Markus Somm - Warum die Schweiz reich geworden ist

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Wenn es je ein Land gab, das schlechtere Voraussetzungen hatte, um reich zu werden, dann die Schweiz: Berge, Schutt, Geröll und Gras. Heute zählt das Land zu den wohlhabendsten der Welt. Wie war das möglich? Eine messerscharfe, süffig geschriebene Wirtschaftsgeschichte.

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Hinzu trat ein zweiter kritischer Punkt: das numerische Verhältnis zwischen Spinnern und Webern. Um einen einzigen Weber mit ausreichend Garn zu versorgen, brauchte es in der Regel fünf Spinner. Es handelte sich hier um einen regelrechten Flaschenhals, eine Verengung, wodurch die Produktion in der frühen Textilindustrie empfindlich behindert wurde. Gab es zu wenig Spinner oder genauer Spinnerinnen (denn meistens übernahmen Frauen diese Aufgabe), und wurde deshalb zu wenig Garn ausgeliefert, sah sich der Weber gezwungen, untätig herumzusitzen. Aus lauter Verzweiflung reiste der eine oder andere dann selber in der Gegend herum, um das nötige Garn aufzutreiben.

Auf jeden Fall liess sich dieses Problem nicht leicht aus der Welt schaffen. Erst die Maschine bot Abhilfe – dann allerdings auf eine revolutionäre Art und Weise, die alles erschütterte. Solange diese Engpässe jedoch bestanden, stiess die Verlagsindustrie immer wieder an natürliche oder bes­­ser gesagt menschliche Grenzen. Wenn der Verleger die Produktions­menge etwa ausdehnen wollte, weil sich die Nachfrage nach seinen Stoffen erhöht hatte, dann blieb ihm nichts anderes übrig, als mehr Leute einzustellen. Aus diesem Grund wuchs das Verlagssystem zusehends in die Breite, will heissen, Schritt für Schritt erfasste es ein Dorf nach dem andern, dann das ganze Tal, daraufhin die Region, bis schliesslich auch da das Angebot an Arbeitskräften ausgeschöpft war und man sich gezwungen sah, in die weitere Nachbarschaft auszuweichen.

In der Ostschweiz lässt sich dies gut nachvollziehen, der Prozess setzte schon im 15. Jahrhundert ein: Auf der Suche nach Arbeitskräften wandten sich die St. Galler Verleger zuerst in die nächste Umgebung ihrer Stadt. Nachdem dort niemand mehr zu finden war, drangen sie ins Rhein­­tal vor, in den Thurgau, ins Fürstenland und ins Toggenburg, des Weiteren nach Appenzell Ausserrhoden und Glarus, ja selbst nach Grau­bünden. Doch irgendwann reichte auch hier das Reservoir nicht mehr aus, und man stellte Heimarbeiter im nahen Ausland an, in Vorarlberg vor allem, aber auch im Allgäu und in Oberschwaben, so dass die Ost­schweizer Verlagsindustrie zu einer internationalen Arbeits­orga­nisa­tion heranwuchs, die Zehn­tau­senden von Menschen in der gesamten Boden­see­region ein Auskom­men bot.

«Wir haben es», urteilt Menzel, «bei den St. Galler Verlegern also mit einer Frühform multinationaler Unternehmer zu tun, die ihre Rohstoffe, Baumwolle und Farbstoffe, aus dem Nahen Osten, Brasilien und den Antillen bezogen, ihre Produkte in den Nachbarkantonen, in Österreich, Bayern, Baden und Württemberg herstellen liessen, um sie dann in Frankreich und dem übrigen europäischen Ausland abzusetzen.»11

Dass es nicht ganz anspruchslos war, ein solch gewaltiges, dezentrales Unternehmen zu überschauen und zu betreiben, liegt auf der Hand. Zwar blieb der Verleger stets die zentrale Figur, um die sich alles drehte, doch je mehr Heimarbeiter er unter Vertrag nahm, desto weniger sah er sich in der Lage, sie alle zu besuchen. Bald kamen deshalb Mittelsmänner oder eine Art Agent auf, die sich zwischen Verleger und Produzenten schoben, teils als Angestellte des Verlegers, teils als Selbstständige. Man nannte sie Fergger oder Trager, später auch Spediteure. Ihr Auftrag bestand darin, den vielen Heimarbeitern den Rohstoff ins Dorf zu bringen, um nach einer gewissen Zeit das verarbeitete Produkt einzusammeln. Handelte es sich dabei um das versponnene Garn, also ein Zwischenprodukt, leitete es der Fergger an die Weber weiter, wo er den vollendeten Stoff zwei, drei Wochen später wieder einzog. Gleichzeitig prüfte er dessen Qualität, zeigte und trug den Heimarbeitern neue Muster auf, bezahlte ihren Lohn und lieferte die Ware anschliessend in die Stadt, wo sie der Verleger an sich nahm, weiterveredelte, um sie dann in alle Welt zu exportieren.

Manchmal gelang es den Ferggern, ja selbst Heimarbeitern oder eigenständigen Webern, sich ebenfalls zu Unternehmern und Fabrikanten aufzuschwingen, was die Verleger in der Stadt natürlich gar nicht gerne sahen und mit allen Mitteln zu hintertreiben suchten. Aber dezentral hiess dezentral: Es fiel etwa den St. Gallern schwer, ihre Zwischenhändler und Agenten in Ausserrhoden unter Kontrolle zu halten, zumal das Appen­zel­lerland politisch von der Stadt unabhängig war, ja sich als einer der dreizehn Orte der Eidgenossenschaft eindeutig mächtiger fühlte, wogegen St. Gallen bloss ein zugewandter, also geduldeter Ort darstellte. Die reformierte Stadt war zwar eine unabhängige Stadtrepublik, aber sie besass keinerlei Territorium.

So entstanden in Appenzell Ausserrhoden bald eigenständige Unter­nehmen – die den St. Gallern das Leben schwer machten. Ähnliches trug sich in Arbon, Hauptwil oder Rorschach zu, ebenfalls Territorien, wo die St. Galler politisch nichts zu sagen hatten, entweder weil sie wie Rorschach dem Fürstabt von St. Gallen gehörten oder wie die beiden anderen Orte im Thurgau lagen, in einer Gemeinen Herrschaft der Eidgenossen. Politische Zerstückelung, ein Zustand, der die ganze damalige Schweiz kennzeichnete, bedeutete oft auch mehr Freiheit, obschon sie niemand bewusst hätte gewähren wollen.

Einen ungleich härteren Durchgriff besassen dagegen die Stadtzürcher Verleger. Ihre Stadt beherrschte ohnehin den ganzen Kanton. Wer dort auf dem Land, ob in Stäfa oder Wädenswil, einen eigenen Verlag in Kon­kurrenz zu einem in der Stadt aufziehen wollte, den traf die Staats­gewalt unerbittlich. Zwar bedienten sich die Stadtzürcher Verleger noch so gerne der Heimarbeiter auf dem Land, aber dass sich dort auch eigenständige Unternehmen herausbilden sollten, das war keineswegs erwünscht. Mit Vor­schriften und diversen Schikanen wurde jede unternehmerische Initia­tive erstickt – jedenfalls war dies das Ziel. In der Rea­lität erwies sich dies als leichter gesagt als getan. Elend der Regulierung. Die Tatsache, dass die Zürcher ihre Gesetze unablässig verschärften, zeigt, wie schwierig es war, den Unternehmern auf dem Land­ das Geschäft zu verderben.

Dass die Verleger in der Stadt – ob in Zürich, St. Gallen oder in Ba­sel – sich bemühten, ihre privilegierte Stellung zu bewahren, ist verständlich, und doch entbehrt es nicht der Ironie. Man könnte das Verhalten der Verleger auch als verlogen bezeichnen. Denn sie selbst waren nur aufgekommen, weil sie sich den Gesetzen der Stadt entzogen hatten. In ihrem Fall den Gesetzen der Zünfte.

Zunftherrlichkeit versus Zunftzwang

Ursprünglich war das Verlagssystem im Mittelalter aufgekommen, insbesondere in Italien und in Flandern, den seinerzeit überlegenen Zentren des europäischen Gewerbes, und schon immer waren die Verleger damit in Konkurrenz zu den Zünften getreten. Diese setzten alles daran, das Hand­werk für ihre Mitglieder in den Städten zu monopolisieren. Wäre es nach ihnen gegangen, hätte es nur ein Gewerbe gegeben, das zünftische, alles andere galt als des Teufels. Weshalb es kaum überrascht, dass die Bezie­hung zwischen Zünftern und Verlegern selten konfliktfrei blieb.

Die Zünfter bekämpften die Verleger, wo immer sie konnten, obschon Letztere selbst in den Städten ansässig waren – doch ihre Arbeiter waren es eben meistens nicht, was es ihnen erlaubte, sich viel agiler und unternehmerischer auf den Märkten zu bewegen, als dies den Zünften passte. Indem die Verleger sich auf Tausende von Heim­arbeitern stützten, produzierten sie viel grössere Mengen viel billiger, viel schneller, vor allem nachfrageorientierter und oft sogar qualitativ hochwertiger als die gewissenhaften, aber gemütlichen Zünfter.

Im Allgemeinen bildete sich eine prekäre, wenn auch umstrittene Ar­beits­teilung heraus: Während die Handwerker ihre Ware vorwiegend auf dem eigenen städtischen Markt verkauften, allenfalls auch in der näheren Umgebung, widmeten sich die Verleger von Anfang an dem Export und bedienten Märkte, die oft sehr weit weg von ihrem Firmenstandort lagen. Mehr schlecht als recht kam man so aneinander vorbei. Prekär war die Arbeitsteilung deshalb, weil die Zünfter sich nie sicher sein konnten, wie lange die Verleger sich nur auf den Export beschränkten. War es nicht denkbar, dass sie in den lokalen Markt drangen? War es ausgeschlossen, dass sie sich irgendwann auf Produkte verlegten, deren Herstellung sich die Zünfter vorbehalten hatten? Ihr Monopol schien immer bedroht, die friedliche Koexistenz blieb selten so friedlich, wie es den Anschein machte. Gross war die Angst bei den zünftischen Handwerkern, dass sie von den Verlegern einst aus dem Markt gedrängt würden.

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