Gerhard Schumacher - Marrascas Erbe
Здесь есть возможность читать онлайн «Gerhard Schumacher - Marrascas Erbe» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.
- Название:Marrascas Erbe
- Автор:
- Жанр:
- Год:неизвестен
- ISBN:нет данных
- Рейтинг книги:3 / 5. Голосов: 1
-
Избранное:Добавить в избранное
- Отзывы:
-
Ваша оценка:
- 60
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
Marrascas Erbe: краткое содержание, описание и аннотация
Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Marrascas Erbe»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.
Marrascas Erbe — читать онлайн ознакомительный отрывок
Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Marrascas Erbe», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.
Интервал:
Закладка:
Trotz aller Merkwürdigkeiten, die mir in den letzten Wochen untergekommen waren, befand ich mich in diesem Augenblick in einem geradezu euphorischen Zustand. Vor meinen Augen liefen die bunten Bilder ab wie auf der Leinwand im Filmpalast und ich hatte in diesem Moment nur einen intensiven Gedanken: Das Leben ist schön.
Dann sah ich die beiden Männer, die eiligen Schritts die Straße entlang liefen. In all der unaufgeregten Ruhe des Menschengewirrs schlugen sie ein wesentlich höheres Tempo an und hasteten gegen den Strom der sie Umgebenden. Nur dadurch fielen sie mir überhaupt erst auf, denn mit ihrer nervösen Eile wirkten sie wie ein Fremdkörper in einer ansonsten homogenen Masse. Einer der beiden trug einen Pappkarton, dessen Inhalt offensichtlich von einigem Gewicht sein mußte, denn er wechselte die Kiste alle paar Meter vom rechten unter den linken Arm und dann wieder zurück. Es war Álvaro, der schwer an dem Karton trug. Neben ihm ging ein capellà in einer schwarzen Soutane, den Oberkörper halb zum Chauffeur gewendet, auf den er, mit beiden Armen gestikulierend, heftig einredete.
Das Auftauchen der beiden hatte mich dermaßen überrascht, daß ich erst zu reagieren vermochte, da sie längst im Gewühl der Straße untergetaucht, meinen Blicken entzogen waren. Als ich mich endlich einigermaßen von meiner Verwirrung erholt hatte, war es bereits zu spät. Ich hätte sie nicht mehr wiedergefunden, sie konnten in eine der kleinen Seitengassen eingebogen oder in der nächstbesten Toreinfahrt verschwunden sein.
Eben noch war ich von der Schönheit der Welt ergriffen, nur einige Wimpernschläge später fiel diese schöne Welt in sich zusammen wie das oft zitierte Kartenhaus. Ich blieb starr wie in Stein gehauen auf meinem Stuhl sitzen. Das Blut mußte mir aus dem Gesicht gewichen, der Oberkörper zusammengesunken sein. Die Bedienung kam zögernd an den Tisch und erkundigte sich vorsichtig nach meinem Befinden. Erst nachdem sie sich zweimal wiederholt hatte, verstand ich ihre Worte und bedankte mich mit einer schwachen, wahrscheinlich wenig überzeugenden Geste für ihre Fürsorge. Dann kramte ich einige Münzen aus der Jackentasche, warf sie auf den Tisch, stand auf und verließ das café . Mechanisch schlug ich den Weg zur Universität ein, dem mit Álvaro vereinbarten Treffpunkt.
Natürlich war ich ihm nie persönlich begegnet, wie wäre das auch möglich gewesen? Und dennoch, in diesem Augenblick hätte ich Stein und Bein geschworen, in dem redseligen Begleiter Álvaros gegen jede Vernunft und Realität Don Xavier Marrasca erkannt zu haben. Logischerweise war das nicht möglich, konnte nicht sein. Der Rabe war tot, vor fast dreiunddreißig Jahren an der Küste von Canyamel in stürmischer Flut ertrunken. Die zerschlagenen Überreste seines Bootes legten unwiderlegbar Zeugnis davon ab.
Als ich vor der Universität ankam, wartete Álvaro bereits in seinem Automobil auf mich. Ich setzte mich neben ihn auf den Beifahrersitz und bemerkte beim Einsteigen, den braunen Pappkarton, an dem er so schwer geschleppt hatte, auf den Rücksitzen. Álvaro mußte meinen Blick mitbekommen haben, denn ohne eine Frage meinerseits abzuwarten, erklärte er mir, er habe einige dringend benötigte Sachen aus seinem Zimmer hier in Palma abgeholt, da er in Artà bestimmte Verwendung für sie habe.
Die Rückfahrt verlief dann in einer eigenartig angespannt unsicheren Atmosphäre. Ich selbst hatte mich zwar soweit von meinem Schrecken erholt, daß ich glaubte, rein äußerlich einen normalen Eindruck zu hinterlassen, innerlich aber war ich, man kann es sich vorstellen, aufs Trefflichste zerrissen und aufgewühlt. Mein Körper muß unbewußt entsprechende Signale an die Umgebung ausgeschickt haben, denn Álvaro merkte sehr wohl, daß irgend etwas mit mir nicht stimmte, mein Verhalten ein anderes war als gewöhnlich. Ebenso mußte er gefühlt haben, daß dieses Irgend etwas mit seiner Person in Verbindung stand, traute sich indes aber nicht, mich danach zu fragen. So tauschten wir nur hin und wieder unverfängliche Floskeln und schwiegen uns ansonsten an. Bevor ich Álvaro auf die Person, in deren Begleitung ich ihn in Palma gesehen hatte, ansprach, wollte ich unter allen Umständen zuerst Rücksprache mit meinen beiden Verbündeten, Don Remigio und seinem Amtsbruder Basilio, halten, auch, wenn ich damit ihrem Verdacht, Álvaro sei der Verräter, der dem bisbe unsere Gespräche hintertrage, Vorschub oder gar Bestätigung leisten würde.
Nachdem wir Artà erreicht hatten, es war inzwischen Abend geworden, begab ich mich ohne Umweg über mein Haus sofort in die Bar El Ultim zum Essen mit meinen beiden Gefährten, denn ich brannte darauf, ihnen von den Neuigkeiten der vergangenen Stunden zu berichten und ihre Meinungen einzuholen.
Álvaro hingegen hantierte umständlich mit dem Pappkarton herum, den er erst im Haus verstaut haben wollte, ehe er auch in die Bar zu kommen versprach.
Unter normalen Umständen hätte er nach den Stunden der Trennung von seiner Angebeteten den Karton das sein lassen, was er war, ein Karton, noch dazu auf dem Rücksitz seines cotxe und wäre unverzüglich auf seinen Stammplatz nahe der Küchentür in die Bar gestürmt, von dem er sich freiwillig erst dann wieder wegbewegt hätte, wenn Pablo ihn, ganz so wie jeden Abend, Tag für Tag, hinauswerfen mußte, damit er endlich in sein Bett fand. So kannte ich ihn, immerhin wohnten wir schon einige Wochen zusammen.
Nachdenklich schaute ich ihm nach, als er die schwere Kiste zum Haus trug und nach einigen vergeblichen Versuchen, die Pforte zu öffnen, schließlich samt seiner Last darin verschwand. Es dauerte dann etwa die Hälfte einer Stunde, bis Álvaro in der Bar erschien und wie gewohnt seinen Platz nahe der Tür zu Bienvenidas Wirkungsstätte in Besitz nahm. Obwohl ich es mir zunächst nicht eingestehen wollte, muß ich zugeben, daß die leisen Zweifel an seiner Loyalität, die nach dem Verdacht der Gefährten in mir aufgekommen waren, inzwischen unüberhörbar in meiner Brust rumorten und mir echtes Kopfzerbrechen bereiteten. Doch wenn ich in diesem Land Spanien, speziell auf dieser Insel Mallorca und ganz besonders in diesem Ort Artà eines gelernt hatte, dann war das, nichts zu überstürzen. Mit diesem Grundsatz bin ich immer gut gefahren, ich habe ihn mir zu eigen gemacht und bis ins hohe Alter nicht bereut.
Wie ich es erwartet hatte, saßen die beiden pares schon an dem Tisch, den Consuela nun ständig zu unserer Verfügung frei hielt und warteten ungeduldig auf mein Erscheinen. Sie wußten ja weder von der Nacht, die ich in der Bibliothek verbracht hatte, noch konnten sie wissen, warum ich mit Álvaro nach Palma gefahren, wie lange ich mich dort aufhalten und wann ich zurückkommen würde. Schon gar nichts wußten sie über den Grund der Fahrt, meine Enttäuschung über den geringen Erfolg oder die merkwürdige Erscheinung, die ich durchs Schaufenster der pastisseria beobachtet hatte.
War es die Realität gewesen, die ich sah, oder eine unwirkliche Erscheinung? Projizierte ich die Vorstellungen, die sich in meinem Gehirn zusammenbrauten, ohne daß ich diesen Vorgängen willentlich Einhalt gebieten konnte, nun schon auf das Geschehen um mich herum? Sah ich eine Welt fern jeder Realität, nur, weil ich sie so sehen wollte? Hatte ich vielleicht den harmlosen capellà einer der unzähligen Kirchen Palmas in meinem Kopf zur Wiedergeburt einer Phantasie meiner Gedanken erklärt? Wollte ich all das? Mit Sicherheit nicht. Wenn ich es aber nicht wollte, wer oder was wollte es dann? Wenn es nicht mein eigener Wille war, dem ich unterlag, wem gehorchte ich dann? Ich befürchtete, langsam den Überblick zu verlieren und war froh, am Tisch die Freunde zu sehen, denen ich mich in meiner Verwirrung offenbaren, die ich um Rat und Beistand angehen konnte.
Ein Glas Wein stand schon für mich bereit, ich kippte es, ganz gegen meine Gewohnheit und ohne Respekt vor der Kunst des Winzers, mit einem Zug in mich hinein, goß mir ein zweites Glas voll und tat es ihm gleich. Ich spürte, wie ich allmählich ruhiger wurde, das Zittern der Hände, das mich die ganze Fahrt von Palma herauf begleitet hatte, ließ nach, mein Herz schlug wieder in gleichmäßigem Takt. Schon als ich glaubte, die Schwäche überstanden zu haben, überkam es mich erneut und ich mußte meinen Kopf auf beide Hände stützen, damit er nicht auf die Tischplatte polterte. Eine derartige Situation hatte ich in meinen bisherigen zweiunddreißig Lebensjahren noch nicht durchstehen müssen. Meine beiden Tischgenossen schauten einigermaßen verunsichert drein, als wüßten sie nicht, wie sie sich verhalten sollten. Don Remigio faßte über den Tisch hinweg meine Schultern und sagte:
Читать дальшеИнтервал:
Закладка:
Похожие книги на «Marrascas Erbe»
Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Marrascas Erbe» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.
Обсуждение, отзывы о книге «Marrascas Erbe» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.