Elva Neges - Flucht nach vorn

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Als junges Mädchen gerät Elva Neges in die Hände eines geisteskranken Gurus und führt ein gefährliches und abenteuerliches Leben im Ausland – immer am Rande des Abgrunds.
Nach 21 Jahren gelingt ihr mit den beiden Töchtern endlich die Flucht nach Deutschland, und sie steht vor dem Nichts.
Es beginnt ein harter Kampf aus der existentiellen Misere und den Folgeschäden ihrer Traumatisierung.
Erst mit ihrer spirituellen Entwicklung setzt wirkliche Heilung ein.
An diesem tiefgreifenden Prozess lässt uns Elva Neges mit schonungsloser Ehrlichkeit teilhaben und nimmt uns mit in ihre dunkelsten Abgründe.
Flucht nach vorn ist kein Opferbericht, sondern ein Zeugnis dessen, welch unglaubliches Potenzial an seelischer Selbstheilungskraft der Mensch in sich trägt.

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Karin hatte inzwischen alles erledigt, und dieses Mal fuhren wir Richtung Algeciras in Südspanien. Ioannis wollte uns in Marokko treffen. Die Stimmung war mau. Wenn wir morgens nach einer Nacht im stickigen Bus aufwachten, fühlten wir uns wie gerädert, und unsere Gesichter waren aufgequollen und zerdrückt. Die Fernfahrer in den Autobahngaststätten glotzten uns mit einer Mischung aus Befremden und Geilheit an. Wahrscheinlich hielten sie uns mit unseren kurzen Haaren für Lesben.

Einmal hatten wir in Frankreich eine Panne und gerieten an eine kleine Autowerkstatt. Einer der KFZ Mechaniker verliebte sich sofort in mich. Er war ein ganz feiner, gebildeter Mensch, der irgendwie gar nicht in eine Autowerkstatt passte. Seine Sanftheit und Freundlichkeit waren wie Balsam für mein Herz. Ich bin mir sicher, dass er mich sofort mit aller Liebe in sein Leben aufgenommen hätte. Warum blieb ich nicht? Ich glaube, es war das altbekannte Gefühl, dass ich ein leeres Versprechen war. Ich war nicht liebenswert und nicht lebenstauglich, und das würde auch er bald merken. Bei Ioannis fand ich Unterschlupf und der Preis dafür waren Angst und Unterordnung. Aber Angst hatte ich schon vorher gehabt. Jetzt war sie auf die Person von Ioannis fokussiert, und das war scheinbar weniger schlimm für mich als meine Sozialphobie, die mir ein normales Leben zu führen unmöglich machte. Meine Angst vor dem Leben war schlichtweg größer als die vor Ioannis.

Warum Karin blieb, weiß ich nicht. Sie hatte ihr Studium geschmissen und wahrscheinlich auch keine Ahnung, wie es weitergehen sollte.

Als wir in Algeciras ankamen, sollte ich vorab alleine nach Marokko kommen und Karin später mit dem Bus folgen. Wir teilten das wenige verbliebene Geld und ich setzte nach Tanger über. Aber kein Taxifahrer konnte mit der Adresse von Ioannis‘ Hotel etwas anfangen. Was sollte ich tun? Damals gab es keine Handys, mein Geld reichte nicht, um die Rückfahrt nach Algeciras zu zahlen, und Französisch sprach ich auch nicht. Ich lief ziellos durch die Stadt, überall wurde ich angequatscht, meist bot man mir mit schwülem Lächeln Haschisch? an, was bei meinem Outfit in pinken Latzhosen nicht verwunderlich war. Nach Stunden sprach mich ein Mann auf Deutsch an. Er trug eine Dschellaba, wirkte aber vom Auftreten her sehr europäisch. Er hatte in Deutschland Tourismus studiert und war in dieser Branche in Tanger angestellt. Er führte mich in sein Büro und recherchierte Ioannis' Adresse. Er betrachtete mich mit zurückhaltendem Interesse und rügte meinen Freund, mich in eine so gefährliche Lage gebracht zu haben. Schließlich hatte er herausgefunden, wo sich das Hotel befand, und brachte mich zu einem Taxi. Nachdem er den Taxifahrer instruiert hatte, verabschiedete er sich respektvoll und ich hoffte, ich konnte ihm meine Dankbarkeit vermitteln.

Ioannis war sichtlich erfreut, mich zu sehen, und verzichtete auf den Habitus des geistigen Lehrers. Ich war erleichtert, dass er nicht in seiner gefährlich angespannten Verfassung war.

Als wir Karin nach ein paar Tagen in Tanger abholten, sah ich zufällig meinen Engel von der Hotelsuche wieder. Ich wagte nicht, ihn in Ioannis' Gegenwart zu grüßen und fühlte mich schrecklich. Außerdem sah ich in seinem Blick eine Einschätzung und ein Urteil über Ioannis, das mich beschämte.

Wir fuhren mit Bus und Motorrad an der Küste entlang südwärts Richtung Agadir. Ich gewöhnte mich schnell an den Verkehr, der keinen Regeln folgte, sondern einfach geschah. Vom Auto aus beobachtete ich das marokkanische Leben, gebadet in Sonne und Staub. Gelassen bewegten sich die Menschen in Lebensbedingungen, die nur in unseren Augen zur Armut wurden. Wir übernachteten am Rande kleiner Weiler, deren wenige Hütten mit Opuntien (eine Kakteen-Art) umfriedet waren. Kinder schauten uns staunend und scheu an. Vor uns das Meer, über uns der samtige, nachtblaue Himmel mit Sternen, die so nah und warm waren. Dazu das gute Haschisch. Aber jede Nacht endete mit meinem Spezialdienst im Bus und das verspannte mich schon Stunden vorher. Und Ioannis' Launen waren wieder unberechenbar. Bloß nichts sagen oder tun, was ihn reizen könnte! Wenn er gewalttätig wurde, war es meine eigene Negativität, die ihn zu ihrem Handlanger machte. Dafür verdiente ich noch mehr von seiner Wut. Oft musste ich mich bei ihm für meine Provokationen entschuldigen, was mich große Überwindung kostete. Ich hatte gelernt, dass es am günstigsten für mich war, während seiner Attacken keine Gefühlsregung zu zeigen. Wenn ich so tat, als sei nichts geschehen, beruhigte er sich am schnellsten.

Wir fuhren bis zur Sahara. Irgendwann durften wir nicht weiter. Das Grenzgebiet vor Mauretanien war Kriegszone. Kurz vor der militärischen Absperrung, in der Nähe von Sidi Ifni, gab es eine Geisterstadt, in der nur der Hausmeister mit seinen zwei Ehefrauen und den gemeinsamen Kindern lebte. Sie bestand aus zweigeschossigen, neuen Ferienhäusern ohne Strom und Wasser. Für Touristen geplant, waren sie nie in Betrieb genommen worden, vielleicht wegen der Nähe zum Kriegsgeschehen. Ioannis mietete eines der Häuser für wenig Geld. Der Hausmeister hatte im Hof seines Hauses einen Brunnen, dort durften Karin und ich unter den feindseligen Blicken seiner Ehefrauen Wasser in unsere Kanister füllen.

Ioannis kaufte Küchenutensilien und Einrichtungsgegenstände für sein geräumiges Zimmer im Obergeschoss. Karin und ich hatten für die untere Etage nur einen Haufen Filzdecken, auf denen wir schliefen und mit denen wir uns zudeckten. Die Kälte der Wüstennächte kroch uns in die Knochen, und während ich klappernd unter den Decken lag, hörte ich hinter mir die Kakerlaken-ähnlichen Käfer mit ihren steinharten Panzern, die sich durch das Gemäuer knusperten. Es gab sie haufenweise und sie schienen dort die einzigen Tiere zu sein. Ich hoffte inständig, dass sie ihren Durchbruch erst nach unserem Auszug schaffen und mich nicht irgendwann im Schlaf überraschen würden.

Im nahegelegenen Dorf gingen Karin und ich einkaufen, unsere einzige Abwechslung, und wurden als solvente Kundinnen sehr respektvoll behandelt. Die marokkanische Schokolade war teuer und köstlich, die Zigaretten spottbillig. Es gab nur Ziegenfleisch, das in von Fliegen bedeckten Stücken von der Decke hing. Ioannis wurde von mir bekocht, er aß immer alleine. Karin und ich stopften irgendetwas in uns hinein, meist Schokolade, und rauchten wie die Schlote.

Irgendwann war die untere Toilette verstopft, wahrscheinlich hatten Karin und ich zu sehr mit dem Wasser gespart, das wir schleppen mussten. Wir trauten uns nicht, Ioannis zu informieren. So verrichteten wir unsere Notdurft in halbierte Trinkwasserflaschen, die wir auf den Müllhaufen hinter dem Haus schmissen. Irgendwann sah ich voller Scham, wie ein armer Fischer in diesem Haufen herumwühlte. Was hat er wohl über die Europäer und ihre Sitten gedacht?

Da ich Ioannis in jeder Hinsicht wie einen Pascha bedienen musste, war ich ziemlich beschäftigt. Karin jedoch vegetierte in ihrem Zimmer vor sich hin und versank immer tiefer in einem Sumpf aus Frustration und schlechter Laune. Ich war direkt erleichtert, als Ioannis sie irgendwann in Agadir ins Flugzeug steckte und nach Hause schickte. Prädikat: untauglich.

Nach ihrem Weggang kam Ioannis noch übler drauf. Sein Experiment „Vierter Weg“ war im Sande der Sahara verlaufen und er behandelte mich, als sei das meine Schuld. Ich war immer froh, wenn er mit dem Motorrad für ein paar Tage verschwand und kam nicht einmal auf den Gedanken, Angst vor einem Überfall zu haben.

Nach mehr als einem Jahr in Marokko bekamen wir plötzlich Besuch von einigen Polizeibeamten. Ihr Anführer, ein ekelhafter, schmieriger Kerl mit tückischem Blick, erklärte uns, dass wir die für Touristen erlaubten drei Monate Aufenthaltserlaubnis längst überschritten hätten und das Land unverzüglich verlassen müssten.

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