Imke Borg - Vom Leben verlassen

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Auf ihrer Wohnmobiltour durch Großbritannien lassen Monika und Peter an ihrem letzten Abend auf der Insel ihre Urlaubseindrücke noch einmal Revue passieren. Sie sind glücklich und hochzufrieden, haben ein ganz beeindruckendes Land mit besonderen Menschen kennen und lieben gelernt. Und dann, von jetzt auf gleich, werden sie aus ihren schönen Erinnerungen gerissen. In den Nachrichten erfahren sie von Hunderten mysteriösen Todesfällen in London. Niemand weiß etwas über die tückische Krankheit. Die Kliniken füllen sich unaufhörlich mit Infizierten. Die Todeszahlen sind alarmierender denn je. Das öffentliche Leben steht fast still. Die Situation verschärft sich von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde. Eine bedrohliche Situation zumal bisher keiner die Ursache für das Massensterben kennt.

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In der Markthalle im nahen Torrevieja stöberten sie ebenfalls ger- ne rum, vor allem wegen der ganz frischen Waren, angefangen vom Fisch, über Obst und Gemüse und natürlich bis hin zu den spanischen Spezialitäten. Alle regionalen Produkte wurden ange- boten. Vorm Verlassen dieses kulinarischen Paradieses entdeck- ten sie gleich neben dem Bäcker die berühmten Churros. Da kamen sie einfach nicht dran vorbei. Alleine schon wegen des Duf- tes waren sie denen wehrlos ausgeliefert. Murad und Sevim gönn-ten sich gleich ein Dutzend davon und waren begeistert von den köstlichen, luftigen mit Zucker bestäubten traditionellen Kringeln. Die Spanier lieben dieses frittierte Gebäck. Oft ist das schon ihr Frühstück. Besonders nach einer langen Nacht sieht man häufig junge Leute mit Churros durch die Straßen ziehen.

An ihrem letzten Urlaubsabend stand Sevim in der Küche, vor sich auf der Arbeitsplatte eine Plastikunterlage, darauf eine scharfe spitze Schere und eine Küchenrolle. Sie blies in ihre Einmalhandschuhe, zog sich die über und drehte den Meerestieren als erstes den Kopf ab. Dann begann sie entlang des Rückens ganz fachmännisch mit dem Aufschneiden des Panzers. Das darunter liegende Fleisch öffnete sich und eine mal weiße, mal graue bis schwarze Ader war freigelegt, also der gesamte Verdauungstrakt mit Magen und Darm in einem. Mit Daumen und Zeigefinger zog sie nun den kompletten Darm vorsichtig heraus. Nachdem sie dann alles sorgfältig gereinigt hatte, bereitete sie die zum Braten fertigen Garnelen mit Olivenöl, Kräutern und Knoblauch in der Pfanne zu. Währenddessen deckte Murad perfekt den Tisch. Eine Bougainvillearanke legte er als Deko in die Tischmitte, drei Teelichter erhellten den Esstisch nur schwach. Teller, Besteck und Servietten lagen bereit für ihr Abschiedsessen. „Köstlich, mindestens drei Sterne“, lobte Murad Sevims leckere Garnelen. „Probier mal“, dann spießte er eine mit seiner Gabel auf, dippte sie in Alioli und schob sie Sevim in den Mund. So machten sie wechselweise weiter und hatten nicht wenig Spaß dabei. Rioja und knuspriges Weißbrot durften dabei natürlich nicht fehlen. Die Zwei alberten viel rum und benahmen sich ausgelassen wie Frischver- liebte. Und immer wieder gewann die Lust die Oberhand.

Dieser Urlaub hat Murad und Sevim richtig gut getan und er hat sie noch fester zusammengeschweißt. Sie hatten es auch optimal getroffen. Die Unterkunft, das Essen, sogar das Wetter hatte mitgespielt. Aber das ist ja in Spanien keine Seltenheit. An ihren All- tag in der Schweiz verschwendeten sie keine Gedanken. Erst beim Kofferpacken dachte Murad etwas wehmütig daran, dass diese entspannte gemeinsame Zeit bereits morgen zu Ende geht. „Eigentlich jammerschade, dass wir morgen schon wieder zurück müssen“, bedauerte auch Sevim.

Murad fühlte sich nach diesen drei Wochen noch stärker mit Sevim verbunden. Beide waren sich jetzt ihrer Zuneigung ganz sicher. Sie waren füreinander geschaffen, konnten sich ein Leben ohne den anderen gar nicht mehr vorstellen. Von einer richtigen Familie mit Kindern, davon träumten sie beide, wenn sie aneinander gekuschelt ihre Zukunft planten und schon entsprechende Pläne schmiedeten. Zusammenziehen wollen sie auf jeden Fall. Murads Wohnung ist schließlich groß genug für Zwei.

An all diese faszinierenden Momente erinnert sich Murad ge- rade, während er, wie fast täglich in letzter Zeit, in Selbstmit- leid versinkt, sich in seinen vier Wänden in Schlieren in der Schweiz vergräbt und nur noch auf dem Sofa rumlungert. Seine Wohnung ist vernachlässigt, er selber meist ungekämmt und unrasiert. Nichts ist mehr so wie es einmal war. Überall hat sich der Schmerz breitge- macht. Jede Zelle seines Körpers ist betroffen. Wieso tut Verlust so weh? fragt er sich. Mit seinen Händen befühlt er Sevims Tuch aus Spanien. Er hält es an sein Gesicht, drückt es ganz fest an sich. Es duftet noch immer nach ihr. In seinem Hals klumpt ein Kloß, aus seinen Augen rinnt die Traurigkeit. Und ständig befällt ihn diese tiefe Sehnsucht. Er fühlt sich leer. Seine Motivation ist weg. Sein Leben ist verlassen. Die Geräusche von der Straße nimmt er nicht wahr. Draußen geht alles seinen gewohnten Gang, doch bei Murad scheint die Zeit still zu stehen. Wenn er morgens nach einer oft schlaflosen Nacht so daliegt, hofft er noch immer dass alles nur ein Traum ist. Aber es ist kein Traum. Es ist bittere Realität. Niemand ist mehr da, der seine Seele anschubst. Geblieben sind ihm jetzt, fast drei Jahre nach diesem Urlaub, nur noch die Bilder in seinem Kopf und die wenigen auf dem Smartphone.

Monika und Peter, England, Anfang August 2022

Gedankenverloren schaut Monika aus dem Fenster des Wohnmobils und zieht ein recht mürrisches Gesicht. Kein Wunder bei dem Wetter. „So ein Mist aber auch, mit den Hunden um den Platz lau- fen, das können wir heute vergessen. Gestern schon den ganzen Tag über dieser Nieselregen und böige Wind, überhaupt nicht schön. Und dann noch das unaufhörliche Klappern des Holztörchens zum Golfplatz hin, das ging mir auch gehörig auf den Wecker.“ Ihr Rumgenöle hilft alles nichts, denn heute am frühen Mor- gen tobt der Regen noch immer und dicke Nebelschwaden verschmelzen mit der Landschaft. „Hast du denn gestern in der Vorhersage nicht mitgekriegt, dass sich das Wetter im Laufe des Vormittags bessern soll, “ will Peter seine Frau ein wenig besänftigen. „Nein, hab´ ich nicht, noch sieht es ja nicht danach aus.“ Tut es zum Glück aber. Gegen Mittag klart es langsam auf und die Sonne bahnt sich ihren Weg durch die Wolken- decke. Was wollen die Beiden mehr. Postkartentage haben sie auf der Insel eh nicht erwartet. Aber so wie sie das Wet- ter hier während ihres dreiwöchigen Urlaubs erlebten war es zumindest besser als sein Ruf. „Peter, schau mal raus, es hat tatsächlich aufgehört zu regnen und die Sonne lässt sich sogar blicken.“ „Sag` ich doch, dann können wir ja loslegen und das Wohn- mobil startklar machen.“ Bereits am kommenden Tag wollen sie sich auf den Rück- weg machen. Ihre England - Schottland - Reise nähert sich so langsam dem Ende. In drei Tagen haben sie ihren Trans- port durch den Eurotunnel gebucht. Da sollten sie schon pünktlich in Folkstone sein. Ein wenig verkalkuliert haben sie sich aber doch. Deshalb muss London gestrichen wer- den. Monika gefällt das gar nicht. Ihre Enttäuschung ist nicht zu übersehen. Sie setzt mal wieder ihr Beleidigte-Leberwurst-Gesicht auf, verschränkt die Arme und steht einfach nur lustlos rum. Sie ärgert sich maßlos, auch über sich selbst, wo sie sich doch gerade auf London so sehr gefreut hat. Normalerweise ist sie recht pingelig, plant alles punktgenau, weiß am liebsten schon gestern was morgen zu tun ist. Aber diesmal ging ihre Planung wohl in die Hose. „Begeistert bin ich nicht, dass wir London nicht mehr schaf- fen“, so Monika in leicht schnoddrigem Ton. „Vielleicht soll- ten wir versuchen am Tunnel umzubuchen. Das müsste doch möglich sein. Wir haben doch alle Zeit der Welt und daheim läuft uns auch nichts weg. Was hältst du davon?“ Peter hebt seinen rechten Arm an, dreht betont langsam die Handfläche von oben nach unten und wieder zurück. Er scheint unentschlossen. Monika sieht die Skepsis auch in seinem Blick. Nach mehr als dreißig Ehejahren versteht man sich auch ohne Worte. „Nun mal langsam, probieren können wir es ja. Aber Lon- don läuft uns auch nicht weg. Denn dies war mit Sicherheit nicht unsere letzte Tour ins Vereinigte Königreich“, versucht er Monika zu trösten. „Von Folkestone bis London dürfte es doch nicht allzu weit sein. Und wenn wir Glück haben liegt unterwegs noch ein Gartenjuwel auf der Strecke. Du magst doch Gärten. Ich schau heut` Abend gleich mal im Internet nach.“ Geschlagen geben will sich Monika so schnell nicht. Aber ein bisschen ärgern tut sie sich immer noch. Ihre Nasen- flügel blähen sich nämlich wieder auf, ein todsicheres Zeichen. Während sie sich aufrappelt und versucht, beim Sauber- machen, Sortieren und Wegräumen auf andere Gedanken zu kommen, widmet sich Peter dem Wassertank. Ganz akribisch geht er dabei vor. Nachdem die Sitzpolster bei- seite geräumt sind, der Deckel der Truhenbank geöffnet ist, wird der Schraubverschluss aufgedreht. Dann erst kann Peter reinfassen und den Stöpsel ziehen um das Restwasser abzulassen. Danach wird der Tank desinfiziert und ausge- spült. Das mit dem Wassertank ist schon eine aufwändige Arbeit, wenn man es gewissenhaft angeht. „Na, hast du es bald geschafft? Wir wollen doch noch mit den Hunden los.“ „Ja bald, aber was muss das muss. Du weißt ja, Wasser ist wichtig, das wichtigste überhaupt. Ohne Wasser kein Leben“, antwortet Peter augenzwinkernd. Und wer weiß das besser als er. Das mit dem Wasser war doch in seinem früheren Leben, also dem Leben vor dem Ruhestand, mal sein Job. Da war er verantwortlich für Wasser, Energie und Verkehr, als oberster Chef eines großen Energieversorgungsunternehmens. Nach zwei Stunden intensiver Arbeit kann er jetzt endlich frisches Wasser einlassen, diesmal bis zum Überlauf. Schließlich muss es bis Deutschland reichen. Vorher soll nichts mehr nachgefüllt werden. Schade ist es trotzdem, dass sie aus Zeitmangel London streichen müssen. Aber zum Glück hat sich Monika zwischenzeitlich wieder einiger- maßen beruhigt. Und ganz so dramatisch sieht sie das jetzt auch nicht mehr. „Wenn das mit der Umbuchung nicht klappt, muss ich wohl damit leben. Dann haben wir wenigstens einen triftigen Grund um wiederzukommen“, so Monika recht locker. „Denn irgendwie mag ich diese Insel und ihre Menschen.“ Was ist plötzlich in sie gefahren. Die Putzerei hat ihr wohl gutgetan. Sie wirkt zumindest etwas entspannt und zufrie- dener. Mit ihren beiden Vierbeinern drehen sie noch eine weitere Runde auf dem Golfplatz. Der soll als Hundeklo herhalten. So hat es ihnen jedenfalls der Platzbetreiber erklärt. Wenn ihnen das jemand anderes gesagt hätte, sie hätten es nicht für möglich gehalten. Ein Golfplatz als Hundeklo. Peter schmunzelt, legt seinen Arm auf Monikas Schulter und versucht sie aufzumuntern. „Ich stelle mir gerade vor wie so ein affiger, perfekt raus- geputzter Golfer, hochkonzentriert nur auf seinen Ball, plötzlich ein warmes, weiches und wohliges Gefühl an seinem Fuß verspürt.“ Monika lacht. „Igitt, und anschließend puhlt er dann ein halbes Pfund Hundehaufen, extra frisch, aus dem komplexen Profil seines Golfschuhs.“ Peter kommt gerade in Fahrt und sinniert weiter. „Du kennst doch auch die strengen Golfregeln. Dann stell dir mal vor, ein Golfball landet mitten in einem solchen Hundehaufen. Was dann? Normalerweise muss der ja auch von dort abgeschlagen werden. Ich sehe förmlich das rat- lose Gesicht des leicht pikierten Golfspielers vor mir. Bestimmt zückt er sein Regelheft, was ja ein echter Golfer sicher immer mit sich führt, um nachzulesen was in so einem komplizierten Fall zu tun ist.“ „Und wenn er nicht gestorben ist, dann steht er dort noch heute“, amüsiert sich Monika. Aber zum Glück gibt es das Kästchen mit den Plastiktüten für die Hinterlassenschaften solcher Köter gleich hinter dem Tor direkt an einem Fairway. Und das lässt keine Zweifel. Dieser Campingplatz ist tatsächlich ein wahres Paradies für Hunde, für Golfspieler auch. „Wann steht unseren Vierbeinern schon mal ein so gepfleg- ter Rasen zur Verfügung für das Krumme-Buckel-machen“, freut sich Monika. „Unser Sohn als Freizeitgolfer wäre bestimmt hier auch happy“, so Peter. „Das kannst du wohl laut sagen. Den ersten Abschlag direkt vor der Haustür, wo hat er das schon.“ Aber die Beiden freut es natürlich vor allem wegen ihrer Vierbeiner. Und da gerade weit und breit keine Schläger- schwinger zu orten sind, die ihre wehrlosen Bälle kloppen, lassen sie Odin und Basco mal frei toben. Denen tut das gut, endlich mal ohne Leinenzwang. Und während die Hunde dem Tennisball hinterherlaufen, den Peter wirft, beobach- tet Monika ihren Mann. Es wäre gelogen, wenn sie sagen würde, er hätte sich nicht gut gehalten. „Für sein Alter sieht er eigentlich noch recht passabel aus mit seinen graumelierten Haaren, seinem Dreitagebart, und seinen stahlblauen Augen, die mir damals als erstes an ihm aufgefallen sind“, stellt sie zufrieden fest. Noch immer steht ein relativ ansehnlicher Männerkörper vor ihr, „alles im grünen Bereich, noch“, denkt sie.

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