Elva Neges - Flucht nach vorn

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Als junges Mädchen gerät Elva Neges in die Hände eines geisteskranken Gurus und führt ein gefährliches und abenteuerliches Leben im Ausland – immer am Rande des Abgrunds.
Nach 21 Jahren gelingt ihr mit den beiden Töchtern endlich die Flucht nach Deutschland, und sie steht vor dem Nichts.
Es beginnt ein harter Kampf aus der existentiellen Misere und den Folgeschäden ihrer Traumatisierung.
Erst mit ihrer spirituellen Entwicklung setzt wirkliche Heilung ein.
An diesem tiefgreifenden Prozess lässt uns Elva Neges mit schonungsloser Ehrlichkeit teilhaben und nimmt uns mit in ihre dunkelsten Abgründe.
Flucht nach vorn ist kein Opferbericht, sondern ein Zeugnis dessen, welch unglaubliches Potenzial an seelischer Selbstheilungskraft der Mensch in sich trägt.

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Mit dem Geld vom Sozialamt, dem Putzen und dem sporadischen Erlös vom Haschischverkauf kamen wir grade so über die Runden, wobei Sophia und ich fast keine Kosten verursachten. Ioannis gab die Wohnung in F. auf. Sie kostete zu viel und bislang hatte er dort weder neue Frauen rekrutiert noch seine Ruhe gefunden.

Dann begann Sophia zu laufen. Es war herzerfrischend, ihr zuzusehen, wie sie dabei voller Begeisterung ihren Holzdackel hinter sich herzog. Aber schon erhob die Hydra ihr nächstes Haupt. Natürlich fiel die Kleine in dieser Zeit ab und zu hin und holte sich eine Beule. Darauf reagierte Ioannis sehr ungehalten: Auch Sophias Stürze waren die Folge meiner dämonischen Negativität. Ebenso wie jede Erkältung oder Unpässlichkeit des Kindes. Irgendwann, nachdem Sophia hingefallen war, drohte mir Ioannis erneut, mit ihr wegzugehen. Das führte dazu, dass ich das arme Kind massiv in seinem Bewegungsdrang einschränkte aus Angst, es könne sich wehtun. Wenn Sophia doch einmal fiel oder sich stieß oder wenn sich eine Krankheit anbahnte, galt mein erster Gedanke perverserweise nicht ihr, sondern Ioannis' Vorhaltungen und den möglichen Konsequenzen.

Yiayia finanzierte auch Ioannis zweite Schmuggeltour. Als er auf der Rückfahrt mit den präparierten Koffern vor der französischen Grenze stand, überkam ihn die Angst. Plötzlich war er überzeugt, geschnappt zu werden. Er erwog, uns zu sich reisen zu lassen, damit ich die Koffer im Zug über die Grenze brachte und setzte auf den Mutter-Kind Faktor. Dieser Gedanke zeigte, wie weit es mit seiner Liebe zu Sophia her war. Das Ganze war eine Schnapsidee, wie sollte ich mit dem Kind auf dem Arm auch noch zwei schwere Koffer schleppen? Ioannis fuhr also von Frankreich mit der Fähre bis Italien und kam von dieser Seite nach Deutschland. Die Italiener nahmen den Bus zwar auseinander, konzentrierten sich aber auf die Karosserie und nicht auf das Gepäck. Das war seine letzte große Schmuggeltour.

Ioannis schmiedete einen neuen Plan. Er wollte nach Indien gehen und dort an seinem inneren Wachstum arbeiten. Er hatte das Gefühl, immer mehr von der Situation erdrückt zu werden und von seiner spirituellen Bestimmung abzuweichen. Ich sollte, mit Yiayia an meiner Seite, genug verdienen, um ihn in Indien ernähren zu können. Außerdem könnte ich ab und zu von dem verbliebenen Haschisch verkaufen. Ich frohlockte hinter steinernem Gesicht. Ich war bereit, wie ein Pferd zu arbeiten, wenn er bloß weg war. Mit Feuereifer stürzte ich mich nach Ioannis' Abreise in die Arbeitssuche. Aber Sophia akzeptierte Yiayia noch immer nicht als Babysitterin, und ich fand keine Arbeit, die mit einem Kind an der Seite möglich schien. Schließlich ließ ich mich dazu überreden, mich als Avon-Vertreterin zu versuchen. Aber noch vor meiner ersten Tour überzeugte mich ein Blick in den Spiegel, dass ich nicht als Repräsentantin für eine gepflegte Erscheinung taugte. Das konnte auch mein schönes Kind nicht kompensieren. Schließlich übernahm ich ein Tageskind, auf das Sophia nicht mit der erhofften Freude reagierte.

Sehr bald zeichnete sich sowieso ab, dass Ioannis in der drückenden Hitze Indiens nichts tat, als seine Zeit in seinem Hotelzimmer abzuliegen. Das führte nicht zur Erleuchtung, aber zum Schmelzen seiner knappen Geldressourcen. Er fühlte sich einsam und verloren und kam unverrichteter Dinge nach einem Monat zurück.

Aus der Traum vom harten, aber freien Leben ohne Ioannis.

***

8

Ioannis hatte die Nase längst voll vom Landleben, und über Yiayias alte Beziehungen fanden wir eine Wohnung in F. Ich war heilfroh, das Dorf zu verlassen, auch wenn das, was uns erwartete, nicht paradiesisch war: eine Zweizimmerwohnung mit kleinem Wintergarten an einer stark befahrenen Straße in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs von F. Ioannis ließ Mata decken, und zu Sophias großer Begeisterung tummelten sich bald auch noch sieben Schäferhund-Welpen in unserem engen Wintergarten. Zwei Rüden, Do und Re, behielt Ioannis, die restlichen fünf Hunde verkauften wir an die sympathischsten Interessenten.

Trotz des betäubenden Straßenlärms war die Anonymität der Großstadt wie ein Geschenk. Auch Ioannis entspannte sich. Täglich ging ich mit Sophia auf einen großen Spielplatz, um ihr Kontakte zu anderen Kindern zu ermöglichen. Ioannis begab sich mit der gleichen Regelmäßigkeit auf seine Streifzüge durch die Studenten-Cafes in Uni-Nähe.

Bald hatte Ioannis eine Frau gefunden, die zudem noch zur Schülerin geeignet schien. Er nannte sie Thalia. Ihr Vater besaß einen großen Gärtnereibetrieb und gewann Samen exotischer Pflanzen auf einer Finca auf Gran Canaria. Als sich Ioannis Thalias sicher war, entwickelte er die Idee, sie und mich auf dieser Finca arbeiten zu lassen. Als Schülerinnen würden wir Ioannis den größten Teil unseres Verdienstes überlassen. Gleichzeitig sollte ich Thalia in die Ideen Gurdjieffs und Ouspenskys einführen, und natürlich würden wir nach strengen Richtlinien leben, um diese Ideen praktisch umzusetzen.

Thalia konnte ihren Vater davon überzeugen, den Gärtner auf Gran Canaria durch unseren zuverlässigeren Arbeitseinsatz zu ersetzen und handelte ein gutes Gehalt aus. Bald sollte sie sich in ihrem Kombi mit den zwei halbwüchsigen Schäferhund-Rüden Do und Re auf den Weg nach Algeciras in Südspanien begeben. Dorthin würden Sophia und ich ihr im Zug folgen, um dann gemeinsam mit der Fähre nach Gran Canaria überzusetzen. Ich hatte Thalia noch nie gesehen, und das war wohl von Ioannis so beabsichtigt, damit es keine Möglichkeit gab, seine Pläne durch Animositäten zwischen ihr und mir im Vorfeld zu gefährden. Ich wusste nur, dass Thalia zwei Jahre älter war als ich, Romanistik studierte, fließend Spanisch sprach und ziemlich viel Geld mit Prostitution in einem Edelbordell verdient hatte, bevor sie Ioannis kennenlernte. Ihre ansehnlichen Ersparnisse waren bereits als Lehrgeld bei ihm gelandet.

Diese Entwicklung gab Ioannis mächtig Auftrieb. Endlich zeichnete sich für ihn ein Weg, der vierte Weg, ab. Tatsächlich war Thalia ein anderes Kaliber als seinerzeit Karin. Sie wollte mehr als Sex mit Ioannis. Vor allem wollte sie sich weiterentwickeln.

Am Tag nach Sophias drittem Geburtstag traten wir die Zugreise nach Spanien an. Als wir Thalia schließlich in Algeciras trafen, gefiel mir ihr markantes, intelligentes Gesicht, das von dunklen, auf Geheiß Ioannis kurz geschnittenen Haaren umrahmt war. Aber ihr Blick war seltsam unterkühlt und von meinem Anblick schien sie nicht begeistert. Vielleicht hatte sie eine ältere Frau erwartet, die eher wie eine Person mit Lehrauftrag und nicht wie eine jüngere weibliche Konkurrentin wirkte. Dabei fühlte ich mich neben Thalias gepflegter Erscheinung wie Aschenputtel. Ich vermied es tunlichst, kleidsame oder gar körperbetonende Kleidung zu tragen. Das wertete Ioannis sofort als Zeichen abtrünniger sexueller Absichten.

Sophia war von Thalia hellauf begeistert – ein neuer Mensch in ihrer Nähe! Sie wollte gar nicht mehr von ihr lassen. Auch Sophia hatte bis auf zufällige, kurze Begegnungen am Spielplatz und Yiayias Besuche keine sozialen Kontakte.

Während der Überfahrt war Thalia höflich, aber mürrisch und schweigsam. Nach der Ankunft machten wir uns sofort auf die Suche nach einer Unterkunft. Thalias Spanischkenntnisse erleichterten alles ungemein, und so hatten wir bald in einem Dorf in der Nähe der Finca ein fast neues, komplett eingerichtetes Haus für eine uns sehr günstig erscheinende Miete gefunden. Als Erstes ersetzten wir die Betten durch Deckenlager. Ioannis war der Meinung, dass dies die gesündeste Art des Schlafens war. Nur er selbst schlief auf Matratzen. Auch an die anderen, von ihm postulierten Regeln fühlte er sich nicht gebunden, wie zum Beispiel das Rauchverbot.

Unser Alltag war strikt reglementiert. Es sollten keine Freiräume entstehen, in denen wir auf dumme Gedanken kamen. Im ganzen Haus hatten wir an die Wände große Papierbögen mit Regeln gepinnt, die wir einhalten und die uns von geistigem Schlaf abhalten sollten. Natürlich hatte ich hier eine Vorbildfunktion zu erfüllen. Um unsere überschüssige Geschlechtsenergie und negative Gefühle abzuschöpfen, mussten wir mehrmals täglich anstrengende Körperübungen ausführen. Bestimmte Worte durften nicht benutzt werden, ganz besonders „Ich“, das durch die dritte Person und unseren Namen ersetzt werden musste. Letzteres sollte der Ent-Identifizierung unseres Egos dienen. Ich hatte noch einen zusätzlichen Aufgabenkatalog, was Sophia betraf. Ioannis wachte ehrgeizig über ihre geistige Entwicklung, und so übten wir jeden Nachmittag griechische und deutsche Buchstaben und Zahlen, und bald konnte die Kleine die ersten Worte lesen. Während der Arbeit auf den Feldern versuchte ich, Sophia mit Sprechspielen zu beschäftigen.

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