David G. Haskell - Das verborgene Leben des Waldes

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Die Welt in einer Nussschale: Über ein Jahr hat der amerikanische Biologe David Haskell einen Quadratmeter altgewachsenen Wald immer wieder besucht und bis ins Detail studiert. Ausgerüstet nur mit Objektiv, Lupe und Notizbuch, Zeit und Geduld, richtet der Biologe seinen Blick auf das Allerkleinste: Flechten und Moose, Tierspuren oder einen vorbeihuschenden Salamander, Eiskristalle oder die ersten Frühlingsblüten. Und entfaltet mit dem Wissen des Naturforschers und der Beschreibungskunst eines Dichters ein umfassendes Panorama des Lebens im Wald, des feingewobenen Zusammenlebens in einem jahrhundertealten Ökosystem. Eine Grand Tour zwischen Wissenschaft und Poesie, die die Natur in ihrer ganzen Komplexität und Schönheit erfahrbar macht.
»David Haskell führt den Leser zu einer neuen Form der Naturbetrachtung, in der das Unsichtbare zum Vorschein kommt, das Kleine zu großen Fragen führt und die unendliche Komplexität und Schönheit alles Lebendigen sich immer deutlicher entfaltet.« E.O.Wilson

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Die Geschichte hat unsere wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Wald verzerrt. Die meisten wissenschaftlichen Studien über die Ökologie der östlichen Waldgebiete Nordamerikas im 20. Jahrhundert wurden in Wäldern durchgeführt, die ungewöhnlich wenig beweidet waren. Das gilt besonders für ältere Untersuchungen, die uns heute als Vergleichsmaßstab für ökologische Veränderungen dienen. Der Maßstab täuscht: Zu keinem anderen historischen Zeitpunkt fehlten im Wald Wiederkäuer und andere große Pflanzenfresser. Doch unser Gedächtnis gaukelt uns einen Wald als normal vor, der ohne große Pflanzenfresser sehr bequem vor sich hin lebt.

Aus dieser Erkenntnis ergeben sich beunruhigende Aussichten: Schon bald könnte für Wildblumen und niedrig nistende Vögel ein ungewöhnlich komfortables Zeitalter zu Ende gehen. Die »Überweidung« durch Wild könnte den Wald in seinen normalen ausgedünnten, lichten Zustand zurückverwandeln. Die überlieferten Tagebücher und Briefe der frühen europäischen Siedler sprechen jedenfalls dafür: So schrieb Thomas Harriot 1580 aus Virginia, »an manchen Orten gibt es hier sehr viel Wild«, und Thomas Ashe notierte 1682, »mit seinen vielen Herden scheint das ganze Land ein einziger Wildpark zu sein«. Und 1687 beschäftigte auch Baron de La Hanton das Thema: »Ich bin sprachlos, wie viele Hirsche und Truthähne es in den Wäldern gibt.«

Die Zeugnisse der europäischen Kolonialisten sind eindrucksvoll, aber wohl kaum eindeutig. Die Beschreibungen könnten übertrieben sein – eine klammheimliche Kampagne für das kolonialistische Projekt; außerdem betraten die Siedler einen Kontinent, dessen menschliche Bewohner, größtenteils Jäger, bereits durch Krankheit und Genozid dezimiert waren. Doch die Erzählungen der Genozidüber lebenden und archäologische Funde, die ihre Vorfahren hinterließen, deuten darauf hin, dass es sogar vor Ankunft der Europäer reichlich Wild in den Wäldern gab. So rodeten die amerikanischen Ureinwohner die Wälder, um das Wachstum von Jungpflanzen zu fördern, welche wiederum die Fruchtbarkeit des Wilds befeuerten. Hirschfleisch und -felle sicherten das Überleben der Menschen im Winter, und die Hirschgeister tanzten durch die Mythologien der ersten menschlichen Bewohner Amerikas. Historische und archäologische Daten führen somit zum selben Ergebnis: Die Hirsche bewohnten unsere Wälder in großer Zahl, ehe ihnen im 19. Jahrhundert die Gewehre den Garaus machten. Die wildfreien Wälder zu Anfang und Mitte des 20. Jahrhunderts waren eine Ausnahmeerscheinung.

Unsere moderne Hirschphobie erscheint noch fragwürdiger, wenn wir uns den amerikanischen Kontinent anschauen, ehe der erste Mensch einen Fuß darauf setzte. Im nordamerikanischen Osten wachsen seit fünfzig Millionen Jahren gemäßigte Wälder. Der Wald bildete einst ein dichtes Band, das sich über Asien, Nordamerika und Europa erstreckte. Als sich das Erdklima abkühlte, wurde der Streifen in Stücke geschnitten, vor allem durch mehrere Eiszeiten, die die gemäßigten Wälder erst nach Süden verschoben und dann, mit dem Zurückweichen der Gletscher, wieder nordwärts drängten. Die Reste dieser Wälder wachsen heute als Flickwerk in Ostchina, Japan, Europa, dem mexikanischen Hochland und dem nordamerikanischen Osten. Und der Tanz des gemäßigten Walds über die Kontinente kennt ein Thema ohne Variationen: Im Wald weiden Säugetiere, häufig sogar viele.

Der Hirsch, der über das Mandala lief, ist einer der letzten Ver treter eines weit umfangreicheren pflanzenverstümmelnden Bestia riums. Riesenfaultiere wälzten ihre nashorngroßen Körper durch die Wälder, um dort zu äsen. In ihrer Nähe weideten Moschusochsen, riesige pflanzenfressende Bären, langnasige Tapire, Nabelschweine, Bisons, verschiedene ausgestorbene Hirsch- und Antilopenarten und, am gefährlichsten, Mastodonten. Die Mastodonten waren Verwandte des modernen Elefanten, mit Stoßzähnen und breitem, flachem Kopf. Die beeindruckenden Tiere, mit drei Meter Schulterhöhe, ästen am nördlichen Rand der östlichen Waldgebiete und starben, wie viele andere große Pflanzenfresser, am Ende der letzten Eiszeit, vor ungefähr elftausend Jahren aus. Eiszeiten waren zuvor schon gekommen und gegangen, doch das letzte Tauwetter brachte einen neuen Räuber, den Menschen. Kurz nachdem der Mensch den amerikanischen Kontinent betreten hatte, starben die großen Pflanzenfresser aus. Die kleineren Säugetiere waren von der Ausrottungswelle kaum betroffen; es verschwanden nur die großen Geschöpfe mit reichlich Fleisch.

In den Höhlen und Sümpfen der östlichen USA finden sich in Hülle und Fülle fossile Funde der großen Pflanzenfresser. Sie befeuerten im 19. Jahrhundert die Evolutionsdebatte. Darwin erkannte in den Tieren einen weiteren Beleg dafür, dass sich die natürliche Welt fortwährend im Fluss befindet. Er stellte fest: »Man kann nicht ohne das tieffste Erstaunen über den veränderten Zustand dieses Festlandes nachdenken. Früher muss es von großen Ungeheuern voll gewesen sein, wie der südliche Theil von Afrika; jetzt finden wir nur … Pygmäen, wenn man sie mit den untergegangenen Racen vergleicht.« Thomas Jefferson widersprach ihm, er glaubte, die Riesenfaultiere und anderen Geschöpfe müssten noch irgendwo leben. Warum hätte Gott sie erst erschaffen sollen, wenn er sie dann ausradierte? Die Schöpfung war Gotteswerk und somit vollkommen: Die Natur würde ins Wanken geraten, wenn Teile wegbrächen. Jefferson gab der Lewis-und-Clark-Expedition, die in Richtung Pazifikküste unterwegs war, den Auftrag, Berichte über diese Tiere anzufertigen. Doch die Expedition fand keinerlei Spur von lebenden Mastodonten, Riesenfaultieren oder anderen ausgestorbenen Lebewesen. Darwin hatte recht: Teile der Schöpfung können zerstört werden.

Ähnlich wie die Spur, die den räubernden Hirsch im Mandala verrät, zeugt der Bau manch einheimischer Pflanze von längst ausgestorbenen Pflanzenfressern. So besitzen Lederhülsenbaum und Stech palme dornige Stämme oder Blätter, doch die Dornen enden in drei Meter Höhe, der doppelten Höhe dessen, was heutige Pflanzenfresser erreichen, aber genau in der richtigen Höhe, um ausgestorbene Megalaubfresser abzuschrecken. Der Lederhülsenbaum ist gleich doppelt vereinsamt: Seine fünfzig Zentimeter langen Hülsen sind so groß, dass keine heute lebende Art sie vollständig verspeisen und ihre Samen verbreiten kann – für die ausgestorbenen Pflanzenfresser wie Mastodonten und Riesenfaultiere dagegen hatten sie die ideale Größe. Die milchig-weißen Kugeln des Osagedorns sind ebenfalls Früchte, denen der Samenkurier abhandengekommen ist. Auf fernen Kontinenten werden ähnliche Früchte von Elefanten, Tapiren und anderen großen Pflanzenfressern verspeist, die es in Nordamerika nur noch als Fossilien gibt. Die verwitweten Pflanzen, von der Vergangenheit gezeichnet, lassen uns erahnen, wie schmerzlich der Verlust für den Wald insgesamt sein muss.

Wie die urzeitlichen Wälder wirklich aussahen, werden wir nie wissen, doch die Knochen ausgestorbener Laubäser sowie die Erzählungen der ersten Amerikaner lassen vermuten, dass Sträucher und Jungbäume kein einfaches Leben hatten. Die nordamerikanischen Wälder waren fünfzig Millionen Jahre lang ein beliebtes Weideland, dann folgten zehntausend Jahre mit drastisch reduziertem Pflanzenfresserbestand und hundert Jahre, in denen seltsamerweise niemand äste. Waren die ursprünglichen Wälder möglicherweise kahl und schütter, von Herden umherziehender Pflanzenfresser kurz gehalten? Sicher hatten die Pflanzenfresser selber Feinde, die es heute ebenfalls nicht oder so gut wie nicht mehr gibt. Säbelzahntiger und Canis dirus sind ausgestorben, Wolf, Berglöwe und Rotluchs selten geworden. Im Westen der Vereinigten Staaten jagten einst der gewaltige amerikanische Löwe und der Gepard. Doch dass es so viele große Fleischfresser gab, deutet auch auf eine stattliche Zahl von Pflanzenfressern hin. Riesige Raubkatzen und Wölfe brauchen riesige Herden. Große Fleischfresserpopulationen können nur in Gegenden überleben, die mit Laubäsern reich gesegnet sind. Das Fleisch der Karnivoren ist letztendlich nur das pflanzliche Material, das in der Nahrungskette hochgereicht wurde. Die zahlreichen Fossilienfunde großer Raubtiere sind also ein deutlicher Beleg dafür, dass die Pflanzen stark abgeweidet wurden.

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