Kurt Erlemann - Gleichnisse

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Das Standardwerk für den wissenschaftlichen Umgang mit biblischen Gleichnissen und Metaphern bietet einen Überblick über die Gleichnisforschung seit Jülicher, führt die Gleichnistheorie innovativ weiter und eröffnet so einen umfassenden Problemhorizont. Thesen und Begriffsklärungen erleichtern den Einstieg ins Thema.
Ein Leitfaden zur Auslegungsmethodik und Musterexegesen helfen bei der exegetischen Erschließung der Texte. Ein Abschnitt zur Theologie der Gleichnisse zeigt deren inhaltliche Reichhaltigkeit. Pädagogische und didaktischmethodische Impulse mit exemplarischen Unterrichtsskizzen runden das Konzept ab. Textboxen, Tabellen, Grafiken und ein ergiebiger Serviceteil machen das Lehrbuch zu einem wertvollen Begleiter für Studium und Unterrichtspraxis.

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Beispiel : Entgegen dem ursprünglichen Textsinn von Gen 16-21 deutet Paulus in der Allegorese Gal 4,21-31die beiden Erzmütter Sara und Hagar auf den neuen bzw. den alten Bund. Allein die soziale Konstellation der beiden Frauen genügt Paulus, sein Thema hierin abgebildet zu sehen. Die bekannte, anschauliche Erzmüttergeschichte ist für den Apostel ein geeignetes Medium, um die eher unanschauliche Rede vom alten und neuen Bund begreiflich zu machen.

Das Beispiel zeigt, dass Allegorese argumentativen Zwecken und zugleich der Aktualisierung des Erzmüttertexts dient. Von der Alten Kirche bis in die Neuzeit wurde die Allegorese weiter verfeinert (Unterscheidung mehrerer Schriftsinne bei Origenes, Augustin u. a.). Das Verfahren wird pneumatologisch legitimiert: Der Autor aller Bibeltexte sei der Heilige Geist, der sie wie einen Teppich zusammengewoben habe. So seien alle Texte miteinander unsichtbar verknüpft; diese Verknüpfungen gelte es offenzulegen – eine frühe Form von Intertextualität!1

Mit dem Aufkommen der historisch-kritischen Bibelauslegung wurde die Allegorese mehr und mehr in Frage gestellt. Nicht eine unhistorische, geistliche Tiefendimension stand nunmehr im Fokus der Exegese, sondern der vom Textautor intendierte, historische Textsinn. Bezugspunkt ist dabei die Semantik des Textes.

Beispiel : Das ‚Kalb‘ im Gleichnis vom verlorenen Sohn könnte, allegorisch gedeutet, auf den gekreuzigten Christus hinweisen, der für die Vergebung der Sünden ‚geschlachtet‘ wird. Eine solche Deutung wird jedoch der ursprünglichen Intention des Lukas nicht gerecht: Erstens , das ‚Kalb‘ ist ein dekorativer Nebenzug des Gleichnisses, der nicht nach Auslegung ruft; zweitens , ‚Kalb‘ als christologische Metapher ist weder bei Lukas noch sonst irgendwo im Neuen Testament zu finden (im Gegensatz zu ‚Lamm‘).

Für die historisch-kritische Methode verbietet sich Allegorese; das ist bis heute common sense der wissenschaftlichen Textauslegung, zumindest in der westlichen, vor allem durch den Protestantismus geprägten, Auslegungstradition. Der vorliegende Entwurf plädiert für eine Enttabuisierung der Allegorese (→ 2.5.5d).

2. Allegorisierung

Jülicher verstand unter Allegorisierung die nachträgliche, verfälschende Überlagerung ursprünglich allegoriefreier Texte mit ‚allegorischen‘ Elementen wie z. B. Metaphern, zeitgeschichtlichen Anspielungen etc. – Elemente, die auf eine tiefere Sinnebene hinweisen und zugleich deutungsbedürftig sind.1

Beispiele : 1) Die allegorisierende Anreicherung des Gleichnisses von der königlichen Hochzeit Mt 22,1-14 durch V.7: Die Belagerung einer Stadt mit anschließender Zerstörung durch Feuer passt in keiner Weise zur kontextuellen Handlung der Vorbereitung einer Hochzeitsfeier. Somit sprengt V.7 die Erzählebene und ruft nach Auslegung. Es handelt sich hier wahrscheinlich um einen Reflex auf die Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 n. Chr. Für diese Annahme spricht nicht nur die Geschichtstheologie des Matthäus (die Zerstörung Jerusalems als Strafe für die Ablehnung Jesu), sondern auch der synoptische Vergleich: Das Element fehlt in der lukanischen Parallele Lk 14,15-24. – 2) Zum Winzergleichnis Mk 12,1-12parr. vgl. → 1.3, These 8.

Die Allegorisierung ist ein Mittel, um schon ursprünglich deutungsbedürftige und teilweise unverständlich gewordene Texte in einer neuen historischen Situation zu aktualisieren und ihren ursprünglichen Sinn mit historischer Erfahrung zu verbinden. Allegorisierung ist, gegen Jülicher, positiv zu bewerten – als wichtiges und probates Mittel, Texte über ihre Ursprungssituation hinaus zu tradieren.

In Umkehrung der Auffassung Jülichers wird folgende These gewagt: Die Evangelisten haben nicht ursprünglich klare Gleichnisse Jesu missverstanden. Sie haben sie nicht unnötig allegorisiert oder gar vorsätzlich verfälscht, sondern sie haben die oft als rätselhaft empfundenen Gleichnisse Jesu durch Zufügung andeutender und klärender Elemente einem weiteren Adressatenkreis zugänglich gemacht und aktualisiert.2

3. ‚Allegorische‘ Elemente

Bausteine in Gleichnissen, die auf eine externe Deutungsebene hinweisen, werden unter dem Sammelbegriff ‚allegorische‘ Elemente, besser : Transfersignale zusammengefasst (→ 1.5.9; 2.5.1c; 2.5.2a). Klärende, andeutende und den tieferen Sinn verschleiernde Transfersignale stehen in einer ausgefeilten Balance nebeneinander (→ 2.5.2a). Sie sind auch für die mündlichen Gleichnisse Jesu vorauszusetzen und kein Zeichen späterer Verfälschung.1

4. Allegorie

Der herkömmliche, von Jülicher geprägte Begriff ist sehr weit gefasst und bezeichnet prinzipiell jeden vergleichenden Text, der mit deutungsbedürftigen Elementen arbeitet. Allein die Beobachtung solcher Elemente rechtfertigt aber nicht, von einer Textgattung Allegorie zu sprechen (→ 1.4.3). In Konsequenz der Beobachtungen Klaucks wird der Gattungsbegriff Allegorie in Theologie und Literaturwissenschaft seither auf Texte mit hermetischer Tendenz (Codierung, Chiffrierung), erzählerischer Inkonzinnität und Surrealistik eingegrenzt (→ 2.5.2a).

2.2.6 Neuere Trends

Seit der ‚metaphorischen Wende‘ fokussiert die Gleichnisforschung bis dato vernachlässigte Aspekte, so den didaktischen, kommunikationstheoretischen, redaktionskritischen, rezeptionsästhetischen und religionsgeschichtlichen Aspekt.1

a) Der didaktische Aspekt

Die Wiederentdeckung der Gleichnis form wird von Ingo Baldermann (*1929) und anderen Gleichnisauslegern didaktisch fruchtbar gemacht.1 Dem Gleichnis als Offenbarungsmedium entspreche didaktisch die Methode der Nacherzählung. Ziel dieses Umgangs sei es, die Erzählung aus der Perspektive des Autors zu lesen und zu verstehen. Das Gleichnis hat, so Baldermann,

die Kraft der erzählenden Sprache für sich: Jede Erzählung bringt den Hörer dazu, daß er die Dinge mit den Augen des Erzählers liest.2

Die methodische Konsequenz lautet: Rekonstruktion der Entstehungssituation der Gleichnisse. Gelingt die Nacherzählung, so Baldermann, können die Adressaten zum Glauben finden und eine neue Existenzmöglichkeit ergreifen; damit hätte das Gleichnis seinen Zweck erfüllt. Der Ansatz verknüpft das rhetorisch-argumentative Gleichnisverständnis mit der hermeneutischen Hochschätzung der narrativen, mündlich vorgetragenen Gleichnisrede und mit ihrer existenzialen Interpretation.3 – Ein Neuerzählen des Gleichnisses ist für Erhardt Güttgemanns (1935-2008) der methodische Ansatz, um den Gleichnissen in veränderten hermeneutischen Situationen ihre ursprüngliche Wirkung zurückzugeben. Hierfür entwickelt er die Auffassung vom Gleichnis als ‚generativer Poetik‘ – einer Poetik, die das, worum es geht, allererst hervorbringt. Güttgemanns betont die Verschränkung von Form und Inhalt sowie die didaktische Zweckbestimmung der Gleichnisse.4

b) Der kommunikationstheoretische Aspekt

Der von Edmund Arens (*1953) und Eckhard Rau (1938-2011) vertretene Ansatz versteht das Gleichnis als Teil eines historischen Kommunikationsgeschehens.1 Gleichnisse sind

kommunikative Handlungen eines Sprechers in Bezug auf seine Hörer angesichts einer zur Diskussion stehenden Sache.2

Die kommunikative Handlung mit all ihren rhetorischen Techniken sorge für eine Veranschaulichung des Inhalts und dafür, die Herzen der Adressaten zu bewegen.3 Der Zweck der Gleichnisbotschaft sei nicht kognitiver (Information über Gott und sein Handeln), sondern emotiv-praktischer Art (Verhaltensänderung): „Gleichnisse wollen in die ‚Sache‘ der Praxis des Lebens übersetzt werden.“4

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