Imke Borg - Vom Leben verlassen

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Auf ihrer Wohnmobiltour durch Großbritannien lassen Monika und Peter an ihrem letzten Abend auf der Insel ihre Urlaubseindrücke noch einmal Revue passieren. Sie sind glücklich und hochzufrieden, haben ein ganz beeindruckendes Land mit besonderen Menschen kennen und lieben gelernt. Und dann, von jetzt auf gleich, werden sie aus ihren schönen Erinnerungen gerissen. In den Nachrichten erfahren sie von Hunderten mysteriösen Todesfällen in London. Niemand weiß etwas über die tückische Krankheit. Die Kliniken füllen sich unaufhörlich mit Infizierten. Die Todeszahlen sind alarmierender denn je. Das öffentliche Leben steht fast still. Die Situation verschärft sich von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde. Eine bedrohliche Situation zumal bisher keiner die Ursache für das Massensterben kennt.

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Sobald die Nacht morgen dem Tag weicht, wollen Peter und Monika aufbrechen zu ihrer letzten Etappe bis nach Hause. In der Boulangerie am Ort kaufen sie noch ein paar fluffige Schokocroissants für unterwegs. So gut wie in Frankreich sind die in Deutschland nicht. Sie wissen schon, gesund sind die auch nicht unbedingt aber besonders lecker. In aller Frühe schmeißen sie den Riemen auf die Orgel und schrubben durch bis nach Hause. Die Sommer- monate verbringen sie gerne in Deutschland. Da passt das mit dem Wetter noch. Im Garten gibt es immer was zu tun und der nahe Wald lädt zu ausgedehnten Spaziergängen mit den Vierbeinern ein. Das muss auch sein, denn nach dem stundenlangen Rumsitzen und Rumlungern im Wohnmobil sehnen sich die Zwei nach Bewegung. Peter ist, obwohl schon Mitte sechzig - aber so alt fühlt er sich nicht - noch recht fit und aktiv, und so soll es auch bleiben. Auch Monikas Lebensgefühl gaukelt ihr ein anderes als ihr tatsächliches Alter vor. Dass sie sich den sechzig nähert, sieht man ihr jedenfalls nicht an. Sie ist acht Jahre jünger als Peter und steht dem, was die körperliche Fitness angeht, in nichts nach. Zweimal die Woche wird eine halbe Stunde gejoggt. Die beiden Hunde dürfen da selbstverständlich mit.

John Bancroft, England, Anfang August 2022

Jeden Morgen fährt John Bancroft von seiner Heimatstadt St. Albans, einer Stadt mit zirka 140 000 Einwohnern, ins 35 Kilometer entfernte London, ins dortige Bankenviertel, den größten Finanzhandelsplatz der Welt, in die City of London. Die gilt als exterritoriales Gebiet und gehört nicht zu Groß- britannien. Selbst die Queen kommt um eine Anmeldung wie bei einem Staatsbesuch nicht herum, wenn sie diese Square Mile betreten möchte. Dort gelten auch völlig ande- re Gesetze. Die meisten britischen greifen dort nicht. Die City of London Corporation hat ihre eigene Staatlichkeit und überwacht sich selbst. Ihre Manager handeln mit Wertpa- pieren und Devisen über alle Grenzen hinweg. Und einer der Fondsmanager ist John Bancroft, ein großer, schlanker, unauffälliger, normaler Mann mittleren Alters. Nicht selten sorgte er für beträchtliche Umsätze und Gewinne. Entspre- chend gut ist auch sein Verdienst, er steht aber auch stän- dig unter Strom. Wie oft schon stieß er an seine Grenzen. Ganz spurlos geht dieser Dauerstress nicht an einem vorbei. So einen enormen Druck halten nur wenige lange aus. „Noch fünf Jahre, dann ist Schluss“, hat Bancroft für sich beschlossen. Wenn der Job das komplette Familienleben verschluckt, dann muss eine Wende her. Und seit dem Brexit ist sein Job auch nicht gerade einfacher geworden. Mit seinem Maybach fährt er soeben vor bis zur Security. Seinen Ausweis muss er nur noch pro forma hochhalten, man kennt ihn. Auf einen eigens für ihn reservierten Platz lenkt er den Wagen hin. Heute ist der Parkplatz auffallend leer, stellt er nachdenklich fest. Vielleicht sollte er doch auf Doreen, seine Frau, hören und seinen Job vom Home-Office aus erledigen. Eine der Angestellten erzählt ihm im Aufzug soeben besorgt von mehreren Kollegen, die erkrankt seien, es sollen auch bereits zwei verstorben sein. Ihm wird mul- mig. In seinem Büro dann erwartet ihn schon ungeduldig Janet, seine Sekretärin. „Hallo John“. „Hallo Janet, gibt`s schon was Neues?“ „Und ob, soeben hat die Regierung die Bevölkerung über Rundfunk gewarnt.“ „Wie, was heißt gewarnt?“ „Sie hat dazu aufgefordert dass all diejenigen zu Hause blei-ben sollen, die nicht unbedingt in die Stadt müssen.“ Janet ist eine pflichtbewusste aber herzliche Person und mit ihren grauen Glubschaugen in einem etwas zu breit gerate- nen Gesicht wahrhaftig keine Augenweide. Aber durch ihre warmherzige und liebenswerte Art schaut man über solche Äußerlichkeiten hinweg. „Wenn jemand das Herz auf dem rechten Fleck hat, dann Janet“, das hat John so schon häufig über Janet gesagt. „In Anbetracht der Lage bleiben bis auf weiteres alle Schu- len geschlossen und alle öffentlichen Veranstaltungen wer- den abgesagt“, berichtet sie weiter. „Das hört sich gar nicht gut an. Janet, du packst jetzt deine Sachen zusammen und fährst nach Hause. Hier brauche ich dich in nächster Zeit nicht.“ Nach den dramatischen Ereignissen wird es auch John Bancroft langsam mulmig. Und dann, urplötzlich, reißt auch noch Fred Miller, einer seiner Broker, hektisch die Bürotür auf. Normalerweise kennt man ihn als ruhig, besonnen und gelassen, aber hart im Verhandeln. Weicheier haben im Börsengeschäft eh keinen Bestand. Doch jetzt steht er da, völlig außer Atem, mit Schweißperlen auf der Stirn. Sein sonst akkurat nach hinten gekämmtes Haar fällt ungezügelt über beide Ohren. Und total nervös knabbert er mit den gebleichten Zähnen auf seiner Unterlippe rum. „Was ist los mit dir Fred, so hab` ich dich ja noch nie erlebt.“ „Das fragst du noch, hörst du denn keine Nachrichten? Und schau dir doch mal die Aktienkurse an, die fallen doch gerade dramatisch. Was soll ich nur tun? Ich weiß nicht mehr weiter.“ Bancrofts Sorgenfalte zwischen seinen Augenbrauen gräbt sich tiefer in seine Stirn. „Nur keine Panik, jetzt setz dich erst mal hin und behalte einen kühlen Kopf. Denn im Moment ist es ja erst mal nur ein rein britisches Problem“, versucht er Miller zu beruhi- gen. „Ja, aber was sage ich meinen Leuten? Die sind alle höchst angespannt und zutiefst verunsichert.“ „Das überlasse ich dir und deinen Mitarbeitern ob ihr weiter hier sein oder besser von zu Hause aus agieren wollt. Mehr können wir im Moment nicht tun. Wir müssen erstmal die weitere Entwicklung abwarten. Ich jedenfalls fahre gleich nach Hause, beziehe mein Home Office, und in zwei Stun- den reden wir dann weiter über Skype.“ Aber Miller bereitet nicht nur der Börseneinbruch Kummer; der tangiert ihn nur am Rande. Um seine eigene Gesundheit ist er zutiefst besorgt, zumal er gerade glaubt ein leichtes Kratzen im Hals zu spüren. Ob das nur eine Erkältung oder gar eine Grippe wird oder noch viel schlimmer womöglich schon das erste Anzeichen für diese todbringende Seuche ist? Er versucht seine Panik zu verbergen. Das fällt ihm überhaupt nicht leicht. So ein bisschen was hat er schon vom Hypochonder. In seinem Büro, einem relativ sterilen Raum, stellt er zuerst einen Klappspiegel neben einen seiner Monitore, auf denen Kurven, Zahlen und Grafiken in ständiger Bewegung sind. Dann holt er die Taschenlampe, die er immer mit sich führt, aus dem Aktenkoffer, rückt seine zeitlose Hornbrille zurecht und leuchtet dann in seine Mundhöhle, inspiziert diese gründlichst. Sein besorgter Blick verrät diesmal nichts Gutes. Der weiße Belag auf seiner Zunge gefällt ihm gar nicht. Aber so ist er eben. Von einem leichten Rumoren im Bauch fehlt bei ihm nicht mehr viel bis zum Bauchspeicheldrüsenkrebs und das Kratzen im Hals könnte auch Kehlkopfkrebs sein. So gut es geht, ver- sucht er aber allen Infekten vorzubeugen. Ohne Desinfek- tionsspray und ohne Toilettensitzabdeckungen wagt er sich nie aus seiner Behausung. Auch Fieberthermometer und Blutdruckmessgerät gehören zu seiner täglichen Grundaus- stattung. Regelmäßig wird der Arbeitsplatz mit Hygienetü- chern desinfiziert, inklusive Tastatur. Und in seinem Büro stehen etliche Wasserflaschen aus dem Supermarkt parat für seinen Tee. Der schmecke ihm sowieso damit besser als mit dem Leitungswasser, sagt er. Aber der wahre Grund ist, dass er dem Wasser aus der Themse nicht über den Weg traut, erst recht nicht seit die Londoner Wasserwerke an einen Investor verkauft wurden. Trau schau wem, so sein Credo.

Janet wartet noch immer, sitzt regungslos da, bis sie sich schließlich doch aufrappelt um ein paar Sachen zusammen- zusuchen. Sie ist schon eine treue Seele. Seit mehr als fünf Jahren arbeitet sie mit Bancroft. Der räumt nur noch seinen eigenen Kram in eine Stofftasche. Die Thermoskanne mit seinem Biotee und sein eingetuppertes Käsebrot wird er wieder unangerührt mit nach Hause nehmen. Er ist halt ein wahrer Gesundheitsfanatiker, so ein Typ Ökotrophologe, Nichtraucher, Alkohol nur selten, am Wochenende eine Stunde walken und kein Gramm zu viel auf den Rippen. Ja, er hat so seine Marotten, besonders was das Essen anbe- langt. Rasch steckt er noch seine restlichen Unterlagen in den Aktenkoffer und nimmt seinen Laptop. Bevor er sich von Janet verabschiedet, wirft er noch einen letzten Blick auf die Aktienkurse. „Gut sieht anders aus“. „Denk dran, dein Satellitentelefon mitzunehmen, man weiß ja nie“, rät Janet. „Gute Idee, dann nimm du das andere aus meinem Schreib- tisch mit.“ „Danke, mach` ich gern. Ich werde übrigens nicht in London bleiben, ich fahre sicherheitshalber zu meiner Tante aufs Land. Das wird mir vielleicht nicht schlecht bekommen. Im Moment fühle ich mich eh etwas schlapp, scheint eine Grippe im Anmarsch zu sein.“ „Dann erhole dich mal ein wenig und lass dich von deiner Tante verwöhnen.“ „Das hätte ich ja beinahe vergessen, in einer Stunde will die Premierministerin sich zur Lage der Nation an die Bevölke- rung wenden.“ „Da bin ich aber mal gespannt drauf. Und du, liebe Janet, genieß das Landleben und die gesunde Luft. Mach es gut, wir hören voneinander.“ Und dann macht er sich auf den Heimweg. Seine Leinen- hose schlottert bei jedem Schritt an seinen dünnen Beinen rum und bedeckt noch nicht mal seine Knöchel. Aber auf solche Äußerlichkeiten legt er keinen Wert.

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