Der Hochkönig ließ die Armensiedlungen regelmäßig räumen und zerstören. Doch die Bewohner zeigten sich hartnäckig und bauten jedes Mal erneut ihre behelfsmäßigen Behausungen vor der grauen Stadtmauer auf.
Erif taten diese traurigen Gestalten leid. Er selbst wusste nur zu gut, was es bedeutete nichts zu essen zu haben und sich jeden Tag aufs Neue zu fragen wie man überleben sollte. Tagtäglich hatte er sich nach seiner Desertierung dieser Frage stellen müssen. Bis zu der verhängnisvollen Nacht in welcher der Phönix freigelassen wurde. Nur einem glücklichen Zufall verdankte er es, dass sein Freund Dneirf ihn gefunden und gesund gepflegt hatte. Von der Güte seines Freundes ganz zu schweigen. Erif mochte sich gar nicht vorzustellen, dass in diesen Behausungen ganze Familien um ihr tägliches Überleben kämpften. Es war ungerecht. Er konnte nicht verstehen, warum der Hochkönig nichts unternahm um diesen Menschen, seinen Untertanen, zu helfen. Ein guter König sollte vor allem für die Schwächsten seines Reiches da sein. Das war jedenfalls Erifs Meinung.
Ein Regentropfen klatschte auf seine Nase und riss ihn aus seinen Gedanken. Das kalte Wasser machte ihm eine Gänsehaut. Mit nach unten gezogenen Mundwinkeln hob er seinen Blick von der Stadt zum wolkenverhangenen Himmel. Wie aus dem Nichts begann es sturzflutartig zu regnen. Das Wetter musste ihn wirklich hassen.
Ein Geräusch erregte Erifs Aufmerksamkeit. Es war ein leises Trommeln. Sein Blick fiel wieder auf die Häuser von Latípac und diesmal auf die mit roten Schindeln gedeckten Dächer. Vor Jahrzehnten hatte ein Großbrand mehr als die halbe Stadt in Asche verwandelt. An diesem Tag war ein weiteres Gesetz verabschiedet worden. Dächer aus Stroh waren fortan bei Strafe verboten. Feuerfeste Materialien waren Pflicht.
Vielleicht bildete Erif es sich nur ein, doch er glaubte die Regentropfen leise auf den Dächern von Latípac trommeln zu hören. Das Geräusch spornte Erif an. Er beschleunigte seine Schritte soweit es ihm ohne im Schlamm auszurutschen möglich war. Seine Hand griff beiläufig zu seiner Kapuze, welche gerade im Begriff gewesen war von einer weiteren Windböe zurückgeschlagen zu werden. Er hatte sein Ziel fest im Visier und nun glaubte er auch die Kuppel des hochköniglichen Palastes sehen zu können. Der größte Teil seiner Reise lag hinter ihm. Bald hatte er es geschafft.
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