In Sumer(Südmesopotamien, im heutigen Irak) wird die Keilschrift, eine der ältesten Schriftsysteme des Menschen, entwickelt
UM 2500 V. CHR.
In Stonehenge(Großbritannien) werden im Zentrum eines 500 Jahre zuvor durch einen Erdwall eingerichteten Versammlungsorts Steinkreiseerrichtet, die später erneuert werden
UM 4000 V. CHR.
In Mesopotamienentwickeln sich im Tal zwischen Euphrat und Tigris (heute Irak, Syrien und Kuwait), wo Bewässerungslandwirtschaftbetrieben wird, erste Zivilisationen
UM 3100 V. CHR.
Narmer vereinigtOber- und Unterägypten und wird Pharao der 1. Dynastie Ägyptens; die Hieroglyphensind bereits entwickelt
UM 2700 V. CHR.
Als monumentale Grabbautenwerden in Ägyptendie ersten Pyramiden aus Steinerrichtet; zwei Jahrhunderte später wird die Große Pyramide von Gizeh gebaut
UM 1800 V. CHR.
In Ägyptenentstand auf Basis der Hieroglyphen alphabetische Schrift(protosemitisches Alphabet); Vorform vieler moderner Alphabete
Die Ursprünge des Menschen liegen wahrscheinlich in Afrika. Durch Evolution und natürliche Selektionsprozesse entwickelte sich im Laufe von Jahrmillionen in Ostafrika neben den Schimpansen, unseren nächsten Verwandten, die Gattung des Menschen (Homo) . Im Verlauf biologischer Entwicklungsprozesse trat neben anderen Hominiden (z. B. den Neandertalern, die vor 40 000 Jahren ausstarben) der Homo sapiens auf: der moderne Mensch. In einem Moment (wann genau, ist schwer zu sagen) begann dieser, einen anderen Weg als andere Affenarten einzuschlagen, nämlich den der kulturellen Entwicklung. Von nun an entwickelten Menschen die Fähigkeit, durch die Erzeugung von Werkzeugen, Sprachen, Denkweisen, gesellschaftlichen Bräuchen und Kunst ihre Art zu leben, zu verändern. Als sie erste Bilder an die Wände ihrer Höhlen malten und aus Knochen oder Stein menschliche Figuren schufen, hatten sie sich bereits auf einzigartige Weise von den Tieren abgegrenzt. Zunächst verlief ihr Transformationsprozess langsam; im Verlauf von Jahrtausenden sollte er jedoch eine atemberaubende Geschwindigkeit entwickeln. Der Mensch wurde zum einzigen Tier mit Geschichte.
Die Entdeckung der Geschichte
Die frühe Entwicklung menschlicher Kulturen stellt für Historiker ein besonderes Problem dar – denn die erste Schrift wurde erst relativ spät, vor rund 5000 Jahren, entwickelt. Die schriftlosen Epochen gehören zur »Ur- und Frühgeschichte«, da diese Kulturen lediglich an archäologischen Quellen und nicht mittels Schriftzeugnissen erforscht werden können. In jüngerer Zeit haben zahlreiche neue wissenschaftliche Methoden – darunter die Erforschung genetischen Materials und die Radiokarbondatierung organischer Überreste – die bisherigen archäologischen Techniken erweitert und damit Forschern neue Zugänge zu schriftlosen Kulturen ermöglicht. Unsere Vorstellungen über die ferne Vergangenheit des Menschen werden permanent revidiert, da neue Erkenntnisse, die oft angezweifelt werden, die Perspektive immer wieder radikal verändern. Die Entdeckung einer Höhle, einer Grabstätte oder eines menschlichen Schädels kann unsere Kenntnisse infrage stellen. Gleichwohl lässt sich die Geschichte der ersten Menschen heute, im 21. Jh., mit relativer Gewissheit beschreiben.
Nomadische Jäger und Sammler
Historiker sind sich einig darin, dass die Menschen bis vor 12 000 Jahren als Jäger und Sammler in kleinen mobilen Gruppen lebten und Werkzeuge aus Stein benutzten. In dieser Periode – dem Paläolithikum (Altsteinzeit) – wuchs die erfolgreiche Spezies des Menschen auf eine Population von vielleicht 10 Mio. an und verbreitete sich über einen Großteil der Erde. Im Allgemeinen passte sich der Mensch gut an natürliche und klimatische Veränderungen an – auch wenn er während der letzten großen Eiszeit aus nördlichen Regionen wie Skandinavien floh.
Menschen unterhielten zu ihrer natürlichen Umgebung eine enge Beziehung, aber auch damals beeinflussten sie ihre Umwelt nicht nur positiv. So fallen die Ausbreitung menschlicher Jäger auf der Erde und die Ausrottung von Tierarten wie des Wollhaarmammuts oder des Mastodons zusammen. Obwohl Jäger keineswegs die einzige Ursache waren – ein weiterer Faktor war gewiss der Klimawandel –, erscheint dies, von heute gesehen, als beunruhigender Präzedenzfall.
Die »natürliche« Lebensweise der Jäger und Sammler scheint vieles für sich gehabt zu haben. Untersuchungen menschlicher Überreste aus Jäger- und Sammlergemeinschaften lassen vermuten, dass unsere Vorfahren in der Regel ohne große Mühe Essen hatten und nur wenige Krankheiten kannten. Doch wenn dem so war: Warum ließen sich dann so viele Menschen in Dörfern nieder, betrieben Landwirtschaft, bauten Getreide an und hielten Tiere? Feldarbeit war schließlich mühsam – und Epidemien verbreiteten sich zuerst in Bauerndörfern.
Welche unmittelbaren Auswirkungen die Entwicklung von Siedlungen auch gehabt haben mag: Sie führte zu immensem Bevölkerungswachstum. Diese Periode – die Zeit der Neolithischen Revolution (Neusteinzeit) – stellt einen Wendepunkt in der Geschichte des Menschen dar, sie war Wegbereiter für das Wachstum der Siedlungen, Dörfer und Städte und mündete so in ersten sesshaften »Zivilisationen«. 
MINDESTENS SO BEDEUTSAM WIE KOLUMBUS’ REISE NACH AMERIKA ODER DIE APOLLO-11-MISSION
DIE ERSTEN MENSCHEN IN AUSTRALIEN (VOR 60 000–45 000 JAHREN)
IM KONTEXT
FOKUS
Wanderungsbewegungen
FRÜHER
vor 200 000 JahrenIn Afrika entwickelt sich der Homo sapiens (der moderne Mensch)
vor 125 000–45 000 JahrenDer Homo sapiens breitet sich über Afrika hinaus aus
SPÄTER
vor 50 000–30 000 JahrenIm Altaigebirge (Russland) leben Denisova-Menschen
vor 45 000 JahrenDer Homo sapiens kommt nach Europa
vor 40 000 JahrenDie Neandertaler sterben aus; ihr letzter bekannter Lebensraum liegt auf der Iberischen Halbinsel
vor 18 000 JahrenFossilien des Homo floresiensis datieren aus dieser Zeit
vor 13 000 JahrenBei Clovis, Neu-Mexiko (USA), tauchen Menschen auf; evtl. nicht die ersten auf dem Kontinent
Der moderne Mensch ist die einzige globale Spezies unter den Säugern. Seit seinem ersten Auftauchen vor rund 200 000 Jahren in Afrika verbreitete er sich schnell über den gesamten Globus – und beweist damit seine Neugier beim Erkunden der Umgebung und seine Anpassungsfähigkeit an verschiedene Lebensräume. Viele Forscher glauben, dass die Menschen am besten in Küstenlandschaften zurechtkamen, was ihre Verbreitung entlang der Südküste Asiens erklärt. Selbst die völlig andere Flora und Fauna Australiens stellte kein Hindernis dar: Wahrscheinlich trafen die ersten Menschen bereits vor 60 000 Jahren hier ein. Auch wenn kleine Gruppen schon früher den Kontinent betreten haben, weisen zahlreiche Belege auf eine breite Besiedlung Australiens vor 45 000 Jahren hin – etwa um die Zeit, als der Homo sapiens in Europa auftauchte.
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