Hans-Joachim Schmidt - Misshandelt, verraten und verkauft

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Misshandelt, verraten und verkauft: краткое содержание, описание и аннотация

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Meine Kindheit kann man eigentlich nicht als Kindheit im üblichen Sinne bezeichnen. Misshandlungen, Schikanen, Schläge, Essensentzug und Zwangsarbeit gehörten zu meiner Kindheit, so, wie andere Kinder Spielen gingen. Und wenn das noch nicht genug war prophezeite man mir, und das immer wieder: «Du wirst mal im Knast landen!» Das traurige daran, sie sollten recht behalten, nicht weil ich strafbar war im eigentlichen Sinne, sondern, weil ich mich nicht politischen Normen gegenüber verhielt.

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Dann endlich war es so weit. Sie kam in die Klasse und sagte freundlich: „Guten Tag, bitte setzen.“

Dann setzte sie sich auf den Lehrertisch und stellte sich abermals vor, etwas detaillierter.

Ein Klingeln riss mich aus einem Halbwachtraum, die erste Russischstunde war zu Ende und ich hatte nur geträumt.

In der zweiten Stunde forderte sie uns auf, uns vorzustellen. Dies tat sie, indem sie uns alphabetisch aufrief.

Frau Maria Wilhelm war Ende zwanzig und wunderschön. Sie war immer und zu jedem nett, nie kam auch nur ein lauter Ton über ihre Lippen. Ihre Geduld war grenzenlos, auch wenn einer nicht mitkam, resignierte sie nicht und legte sich voll ins Zeug.

Wo sie auftauchte, wurde es immer still. Nicht, weil wir Angst hatten, sondern weil wir immer auf etwas von ihr warteten. Jedes Mal hatte ich mich angestrengt, um gute Noten bei ihr zu bekommen, oder für ein Lob, das sie öfter einmal aussprach. Sie wohnte auf dem Heimgelände in einer Baracke, die nicht weit weg war von unserem Haus. Eines ihrer Fenster konnte man von unserem Gruppenraum aus sehen, wenn man sich anstrengte. In der Baracke hatte sie zwei kleine Zimmer, eine Küche und eine kleine Toilette. Die Duschen befanden sich am hinteren Ende der Baracke und wurden von allen dort wohnenden Lehrern und Erziehern benutzt.

Noch am selben Abend, nach dem Abendbrot und dem Abwaschen des Geschirrs, hatte ich auf ein Stullenbrett etwas Brot und Salz getan und war zur Baracke geeilt, stellte das Brettchen auf ihr Fensterbrett, klopfte an und rannte weg.

Das Reichen von Brot und Salz soll ein alter, russischer Willkommensgruß sein.

Nach der nächsten Russischstunde durfte ich nicht gleich auf den Schulhof.

Frau Wilhelm sagte: „Große Pause, alle auf den Hof. Achim, du bleibst mal hier.“

„Achim“, sagte sie, „du bist doch handwerklich geschickt, kannst du mir heute nach der Schule helfen?“

„Oh ja, gerne, Frau Wilhelm, aber ich muss erst Herrn Gerd fragen.“

„Brauchst du nicht, ich habe schon mit Herrn Gerd gesprochen, du darfst nach der Mittagsruhe zu mir rüberkommen. Du weißt doch, wo ich wohne, oder?“

„Ja“, sagte ich prompt.

Dann merkte ich, wie blöd ich war, woher sollte ich denn wissen, wo sie wohnt. Sie wusste bestimmt, dass ich ihr das Brettchen ans Fenster gestellt hatte und wie ein Blöder weggerannt war.

Nach der Mittagsruhe war ich wie der Wind in meine Sachen geschlüpft und Richtung Baracke gerannt, nur mit dem Gedanken im Kopf, keine Minute mit ihr zu versäumen.

In meinem Übermut bin ich der Länge nach in den Schotter gestürzt, der auf dem Weg lag.

Meine Hose kaputt, das Knie aufgeschlagen, Hände und Ellenbogen zerschrammt, so war ich dann an ihre Tür getreten und hatte an ihre Wohnungstür angeklopft.

Sie machte die Tür auf, sah mich an und sagte: „Mein Gott, wie siehst denn du aus, komm erst mal rein und setze dich.“

Als ich eintrat, ging sie in die Küche.

„Was ist denn passiert, Achim?“, fragte sie.

„Ich bin gestürzt, Frau Wilhelm, weil ich gerannt bin, ich wollte nicht zu spät kommen.“

„Jetzt sieht es so aus, als würdest du Hilfe brauchen“, sagte sie.

Sie ging in die Toilette, brachte einen nassen Waschlappen und ein Handtuch mit.

„Zieh deine kaputte Hose aus, ich muss dein Knie versorgen.“

Schüchtern zog ich dann meine Hose aus und legte sie mir auf den Schoß.

Als sie meine Wunden reinigte und das Knie verband, sagte sie: „Was machst du nun mit der Hose, die ist kaputt, und so kannst du nicht wieder zurück.“

„Nein, kann ich wirklich nicht“, sagte ich, „aber die Nähstube ist noch offen, dort kann ich mir gleich eine neue Hose geben lassen, Frau Wilhelm. Die Frauen dort sind nett, die machen das mit. Nach Schulschluss helfe ich dort öfters.“

„Ich weiß“, sagte sie, „du bleibst jetzt hier sitzen, ich mache dir einen Kakao und werde mal sehen, was ich da machen kann.“

Nachdem sie mir den Kakao hingestellt hatte, wollte sie mir wie selbstverständlich die Hose vom Schoß nehmen. Ich aber hielt die Hose krampfhaft fest. Sie schaute mich an, lächelte und gab mir eine Decke. Diese Decke legte ich auf die Hose, zog sie dann unter der Decke weg und gab sie ihr.

Jetzt saß ich allein in ihrer Wohnung, trank Kakao und war glücklich.

Hier roch alles so schön, nach Frau, nach ihr, nach Flieder. Vor ihrer Wohnungstür roch es noch muffig, wie die gesamte Baracke, aber hier war es angenehm. Eine Wohnung zum Träumen.

Auf einmal hörte ich so etwas wie Musik und meine schönen Vorstellungen waren im Eimer. Vorsichtig stand ich von meinem Stuhl auf, aufpassend, dass meine Decke nicht verrutschte. Dann sah ich nach, woher das störende Geräusch kam.

Das gab es doch nicht, vorm Küchenfenster stand der Schimmel, unser Sportlehrer, mit seiner Gitarre und jammerte etwas von „Marmor, Stein und Eisen bricht“.

Mann, dachte ich, hat der denn den Startschuss nicht gehört? Frau Wilhelm war doch gar nicht da.

Stand da vorm Fenster und machte sich zum Volltrottel. Seine Posen während dieses Konzerts waren auch eher lächerlich.

Der, der sich immer so knüppelhart gab, stand hier und trällerte sich zum Idioten. Auf dem Kopf hatte er einen Kranz aus gelben Pusteblumen. Der hat sich doch nicht etwa an den Pillen von unseren Epileptikern vergriffen. Außerdem hätte er doch wissen müssen, dass Jesus einen Dornenkranz trug. Mann, war ich wütend, ausgerechnet der unwiderstehliche Grobian.

Endlich, Frau Wilhelm kam wieder, mit einer neuen Hose in der Hand.

„Na, hat der Kakao geschmeckt, Achim?“

„Ja, sehr gut“, antwortete ich brav.

„Was wollte Herr Schmidt, hat er ans Fenster geklopft?“

„Nein“, sagte ich, „er hat nicht geklopft, er hat vorm Küchenfenster einen zum Besten gegeben.“

„Was hat er?“

„Er hat gesungen und nur gut, dass sie das nicht mit anhören mussten.“

„Aha, deswegen die Gitarre. Was hat er denn gesungen?“

„Weiß nicht, glaube so was wie ‚Marmor Stein und Eisen bricht‘“, kennen Sie das Lied?“

„Ja, es ist von Drafi Deutscher.“

„Den kenne ich gar nicht.“

„Kannst du auch nicht, er ist aus dem Westen, besser gesagt, aus Westdeutschland.“

„Darf er es denn singen?“

„Kann sein“, sagte sie dann.

Das kann doch nicht sein, dachte ich, steht vorm Fenster und singt Lieder aus Westdeutschland. Herr Löwenberg trug eine Hose aus Westdeutschland und musste Knöpfe und Schild abtrennen.

Aber der konnte machen, was er wollte, für Herrn Schimmel wäre es aber besser gewesen, wenn man bei ihm etwas abgetrennt hätte.

„Achim, Achim“, hörte ich, „träumst du? Du kannst deine Hose wieder anziehen.“

„Da … da … danke, Frau Wilhelm, für die Hose“, stotterte ich.

„Ist schon gut. Mach langsam, Achim, und setze dich hin, wenn du die Hose anziehst, sonst fällst du wieder hin und verletzt dich.“

Dann ging sie zu einem Pappkarton und sagte: „Jetzt zur Hilfe, die ich bräuchte. Du kannst doch nähen, oder? Schau mal hier, meine Gardinen.“

Mit diesem Satz nahm sie eine Gardine heraus und entfaltete sie. „Die sind für diese Fenster viel zu lang, vorher hatte ich sie in meiner Berliner Wohnung hängen. Dort waren die Räume und Fenster sehr hoch. In der Nähstube habe ich mit den Frauen gesprochen, sie sagten, du bist sehr geschickt im Umgang mit der Nähmaschine – würdest du mir die Gardinen kürzen?“

„Ja, gern, Frau Wilhelm“, sagte ich, „aber ich kann das auch hier mit der Hand und es sieht besser aus. Nadel und Faden kann ich mir von der Nähstube geben lassen.“

„Glaube ich dir gern, aber ich habe nicht so viel Zeit dafür und möchte, so schnell es geht, die Gardinen an den Fenstern haben.“

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