Oisín Curran - Wenn ich jetzt nicht weine

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Wo waren wir, bevor wir geboren wurden? In einem anderen Leben? Einem früheren Tod? Currans Roman spielt in der kleinen Siedlung New Pond, in den Wäldern von Maine. Dort leben Iris und Myles mit ihrem elfjährigen Sohn innerhalb einer buddhistischen Gemeinde, die von dem autoritären Willard geleitet wird. Eines Tages stürzt der Junge während eines Streits seiner Eltern zu Boden und verkündet, sich an seine Geburt zu erinnern. Immer öfter verfällt er danach in einen tranceartigen Zustand, in welchem ihn Bilder bestürmen, um die er die fantastische Geschichte seines früheren Lebens spinnt. Darin ist er als Mädchen die Heldin einer abenteuerlichen Reise, auf der das Erreichen des Ziels immer wieder durch die wunderlichsten Begegnungen hintertrieben wird. Immer auf den Fersen ist ihr dabei ein unbekannter, mysteriöser Verfolger. Iris und Myles halten seine Erzählungen jedes Mal fest.
Ist das Eintauchen in fantastische Welten zunächst wie eine Flucht aus der Realität, wird im Verlauf immer deutlicher, dass es diesem Jungen in seiner traumatischen Lage als Hilfe zum Verständnis der Welt dient, einer Welt des Jahres 1980, in welcher sich der kalte Krieg auf einem Höhepunkt befindet, einer Welt auch, in der vor allem sein Vater einem autoritären Führer folgt und seine Mutter schließlich schwer erkrankt. «Wenn ich jetzt nicht weine» ist eine berührende Coming-of-age-Geschichte, in der nicht nur der junge Protagonist eine Entwicklung durchlebt, die einer Neugeburt gleichkommt.

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Ich erinnere mich, dass es eine Sommernacht war und dass in der Ferne ein Donnerwetter grollte. Iris und Myles waren mit jemandem am Küchentisch – vielleicht Bill und Bernadette. Padraig saß im Schaukelstuhl, neben einer Fensterscheibe, die offen stand, und ich hockte in der Nähe auf einem Stuhl. Wir saßen dort zusammen und betrachteten die Blitze und in der Stille, zwischen den Donnerschlägen, konnten wir das Gezeter von Moskitos an der Scheibe hören. Und Padraig fing unerwartet an zu sagen, dass er dreimal in Irland auf Pilgerfahrt gegangen war, jedes Mal drei Tage gefastet hatte, während er die Stationen des Kreuzes auf seinen Knien abgegangen und die ganze Nacht in der Basilika den Rosenkranz gemurmelt hatte. Und die ganze Zeit über fragte: Sollte er nach Amerika gehen? Aber Gott gab keine Antwort. Er fragte den Gemeindepfarrer, der nicht ermutigend war. Fragte einen Monsignore, der ähnlich abratend war. Er hatte eine Frau und sechs Kinder; er hatte einen Job, zu einer Zeit, als die Jobs rar waren in der Republik. Nicht nur das, es war ein Regierungsjob – er war ein Mitglied der Gardai,ein Bulle. Das war eine sichere Anstellung. Aber die Bezahlung war armselig und er fiel dauernd bei den Aufstiegsexamen durch. Vor allem war er der Überwachung abgeneigt: Strafen an jugendliche Mädchen auszuteilen, weil sie im Dunkeln ohne Radlicht fuhren, sicherzustellen, dass Farmer Adlerfarn von ihren Feldern fernhielten, illegale Schnapsbrennereien aufzustöbern, Pubs zu schließen, weil sie nach der Sperrstunde offen hatten – es war belangloses Zeug, wo er sich doch nach Abenteuer sehnte. Als er aufwuchs, hörte er von Nachbarn, die am Yukon ein Vermögen gemacht hatten und mit Gold beladen zurückkamen. Sein eigener Onkel war ein Neunundvierziger 1gewesen, bevor er sich in den Norden aufmachte, und nun sagten sie, er würde den Großteil von British Columbia besitzen. Den Großteil von British Columbia und ein Gutteil von Alberta noch dazu. Padraig wollte die Chance nützen. Also bestieg er den Mount Errigal, den höchsten Gipfel in Donegal. Auf dem Gipfel sprach er in alle vier Richtungen einen Rosenkranz, gemäß den Vorschriften der Pilgerschaft. Er nahm das Bild in sich auf, das vor ihm hingeschleudert war – grüne Felder und Steinmauern, die in Richtung des brutalen Nordatlantiks schossen. Dann stieg er ab. Auf halbem Wege bückte er sich, um eine Jacke aufzuheben, die er auf seinem Weg hinauf zurückgelassen hatte. Als er dies tat, spürte er Gott, der zu ihm sprach. Die Antwort, endlich.

Wie? , fragte ich. Wie hat Gott zu dir gesprochen?

Es war ein Schauer. Er spürte einen Schauer über sich kommen.

Ein Schauer. Die Zufälligkeiten, die von diesem Schauer abhingen, überwältigten mich. Von diesem Schauer hing meine Existenz ab. Ohne diesen Schauer würde ich nicht im Dunkeln dieser Werkzeughütte stehen und auf diesen Hammer hinabgaffen, mit ziellosen Gedanken, wieder Myles Stimme hörend, die nun an der Kippe zur Verzweiflung stand. Ich schüttelte mich frei aus der Gedankendrift und ging wieder zurück zum Wagen. Myles war über den Hammer nicht erfreut – warum konnte ich in dieser Hütte nie etwas finden, wunderte er sich. Hatte ich nachgesehen, wo er mir aufgetragen hatte? Umkreisten meine Gedanken die Ionosphäre? Seine Stimme war durch den Motorblock, den sie passierte, gedämpft und dann schoss sie plötzlich in einem fließenden Strom von Flüchen in die Höhe, weil er den mühseligen Bolzen mit dem Hammer drosch und es dabei zuwege brachte, seinen Daumen zu plätten. Das dreckige Motoröl begann sich über ihn zu ergießen, und während er fluchte, kämpfte er damit, Padraigs Nachttopf unter den Abfluss zu schieben. Schließlich tauchte er auf – Brillengläser, Gesicht und Shirt schwarz von zäher Flüssigkeit, die Augen verschleiert vor Wut. Er sah mich nicht an, sondern stapfte davon, beklagte die Notwendigkeit von Autos, die Unzulänglichkeit ihres Designs, die Tyrannei des Materials.

Eine Stunde später kauerten wir drei rund um den Holzofen und warteten, dass das Abendessen sich briet. Unter den brennenden Scheiten im Innern des Ofens hatte Myles drei Kartoffeln platziert, eingehüllt in Folie, zusammen mit zwei Dosen B&M Schwarzbrot, obwohl man gemäß den Vorschriften in New England Dosenbrot nur mit Bohnen und Hotdogs essen sollte.

Das Problem war das Geld, wie immer. Wie bekommt man es, wie behält man es. Myles wollte reisen – Iris wollte fließendes Wasser. Im Sommer badeten wir hinter dem Garten in einer Wanne, gefüllt mit sonnengewärmtem Wasser – und das war Luxus neben den wenigen Gallonen Eis im Winter, die auf der Herdplatte geschmolzen und unter die Arme geplatscht wurden. Die Dollars, die mein Vater durch das Anstreichen von Häusern verdiente, verbrachten nur kurze Zeit in der Bank neben Iris’ Redaktionsgehältern, bevor das Girokonto von den Banalitäten des Stroms und Lichts ausgeblutet war. Die Ersparnisse für Wasserpumpe und Kupferrohre waren gerade in das neue Getriebe des Autos geflossen. Und in der Zwischenzeit forderte Willard im Gegenzug für das Privileg, im Radius seiner Weisheit zu wohnen, sein Recht auf Frondienst auf seiner Farm.

Und zwischen Ölwechseln, Elend und Meditation existierte ein Nährboden, der nur selten ans Licht kam, aber wenn, dann könnte er sich so angehört haben:

Myles: Ich kann nicht ewig Häuser anstreichen. Ich bin ein dichtender Mystiker, gezwungen zu belangloser körperlicher Arbeit durch die Bedürfnisse einer Familie, einer Familie, auf die ich es niemals abgesehen hatte, für die ich aber in ehrenhafter Weise die Verantwortung übernahm.

Iris: Ich bin zu jung – für dich, für die Ehe, für ein Kind. Die Biologie hat mich an eine Familie gefesselt, bevor ich die Chance hatte, jene Künstlerin zu werden, die zu sein ich mir erträumte.

Ich: Da dies alles meine Schuld ist, werde ich dafür sorgen, dass es eure Mühe wert ist. Ich will euch eine Geschichte erzählen, eine Fabel von Heldentaten, von List, Beharrlichkeit und dem rücksichtslosen Ehrgeiz, euer Kind zu werden. Sie wird eindrucksvoll und wundersam sein und in Stein gemeißelt, und wenn sie zu Ende ist, werdet ihr verstehen, warum ich euch zwingen musste, mich in diese Welt zu setzen.

Aber trotz all meiner Bemühungen war das Gewässer, das über diesem Untergrund strömte, rauer als jemals zuvor, dank des sich zusammenbrauenden Nicht-Themas Krebs. Iris weigerte sich immer noch, ihre Diagnose zu besprechen, aber der Ölwechsel war in Vorbereitung auf eine Fahrt erledigt worden. Wir fuhren ins Massachusetts General Hospital in Boston, wo Iris über einen Freund eines Freundes eines Freundes eines Freundes Kontakt mit einem Onkologen aufgenommen hatte. Iris machte sich wegen der Fahrt Sorgen und Myles machte sich Sorgen um Iris, aber keiner der beiden war gewillt, über diese Ängste zu reden, also stritten sie stattdessen über Geld.

Aber dann hörten sie auf und ich sah, wie sie mir ihren Blick zuwandten, weil ich zu sprechen begonnen hatte.

DREI TAGE nachdem wir die Insel der weißen Häuser verlassen hatten, kamen wir in die Gewässer, wo wir die erste gesehen hatten. Aber sie ist nicht hier.

Es ist romantisch, über eine verschwundene Insel nachzusinnen, aber beschwerlich, sie zu suchen , sagt Rook.

Aber sie ist hier , sage ich. Ich kann sie spüren .

Kapitän Severn geht auf der Brücke seine Logbücher durch und sieht kaum auf, als ich eintrete.

Die Insel , sage ich.

Ja?

Ist unter uns .

Jetzt sieht er auf und sein Gesicht verschließt sich wie ein Buch, das zuklappt. Sogar seine Augen verschließen sich irgendwie, obwohl sie offen bleiben. Er sieht aus, als würde er sich selber von innen erwürgen.

Ich zeige hinunter.

Er steht auf. Wird er mich hinauswerfen? Er dreht an einigen Knöpfen seines Sonargerätes.

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