Hans.Joachim Steigertahl - Silber

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Die Landgrafen von Thüringen aus dem Geschlecht der Wettiner versuchen im vierzehten Jahrhundert, aus ihren verstreuten Ländereien einen einheitlichen Staat zu formen, der den Frieden und das Einkommen des Fürsten sichern kann. Widerstand erhalten sie vom thüringischen Adel, der um seine Privilegien fürchtet; Unterstützung gibt es von den Fürsten der umgebenden Gebiete, die das gleiche Ziel wie die Wettiner haben. Einige wenige Adlige unterstützen jedoch die Landgrafen. Einer ist Cuonrad von Steigerthal, der nach langen Lehr- und Wanderjahren eher ein frühneuzeitlicher Bürger zu sein scheint als ein Ritter: er herrscht nicht, er wirtschaftet und macht damit sein Lehen und die Landgrafschaft wohlhabend. Doch Ketzerverfolgungen, Fehden, Kriege und die Pest verschonen auch Steigerthal nicht – und Conrad zieht seine Konsequenzen…

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Stolz lief Cuno vor dem Grafen und seinem Bruder durch den Hof zum im Süden der Burg gelegenen Wohnhaus der Familie. Sie stiegen die wenigen Stufen, die immer noch aussahen als wären sie frisch gehauen worden, hinauf; einer der beiden Torflügel war offen, um die warme Luft in den Saal hineinzulassen. Der „Kleine“ öffnete auch den zweiten Flügel und ließ den Grafen eintreten.

Der Boden des Saals war mit frischem Stroh bestreut, die großen Tische waren mit Sand geschrubbt, Becher und Holzteller standen sauber in der Mitte. Nur die an der Wand gestapelten Bänke für das Gesinde wiesen darauf hin, dass offensichtlich gerade der Saal geputzt worden war. Der große offene Kamin am Ostende des Saals war mit einem Strohteppich verhängt, damit die warme Luft des strahlenden Tages nicht gleich wieder entwich. Cuno stürmte die Holztreppe rechts neben dem Kamin hoch, klopfte an die dritte Tür und trat ein, ohne auf Antwort zu warten. „Cuno!“ Die Stimme des Vaters klang unwirsch. „Habe ich ‚Herein‘ gesagt?“ „Entschuldige, Vater, aber ich habe Dir den Grafen Hohnstein gebracht, den Du doch sicher nicht erwartet hast!“ „Ich weiß, dass er da ist, ich habe sein Wappen auf der Satteldecke schon erkannt, lange bevor er die Zugbrücke mit Gernot betrat, auch wenn der Mantel es meist verdeckte; und schließlich kenne ich den Herrn Grafen gut genug! Tretet ein!“ wandte er sich an den Grafen „ und verzeiht dem Wildfang Cuno sein mangelndes Benehmen.“ Cuonrad trat ein, lächelte Gernot an und legte ihm beide behandschuhten Hände auf die Schultern. „Es tut gut, Euch wohl zu sehen in diesen unruhigen Zeiten!“

Die beiden Männer traten an das Fenster, das seit dem Wärmeeinbruch von seiner Bretterverschalung befreit war, und schauten hinunter zum Dorf. Zwei verkohlte Ruinen waren deutliche Zeichen für das, was der Graf meinte.

Der „Kleine“ hatte ihm auf dem Weg hierher berichtet, was geschehen war: Eine Truppe Reiter unter der Fahne des benachbarten Städtchens Nordhausen war des Abends angerückt und hatte plötzlich die wenigen noch anwesenden Bergleute mit Waffengewalt vertrieben, das Windenhaus über dem Schacht angezündet, den zum Löschen herbeigeeilten Schachtmeister niedergeschlagen, ihm den Schlüssel entrissen und dann in der Schmelzhütte das fertige Silber entwendet, bevor sie auch diese Kammer dem Feuer überantworteten und unter lautem Gejohle davonjagten.

Menschen waren wohl nicht zu Schaden gekommen, der Schachtmeister hatte sich bald wieder erholt, aber die Schmelzöfen waren zerstört, der Schacht ohne Winde nicht mehr benutzbar, das Silber fort. Graf Hohnstein, den der Landesherr Friedrich zum thüringischen Münzvogt ernannt hatte, hätte daraus in den kommenden Wochen Münzen schlagen lassen sollen, um die dringendsten Bedürfnisse des Hofes und des Heeres zu befriedigen.

Während der Alte berichtete, legte Graf Hohnstein die Handschuhe ab und warf den Mantel über einen Schemel. „Ich habe natürlich gleich heute Morgen den Kleinen mit zwei landfremden Knappen, die hier bei mir dienen, nach Nordhausen geschickt, um im Kloster und der Stadt zu erkunden, wer hinter dem Angriff steckt, aber leider konnte der Magistrat nachweisen, dass die Fahne gestohlen und die Angreifer nicht aus Nordhausen waren. Der Abt des reichsunmittelbaren Klosters Himmelgarten hat Gernot bestätigt, dass die Kriegsflagge der Reichsstadt in der Tat vor Wochen geraubt wurde, als ein kleiner Trupp der Gemeinde auf dem freien Feld vor dem Südtor seine Wehrfähigkeit trainierte.“

„Wer kann es dann gewesen sein?“ „ Fragt besser, wer es nicht gewesen sein kann“, erwiderte der Alte. Cuonrad von Hohnstein verzog angewidert den Mund. „Ich weiß, dass alle Ritter in der Umgebung dazu in der Lage und dazu gewillt gewesen wären, ärgert sie doch immer noch Eure nicht ganz ritterliche Herkunft und Euer Wohlstand.“ „Weil sie zu beschränkt sind, um sich in wandelnden Zeiten wandelnde Erwerbsquellen zu suchen!“ antwortete der Alte, ohne auf die versteckte Kritik einzugehen. „ Silber gibt es doch nicht nur in Steigerthal, sondern in der ganzen Region bis hinunter nach Böhmen, aber sie sind so ehrversessen und wenig auf Veränderungen bedacht, dass sie es an uns auslassen, weil wir ein besseres Leben mit ausreichend Essen und Trinken und ohne Kriegswunden führen können, und das ‚wir‘ sind nicht nur wir Steigerthals, sondern auch die Leute im Dorf und im ganzen Lehen“.

Hohnstein wusste sehr wohl, worauf der Alte anspielte: Das in der Landgrafschaft übliche Fehdewesen führte dazu, dass Kleinigkeiten als Ehrverletzung aufgefasst wurden und jedes Rittergeschlecht versuchte, das andere zu übertrumpfen. Da waren die Steigerthals gute Sündenböcke, denn deren Ritterlichkeit beruhte nicht auf langen Reihen von ritterlichen Vorfahren, sondern auf der Belehnung vor kaum fünfzig Jahren durch den Landgrafen Heinrich aus dem mächtigen Geschlecht der Wettiner, die seit zwei Generationen um die Herrschaft über Thüringen kämpften. Davor war der erste Gernot erst Leibeigener aus dem Dorf Steigerthal, dann Diener Heinrichs gewesen, kam also wirklich aus niederstem Stand. Doch nachdem er Heinrich zwei Mal das Leben gerettet hatte, hatte dieser nicht gezögert, ihn zum Ritter zu schlagen.

Einer der Knappen, die mit dem Kleinen in Nordhausen gewesen waren, brachte einen Krug und Pokale. Der Alte reichte Hohnstein und seinem Ältesten ein Trinkgefäß, füllte das des Gastes, dann seines und dann das des Sohnes. Cuno hatte nicht verstanden, was die beiden mit der Ehrversessenheit und der Beschränktheit der anderen Ritter gemeint hatten, aber nach der Zurechtweisung durch den Vater vorhin getraute er sich nicht nachzufragen. Da er wusste, was in dem Krug sein würde, wartete er auf den Gesichtsausdruck des Grafen, wenn der den ersten Schluck probiert hatte.

„Wo habt Ihr diesen Tropfen her?“ brach es aus dem Grafen hervor. Trotz der misslichen Lage musste der Alte lächeln: „Den habe ich bei meiner lothringischen Verwandtschaft gekauft und der Hansekaufmann Wiebold aus Brügge hat ihn mir neulich mitgebracht, als er meinen Teil vom Silber abholte. Da er von über 50 Landsknechten begleitet war, ist dem Wein nichts passiert und – soweit ich weiß – auch dem ganzen Silber nicht, hat er doch bis hinunter ins böhmische Iglau das edle Metall für den Kaiser Heinrich aufgekauft. Ich verstehe nicht, warum König Johann sein Silber vom Händler seines Todfeindes aufkaufen lässt…“ Hohnstein lachte bitter: „Aus dem gleichen Grund, aus dem die Spitzbuben unser Silber gestohlen haben: Gier auf schnellen Gewinn ohne größere Anstrengung, egal, was passieren könnte, wenn der Plan nicht aufginge.“

Der Alte wies auf die in die dicke Wand eingelassenen, einander gegenüberliegenden Sitzbänke, auf die Cuno schnell ein paar Kissen gelegt hatte: „Setzt Euch – wir müssen überlegen, was wir tun können. Bis wann müsst Ihr die Münzen für Landgraf Friedrich geschlagen haben? “ „Er braucht sie spätestens beim Hoftag im Herbst – dann muss der Sold der Reisigen ausbezahlt werden und der gesamte Adel Thüringens wird versuchen, ihm Küche und Keller leer zu fressen und leer zu saufen - verratet ihm ja nichts von Eurem Wein, sonst kommt der ganze Haufen hierher!“, schloss er wieder lachend. „Aber im Ernst: ich muss bis Anfang September das Silber haben, und zwar mehr als 150 Pfund, sonst schaffen es meine Münzknechte nicht mehr, daraus die Münzen zu schlagen.“

„Und das schaffen wir nicht – wir hatten fast 90 Pfund bereit, und selbst, wenn wir alle Silberadern gleichzeitig ausbeuten könnten, würde es nicht reichen.“ „Aber ich kann auch nirgendwo anderes Silber kaufen, denn erstens ist Euer Silber garantiert rein, was ich bei anderen bezweifle, zweitens wüsste ich nicht, womit ich es bezahlen sollte und drittens würde es sofort heißen, dass der Landgraf so schlecht wirtschaftet, dass er viel mehr verbraucht als er einnimmt. Wenn wir herumerzählen, dass Diebe Euer Silber gestohlen haben und wir deshalb Silber an anderen Orten kaufen müssen, hat das die gleichen Folgen. Wir können also nur darauf vertrauen, dass die Gauner hübsch verheimlichen, wieso sie plötzlich so wohlhabend geworden sind…“

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