Hans.Joachim Steigertahl - Silber

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Die Landgrafen von Thüringen aus dem Geschlecht der Wettiner versuchen im vierzehten Jahrhundert, aus ihren verstreuten Ländereien einen einheitlichen Staat zu formen, der den Frieden und das Einkommen des Fürsten sichern kann. Widerstand erhalten sie vom thüringischen Adel, der um seine Privilegien fürchtet; Unterstützung gibt es von den Fürsten der umgebenden Gebiete, die das gleiche Ziel wie die Wettiner haben. Einige wenige Adlige unterstützen jedoch die Landgrafen. Einer ist Cuonrad von Steigerthal, der nach langen Lehr- und Wanderjahren eher ein frühneuzeitlicher Bürger zu sein scheint als ein Ritter: er herrscht nicht, er wirtschaftet und macht damit sein Lehen und die Landgrafschaft wohlhabend. Doch Ketzerverfolgungen, Fehden, Kriege und die Pest verschonen auch Steigerthal nicht – und Conrad zieht seine Konsequenzen…

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Beide schwiegen lange und leerten ihre Pokale. Der Kleine schenkte nach und sah seinen Vater fragend an. „Woran denkst Du?“ meinte dieser. „Herr Graf, Ihr habt doch von den letztjährig geschlagenen Münzen auch Blei für Handrohr- und Kanonenkugeln gekauft, oder habe ich das falsch gehört?“ „Nein, das ist richtig.“ „Und seitdem haben die thüringischen Truppen doch keine größeren Feldzüge gemacht, oder?“ „Stimmt, wir versuchen, uns in diesen Zeiten des Streites darüber, wer denn nun der wirkliche Herr des Reiches, Ungarns, Böhmens ist, fein herauszuhalten.“ „Wenn man die Bleikugeln, die man für das Handrohr braucht, oder Teile von Kanonenkugeln flachschlägt, dann sind sie doch etwa so groß wie ein Silbertaler?“ „Worauf willst Du hinaus?“ Wenn man nun neue Münzprägestöcke machte, die Münzen ergeben, die es eben nur in diesem Jahr gibt und dann das wenige Silber, das wir haben, etwas ‚verdünnt‘…“ „Bist Du von allen guten Geistern verlassen“, brüllte der Alte. „Willst Du die thüringischen Taler verschneiden, so dass wir alle zum Gespött des Reiches werden? Und wir Steigerthals die Verderber des Reiches?“

Der Kleine duckte sich auf seinem Hocker und ließ den Kopf sinken: „Das hatte ich nicht bedacht, Vater, ich suche doch nur nach Auswegen.“

Graf Hohnstein schaute ihn unverwandt an und wandte sich dann an den alten Gernot: “Wie lange brauchen Eure Leute, bis sie die 150 Pfund wieder aus dem Berg geholt und in Barren geschmolzen haben?“ „Wenn ich genügend Bergleute und Hilfskräfte hätte und zum Schmelzen genügend Holzkohle, dann könnten wir bis zum nächsten Mai das Silber zusammen haben, aber ich habe weder das Eine noch das Andere. Und ich weiß auch nicht, ob der Berg das noch hergibt.“ „Und ich brauche das Silber in vier Monaten!“

„Es ist zum Verzweifeln,“ brach es aus dem Alten heraus, „ wir wissen einfach viel zu wenig über Silber, den Bergbau – wenn nicht schon meine Vorfahren hier immer wieder Erz gefunden hätten, wäre ich wahrscheinlich genauso unwissend wie die Ritter der Umgebung - und genauso arm!“ Hohnstein lächelte erneut: „Damit gebt Ihr mir fast schon eine Antwort auf meine noch nicht gestellte Frage! Wundert Ihr Euch nicht, dass ich so schnell nach dem Überfall schon hier bin?“ „Doch, stimmt, aber…“ „Ich war auf dem Weg zu Euch, weil ich Euch einen Vorschlag machen wollte.“

Er schaute sich im Refugium Gernots um, entdeckte den fast hinter einem bemalten Kasten versteckten Cuno, winkte ihn zu sich und fuhr fort: „Ihr wisst, einer meiner alten Kampfgenossen ist Boleslav Přemisl, der Herr über die Lande um Iglau und damit fast der Herr der bedeutendsten Bergbaustadt Böhmens. Wir haben zusammen als Knappen bei Heinrich von Meißen gedient, bevor er sein Erbe antreten konnte. Ich habe ihn vor kurzer Zeit am Hof in Erfurt getroffen, wo er mit Landgraf Friedrich über Hilfen für Jan von Luxemburg verhandelt hat. Ihr wisst, dass Jan die Krone Böhmens beansprucht. Dabei haben wir unter uns bei einem Becher Wein – viel schlechter als Eurer - über die missliche finanzielle Lage Friedrichs gesprochen. Er hat mir ein Angebot gemacht, das es Thüringen möglich machen würde, mit genügend eigenen Mitteln auszukommen, ohne dass Boleslav große Konkurrenz entsteht. Er braucht sowieso immer Knappen und er würde einen Knappen aus Thüringen in seinen Haushalt aufnehmen. Boleslav ist dabei nicht nur ein erprobter, heldenhafter Ritter, sondern auch der Besitzer vieler Silberbergwerke. Der Knappe, den er an seinen Hof ziehen möchte, würde in allen ritterlichen Tugenden ausgebildet werden und daneben alles lernen, was man über Bergbau wissen kann. Allerdings würde wenig Zeit für Unterricht in Lesen, Schreiben und Minnesang bleiben. Ihr könnt Euch denken, dass ich sofort an meinen Patensohn Cuno gedacht habe. Er hat bei eurer Gemahlin ja schon fast alles gelernt, was er als Page wissen sollte und könnte, wenn auch verfrüht, bei Boleslav dienen. Du, Cuno,“ wandte er sich direkt an ihn „ würdest alles lernen, was ein Ritter können muss - und da fehlt dir vieles – aber du würdest auch das ganze Wissen der Böhmen über den Silberbergbau nach Thüringen holen und unserem Landesherren und deiner Familie eine bessere Zukunft sichern können! Und das Lesen und Schreiben kann Dir die Mutter oder der Kleine beibringen, bevor Du nachIglau gehst. Er selbst hat ja schon den Ritterschlag erhalten und kann deswegen nicht gehen.“

Cuno erschrak zutiefst, so sehr, dass alle es ihm ansehen konnten. Weg von zu Hause? Allein in einem fremden Land, in dem er viele Menschen nicht einmal verstehen würde? Weg von seiner Mutter Ada, die ihn auch jetzt noch so gut trösten konnte, wenn er wieder einmal von einer Mauer oder einem Baum gefallen war? Alles zurücklassen? Er war doch gerade erst zwölf Jahre alt geworden…

Gernot der Alte unterbrach seine Gedanken: „Es ehrt uns, Graf Cuonrad, dass Ihr an Cuno und uns gedacht habt. Eigentlich hatte ich noch nicht vor, Cuno so bald als Knappe wegzugeben, schon gar nicht so weit, aber es ist – nach dem, was gestern geschah – wohl schon besser, wenn er weiter weg ist als unsere ‚lieben‘ Nachbarn.“ „Sprecht mit Ada darüber und falls Ihr einverstanden seid, werde ich dem Landgraf mitteilen, was wir vorhaben.“

Dann verdüsterte sich seine Miene: „Aber wenn ich das Silber nicht bis zum Herbst gemünzt habe, wird es kaum noch einen Landgraf Friedrich geben.“ Dann wendete er sich dem Kleinen zu: „Hast Du eine Handrohrkugel hier in der Burg?“ Des Ritters ältester Sohn nickte und verließ das Refugium. „Cuno, lauf ins Dorf hinunter und suche in den Resten der Schmelzhütte, ob du einige Schmelztiegel findest – und schick‘ den Köhler, er soll so viel Holzkohle in den Zwinger schaffen, wie er tragen kann. Dann schau, ob Du in der Sicherungskammer noch eine Waage findest und bring alles hier her ins Refugium – dabei kannst Du darüber nachdenken, was Du von meinem Vorschlag hältst!“ Cuno nickte bedrückt und verließ ebenfalls den Raum.

Als die beiden Älteren allein waren, sagte Hohnstein: „ Ich weiß, Gernot, dass das, was ich jetzt ausprobieren will, auf keinen Fall Eure Billigung findet. Ihr habt doch sicher noch reines Silber im Haus? Ich will nichts unversucht lassen und vor allem keine Zeugen haben!“ Als in diesem Moment der Kleine mit einer Bleikugel durch die Tür trat, erkannte der Alte, dass er die Situation nicht mehr verändern konnte und bat seinen Erstgeborenen, der Hausherrin Ada Bescheid zu geben, dass die Burg einen hohen Gast beherbergen würde und dass alle hungrig seien. Cuonrad von Hohnstein grinste und akzeptierte die unausgesprochene Einladung: „Lasst uns hinuntergehen – Cuno wird noch eine Weile unterwegs sein und alle Mägde, Knappen und Herren in der Burg sollen sehen, das ich einen ganz normalen Besuch abstatte!“

Als sie die Treppe hinabgestiegen waren und die Halle betraten, wurden sie von Ada von Steigerthal begrüßt, die schon, bevor sie vom Kleinen informiert worden war, längst gewusst hatte, was auf die Familie zukam. Sie trat vor Graf Hohnstein, knickste leicht und als sie sich wieder aufrichtete, war jedem Beobachter klar, dass es nicht nur die Nähe zum landgräflichen Haus war, die Gernot den Alten zu dieser Verbindung gebracht hatte:

Ada war hochgewachsen, ihr dunkelblondes Haar war in Flechten um ihren Kopf geschlungen, die blauen Augen im von der Sonne gebräunten Gesicht zeugten von einer Klarheit, die auch durch die harte Arbeit, die die Frau eines niedrigen Adligen zu besorgen hatte, nicht gebrochen wurde. Sie war die Tochter des Landgrafen Friedrich mit einer flämischen Hofdame der Landgräfin, die diese Affäre mit einem Landesverweis büßen musste. Gerade deswegen hatte sich Friedrich umso intensiver um das Mädchen, seine einzige Tochter, gekümmert. Sie war die Sonne seines Lebens, deren Lebensglück ihm mehr als wichtig war. Seine Gemahlin war ihm zugeführt worden, als beide noch Kinder waren; sie kam aus dem Hause Luxemburg und sollte den Makel, den er trug, weil seine Mutter Leila außer einer reichen Mitgift in Edelmetallen viel Unmut bei den Herren der Landgrafschaft mitgebracht hatte, wettmachen. Als eines Tages Gernot von Steigerthal an den Hof in Erfurt kam, um mit Graf Hohnstein die Silberabrechnung dem Fürsten vorzulegen, war er in der Vorhalle der jungen Frau begegnet, die zu diesem Zeitpunkt auf ihren Eintritt ins Kloster vorbereitet wurde. Er war wie angewurzelt stehen geblieben und da er im Innersten eben doch nicht den ritterlichen Verhaltensformen entsprach – so wie es seine adligen Nachbarn immer behaupteten – sprach er sie unverhohlen an: „Bitte verratet mir, warum an diesem Hof Engel verkehren!“ Ada war nun genauso perplex wie er und antwortete fast schnippisch: “Ich weiß nicht, welche Engel außer mir hier verkehren, aber ich wohne hier!“ Beide brachen in Lachen aus und stellten sich dann gegenseitig vor, nicht wie Herr und Dienerin oder Herrin und Diener, sondern so, wie es zwei gleichberechtigte ungewöhnlich offene Menschen tun würden. „Ich bin die uneheliche Tochter der Kebse des Landgrafs, meine Mutter wurde verjagt und mein Vater hat mich hierbehalten, obwohl seine Frau mich immer wieder vergraulen wollte und ich endlos schuften musste und jetzt ins Kloster soll.“ „Ich bin ein unritterlicher Ritter - erst von Eurem Großvater wurde mein Großvater zum Ritter geschlagen - der in einem winzigen Dorf am Rande des Harzes lebt und versucht, der Erde ein paar Früchte und den Bergen ein paar Brocken Silber abzuringen. Und auch ich wurde bisher vom Landgrafen hierbehalten.“ „Dann lasst uns diese Gemeinsamkeit feiern – setzt Euch, ich hole uns einen Tropfen Wein.“

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