Elva Neges - Flucht nach vorn

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Als junges Mädchen gerät Elva Neges in die Hände eines geisteskranken Gurus und führt ein gefährliches und abenteuerliches Leben im Ausland – immer am Rande des Abgrunds.
Nach 21 Jahren gelingt ihr mit den beiden Töchtern endlich die Flucht nach Deutschland, und sie steht vor dem Nichts.
Es beginnt ein harter Kampf aus der existentiellen Misere und den Folgeschäden ihrer Traumatisierung.
Erst mit ihrer spirituellen Entwicklung setzt wirkliche Heilung ein.
An diesem tiefgreifenden Prozess lässt uns Elva Neges mit schonungsloser Ehrlichkeit teilhaben und nimmt uns mit in ihre dunkelsten Abgründe.
Flucht nach vorn ist kein Opferbericht, sondern ein Zeugnis dessen, welch unglaubliches Potenzial an seelischer Selbstheilungskraft der Mensch in sich trägt.

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Schlussendlich war es die fatale Entsprechung unserer komplementären neurotischen Strukturen, die uns aneinander band. Und bald würde er für uns eine Parallelwelt erschaffen, in der wir beide einen Platz fanden. Denn sozial kompatibel war er genauso wenig wie ich.

Nach drei Monaten unternahmen wir eine gemeinsame Reise nach Marokko. Schon am Flughaffen erlebte ich Ioannis als extrem angespannt und seine Anspannung wuchs noch, als wir in Marokko ankamen. Er schien sich von jedem angegriffen zu fühlen, auch von mir, obwohl ich nur unbehaglich neben ihm herschlich. Wir bestiegen ein Taxi, das uns zu Hassan, einem alten Fischer, bringen sollte, der mit seiner Frau an einem einsamen Strand in der Nähe von Tetouan lebte. Hassans Sohn arbeitete im Haschischgeschäft und Ioannis kannte beide von früheren Reisen.

Das Taxi fädelte sich in den chaotischen Verkehrsfluss von Tanger ein, und es vergingen keine fünf Minuten, als der Motorroller mit zwei jungen Männern ohne Helm vor uns auf ein Auto auffuhr. Wir sahen etwas durch die Luft fliegen – es war eine menschliche Schädeldecke. Inzwischen kannte ich schon Ioannis' Gläubigkeit an Omen – dass das kein gutes war, lag auf der Hand. In bedrücktem, angespanntem Schweigen fuhren wir weiter. Hassan empfing uns freundlich in seiner bescheidenen Hütte und unterhielt sich angeregt mit Ioannis auf Französisch, während seine Frau auf dem Gaskocher einen Eintopf für die solventen Gäste zubereitete.

Am nächsten Tag schlugen wir am anderen Ende der Bucht unser Lager auf, das aus einer große Plane bestand, die wir über die Felsen spannten. Hassans Sohn versorgte uns mit Haschisch, und Ioannis benutzte es wie ein Psychopharmakon gegen die innere Anspannung, die ihn fast ständig unter Strom setzte. Zwischen den Zeilen hatte ich bisweilen seine Angst vor dem Wahnsinn herausgehört. Damals wusste ich noch nichts über eine genetische Disposition zur Schizophrenie.

Wir waren ganz alleine am Strand, doch Urlaubsstimmung wollte nicht aufkommen. Ioannis war extrem angespannt, kalt und latent aggressiv und belauerte mich voller Misstrauen. Ich glaubte, irgendetwas falsch zu machen, verstand aber nicht, was. Einmal lag Ioannis beim Beischlaf über mir und wurde plötzlich wütend, weil ich keine Erregung empfand. Er knallte sein Schambein mit voller Wucht auf meines – dieser Schmerz war so stark, dass er meine übliche Taubheit durchbrach. Ich sah einen Abgrund in seinen Augen, der mir Todesangst einjagte. Diese Angst blieb ab da mein treuer Begleiter. Unvermittelt war ich in einem Psychothriller gelandet und wagte keine Widerrede. Ab da sparte sich Ioannis jede Zärtlichkeit, und ich gab mir größte Mühe, Erregung zu heucheln, um weiteren Attacken zu entgehen.

Ioannis hatte das Geld und unsere Pässe an einem mir unbekannten Ort vor möglichen Dieben versteckt. Nun saß ich ohne Französischkenntnisse in der marokkanischen Pampa fest und musste irgendwie diesen Urlaub überstehen, um dann in Deutschland das Weite suchen zu können. Ioannis wurde zusehends herrisch und gereizt. Plötzlich sollte ich ihn bedienen. Und es war etwas an ihm, dem ich mich nicht zu widersetzen wagte.

Eines Abends regnete es sehr stark und langanhaltend. Plötzlich begannen Asseln unter dem Rand der Plane zu uns ins Trockene zu krabbeln, bis bald der ganze Boden in mehreren Lagen von ihren gräulichen Leibern bedeckt war. Es war wie in einem Horrorfilm, und wir kauerten die ganze Nacht voller Entsetzen auf einem Felsvorsprung. Als der Morgen graute, verschwand der Spuk so schnell, wie er begonnen hatte. Wie auf ein geheimes Zeichen verließen die Asseln unseren Unterschlupf. Aber wir waren bedient. Wir packten unsere Sachen, mieteten ein Auto und fuhren südwärts. Ioannis wollte mir Marrakesch zeigen.

Zu Beginn der Fahrt hielten wir an einer einsamen Stelle und gingen hinunter zum Strand. Beim Zurückkehren kletterten wir eine steile Böschung hoch. Ich schaffte das ohne Probleme, aber Ioannis rutschte mit seinen Stiefeln immer wieder ab. Das empfand er wohl als demütigend, und als wir wieder im Auto saßen, verlangte er von mir zu singen – er kannte meine große Singhemmung. Bei Verweigerung wollte er mich aussetzen und den Marokkanern überlassen. Ich sang und hasste ihn dafür auf meine stumpfe Art, während Ioannis befriedigt grinste. Den Rest der Fahrt habe ich nur nebulös in Erinnerung, auch die Schönheit Marrakeschs. Tagsüber war Ioannis so geladen, dass ich mich wie neben einer tickenden Bombe fühlte. Dann kamen die furchtbaren Nächte, wo ich alles gab, um ihn zu überzeugen. Er musste doch wissen, dass ich ihm etwas vorspielte. Aber er wollte sich wohl täuschen lassen, ich musste nur gut genug sein.

Marokko – neben mir ein Irrer, um mich herum lüsterne Araber. Ich war heilfroh, als diese drei Wochen endlich vorbei waren. Auch Ioannis schien erleichtert. Schon am Flughafen begann die Verwandlung. Sein harter, misstrauischer Blick verschwand, er war lustig und freundlich und verhielt sich, als hätten wir eine harmonische Zeit zusammen verlebt.

Aber für mich war der Albtraum viel zu frisch. Ich trennte mich von Ioannis und zog in das Zimmer meiner verreisten Schwester. Es ging mir schlecht, ich fühlte mich schwach und würgte immer wieder Galle aus meinem leeren Magen. Ioannis kreuzte ständig auf und beteuerte mir seine Liebe. Er bedrängte mich, zu ihm zurückzukommen, und versprach, sich um mich zu kümmern. Einerseits war ich genervt von seiner zermürbenden Penetranz, andererseits war es tröstlich, dass es überhaupt einen Menschen gab, der sich für mich interessierte. Völlig abgemagert und zu schwach, um nach draußen zu gehen, hätte ich unbemerkt sterben können. Ich fühlte mich so elend und allein, und schließlich willigte ich ein, zu ihm zurückzukommen. Aber ich wurde immer schwächer. Statt sich um mich zu kümmern, unterstellte mir Ioannis psychosomatischen Widerstand gegen ihn. Das tat er auch, wenn meine Vagina so wund war, dass ich kaum noch laufen konnte. Ich schnitt dilettantisch an meinen Pulsadern herum, aber Ioannis lachte nur.

Schließlich setzte er mich in den Zug und schickte mich wie ein versehrtes Paket nach Hause. Meine Mutter, sonst nicht zimperlich, erschrak bei meinem Anblick und brachte mich sofort zum Arzt. Meine Leberwerte lagen bei über 1000, ich hatte mir wohl in Marokko durch Lebensmittel eine Hepatitis A zugezogen und stand kurz vor dem Leberkoma.

Ioannis besuchte mich in der Quarantänestation des Krankenhauses, sichtlich bestürzt, dass ich nicht simuliert hatte. Er quoll über vor Liebesbeteuerungen und beglückte mich in der Wäschekammer des Krankenhauses. Zumindest musste ich hier leise sein.

Ansonsten fand ich es schön im Krankenhaus. Die zwei mütterlichen, älteren Krankenschwestern und auch die Ärzte waren so fürsorglich und freundlich zu mir, zumal ich keine Junkie-Hepatitis hatte wie die anderen Kranken, die wie Gespenster durch die Gänge geisterten.

Nach vier Wochen wurde Ioannis das Warten zu lang. Er könne sich in M. besser um mich kümmern als das Krankenhauspersonal, begründete er meine Entführung. Ich wäre gerne geblieben. Aber offensichtlich hatte ich schon zu diesem Zeitpunkt vor Ioannis walzenartiger Dominanz resigniert. Meine Mutter kochte vor Wut. Von seiner eigenen Mutter ließ sich Ioannis den angeblichen Gallenstein eines Bären besorgen. Jeden Tag musste ich etwas davon abreiben und mit Zitrone schlucken. Ioannis Bereitschaft zur Krankenpflege war damit erschöpft.

Es war bei mir an der Tagesordnung, dass ich mich ständig verletzte und an Gegenständen anstieß, ohne es zu bemerken. Ich sah immer mit Überraschung die vielen Blutergüsse an meinem Körper. Meist spürte ich auch kein Hungergefühl, und wenn doch, fühlte ich mich gehemmt, von Ioannis' Lebensmitteln zu nehmen. Die Atmosphäre, die Ioannis verbreitete, schnürte mir noch zusätzlich den Magen zu. Er beschuldigte mich, meinen Körper zu sabotieren, um ihn zu sabotieren. Deshalb sagte ich auch nichts, als ich mir eines Tages den siedenden Inhalt eines ganzen Wasserkochers über meinen Fuß goss. Ich zog schnell Strümpfe über und behielt sie drei Tage an. Meine Schwester besuchte mich während Ioannis' Abwesenheit und rettete mich dadurch vor der Invalidität. Als ich die Socken auszog, war mein Fuß vom Eiter dick angeschwollen, meine Zehen sahen aus wie Würstchen kurz vor dem Platzen und die Haut meines Fußrückens klebte im Strumpf. Ich hatte keinen Schmerz gespürt. Entsetzt schleppte mich meine Schwester ins Krankenhaus. Wenige Stunden später hätte mein Fuß amputiert werden müssen.

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