Kurt Erlemann - Gleichnisse

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Das Standardwerk für den wissenschaftlichen Umgang mit biblischen Gleichnissen und Metaphern bietet einen Überblick über die Gleichnisforschung seit Jülicher, führt die Gleichnistheorie innovativ weiter und eröffnet so einen umfassenden Problemhorizont. Thesen und Begriffsklärungen erleichtern den Einstieg ins Thema.
Ein Leitfaden zur Auslegungsmethodik und Musterexegesen helfen bei der exegetischen Erschließung der Texte. Ein Abschnitt zur Theologie der Gleichnisse zeigt deren inhaltliche Reichhaltigkeit. Pädagogische und didaktischmethodische Impulse mit exemplarischen Unterrichtsskizzen runden das Konzept ab. Textboxen, Tabellen, Grafiken und ein ergiebiger Serviceteil machen das Lehrbuch zu einem wertvollen Begleiter für Studium und Unterrichtspraxis.

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c) Gleichnis als ‚erweiterte Metapher‘

Der Bereich des Religiös-Transzendenten ist nur mittels metaphorischer Sprache zu erschließen.1 Diese Erkenntnis führt zu einer Neubestimmung des Gleichnisses als einer ‚erweiterten Metapher‘:2 Gleichnis und Metapher verknüpfen unabhängige Wirklichkeitsbereiche miteinander und sind konterdeterminiert (→ 1.5.7). Der theologische Bezugsrahmen wird über den Umweg der in sich schlüssigen Bild- bzw. Erzählebene mithilfe subtiler Hinweise (Transfersignale) erschlossen. Dieser Vorgang wird als metaphorischer Prozess bezeichnet (zur Kritik → 2.2.4).

d) Gleichnis als ‚Sprachereignis‘

Fokussiert wird in diesem Neuansatz der ästhetisch-po(i)etische Charakter des Gleichnisses: Im Erzählen und Hören des Gleichnisses realisiere sich die Gottesherrschaft. Das Gleichnis avanciert hier zum Offenbarungsmedium sui generis , es gilt als Sprachereignis , vergleichbar einem performativen Akt (→ 1.5.11).1 Hierdurch erhält die Gleichnis form eine exklusive hermeneutische Wertigkeit.

Jesus von Nazareth hat aber nicht in Gleichnissen gesprochen, weil er eine Wirkung erzielen wollte, sondern weil das Gottesreich, das er verkündigte, eine Wahrheit ist, die gar nicht ‚an sich‘ besteht, sondern wesentlich auf das Einverständnis des Hörers abzielt. Die Sprachform Gleichnis entspricht dieser Wahrheit, und nur deshalb ist sie auf Wirkung bedacht. Wahrheitsaussage und Wahrheitsansage sind eine Einheit, so wie Form und Inhalt des Gleichnisses eine Einheit sind.2

Anders gesagt : Der theologische Bezugsrahmen lässt sich nur in der Form des Gleichnisses ausdrücken; verändert man die Form, verändert man auch den Inhalt. – Als methodische Konsequenz der neuen Betrachtungsweise verbietet sich die Suche nach einem tertium comparationis zwischen Erzähl- und Deutungsebene:

Es gibt kein Drittes, das zwischen der Basileia und dem Gleichnis vermittelt. Vielmehr ist die Basileia nur im Gleichnis und nur als Gleichnis da.3

Die Anschauung vom Gleichnis als Sprachereignis wird zum Teil auf die mündlichen Gleichnisse Jesu begrenzt. Nur die mündliche Gleichnisrede sei, dank fehlender kontextueller und textinterner Transfersignale, von den Hörerinnen und Hörern Jesu unvoreingenommen, mit maximaler Fokussierung auf das Erzählte rezipiert worden. Diese idealen Rahmenbedingungen seien conditio sine qua non für den ‚metaphorischen Prozess‘, in dessen Verlauf das, wovon das Gleichnis eigentlich handelt, für die Rezipienten Wirklichkeit werde.4 Im Gegenzug wird der Verschriftlichungsprozess mit der damit einhergehenden (Re-)Kontextualisierung als ‚Sprachverlust‘ gewertet.5

e) Gleichnisse und Bilderverbot

Die metaphorisch-poetische Rede von Gott trägt dem alttestamentlichen Bilderverbot Rechnung, denn sie legt Gott nicht in Formulierungen der Art ‚Gott ist XY‘ fest. Sie bringt vielmehr zugleich Analoges und Differentes zum Ausdruck. Das Gottesbild der Gleichnisse oszilliert in den po(i)etischen Sprachbildern und entspricht damit der dynamischen Unverfügbarkeit Gottes.1

f) Existenziale Interpretation

Der theologische Bezugsrahmen wird in diesem Ansatz neu bestimmt. Hob die ältere Gleichnisforschung auf eine sittlich-religiöse Satzwahrheit (Jülicher) oder auf die eschatologische Ansage der Gottesherrschaft (Dodd, Jeremias) ab, gilt jetzt die Gottesherrschaft im Sinne einer Gegenwirklichkeit bzw. einer neuen, von Jesus gestifteten Existenzmöglichkeit unter dem Vorzeichen der Liebe als Kern der Gleichnisbotschaft. Für Dan Otto Via kommt die Gleichnisverkündigung dem Angebot gleich, die eigene Situation in der Geschichte neu zu verstehen.1

g) Ästhetische Autonomie

Die existenziale Interpretation verweist auf zeitunabhängige, unmittelbar einsichtige Existenzialien wie Angst, Freude, Hoffnung, Liebe, Furcht vor dem Tod etc. Die Gleichnisbotschaft erscheint dadurch unabhängig von ihrem historischen Verstehenszusammenhang. Sinngebend sind, so die Vertreter einer ‚ästhetischen Autonomie‘ der Gleichnisse, das Ensemble der einzelnen Erzählelemente und die jeweiligen Rezipienten. Diese deuteten das Gleichnis als Kunstwerk, das jenseits der Autorintention, autonom sein Wirkungspotenzial entfaltet, mithilfe eines eigenen ‚hermeneutischen Entwurfs‘.1 Die ästhetische Autonomie der Texte verdanke sich vor allem ihrer Kürze und ihrer narrativen Geschlossenheit.2

Die Wirkung des Kunstwerks auf die Betrachter bestehe in einer durch Dramaturgie und Geschlossenheit ermöglichten, ästhetischen Erfahrung, die die Sicht auf den Alltag nachhaltig verändere. Transfersignale und überhaupt die Frage nach einer Deutungsebene spielen in diesem Ansatz keine Rolle. Die Deutung sei ausschließlich auf der Erzählebene selbst zu suchen und zu finden. Nicht die basileía Gottes sei der Bezugsrahmen, sondern eine unmöglich erscheinende Möglichkeit der Existenzführung.3 François Vouga definiert die Gleichnisse als

dramatische Geschichten mit einer oder mehreren Personen, charakterisiert durch die Klarheit ihrer Handlung, durch die Univozität ihrer Sprache und durch die Unabhängigkeit von jedem Kontext.4

Wolfgang Harnisch verbindet das Konzept mit Erkenntnissen der Theaterwissenschaften und der Fabeltheorie. Jülichers Postulat eines Gleichnis-Idealtyps wird aufgegriffen und modifiziert: Eine bestimmte Figurenkonstellation sowie eine Szenenfolge in drei Akten, mit dem erzählerischen Schwerpunkt auf dem dritten, dialogisch angelegten Akt der narratio sei typisch für die Gleichnisse im Munde Jesu. Dieses Arrangement verleihe ihnen eine einzigartige Sprachkraft: Die Adressaten würden wie in einem gelungenen Bühnenstück in den Handlungsverlauf verwickelt. Das führe zur Entdeckung einer überraschend möglich erscheinenden, befreienden Existenzweise, welche in einem metaphorischen Prozess mit der Gottesherrschaft verknüpft werde.5 Merkmale dieser neuen Existenzmöglichkeit seien unbedingte Liebe, unbegrenzte Freiheit und maßlose Hoffnung. In der performance des Gleichnisses werde die Möglichkeit verwirklicht ( Sprachereignis ). Das textpragmatische Ziel des Gleichnisses formuliert Harnisch so:

Der Hörer, dem Jesu Erzählung als eine ihn treffende Anrede widerfährt, soll sich im Akt der Rezeption zu einem Glauben ermutigen lassen, der das sprachlich Eröffnete als eine ihm extra se ipsum zukommende, verdankte und damit auf Gott verweisende Möglichkeit wahrnimmt, zu einem Glauben also, der die Sphäre des Möglichen mit der Gottesherrschaft identifiziert. 6

Harnisch bindet seine Theorie an die mündliche Idealform der Gleichnisse, die noch frei von (zentrifugal wirkenden) Transfersignalen sei. In dieser Form begegneten die Rezipienten den Gleichnissen mit einer Unvoreingenommenheit, die den genannten ‚metaphorischen Prozess‘ allererst ermögliche. Die Verschriftlichung der Texte und die damit einhergehende Anreicherung mit nach außen ablenkenden Transfersignalen (Allegorisierung) wertet Harnisch als ‚Sprachverlust‘, in dem das Sprachereignis in ein rhetorisches Argument umgewandelt werde. Jülichers Missverständnis- bzw. Verfälschungstheorie lebt damit modifiziert weiter (weiter zum Gleichnis als Bühnenstück → 2.2.6e).

h) Bleibende Kontinuität mit Jülicher

Die Hochschätzung der Gleichnis form gilt exklusiv für die mündlichen Gleichnisse. Kontextualisierung, Verschriftlichung und Transfersignale machten die ursprüngliche Sprachkraft des Gleichnisses zunichte (‚Sprachverlust‘). So finden Jülichers anti-allegorischer Affekt und seine Verfäschungstheorie eine Fortsetzung.1

i) Fazit: Gleichnisse als Offenbarungsmedium und ‚Sprachereignis‘

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