Christina Hupfer - Alles aus den Fugen

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Jeph fehlt ein ganzes Stück seiner Erinnerung. Vor einem halben Jahr stand ihm, mit einunddreissig, noch die Welt offen. Jetzt steht er auf der Straße und weiß nicht weshalb.
Die Polizei hat ihn mit Fotos eines Tatorts konfrontiert, an dem er bewusstlos aufgefunden wurde. Nun beherrscht ihn die schreckliche Frage: Trägt er die Schuld am Tod zweier Menschen? Die Ermittlungen der Polizei verzögern sich aufgrund ausufernder Kriminalität, Personalmangels und einer Pandemie, die alles ausbremst.
Verzweifelt versucht Jeph wieder auf die Beine zu kommen und sich zu erinnern. Unterstützung hat er so gut wie keine. Abgesehen von einem anderen Obdachlosen und einer kranken jungen Frau, die eher selbst Hilfe brauchen könnten.

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Ihre Mutter hatte nachgegeben. Ungern. Man merkte ihr das Unbehagen förmlich an. Sie hatte versucht mitzukommen, aber ihr Vorgesetzter genehmigte ihr keinen Sonderurlaub. Ihretwegen hatte die Arme keinen einzigen Tag mehr zur Verfügung. So viele Male, an denen sie kurzfristig freinehmen musste. An denen sie an ihrem Bett wachte, ihre Stirn kühlte, sie in Wickel packte und sie tröstete. Kiras schlechtes Gewissen wuchs proportional zu ihrer unglaublichen Freude auf diese „freie“ Zeit.

Sie hatte sich gleich zwei neue Blusen gekauft, eine leichte eisblaue Daunenjacke und, was für eine Verschwendung, eine dieser modischen Dreiviertelhosen. Nicht, dass sie dadurch zur Schönheitskönigin avanciert wäre, aber Laura meinte, die bunten Blusen brächten Farbe in ihr Gesicht, und sie sei richtig neidisch. Sie selbst könne so eine Hose gar nicht tragen. Es war nett von ihr, so was zu sagen. Laura, an deren Proportionen überhaupt nichts auszusetzen war, hätte sie auch mit einem Kleiderständer vergleichen können, der beim leichtesten Windhauch klappernd zu Boden fallen würde. Mit wehendem, dünnem Haar. Ein paar Gramm mehr auf den Rippen hätten ihr schon gut getan. Sie würde sich in Frankreich jede Menge dieser herrlich fettigen Buttercroissants genehmigen!

Gerührt dachte sie auch an den Collegeblock und das dicke Schreibmäppchen, das sie von ihrer Nachbarin Erna bekommen hatte.

„Gab es beim Discounter. Schau mal, da ist ein richtiges Büro drin: Kuli mit Farbminen, Bleistift, Minilocher, Lineal, Tesafilm, Textmarker, Radiergummi, und sogar ein winziger Tacker! Ohne Schreibmaterial bist du doch nur ein halber Mensch. So ohne kann man dich doch nicht fahren lassen.“

Und ihre Mutter drückte ihr sogar noch einen Fünfziger als extra Taschengeld in die Hand.

Vor drei Tagen war dann die Reisegruppe gestartet. Ohne sie.

Während sie wieder einmal blass und geschwächt, angeschlossen an Infusionen, und bewacht von ihrer sorgenvollen Mutter in den Kissen lag, hatte sich ihre Freundin bestürzt und mitleidig von ihr verabschiedet: „Ich gestehe es ungern, aber ich bin froh, dass es dich noch zu Hause erwischt hat. Ich glaube, in Frankreich wäre ich doch ein bisschen überfordert gewesen. Ich werde dir jeden Tag schreiben“, hatte sie ihr noch versprochen.

Die quälenden Bauchschmerzen, die Schweißausbrüche und der Schwindel waren vorbeigegangen. Aber zu spät.

Diese verfluchte Krankheit! Sie bestimmte ihr ganzes Leben. Sie war schuld daran, dass sie manchmal wochenlang keine Schule besuchen konnte, keine Freunde hatte. Schon als Kind lag sie oft, während ihre Altersgenossen draußen spielten, mit klappernden Zähnen oder hohem Fieber in ihrem abgedunkelten Zimmer. Dann wieder ging es ihr wochenlang gut.

Sie begann zu hoffen, mehr oder weniger geduldig, bis der nächste Schub unbarmherzig wieder zuschlug. Und während die anderen später von Party zu Party zogen oder die Welt eroberten, hielt sie sich an unzähligen Tassen Gesundheitstees fest und studierte. Germanistik. Das wenigstens konnte sie und es stellte Dank der virtuellen Möglichkeiten heutzutage kein Problem dar.

Keiner der vielen Ärzte, die sie nach und nach aufgesucht hatte, bekam heraus was ihr fehlte. Sie wurde durch sämtliche medizinischen Mangeln gedreht und kannte jedes Gerät und jedes Laborblatt in- und auswendig. Da ihre Mutter halbtags im Sekretariat des städtischen Krankenhauses arbeitete, wurde sie immer bevorzugt, und Ärzte und Schwestern behandelten sie besonders liebevoll und vertraut. Aber sie konnte sie hinter ihrem Rücken den Kopf schütteln sehen. Sie hörte sie förmlich sagen: „Die arme Kleine hat wohl ein psychisches Problem. Anders ist das doch nicht zu erklären.“

Zwei Leben gingen daran langsam kaputt. Nicht nur das ihre. Auch ihre Mutter konnte ihretwegen keine Beziehung aufbauen, und das Leben flog auch an ihr vorbei. Wer will schon eine Frau mit einem kranken Kind, das alle naselang flach liegt, auf das man ständig Rücksicht nehmen muss, das einem sämtliche Planungen über den Haufen wirft und das nicht mal einen Vater hat, bei dem man es gelegentlich abstellen kann. Zu diesem Thema schwieg ihre Mutter leider immer noch eisern. Bekam verschleierte, unglückliche Augen, bis Kira die Fragen danach aufgab.

Die Eltern ihrer Mutter standen auch nicht zur Verfügung. Ihr Großvater war vor Jahren stolzer, vielbeschäftigter Kassenwart des örtlichen Fussballvereins gewesen. Seine Frau, eine frenetische Tennisspielerin in einem renommierten Club, und ihre Tochter der kommende Star in ebendieser Szene. Sie gewann drei Jugendturniere in Folge. Alles drehte sich in der Familie um den Ballsport. Und dann trat das Mädchen plötzlich mit einem dicken Kugelbauch bei ihnen auf.

Sie hatten es nie verwunden, dass ihre Tochter von heute auf morgen ihre Sportkarriere aufgab. Und es trug ganz und gar nicht zu ihrer Versöhnung mit dieser Veränderung ihrer Lebensgewohnheiten bei, dass das Wesen, dem sie die Schuld daran gaben, kränklich und unsportlich war.

Nicht, dass Kira sich nicht gerne bewegt hätte. Aber wenn sie, wie so oft, gezwungenermaßen flach lag, flüchtete sie sich in die Welt der Bücher, was ihre Großeltern erst recht nicht nachvollziehen konnten.

Sie kamen in der Folgezeit ab und zu vorbei und brachten Geschenke, denen man jedoch anmerkte, dass ihre Enkelin ihnen fremd war. Es entging Kira nicht, dass nicht nur sie, sondern auch ihre Mutter immer aufatmeten, wenn sie hinter ihnen her winken konnten. Danach kuschelten sie auf dem Sofa, knabberten Gebäck, schauten einen Film, bevorzugt einen, in dem Familienprobleme auf lustige Art aufgearbeitet wurden, und waren sich doppelt nahe. Wenn sie Glück hatte, sogar ohne dass sie danach wieder das Bett hüten musste.

So verging ihre Kindheit, aber auch als Erwachsene, wenn man sie als solche bezeichnen konnte, musste sie sich eingestehen, dass sie immer noch auf Hilfe angewiesen war. Neidvoll schaute sie auf die vielen unbeschwerten, vor Gesundheit strotzenden Menschen um sie herum.

Eines dieser Wesen, ganz in leuchtendes Rot gekleidet, mit gestähltem, kraftvollem Körper und glatter, gesunder Haut trabte am Ufer vorbei und scheuchte die Spatzen auf, die auf ein paar Krümel von Kiras Sandwich hofften.

Lustlos knabberte Kira daran und stockte plötzlich: Was war denn das? Erschrocken betrachtete sie die rote Spur, die ihre Zähne hinterlassen hatten, befühlte diese nervös mit der Zunge, schmeckte Blut. Das war nicht gerade ein Zeichen strahlender Gesundheit. Angewidert brach sie die angebissene Stelle ab und stopfte das Brot zurück in die Papiertüte. Die blutigen Bröckchen verteilte sie schnell unter die bettelnden Vögel.

„Euch graust wohl vor überhaupt nichts!“, sagte sie schwach lächelnd.

Auch heute war sie, wie immer am Ende ihres Bibliothekstags, hierher gekommen. Auf ‚ihrer‘ Bank gönnte sie sich jedes Mal eine halbe Stunde, dehnte sie aus so lange es irgend ging, bevor sie wieder in ihre vier Wände zurückkehrte.

Sie wusste, dass sie ihrer Mutter dadurch einige unruhige Stunden bescherte, dass die es gar nicht gerne sah, wenn Kira etwas alleine unternahm. Man wusste ja nie, ob ihr nicht ein weiterer Schwächeanfall drohte.

Doch diese Auszeit, die die Bibliothek ihr verschaffte, brauchte sie so dringend. Heute hatte sie nicht wie sonst geschmökert. Sie hatte nur die Bücher abgegeben, die vorbestellten eingepackt, und dann sofort ihr Lieblingsfleckchen am Weiher des Stadtparks aufgesucht.

Sehr viele Besucher verirrten sich nicht bis hierher. Den meisten war es unter den hohen Bäumen zu schattig, und Kira war froh, dass sie sich von ihrer Mutter die wärmere Jacke hatte aufdrängen lassen. Auch der junge Mann, der mit gesenktem Kopf durch den Park trottete und sich mit einer schweren Sporttasche abschleppte, war ziemlich dick eingepackt. Sie schaute genauer hin, schob ihre Brille zurecht. Das ist doch...? Aber nein, der sieht ihm nur ähnlich, dachte sie, wandte sich ab und grübelte weiter: Heute schauen sie sich den Louvre an. Die Gemälde von Botticelli, Raphael und Michelangelo. Die Mona Lisa. Ich hätte sie so gerne mal im Original gesehen. Ob es tatsächlich stimmt, dass sie einem überallhin nachblickt? Sie würden all diese alten Gebäude in dem ganz besonderen Licht sehen: Mont Martre, Sacré-Coeur, den Eiffelturm. Dann an der Seine entlang spazieren, über eine der berühmten Brücken flanieren. In einem Pariser Bistro einen Café au lait trinken, ein Croissant essen. Laura hatte sich noch gar nicht gemeldet...

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