Reimer Boy Eilers - Fluchtpunkt Hamburg

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Eigentlich ganz einfach und selbstverständlich: Der deutsche Schriftstellerverband übt Solidarität mit den Medienschaffenden unter den Flüchtlingen. In dieser Anthologie sind die literarischen Stimmen von 22 Autorinnen und Autoren versammelt, die einen Bezug zu Hamburg haben und von denen die Meisten hier eine neue Bleibe gefunden haben – als Übergang, für eine gewisse Zeit, für immer? Niemand weiß es. Wo, wenn nicht unter Geflüchteten, ist die Welt in Bewegung.
Menschen im Exil, die in ihrem Heimatland als Kunstschaffende tätig waren, auch als Journalistinnen, Blogger oder Protestierende, die ihre abweichende Meinung in fundierten Essays öffentlich gemacht haben, finden sich mit einer doppelten Schwierigkeit konfrontiert. Sie haben nicht nur ihr Zuhause und ihren Arbeitsplatz verloren, sondern müssen auch um ihr Handwerkszeug bangen, die Sprache.
In der Hansestadt, und damit in Deutschland, bietet der VS Landesverband Hamburg ihnen mit dieser Anthologie eine Plattform, auf der sie sich im fremden Sprachuniversum äußern können. Und sogleich müssen wir bei der Lektüre der Texte feststellen, dass nicht wir die Gebenden sind. Vielmehr werden wir reich beschenkt mit einem die halbe Welt umspannenden Strauß an aufregenden und zutiefst berührenden Einsichten in unsere chaotische, oft undurchschaubare Gegenwart. Die Spannweite reicht von der Elegie, die der persönlichen Tragik ihren Ausdruck verleiht, bis zum geschliffenen politischen Essay. Am Ende ist es beglückend, so viele talentierte und mutige Stimmen zu entdecken, die sich neu in der deutschen Sprache ausdrücken.
Die Herausgeberinnen und Herausgeber sind Mitglieder im Vorstand des VS Hamburg. Von der Konzeption, den ersten Aufrufen bei der Suche nach Beiträgerinnen und Übersetzern, über das Lektorat und die Gestaltung bis zum Druck haben sie mehr als zwei Jahre intensiv und mit wachsender Begeisterung an dem Projekt gearbeitet.

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Nach einigen Monaten in Hamburg habe ich für den Ramadan gefastet, wir fasten dreißig Tage, in denen wir 19 Stunden jeden Tag nichts essen, um unserer Seele Ruhe zu geben. Wir glauben, dass wir mit dem Essen nichts für unsere Seele fühlen, sondern nur die Wünsche für das Essen spüren. Mit dem Fasten können wir unsere Seele fühlen, weil wir nicht nur für das Essen leben, sondern um höhere Dinge zu erfahren. Mit dem Fasten können wir uns von allen unseren Wünschen befreien, um wie Engel zu sein oder zu werden.

Nach dem Ramadan-Fasten gibt es eine Feier, um eine Auszeichnung für unsere Anstrengungen zu haben. In einem Privatzimmer in einem Altbau in Hamburg habe ich eine Einladung zur Feier mit Syrern und Deutschen. Natürlich muss es immer arabische Süßigkeiten für unsere Feier geben, weil unsere Körper den Zucker brauchen. Zur Laute (Eawad) singen wir die alten arabischen Lieder von Fairu, Oum Kalthum, Ebd Alhalim, Farid Al-Atrash, sie sind arabische Sänger.

Ich habe da eine syrische Frau kennengelernt, die hier seit sechs Jahren wohnt und arbeitet. Sie heißt Samar, das bedeutet „die nächtliche Unterhalterin, Gesprächspartnerin“. Samar ist jetzt eine deutsche Frau, weil wir glauben, wenn man an einem Ort oder in einer Stadt seit 40 Tagen lebt, wird man zu dem Ort oder der Stadt zugehörig. Das ist ein arabisches Sprichwort.

Und ich bin ein Flüchtling, meinen Namen vergesse ich, und ich bin jetzt nur einer von sechs Millionen Geflüchteten, die ihre Namen mit ihren Ländern verloren haben. Wir haben jetzt nur eine Nummer statt unsere Namen.

Samar: „Hallo! Na?“

ICH: „Hallo, mir geht‘s gut.“

Samar: „Na? … na, bedeutet nicht wie geht‘s dir? Sondern nur hallo.“

ICH: „Ja, ich weiß nicht, manchmal haben mir die Deutschen auch gesagt, Na? bedeutet, wie geht‘s dir, manchmal nicht. Ich glaube, dass die Deutschen selber nicht genau wissen, was Na? bedeutet.“

Samar: „Doch, sie wissen es schon. Aber das ist eben Deutschland, eine unterschiedliche Meinung für alles.“

ICH: „Das ist richtig, das ist ein Vorteil in Deutschland, hier gibt es unterschiedliche Meinungen, nicht wie in unseren Ländern, wir müssen stets dieselben Gedanken haben, eine Partei, ein Präsident, eine Geschichte, eine Meinung, ein Sender ...“

Samar: „Wie heißt du?“

ICH: „Mein Name ist Flüchtling.“

Samar: „Was bitte?“

ICH: „Flüchtling bin ich.“

Samar: „Warum bist du Flüchtling genannt worden?“

ICH: „Weil ich aus dem Krieg komme, weil ich meinen Namen ändern musste. Weil ich jetzt nur eine Nummer bin.“

Samar: „Warum möchtest du sagen, dass du nur ein Flüchtling bist?“

ICH: „Nicht ich habe das gesagt, sondern alle haben das gesagt, alle reden über uns als Zahl nicht als Menschen, als ob wir gleich sind, sechs Millionen Geflüchtete sind nur eine Zahl.“

Samar: „Nein, wir sind nur Menschen.“

ICH: „Ja natürlich sind wir Menschen, aber manchmal haben die anderen Menschen das vergessen, sie haben sich nur erinnert, dass wir nur aus dem Krieg gekommen sind, und vielleicht sind wir gefährlich.“

Samar: „Meinst du, dass ihr Flüchtlinge nicht Menschen seid?“

ICH: „Manchmal haben das Andere gesagt, weil sie glauben, dass wir anders sind, weil wir eine andere Kultur, andere Sprache, andere Religion, andere … haben.“

Samar: „Nein, wir sind immer Menschen, und nur auf den Papier wurde geschrieben, dass wir Flüchtlinge sind.“

ICH: „Leider nicht nur auf Papier, sondern auch in unseren Köpfen.“

Samar: „Wen meinst du jetzt mit wir?“

ICH: „Alle Menschen, die Deutschen und die Flüchtlinge, was mit Einem von uns passiert ist, da haben alle gesagt, dass ein Flüchtling das gemacht hat. Wir sind alle gleich für die Deutschen, wie die Deutschen gleich für uns sind.“

Samar: „Warum möchtest du sagen, dass wir anders sind? Wir gehören zu einer Gruppe. Warum meinst du, dass die Menschen zu einer besonderen Gruppe gehören?“

ICH: „Nein, ich habe nur wiedergegeben, was ein Teil der Menschen gesagt hat, aber meine Meinung ist: Wir sind nicht anders, sondern unterschiedlich, weil wir alle Menschen sind. Denn wir haben unterschiedliche Kulturen, Meinungen, Charaktere, Körper wie alle Menschen.“

Samar: „Ja, aber warum wiederholst du, was andere gesagt haben. Warum bringst du nicht deine Meinung?“

ICH: „Das ist meine Meinung. Wir sind unterschiedlich, aber die Menschen müssen das erkennen und glauben. Das ist nicht einfach.“

Samar: „Dann kämpft ihr gegen Stereotype?“

ICH: „Ja, das ist unser Ziel, aber wir sagen, was die Menschen sagen, und danach können sie allein herausfinden, dass sie etwas Falsches gesagt haben.“

Samar: „Bei mir, wenn man eine Idee oder Meinung kritisiert, dann bringt man diese Idee doch nicht als eigene vor.“

ICH: „Ja, vielleicht, aber wie können wir Veränderungen schaffen? Wie können wir die Meinung von einem Teil der Menschen verändern?“

Samar: „Hier in Deutschland ist es sehr einfach, die Menschen sind hier offen, und es gibt keine Probleme.“

ICH: „Leider glaube ich etwas Anderes. Die Mehrheit der Deutschen ist offen, aber was ist mit den Anderen?“

Samar: „Ja, Mehrheit, das ist auch gut.“

ICH: „Das ist sehr gut, aber mein Glauben ist, dass es ein Problem mit der deutschen Kultur gibt.“

Samar: „Was bitte, was meinst du?

ICH: „Die deutsche Kultur ist nicht offen.“

Samar: „Die deutsche Gesellschaft soll verschlossen sein? Das ist falsch, ich bin seit sechs Jahren in Deutschland, und die Leute sind sehr offen, und sie interessieren sich dafür, andere Kulturen kennenzulernen.“

ICH: „Ja, du hast recht, dass die Deutschen als Menschen sehr offen sind. Aber ich habe über die deutsche Kultur gesprochen, die Gesetze, Geschichte, das politische System, die Identität, Zugehörigkeit - nicht über Personen.“

Samar: „Warum hast du keinen Respekt für meine Meinung?“

ICH: „Wie bitte?“

Samar: „Du verwendest aber sehr viel, das bedeutet, dass du nur deine Meinung richtig findest. Weil aber bedeutet, du hast alle Ansichten vor aber gelöchert.“

ICH: „Nein, aber bedeutet für mich eine Brücke zwischen zwei Meinungen, vielleicht sind beide richtig, nicht nur eine Meinung, sondern vielleicht beide.“

Samar: „Nein, auf Deutsch bedeutet es, dass die Dinge vor aber falsch sind, und nach aber richtig.“

Ich: „Nein, für mich bedeutet aber einfach Folgendes: ‚Das Davor und das Danach‘ sind vielleicht richtig, aber von welcher Seite betrachten wir es?“

Samar: „Für dich? Dann machst du dir eine besondere Sprache zurecht?“

ICH: „Nicht - nein, sondern ich habe es in anderen Sprachen, im Arabischen und Englischen so verstanden. Aber ist eine andere Seite einer Wahl.“

Samar: „Vielleicht, aber auf Deutsch bedeutet es etwas Anderes, aber bedeutet, nur eine Meinung ist richtig.“

ICH: „Die Deutschen verwenden sehr viel aber, und ich habe geglaubt, dass die Deutschen Respekt für andere Meinungen haben. Und sie suchen nur eine andere Meinung und beginnen zu diskutieren.“

Samar: „Ja, die Deutschen mögen immer diskutieren, und ihre Meinung sagen, und Deutschland ist die am meisten offene Gesellschaft in Europa. Vielleicht sind die USA ein verschlossenes Land, aber Deutschland ist sehr offen.“

ICH: „Ich glaube, das ist nicht völlig richtig. Es gibt ein Problem der Zugehörigkeit in Deutschland. Wann kann/darf man zu Deutschland gehören? Das ist meine Frage.“

Samar: „Wenn man hier lebt und wenn man hier arbeiten kann, und Steuern bezahlt, dann ist jemand ein Deutscher.“

ICH: „Nein, wenn man hier arbeiten kann und Steuern bezahlt, dann ist man ein Bürger, nicht ein Deutscher.“

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