Hans-Joachim Schmidt - Misshandelt, verraten und verkauft

Здесь есть возможность читать онлайн «Hans-Joachim Schmidt - Misshandelt, verraten und verkauft» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Misshandelt, verraten und verkauft: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Misshandelt, verraten und verkauft»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Meine Kindheit kann man eigentlich nicht als Kindheit im üblichen Sinne bezeichnen. Misshandlungen, Schikanen, Schläge, Essensentzug und Zwangsarbeit gehörten zu meiner Kindheit, so, wie andere Kinder Spielen gingen. Und wenn das noch nicht genug war prophezeite man mir, und das immer wieder: «Du wirst mal im Knast landen!» Das traurige daran, sie sollten recht behalten, nicht weil ich strafbar war im eigentlichen Sinne, sondern, weil ich mich nicht politischen Normen gegenüber verhielt.

Misshandelt, verraten und verkauft — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Misshandelt, verraten und verkauft», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Sollte einer auch nur ein Bild seiner Verwandten oder einen Riegel Schokolade nicht abgegeben haben, wurde das als Diebstahl bewertet, und derjenige war alles los. Nichts von dem, was er beim Besuch bekam, wurde je an ihn weitergeleitet. Zumal die Aussicht, sein Eigentum auch zugeteilt zu bekommen, gleich null war. Weil jetzt auch Bestrafungen die Reduzierung oder Streichung der Geschenke beinhaltete – neben der eigentlichen Strafarbeit.

Nach den Besuchstagen ging der alte Trott weiter. Auch mein Alltag ging wieder seinen gewohnten Gang. Küchendienst und Nähstube blieben, nur meine kleinen Basteleien kamen jetzt hinzu.

Meistens hatte ich nur am Wochenende Zeit dafür, denn am Wochenende wollten die Erzieher selbst ihre Ruhe haben.

In der Regel waren wir an den Wochenenden auf uns allein gestellt, das heißt aber nicht, dass wir machen konnten, was wir wollten.

Zucht und Ordnung blieben immer noch oberstes Gebot.

Mit der Zeit hatte ich schon ein kleines Vermögen angehäuft. Über zwanzig Mark hatte ich schon. Es hätte mehr sein können, aber ich kaufte immer öfter Zigaretten, für mich und auch die anderen Jungs.

So kam es dann, dass ich beim Rauchen erwischt wurde.

Frau Kaiser war wieder im Dienst, und eine ihrer ersten Amtshandlungen nach ihrer Krankheit war, mich beim Rauchen auf dem Klo zu erwischen.

Nie klopfte ein Erzieher oder Erzieherin irgendwo an, wenn ein Waschraum oder die Toilette von uns durch sie kontrolliert wurde.

Jetzt dachte ich, es ist alles aus. Ich hatte mich schon mit dem Kopf in der Kloschüssel gesehen oder ähnliche Eskapaden erwartet. Am ganzen Körper hatte ich gezittert, vor Angst. Dann musste ich auch noch husten, weil immer noch der Rauch in mir war, und ich versuchte, ihn so unauffällig wie möglich auszublasen.

Aber sie, sie war die Ruhe selbst.

„Mach deine Zigarette aus“, sagte sie in ruhigem Ton.

„Entleere sofort deine Hosentaschen, auch die Gesäßtaschen, und gib mir deren Inhalt. Und vergiss die Zigaretten nicht“, fuhr sie ebenso ruhig fort. Ich tat, was sie verlangte, und wartete immer noch auf irgendeine aggressive Handlung von ihr.

„Du kommst jetzt mit“, sagte sie nun mit strengem Ton.

Wir gingen, anstatt zum Heimleiter, in ihre Wohnung. Sie wohnte im selben Haus wie wir, aber unter dem Dach.

Angekommen in ihrer Wohnung, roch auch die wie sie selbst. Es stank regelrecht wie auf einem Pissoir.

Dann sagte sie: „Lass uns mal sehen.“ Sie öffnete die Schachtel und sagte: „Aha, zwölf Zigaretten, hast du die anderen alle alleine geraucht?“

„Ja“, sagte ich.

„Wo sind die her und lüge nicht.“

„Ich habe sie im Konsum gekauft und gesagt, dass sie für Herrn Gerd sind.“

Frau Kaiser nahm eine Zigarette aus der Schachtel und zündete sie an.

„Hier, nimm und rauche sie, aber nicht Pustebacke.“

Ich traute mich nicht, die angezündete Zigarette zu nehmen, ich dachte, es wäre eine Falle.

„Nimm, aber plötzlich, oder soll ich nachhelfen?“

Also nahm ich die Zigarette und zog voll durch.

Kurz vor Ende der ersten Zigarette nahm sie mir die aus der Hand und drückte die Kippe im Aschenbecher aus. Da dachte ich schon, dass ich es hinter mir habe, aber nein – ich irrte. Sie nahm wieder eine Zigarette aus der Schachtel, zündete sie an und sagte: „Nimm.“

Ich nahm die Zigarette und paffte weiter.

Dann wurde sie etwas lauter und sagte in einem Befehlston: „Du gehst hier nicht eher weg, bis die Schachtel alle ist.“

Mir war jetzt schon schwindlig, und da sollte ich alle Zigaretten rauchen!

Jetzt musste mir schnell etwas einfallen. Es war schon die fünfte Zigarette und sieben hatte ich noch vor mir. Mir wurde speiübel, ich wollte noch irgendetwas sagen, aber ich glitt unter den Tisch.

Ergebnis dieser Rutschpartie: ein riesiger Brandfleck auf der Tischdecke von Frau Kaiser.

Das war mein Glück, ich bekam ein Glas Wasser und brauchte die anderen nicht mehr rauchen.

Bevor ich gehen durfte, sagte sie: „Beim nächsten Mal gibt es kein Pardon.“

Schwankend bin ich dann die Treppen heruntergerannt und begab mich, so schnell es ging, auf die Toilette.

Neue Erzieher und Lehrer

Es war wieder ein Jahr vergangen. Die Weihnachtsferien und Silvester gehörten der Vergangenheit an.

Viele Kinder durften über Weihnachten zu ihren Eltern.

Wir, die blieben, mussten alle Stationen reinigen, Betten beziehen, Gelände reinigen und vom Schnee befreien – also alles, was so anfiel.

Wir hatten sonst keinen Stress weiter, es blieb noch viel Freizeit für uns.

Silvester haben die Erzieher diesmal eine Treppe höher in der Aula gefeiert.

Wir haben wieder nachgesehen, aber die Aula wurde nach Ende der Feier abgeschlossen.

Nach den Winterferien bekamen wir einen neuen Erzieher.

Herr Löwenberg, Mitte dreißig, ordentlich, mit einem großen Schnauzer und er trug immer „Levis“.

So was wie Präsent 30 sah man bei ihm nicht. Nie hatte er sich gehen lassen, was die Auswahl seiner Garderobe anging sowie seiner Pflege im Allgemeinen.

Er war immer verständnisvoll, hatte sich mit uns sinnvoll beschäftigt und uns viel beigebracht.

Strafen waren für ihn ein Fremdwort.

Auch hatte er sich für uns eingesetzt oder ist auch einmal dazwischengegangen, wenn ein Erzieher austickte. Er war nicht das Muskelpaket, er war eher dünn, aber er konnte gut argumentieren.

Einmal hörte ich einen Streit zwischen Herrn Löwenberg und Herrn Hahn, den sie im Erzieherzimmer führten. Herr Löwenberg stand total hinter uns und hatte sich nicht irritieren lassen von den zweideutigen Angeboten seitens Herrn Hahn.

Herr Löwenberg hatte sogar Nachtwanderungen oder Schnitzeljagden veranstaltet, trotz Protest vom Erziehungsleiter.

Er lehrte uns, mit Karte und Kompass umzugehen, oder giftige von essbaren Pilzen zu unterscheiden.

Wir hatten früher schon Pilze sammeln müssen. Aber bisher wurden alle gesammelten Pilze beim Erzieher abgegeben.

Bei Herrn Löwenberg durften wir sie auch zubereiten und selbst essen. Zwiebeln, Speck und Salz bekamen wir von den Frauen aus der Küche.

Er war es auch, der den höchsten Respekt von uns allen erhielt. Alle waren wir uns einig: Hat Herr Löwenberg Dienst, wird kein Mist gebaut, und keiner haut ab. Alles, was er anwies, wurde mit besonderer Sorgfalt und Güte durch uns ausgeführt. Das waren dann diese Samstage, an denen unsere Station die besten Noten für Ordnung und Sauberkeit bekam.

Sauber machen war jeden Tag angesagt, allerdings ohne Benotung. Nur jeweils am Samstag war großes Reinemachen. Da wurde auf alles geachtet, Sauberkeit der Räume und des Waschraums, sind die Schränke aufgeräumt, die Betten auf Kante und so weiter. All das wurde benotet.

Einen Preis gab es nicht, aber zu gewinnen war doch auch etwas – sozusagen, der Beste zu sein.

Für Herrn Löwenberg hatten wir uns besonders ins Zeug gelegt, weil wir wollten, dass er bleibt und dass er stolz auf uns Jungs sein kann.

Herr Löwenberg hatte sich immer für uns und mit uns gefreut, auch wenn wir einmal nicht gewonnen hatten. Es war ehrliche Freude, manchmal konnte ich sogar eine kleine Freudenträne in seinen Augen entdecken.

Eines Tages kam er zum Dienst und das Lederschild sowie das kleine rote Fähnchen an seiner Levis-Gesäßtasche fehlten. Beides war sehr oberflächlich abgetrennt, Reste des Schildes waren noch zu erkennen und die dunkle Stelle, an dem es zuvor war.

Als ich ihn darauf ansprach und sagte, dass das Schild abgegangen sei, sagte er: „Nein, mein Junge, ich musste es entfernen und nicht nur das, sondern auch die Knöpfe.“

„Warum?“, fragte ich.

„Sieh mal, Achim“, sagte er und strich mir über die Haare, „diese Hose ist aus dem nichtsozialistischen Ausland, und ich bin euer Erzieher und muss eine Vorbildfunktion erfüllen. Achim, jetzt werde ich dir für dein weiteres Leben was mitgeben. Es ist eine kleine Lebensweisheit mit riesiger Wirkung.“

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Misshandelt, verraten und verkauft»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Misshandelt, verraten und verkauft» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Misshandelt, verraten und verkauft»

Обсуждение, отзывы о книге «Misshandelt, verraten und verkauft» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x