Entfernungenvon Ajaccio: Calvi 55 sm, Porto Pollo 18 sm, Propriano 23 sm .
In Ajaccio gibt es eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten, von denen hier nur die wichtigsten genannt werden können: Die Kirche Saint-Erasme , die 1602 erbaut wurde und dem Schutzpatron der Seeleute und Fischer geweiht ist, bietet dem Besucher in ihrem Innern eine stattliche Sammlung von Schiffsmodellen, die heimkehrende Seeleute gestiftet haben.
In der Kathedrale Notre-Dame-de-la-Misericorde hatte die Familie Bonaparte bis 1857 ihre Familiengruft. Auf einer roten Marmortafel in ihrem Innern kann man den »letzten Wunsch« Napoleons nachlesen, den er 1821 während seiner Verbannung auf St. Helena geäußert hat: »Wenn man von Paris aus meine Leiche verbannt, wie man meine Person verbannt hat, so möchte ich neben meinen Vorfahren in der Kathedrale von Ajaccio auf Korsika beigesetzt werden.« 1857 ließ Napoleon III. die Chapelle Imperiale als letzte Ruhestätte für die Familie Bonaparte errichten. In der Krypta befinden sich die Sarkophage von neun ihrer Angehörigen.
Das Maison Bonaparte , das Geburtshaus Napoleons, steht an der kleinen Place Letitia und ist neben dem Musée Napoléonien Zentrum des Napoleon-Kultes in Ajaccio. Im Musée Fesch befindet sich die nach der Sammlung des Louvre in Paris größte geschlossene Gemäldesammlung italienischer Meisterwerke. Joseph Fesch nutzte als Onkel Napoleons seine Beziehungen zum Kaiserhaus und seine Stellung als Kardinal innerhalb der Kirche, um sich während der Napoleonischen Kriege insgesamt 1200 Bilder zum größten Teil außerhalb der Legalität anzueignen und ein riesiges Vermögen auf die Seite zu schaffen.
Den Grundstock der Bibliothek verdankt Ajaccio ebenfalls Kardinal Fesch, der die ersten 10.000 Bände im Gefolge seines kaiserlichen Neffen auf dessen Kriegszügen durch Europa zusammenraffte. Heute umfasst die Bibliothek 50.000 Bücher, darunter eine Literatursammlung über Korsika und wertvolle Handschriften aus dem 15. Jahrhundert.
Napoleons Leben in Kurzform wird dem Besucher auf der Place d’Austerlitz vermittelt. Zwei von Adlern flankierte Treppen – im Sockel sind Geburts- und Sterbejahr Napoleons eingemeißelt – führen am Ende des weiten Platzes hinauf zu einer Steinpyramide mit der Statue des Kaisers. Dargestellt in seiner bekannten Pose, blickt er herab auf seine Geburtsstadt. Die Steinplatten zwischen den Treppenaufgängen tragen die Daten seiner siegreichen Schlachten. In der Grotte links daneben soll er als Kind gespielt haben, weshalb sie Napoleonsgrotte genannt wird.
Seekarten:F 6942 und 7162, CG 1008.
Die Annäherung an die südöstliche Küste des Golfe d’Ajaccio ist wegen der zahlreichen Klippen – teils unter, teils nur wenig über Wasser – schwierig und sollte nur bei ruhigem Wetter erfolgen. Der erste Ankerplatz auf dem Weg von Ajaccio weiter nach Süden ist
Porticcio(41°53′N 008°47′E) südlich der gleichnamigen Pointe. An der nach Westen offenen Bucht haben Segelschulen und ein Yachtclub ihr Domizil. Man ankere vor dem Ort auf 5 m Wasser über Sandgrund, stellenweise mit Algenbewuchs. Außerhalb der Saison kann man auch an einer der vielen Bojen festmachen.
Porticcio ist ein Zentrum für Meerwassertherapie. Zwischen den zahlreichen Ferienhäusern und Hotels finden sich Lebensmittelgeschäfte, Cafés und Restaurants.
Anse de Sainte-Barbe(41°51′N 008°46′E) an der Nordseite der Halbinsel l’Isolella ist eine beliebte Ankerbucht, leicht auszumachen an dem genuesischen Tour de l’Isolella auf der Pointe de Sette Nave . Klippen im Westen bieten guten Schutz und halten den Seegang ab. Die Gemeinde Piotrosella organisiert in der Anse de Sainte-Barbe, in der östlich anschließenden Anse Stagnola und in der Anse Cala Medea auf der Südseite der Halbinsel L’Isolella drei Bojenfelder mit zusammen fast 400 Bojen, die über die Webseite www.pietrosella.frreserviert werden können. Dazu im Kopf dieser Webseite auf »Réservation de mouillage« klicken. Weitere Kontakte: Tel. 0033–(0)495–24 47 94, Fax –25 56 71. E-Mail: mouillage.piotrosella@gmail.com. Bei den Klippen kann man an einem Betonsteg mit dem Dingi anlanden. Achtung: Bei der Ansteuerung aus westlichen Richtungen muss man die überspülte Untiefe Écueil de la Fontaine umschiffen (s. Plan).
Rund um die weite Bucht zwischen Pte Porticcio und Pte de Sette Nave sind zahlreiche Ferienhäuser und Hotels entstanden. Ein mehr als 1500 m langer Strand lädt zum Baden ein. Es gibt hier eine Reparaturwerkstatt für Bootsmotoren, ein Schiffszubehörgeschäft, Lebensmittelgeschäfte, Restaurants und Cafés.
An der Südseite der Halbinsel l’Isolella liegen die kleine, nach Süden offene Anse de Medeaund die größere, nach Westen offene
Anse Ottioni(41°50′N 008°46′E). Bei der Ansteuerung sollte man von der Pointe de Sette Nave wegen der zahlreichen Klippen und der vom Seegang halb zerstörten Untiefenbake La Campanina ausreichenden Abstand halten. Bei ruhigem Wetter ankere man auf 2 bis 4 m Wasser über Sandgrund. Der saubere Sandstrand und das klare Wasser verlocken zu einem Badeaufenthalt – s. auch Plan S. 50.
Der sich südlich anschließende
Port de Chiavari(41°49′N 008°45′E) bietet bei ruhigem Wetter zwei durch einen Klippenvorsprung getrennte Ankerplätze. Man ankere auf 2 bis 4 m Wassertiefe (Plan S. 50). Der Sandstrand geht in ein Pinienwäldchen über und lockt im Sommer viele Badegäste an.
Südwestlich der Île Piana liegen die
Anse de Portigliolo(41°48′N 008°44′E) und die Anse de la Castagna,getrennt durch einen Klippengürtel vor dem Ufer. Die Pte Castagna mit ihrem gut erhaltenen genuesischen Wachturm bietet dieser etwa 1 sm breiten, nach Norden offenen Bucht etwas Schutz gegen Winde aus Westen. Man ankere auf 3 bis 5 m Wasser über Sandgrund (s. Plan oben). Von diesem wenig genutzten Ankerplatz eröffnet sich ein herrlicher Ausblick auf die Îles Sanguinaires.
Östlich der Pointe Guardiola, unterhalb des Tour Muro, liegt die
Anse de Cacalu(41°45′N 008°41′E), ein romantischer Ankerplatz inmitten steil aufragender Felsen, der wenigen Yachten außer gegen Nordwind guten Schutz bietet.
Auf der südlichen Spitze des Cap Muro steht ein weißer Leuchtturm (Oc.4s9M), der zusammen mit dem Leuchtfeuer Îles Sanguinaires den Weg in den Golfe d’Ajaccio weist. Gleichzeitig markiert er den nördlichen Eingang zum Golfe de Valinco , an dessen Ende der gut ausgebaute Yachthafen von Propriano liegt. Neben dem Leuchtturm steht die kleine Kapelle La Madone . Südöstlich des Cap Muro liegt die
Cala d’Orzu(41°44′N 008°42′E) mit einem kleinen Fischerhafen ohne Molen, der wegen der geringen Wassertiefe (0,50 bis 1 m) nur von kleinen Booten angelaufen werden kann.
Die östlich von Capu Neru gelegene
Baie de Cupabia(41°44′N 008°47′E) bietet außer bei südwestlichen Winden guten Schutz. Bei der Ansteuerung sollte man von Capu Neru wegen der vorgelagerten Klippen 500 m Abstand halten, ebenso von der Pointe Pratarella, der Pointe Capanelle und der Pointe de Porto Pollo. Yachten ankern entweder vor dem Strand oder nordwestlich der Turmruine Capanelle in der Cala di Ferrru. Der kleine Strand inmitten der mit Macchia bewachsenen Hügel lädt zum Baden ein (Plan S. 48).
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