Hans-Joachim Schmidt - Misshandelt, verraten und verkauft

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Meine Kindheit kann man eigentlich nicht als Kindheit im üblichen Sinne bezeichnen. Misshandlungen, Schikanen, Schläge, Essensentzug und Zwangsarbeit gehörten zu meiner Kindheit, so, wie andere Kinder Spielen gingen. Und wenn das noch nicht genug war prophezeite man mir, und das immer wieder: «Du wirst mal im Knast landen!» Das traurige daran, sie sollten recht behalten, nicht weil ich strafbar war im eigentlichen Sinne, sondern, weil ich mich nicht politischen Normen gegenüber verhielt.

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Als Folge dieser Zwangsverabreichung habe ich auch heute noch Schwierigkeiten, Tabletten zu nehmen, und Kapseln gehen bei mir schon gar nicht. Sollte ich dennoch Medikamente nehmen müssen, lasse ich sie mir spritzen oder bekomme sie in flüssiger Form.

Hin und wieder gab es auch, und ich glaube, es so auf der Packung gelesen zu haben, Dolormin , sie nannten es Schnaps. Vielleicht auch deswegen, weil sie es selbst konsumierten, als Ersatzdroge sozusagen.

Es gab schon einen Arzt in Werftpfuhl , zumindest hatte der Mann, der da kam, immer einen weißen Kittel an und ein Stethoskop am Hals, wenn er uns untersuchte. Keiner von uns glaubte, dass er wirklich ein Mediziner war. Er war ein hagerer, ziemlich großer Mann. Sein Gesicht war, wie alles andere an ihm, knöchern. Seine Augen lagen tief in den Höhlen. Seine Hände und Füße waren unmenschlich groß. Er sah eher wie ein Totengräber aus. Wenn jemand erkältet war, war er sehr oft zur Stelle. Wir mussten uns, jeder einzeln, im Behandlungszimmer vor ihm nackt ausziehen und husten. Dabei griff er uns an die sich bewegenden Hoden. Manchmal so kräftig, dass einem die Luft wegblieb. Seine zweite Diagnose holte er sich im After. Ohne Gummihandschuhe, aber mit Vaseline, rammte er uns seine knochigen, eklig langen Finger in das Gesäß. Oft hatte ich danach Probleme und das nicht nur beim Sitzen. Um dieser Behandlung zu entgehen, meldete ich mich nie wieder freiwillig krank. Dem entging man trotzdem nicht, weil wir uns vonseiten des Heims einer prophylaktischen Untersuchung durch diesen Herrn hin und wieder unterziehen mussten.

Sehr zu unserer Freude kam er irgendwann nicht mehr, auch kein anderer mit weißem Kittel.

Metronom

Ein Metronom ist ein aus Holz gefertigtes Instrument mit einem Federwerk Dies - фото 12

Ein Metronom ist ein aus Holz gefertigtes Instrument mit einem Federwerk. Dies dient dem ständigen Hin und Her eines Pendelstabes. An dem Pendelstab befindet sich ein kleines Gewicht, welches durch Hoch- oder Runterschieben die Geschwindigkeit des ausgebenden Tickens verändert. Es wird in der Musik als Taktgeber angewandt.

Bei uns wurde es eingesetzt, um die Einschlaf- und Schlafgewohnheiten unter diesen Bedingungen zu testen und wie wir im Alltag mit diesem erzeugten Stress des ständigen Tickens zurechtkommen.

Während der Ruhezeiten wurde in den Schlafräumen ein solches Metronom aufgestellt. Das unaufhörliche, monotone Geräusch dieses Teils nervte gewaltig. Dazu wurde auch noch die Geschwindigkeit täglich geändert und bei Bedarf wieder nachgespannt – das war Folter. Einschlafen ging ganz schlecht. Nachts ist man davon auch wach geworden und somit am Tage unkonzentriert und ständig müde gewesen. Also, es ging gar nicht.

Eines Nachts, als ich es nicht mehr aushielt, habe ich das Metronom einfach ausgeschaltet.

Noch nicht ganz zurück in meinem Bett, kam Tonne, meine Chirurgin, aber in erster Linie unsere Nachtwache, angerannt. Schon ihre sich nähernden Schritte lösten in mir Panik aus. Ich fühlte mich ertappt.

Sie zerrte mich aus dem Schlafraum und hatte schon ihr Schlüsselbund schlagbereit in der Faust. Ein Sicherheitsschlüssel schaute, wie immer, heraus und sie begann sofort, ihn mir in meinen Körper zu rammen.

Zustechend, kneifend und kreischend beförderte sie mich vor das Zimmer der Nachtwache. Dort musste ich dann ohne Hausschuhe bis zum Wecken ausharren. Das waren immerhin noch gute zwei Stunden.

Überall, wo sie mich mit ihrem Sicherheitsschlüssel getroffen hatte, waren an meinem Körper dunkelblaue Flecken und kleinere Einblutungen. Diese spitzen Schlüssel gingen immer durch die Haut bis ins Fleisch.

Pünktlich zum Dienstwechsel kam ausgerechnet Herr Bergmann.

Nach einem Gespräch zwischen der Nachtwache und Herrn Bergmann musste ich mich waschen, anziehen und noch vor dem Frühstück bei Herrn Bergmann, unserem Erziehungsleiter, im Büro erscheinen.

Der packte mich unsanft am Oberarm und riss mich hin und her. Dabei schrie er mich an. Sein Text war: „Eigentum ist zu achten.“

Viel hätte nicht gefehlt und mir wäre der Arm aus der Schulter gerissen worden. Noch Wochen danach hatte ich eine Schwellung an der Schulter und konnte den Arm nicht uneingeschränkt heben.

Eigentlich fand ich nichts Schlimmes dabei, dieses nervenaufreibende Metronom abzuschalten.

Herr Hahn tat das laufend in seiner, ihm nicht zustehenden Mittagsruhe. Immer, wenn er die Aufsicht über uns hatte, wurde einer ausgewählt, der neben seinem Bett stehen musste, sodass sich Herr Hahn in dessen Bett langlegen konnte, um zu schlafen. Manchmal pennte er durch bis 18 Uhr.

Störungen seiner Ruhe hatten einen Tanz mit dem Kasper zur Folge – und Kasper konnte richtig wehtun. Auf Jochens kleinem Körper hatte er sogar einmal, nur wegen einer solchen Störung, den Kasper beim Zuschlagen kaputt gemacht. Er schlug einfach ziellos auf den Kleinen ein, bis das Material zerbrach. Außer mir vor Wut schmiss ich mit allem, was ich greifen konnte, auf Herrn Hahn. Erst als Herr Hahn einen Nachtschrank in seinem Rücken spürte, hörte er auf, auf Jochen einzudreschen.

Nur ich nicht, wütend, alles aus mir rauslassend, schlug ich auf den großen Kerl ein. Erst mit der Schublade, die während des Fluges auf seinen Rücken fiel, dann mit meinen Fäusten. Alles ließ ich aus mir raus, alle Wut, die sich in mir aufgestaut hatte, der Hass, der in mir kochte, erst kontrolliert und dann … ich weiß es nicht mehr.

Zwei Erzieher konnten mich nur mit sehr viel Mühe stoppen.

Alles fing an, weil Jochen in der Mittagsruhe zur Toilette musste. Toilettengänge mussten erfragt werden und wurden immer untersagt. Bettnässen wurde auch bestraft. Das war ein Dilemma, was jeder für sich allein lösen musste. Der Schmerz, über Stunden hinweg nicht auf die Toilette zu dürfen, ist Wahnsinn. Wenn der Erzieher dann noch wartet, wie man sich entscheidet, ist das menschenverachtend und pervers.

Jedenfalls sahen wir beide gut aus und wir landeten wieder einmal gemeinsam auf der „Krankenstation“.

Es gab ein warmes Bad in der Wanne und frische Bettwäsche sowie gutes Essen, dank meiner lieb gewonnenen Küchenfrauen. Am nächsten Tag kam ein Arzt aus Werneuchen. Es war der Hausarzt unseres Schulleiters.

Der Hausarzt stellte Prellungen und Hämatome fest. Aber um ganz sicher zu gehen, sollten wir auch noch zum Röntgen in die Poliklinik gebracht werden.

Die Entscheidung, ob wir zum Röntgen gingen oder nicht, nahm Herr Bergmann dem Arzt ab – wir blieben.

Ab sofort änderte sich einiges. Herr Hahn besorgte sich einen neuen Kasper und er brachte auch zwei Paar Boxhandschuhe mit.

Der Kasper diente jetzt nur noch als Wegweiser, das hieß, nur ein gezielter Schlag, manchmal auch zwei, wenn er abrutschte, wie er sagte.

Ja, die Boxhandschuhe, die sollten unser angeschlagenes Selbstbewusstsein stärken.

„Sport tut jedem gut, Sport heißt auch sportlich fair, Zusammenhalt und, und, und“, sagte er mit geschwollener Brust.

Dann kam ein Vortrag, vor allem über seine boxerische Leistung. Seine Sätze begannen immer mit „Ich war, ich bin und ich werde sein“.

Diesen Ausspruch der Rosa Luxemburg muss er wohl bei seiner Gehirnwäsche, in Schulungen der Parteiführung, falsch verstanden haben.

Er war der Medaillen-Abräumer der DDR, er war immer fair, er war und ist ein guter Sportler. So stellte er sich gerne dar. Na ja, dachte ich, wer es glaubt?

Jedenfalls haben wir uns später darüber fast totgelacht. So ein Hirni! „Was glaubt der, wer er ist?“, mussten wir uns ernsthaft fragen.

Er sprach von Fairness – wir fragten uns, ob es fair ist, kleine Jungs zu verdreschen.

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