Martina Dr. Schäfer - Der Gewalt keine Chance

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Kein Mensch muss sich Gewalt gefallen lassen. Sie kann im Vorhinein verhindert werden
oder im Moment abgewehrt. Jeder Mensch hat das Recht auf ein gewaltfreies Leben in unserer
Gesellschaft, in der Familie, in religiösen Gemeinschaften oder am Arbeitsplatz.
Das Buch zeigt auf, wie man prekäre Situationen rasch einschätzen lernt, um auf Bedrohungen
adäquat reagieren zu können. Die Autorin, welche drei Jahrzehnte als Selbstverteidigungstrainerin
sowie in der Gewaltprävention tätig war, zeigt weiterhin, wie man sein eigenes Selbstwertgefühl
aufbaut und Machtmissbrauch jedweder Art vorbeugt.

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Neben dem Vertrauen weiß man aber auch, dass es Regeln gibt, wie jeder Mensch sich anständig und unaufdringlich zu verhalten hat. Diese Regeln sind teilweise als Gesetze niedergelegt, teilweise auch unausgesprochene Gewohnheiten. Man hält sich selber daran und setzt deshalb voraus, dass andere das auch tun. Außerdem gibt es Beschwichtigungsrituale, um die engen Situationen erträglich zu machen: Der müde korpulente Herr lächelt uns entschuldigend an, wenn er sich in die Bank zwängt; der Lehrer räuspert sich und taucht nicht auf leisen Sohlen plötzlich hinter einem auf; der Meister fragt, ob er das mal genauer zeigen dürfe, und bittet einen, von der Werkbank zurückzutreten.

Da höre ich auch schon einige der – insbesondere jüngeren – Leserinnen lachen! Das sei eine Utopie, die da beschrieben werde, sagen sie. Der dicke Herr lächelt nicht, sondern schnauft nur empört, wenn man sich nicht sofort zusammenfaltet; der Lehrer schleicht sich durchaus heimlich an; und der Meister schiebt einen einfach ohne große Worte zur Seite. Man ist in dieser Hinsicht allerlei gewohnt und lässt es geschehen. Genauer gesagt: Man ist abgestumpft – aber ohne eine solche Abstumpfung müsste man, insbesondere als Frau, permanent schreiend durch die Gegend laufen.

Die Utopie des vollendeten, höflichen und rücksichtsvollen Verhaltens kann sich gar nicht total durchsetzen. Aber jeder kennt die angenehmen Verhaltensweisen von Menschen, die aus kleinen und dichtbesiedelten Ländern kommen, die noch dazu bereits seit Jahrhunderten wegen hoher Berge, tiefer Täler oder schmaler Insellandschaften auf engstem Raum zusammengedrängt leben mussten: die Höflichkeit der Schweizer und Japaner beispielsweise.

Dass der Meister seinen Lehrling ungefragt beiseiteschieben darf, hat natürlich auch etwas mit dem Machtgefälle zwischen den beiden zu tun: Der Lehrling ist von seinem Ausbilder abhängig, die Schülerin in ähnlicher Weise vom Lehrer. Nur von dem korpulenten Herrn auf der Bank ist man nicht abhängig, weshalb man sich sehr gut vorstellen kann, diesen eventuell anzuschnauzen, wenn er einen gar zu heftig in die Ecke quetscht, denn außer dass dieser zurückschnauzt, kann nicht viel passieren. Lehrer und Meister könnten dagegen auch eine höfliche Bitte um Rücksichtnahme in den falschen Hals bekommen, die Noten herabsetzen oder das Fegen der Werkstatt nach Feierabend verordnen.

Neben der Grenzüberschreitung – hier das Niederwalzen des «Gartenzaunes» – ist also die Abhängigkeit das große Problem. Es geht um die Bereitschaft des Lehrers, des Meisters, trotz seiner vorgesetzten Position die Distanz zu seiner Schülerin zu achten und die Regeln der Höflichkeit und Rücksichtnahme auch im Rahmen einer hierarchischen Beziehung einzuhalten.

Wir werden sehen, dass es natürlich durchaus solche Leute gibt. In meinen Augen zeichnet die Bereitschaft, Jüngeren und Schwächeren nachzugeben und ihre Integrität zu achten, sogar einen guten Lehrer und auch andere Menschen aus. Lehrherren, die man nicht einmal bitten kann, doch etwas weiter zur Seite zu treten, Lehrer die jovial-unbewusst permanent in den «Gärten» ihrer Schülerinnen und Schüler herumlatschen, ohne auf deren Abwehrmechanismen oder Bitten um Distanz zu reagieren, sollten lieber noch einmal eine Runde in ihrem Studium, ihrem Meisterkurs drehen.

Aber das gilt auch umgekehrt: Nicht jeder Erwachsene fällt begeistert in Ohnmacht, wenn sich kleine, manchmal etwas verdreckte Kids an seine Arme hängen; nicht jede Frau ist glücklich, wenn man ihr ungefragt einen Säugling in den Arm drückt; nicht jeder Pädagoge freut sich über hautnah herandrängende Jugendliche. Man muss immer die Möglichkeit haben zu sagen: «Gehen Sie bitte etwas zur Seite», ohne unangenehme Folgen für sich damit heraufzubeschwören. Leute, bei denen man sich das nicht getraut, aus welchen Gründen auch immer, und Leute, die nicht auf solch eine Bitte eingehen, sind keine angenehmen Zeitgenossen und sollten uns zu denken geben.

Schlagworte

Der Täter ist bekannt. Die Tat ist geplant. Das Opfer ist abhängig.

Regeln

Meine Raumkapsel gehört mir. My home is my castle. Ich bestimme, wer unter meine Fittiche darf.

1.2 Mehr als eine «Aura»: Die «Wolke» einer Frau reicht meterweit!

Therapeutinnen und Therapeuten, die mit der Vorstellung von «Energien» arbeiten oder spirituell eingestellt sind, nennen die im vorhergehenden Abschnitt dargestellten Distanzräume auch «Aura». Damit meinen sie diese Art «Wolke», dieses geistige «Ei», das uns umgibt.

Als Nächstes werde ich zeigen, dass solch eine «Wolke», solch ein «Raumschiff» oder «Haus» noch weiter reichen kann als der oben beschriebene «Gartenzaun» oder die wenigen Meter, die uns unsere Riechfähigkeit signalisiert. Man kann die Distanzschwellen einer anderen Person nämlich auch noch auf andere Weise überschreiten als nur durch bloßes Zur-Seite-Drängen oder «Von-hinten-Anschleichen».

Insbesondere auf dem Gebiet der sexuellen Attacken gibt es bekanntlich die Methoden, durch Blicke, durch einen bestimmten Gesichtsausdruck oder mit Bemerkungen aller Art diese Grenzen zu durchbrechen.

Im positiven Sinn haben wir das schon alle einmal ausprobiert, wenn wir mit einer Person, die uns gefiel oder sexuell anzog, flirteten. Begegnet man einer solchen Person, fangen irgendwo in der Gegend des Magens kleine Schmetterlinge an, wie wild herumzutanzen. Dann reißen wir als Erstes unsere Augen weit auf, wir lächeln der schönen Person auch aus weitester Entfernung zu, schauen sie an, freuen uns, wie schön sie aussieht, bemühen uns um Blickkontakt und werden – wenn wir Pech haben! – rot, falls diese Person den Blick tatsächlich erwidert! Kurz, wir signalisieren mit unseren Augen, dass wir hellauf von ihr begeistert sind.

Als Schülerin himmelte man vielleicht in dieser Weise den jungen Philosophie-Referendar an oder eventuell die verehrte Lateinlehrerin! Das soll es geben und sich übrigens auf die Schulleistungen ungeheuer gut auswirken.

Als Schülerin darf ich das. Ein guter Lehrer und eine vernünftige Lehrerin werden die Himmeleien ihrer Schülerinnen und Schüler nicht fördern und ganz sicherlich nicht auf sie eingehen – eben wegen der Abhängigkeit und des Machtgefälles. Schlechte Lehrer gehen darauf ein und nehmen sie als Vorwand, näher zu rücken. Später behaupten sie dann, dass sie nicht anders gekonnt hätten und die Schülerin sie «angemacht» hätte. Das ist ein Blödsinn, denn junge Leute haben ein Recht, ihre Kräfte auszuprobieren, und es ist eine Frage der Reife und der Vernunft der älteren Personen, diese Anschmachtereien in die richtigen Bahnen zu lenken.

In Chören, Sportvereinen und anderen Gruppen, die nicht unbedingt lebensnotwendig sind, ist der Flirt eine Art Essenz des mitmenschlichen Umgangs miteinander. Er verschönt das Leben, und wer nicht angeflirtet werden will, kann die Augen abwenden oder etwas dazu sagen. Flirten und Anlächeln sind die positiven Weisen auf eine weitere Distanz hin, Kontakt mit Menschen aufzunehmen, die einen körperlich anziehen.

Doch dieses Kapitel handelt von den unangenehmen Überschreitungen der Distanzgrenzen. Dazu gehört zum Beispiel die Anstarrerei, dieses «Mit-den-Blicken-Ausziehen», das viele Frauen und Mädchen schon einmal erlebt haben. Das kann über viele Meter hinweg geschehen und ist sehr unangenehm. Dem Starrer geht es offensichtlich auch nur um Teile der anderen Person, Körperteile, nicht um die ganze Person. Er starrt auf den Busen der jungen Frau oder leckt sich die Lippen angesichts ihrer Beine. Moderne Frauen behandeln heutzutage manchmal auch Männer so: Sie starren auf den Schritt eines Mannes oder lecken sich die Lippen angesichts seines Hinterns.

Das Starren signalisiert auch nicht, dass man Kontakt aufnehmen will, sondern dass man sich am angeschauten Teil selber schon aufgeilt – ganz unabhängig vom Wesen oder gar von den Interessen der angestarrten Person. Die Frau wird zu einem Objekt, der Anstarrer zum Jäger, der auf einen kleinen Ausschnitt zielt.

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