläge in diesem Gebiet.“
Jürgen bedankte sich, unterbrach das Gespräch und kam nun auf Klaus Klaiser zu, dem er herzlich die Hand schüttelte. „Dieser Mann hier muss definitiv vor 21.43 Uhr heute Nacht gestorben sein“, teilte er dem Kripo-Chef mit.
„Wie kommst Du zu dieser Erkenntnis? Vor 21.43 Uhr.“
„Weil da der Regen eingesetzt hat. Und die Stelle unter der vom Regen nassen Leiche ist definitiv pulvertrocken. Schau hier.“ Er wies auf den hellen und trockenen Flecken, in dem zu Beweiszwecken auch ein dünner Grassoden abgestochen worden war. Eindeutig keine Feuchtigkeit im Boden. Auf einem Testflecken 20 Zentimeter neben der Liegefläche war der Boden dagegen dunkel und feucht.
„Ausgezeichnete Arbeit, Jürgen, danke“, sagte Klaus und klopfte ihm auf die Schulter. Mir wäre das gar nicht aufgefallen. Ich habe die Unterschiede im Gras erst gesehen, nachdem Du mich darauf aufmerksam gemacht hast. Dann ging er rüber zur Kollegin, die noch immer mit dem ‚Leichenfledderer‘ im Gespräch war. Die Oberkommissarin grüßte kurz durch Winken und versenkte sich wieder in die Unterhaltung mit dem Doktor.
„Grüße Sie, Herr Klaiser. Dachte, Sie wären im Urlaub. Aber schön, Sie zu sehen. Also passen Sie auf“, legte der plötzlich los, ohne auf Corinna Rücksicht zu nehmen. Und die nahm das sichtbar übel, konnte aber nicht einschreiten. Chef ist Chef.
„Todesursache ist eindeutig ein mit großer Wucht geführter Schlag auf das Schädeldach des Mannes, das massive Frakturen aufweist. Ich schätze, er war auf der Stelle tot.
Tatwerkzeug muss ein ziemlich dickes Rohr gewesen sein oder etwas ähnlich Rundes. Könnte sich auch um eine volle Wein- oder Schnapsflasche handeln. Könnte auch ein dicker Ast sein. Nur finden wir und die SpuSi nichts dergleichen im weiteren Umfeld.
Todeszeitpunkt müsste so zwischen neun Uhr abends und Mitternacht gewesen sein. Dazu müssen wir noch ein paar Messungen machen. Der Körper liegt nun schon deutlich länger als 14, 15 Stunden hier.“ Damit beendete er sein Kurzreferat. Klaus informierte im kleinen Kreis darüber, dass Holger eindeutig vor 21.43 Uhr gestorben sein musste. Und wieder war es Corinna anzusehen, dass ihr das nicht sonderlich gefiel. Klaus registrierte das. Sagte aber nichts.
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