Martina Dr. Schäfer - Der Gewalt keine Chance

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Kein Mensch muss sich Gewalt gefallen lassen. Sie kann im Vorhinein verhindert werden
oder im Moment abgewehrt. Jeder Mensch hat das Recht auf ein gewaltfreies Leben in unserer
Gesellschaft, in der Familie, in religiösen Gemeinschaften oder am Arbeitsplatz.
Das Buch zeigt auf, wie man prekäre Situationen rasch einschätzen lernt, um auf Bedrohungen
adäquat reagieren zu können. Die Autorin, welche drei Jahrzehnte als Selbstverteidigungstrainerin
sowie in der Gewaltprävention tätig war, zeigt weiterhin, wie man sein eigenes Selbstwertgefühl
aufbaut und Machtmissbrauch jedweder Art vorbeugt.

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Offensichtlich haben die vielen wissenschaftlichen Untersuchungen wenig dazu beigetragen, das Ausmaß der Gewalttätigkeiten zu senken. Möglicherweise ist ein Grund dafür, dass die Medienapparate von Anfang an zu machtvoll und zu einflussreich waren, als dass sie sich durch die klugen Ergebnisse auch nur annähernd hätten einschränken lassen. Ganz im Gegenteil: Durch die Einführung privater Sender und Anbieter konnten sie sich in wesentlich stärkerem Maße der staatlichen Kontrolle entziehen als zuvor. Die Pressefreiheit ist eine «heilige Kuh» – aber auch heilige Kühe können großen Schaden anrichten, wenn in ihrem Namen Bilder und Inhalte geliefert und verbreitet werden, die zu Mord und Vergewaltigung aufrufen, oder Foren angeboten werden, in denen junge Leute beispielsweise darüber diskutieren, was die Attentäter von Littleton oder Erfurt hätten «besser» machen können!

Früher verbreiteten die christlichen Kirchen in ihren Bildern, die sie auf die Kirchenwände malen ließen, Aufforderungen zu Gewalt, Totschlag, Diskriminierung oder Märtyrerverherrlichung.

In einer kleinen Kirche im Schweizer Hochtal der Surselva findet man beispielsweise das Altarbild des heiligen Zeno, der in jener Gegend missionierte, auf dem er – übermächtig im weißen Gewand – eine lange Lanze in den Körper eines dunkelhäutigen, lockenköpfigen Menschen rammt, der sterbend und blutend aus dem Bild dem Betrachter entgegenstürzt. Signalisiert die Dunkelhäutigkeit «Heidentum», so weist der Bocksfuß der Figur darauf hin, dass es sich eigentlich gar nicht um einen Menschen sondern um den Teufel handelt, den man ja bekanntlich straflos erschlagen darf! Generationen haben vor diesem beängstigenden und sehr dynamischen Bild gesessen, gekniet. Während langweiliger Predigten gab es Zeit genug, es in sich aufzunehmen und zu verarbeiten – seelisch offen, wie es bei spirituellen Zuständen üblich ist.

Die Kirchen nahmen jahrhundertelang jene Position ein, die wohl heute die Medien haben: Man glaubte ihnen. Und jahrhundertelang propagierten diese Kirchen Mord und Totschlag an Andersgläubigen, zettelten Kreuzzüge an, deren Nachwirkungen bis heute das Verhältnis zwischen Orient und Okzident belasten, brachten unzählige Frauen und Männer unter den obskursten Vorwänden auf die Scheiterhaufen, was zumindest die Einstellung gegenüber Frauen und ihrer Sexualität bis heute nachhaltig beeinflusst, und förderten die Verfolgung der europäischen Juden – bis ins 20. Jahrhundert hinein, als der Papst sich schweigend vom Massenmord unter den Nationalsozialisten abwandte.

Erst seit demokratische Kontrollen erstarkten – meistens mit dem Schlagwort «Trennung von Staat und Kirche» bezeichnet –, begannen sich die Großkirchen zu humanisieren und sukzessive an Macht zu verlieren.

Doch es gibt religiöse Gemeinschaften oder sogar global agierende Sekten, die sich letztlich sowohl nach innen wie nach außen noch immer so gebärden wie die europäischen Kirchen im Mittelalter und in der beginnenden Neuzeit. Außerdem zeigen Länder, die diese Trennung zwischen Politik und Religiosität nicht vollzogen haben, wie beispielsweise viele moslemische Staaten, ähnliche Erscheinungen wie das christliche Europa vor der Aufklärung. Ob ich nun «den Teufel» in Menschengestalt an die Wand male oder Leute, deren Lebenseinstellung mir nicht in den Kram passt, so nenne, bleibt sich gleich.

An die Stelle der Kirchen sind heute, vereinfacht gesagt, die Medien gerückt: Sie liefern Bilder und Gefühle, Geschichten und Erklärungsmuster. Es ist ganz sicherlich so, dass diese mächtigen Institutionen einen ähnlichen Aufklärungs- und Domestizierungsprozess zu durchgehen haben, wie ihn weiland die christlichen Großkirchen in Europa durchliefen und wie er für einige andere Großreligionen immer noch dringendst erforderlich ist. Dieses Thema einer politischen und staatlichen Gewaltprävention ist ein besonders umfangreiches und erfordert eine spezielle Behandlung.

Mein Buch befasst sich mit dem Umgang mit Gewalt auf der zwischenmenschlichen Ebene. Doch ich denke, dass es wohl höchste Zeit ist, auch einmal eine «heilige Kuh» zu schlachten – oder ihr wenigstens ein zähmendes Geschirr anzulegen. Auch echte Kühe lassen sich nur melken, sind also von Nutzen, wenn sie zahm sind und ruhig stehen. Gewaltdarstellungen zu verbieten muss ja nicht gleichzeitig heißen, dass Demokratie und Aufklärung keinen Platz mehr im Journalismus haben können, die Gewalttätigkeiten in den Religionen anzuprangern nicht, grundsätzlich spirituelle Bekenntnisse abzulehnen.

Was können also einzelne Personen oder auch kleinere Gruppen gegen Gewalt tun?

Wie lernt man, gewalttätige Strukturen so zeitig zu erkennen, abzubiegen und zu verhindern, dass sie gar nicht mehr «bekämpft» werden müssen? Wenn man wirklich Presse- und andere Freiheiten bewahren will, woher bekommt man die Kriterien, um legitime Grenzen zu ziehen? Woher nehme ich die Selbstgewissheit, um einen Menschen anzubrüllen, wissend, dass er mir tatsächlich etwas antun und nicht nur um Feuer für seine Zigarette bitten wollte? Aus welcher Ecke seines Bewusstseins nahm der mutige Lehrer in Erfurt die Energie, den jugendlichen Mörder zu stoppen?

Seit etwa dreißig Jahren gibt es die politische und praktische Beschäftigung mit der sexuellen Gewalt an Frauen und Mädchen. Sie war überhaupt das Grundthema, mit dem die sogenannte Neue Frauenbewegung in den Siebzigerjahren startete, als tausende von Frauen auf die Straßen gingen und skandierten: «Wir haben abgetrieben» und somit auf den Zusammenhang zwischen der scheinbar privat gelebten Sexualität und der politischen Machtlosigkeit der Frauen hinwiesen. In ungezählten Aufsätzen und Büchern wurde auf den Zusammenhang zwischen sexueller Ausbeutung und politischer Rechtlosigkeit hingewiesen. «Das Private ist politisch!» war der zentrale Slogan der Frauen-, aber auch teilweise der linken und Alternativbewegungen.

Die Analyse der sexuellen Gewalt kann eine Art Grundmuster für alle möglichen anderen Arten der Gewaltanwendung liefern. Insbesondere ist sie dann von Nutzen, wenn man sich nicht nur unbedingt mit den Gründen für die Gewaltanwendung in der Psyche des Täters befasst, sondern sich schlicht auf die eigentliche Konfrontationssituation bezieht.

Ich gehe nicht auf die seelischen oder sonstigen Ursachen von Gewaltanwendung ein und wage den politisch vielleicht höchst unkorrekten Satz, dass diese mich schlichtweg nicht interessieren. Mich interessieren die Opfer und die Frage, wie sie sich schützen können. Der weinenden Frau, die vergewaltigt wurde, gilt meine Sympathie, dem stotternden Mädchen, das von der sexuellen Gewalt an ihrem Körper durch den Stiefvater berichtet. Mich berühren die letzten Telefonate aus den Flug zeugen beim Attentat auf das World Trade Center und die Gefühle der Hinterbliebenen jener farbigen Mitbürger, welche von rechten Skinheads erschlagen wurden. Wenn ich versuchte, mir vorzustellen, wie ein Drittel meiner Kolleginnen und Kollegen mitten im Frieden von einem neunzehnjährigen Kerl abgeknallt würden, müsste ich verstummen. Wenn Sektenopfer in Aussteigegesprächen ihre Gurus und Guras[1] als brüllende, geifernde, schlagende oder sonst wie terrorisierende Menschen beschreiben, interessiert es mich nicht im geringsten, warum der Guru, die Gura so ist, wie er oder sie ist. Es ist für mich auch nicht von Belang, welche möglichen Kindheitstraumata beispielsweise einen Skinhead dazu brachten, seinen farbigen Mitbürger aus der Straßenbahn zu werfen, und ob es möglicherweise einen Zusammenhang zwischen Selbstmordattentätern und globaler Wirtschaftsweise gibt.

Ich möchte, dass potentielle Opfer eine Chance bekommen, der Gewalt zu entgehen oder sich zu wehren.

Das Buch soll ein Versuch sein, eine Art Erste-Hilfe-Kasten für Betroffene, eine Anleitung, mit der man lernen kann, gewalttätige Situationen rechtzeitig zu erkennen, ihnen auszuweichen oder sich gegen sie zu wehren.

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