Maxi Hill - Die Würde

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Als der angolanische Vertragsarbeiter Amadou in den Vor-Wendejahren auf Betty trifft, begehrt er sie aus reinem Heimweh, weil sie seiner Schwester Nsamba ähnelt. Für Betty, die Altenpflegerin, ist Amadou nur eine der willkommenen Abwechslungen zu ihrem freudlosen Job. Im Widerstreit der Kulturen trennen sich ihre Wege, bis Betty schwanger wird, und nicht weiß, von wem… Zu allem Übel hat Betty auch noch ein Problem mit der Heimbewohnerin Irma, deren Kinder gerade aus Angola zurückgekehrt sind, mit dem Versprechen an die Eltern, deren Sohn Amadou in der DDR zu unterstützen. Bald wird Piet und Toni Hein klar, dass mit Irmas wie mit Amadous Würde sträflich umgegangen wird.
In der Wendezeit treten erstmals auf ostdeutschem Boden Kräfte in Erscheinung, die Amadous Schicksal fatal besiegeln, aber auch solche, die Irma verzweifeln lassen …Zum Glück gibt es auch mutige Menschen, wie den Journalisten Volker Brandt, die etwas bewirken können…

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»Der Brigadier sagt…«

»Der Brigadier, der Brigadier … Was sagt unser Professorchen?«, quiekt die erregte Stimme von Amadou. Mit einiger Wucht landet seine Faust auf der Schulter von Eduardo. Den rührt das nicht, der zuckt nicht einmal, schaut nur auf und sinniert ganz ruhig über die Zukunft dieser Welt.

»Alles hat seinen tiefen Sinn. Der Fortschritt braucht Schutz. Eine Weltgesellschaft, die nicht nur dem Profit erlegen ist, wäre ein Segen für Mutter Erde. So wie die Kapitalisten mit der Welt umgehen, ist sie in Gefahr.«

»Was soll das für eine Gefahr sein?«

»Die Gefahr der Rasanz. Wem soll diese Rasanz nützen? Die Erde blutet aus, die Ressourcen schwinden, die Natur stirbt, nur weil dem Menschen Bedürfnisse suggeriert werden, die er noch gar nicht kannte, die er aber haben sollte, um den Konzernen Profit einzufahren. Der Kapitalismus dient nicht der Menschheit, er dient der Macht einiger Menschen über viele. Nur wenn die Bedürfnisse der Menschen die Triebkraft der Entwicklung sind, kann diese Welt auf Dauer alle ernähren.« Eduardo lehnt seinen Körper weit zurück und schielt auf das Kopfende seiner Koje. »Das steht in den Büchern und das haben auch wir so gelernt…«,

Eduardo ist stolz auf sich, sehr stolz sogar. Keinen einzigen Satz hat er vergessen. Er hat sie in einem dieser Bücher gelesen und er hat die Sätze in Deutsch gelesen.

»Klingt plausibel, aber wer in der Scheiße sitzt, denkt nicht an morgen. Wir leben heute, Eduardo.«

»Wir leben heute Amadou«, lächelt nun auch Eduardo, ohne es zu merken, »und morgen gehen wir zur deutschen Disco.«

Toni Hein

Die afrikanische Sonne brennt erbarmungslos auf der Haut, ihr Gesicht ist braun gebrannt, ihre feuchten Augen rötlich, das dunkle Haar glänzt im Gegenlicht des ewigen Sommers. Sie spürt das alles nicht mehr. In Gedanken vertieft tritt sie vom Balkon zurück ins Zimmer. Drinnen erscheint es dunkler als es ist. Das Licht des grellen Tages hat die Pupillen verengt. Beinahe schrickt sie zusammen, als ein Schatten sich nähert. Es ist Piet. Mit einem zufriedenen Lächeln drückt er ein paar Briefe an seine Brust, als er Toni flüchtig umarmt. Längst hat er sich blitzschnell umgesehen, wie immer, wenn er nach Hause kommt.

»Gib nicht schon jetzt alles aus der Hand. Wer weiß, wie lange wir diesmal hier hängen bleiben.«

Gelegentlich hat sie den Eindruck, sie sei auch in den Augen ihres Mannes nur noch die Hausfrau. Wie konnte er anders denken? Es gab kaum eine Entscheidung, die sie allein traf, solange sie in diesem Land waren. Immer hatte sie ihre eigenen Bedürfnisse zurückgestellt, immer hatte sie sich seiner Meinung gebeugt, weil es etwas gab, das sie ums Verrecken nicht aufgeben wollte und das, wenn es publik geworden wäre, auch ihm Scherereien eingebracht hätte. Die heimlichen Besuche bei Ntumba waren verboten, der bairro war verbotenes Gebiet.

»Ich weiß«, entfährt es ihr ein wenig zu heftig. Seine Mahnung hatte etwas in ihr berührt, was sie seit langem verdrängt. Schon einmal waren sie hängen geblieben. Schon einmal sind Dina und Thom zu Hause beinahe verzweifelt, als die Eltern erst Wochen später ihren Urlaub antreten konnten, weil der Krieg sie gehindert hatte. Was würde sein, blieben sie diesmal ganz hängen. Es ist Krieg und der ist unberechenbar. Gerade an Dina wollte sie jetzt nicht denken, nicht so jedenfalls. Sie schaut Piet an und sieht sein Schmunzeln auf den Lippen und die Briefe in seiner Hand. Er nimmt ihr also den kratzigen Ton nicht übel, er weiß nur zu gut, wie sehr sie unter der Trennung von ihren Kindern gelitten hat, mehr als er. Doch er weiß auch, wie viel sie hier noch gerne erledigen würde für die Menschen, die sich an ihre Hilfe gewöhnt hatten. Er muss verstehen, dass sie es nicht erwarten kann, ihr Hab und Gut zu verteilen.

»Haben wir noch Zeit für die Post?«, fragt er.

»Klar«, sagt sie und greift rasch nach den Briefen, die, so lange wie sonst nie, unbeachtet geblieben sind. Für gewöhnlich wird die Post hastig geöffnet und hastig gelesen. Später lesen sie dann noch einmal Wort für Wort, Zeile für Zeile in Ruhe. Flink gleiten vier Briefe durch ihre Finger. Den einen von Dina schiebt sie auf ihren Schoß, einen anderen, den von Schwager John, reicht sie Piet. Die anderen haben Zeit. Dann herrscht gespannte Stille im Raum, nur das Hupen der donnernden Lastwagen auf der holprigen Straße vier Stockwerke unter ihnen hält Toni davon ab, ihre Gedanken locker zu lassen. Sie schließt die Balkontür und wirft einen Blick auf das Foto im Schrank, Dinas junges Gesicht, ihr Lächeln mit traurigem Blick. Sie ist entschlossen, ihre Nerven zu zügeln, der nächste Antwortbrief wird der letzte sein, für immer. Hoffentlich.

Neben ihr im Sessel atmet Piet beschwerlich. Seine Stirn glänzt feucht, er wischt mit dem Handrücken den Schweiß ab. Nein, müde sieht er nicht aus, eher zornig, allenfalls besorgt. Für eine Weile lehnt er sich zurück, doch mit einem Ruck reißt er sich hoch, seine Augen werden scharf, bitter. Mehr beiläufig als interessiert fragt sie ihn:

»Gibt’s was Besonderes?«

»Mutter liegt im Krankenhaus. Die Spritzenschwester hat sie gefunden… Morgens halb sechs lag sie auf dem Bettvorleger…«

Toni lässt den Brief ihrer Tochter auf den Schoß sinken. Die neue Zuversicht, die neue Vorfreude auf daheim weichen fragenden Augen. Sie wartet auf eine Erklärung, ein, zwei Worte mehr wenigstens. Dazu ist Piet nicht bereit, nicht in dieser Minute. Erst als Toni den Brief ihres Schwagers liest, wird ihr klar, was Piet bedrückt.

Seit sein Vater tot ist, würde Mutter Irma auch ihren Sohn Piet dringend brauchen. Er aber ist hier am 15. südlichen Breitengrad. Er kann ihr nicht helfen, noch nicht. Wie gut, dass John noch in der Heimatstadt lebt, und — wie er schreibt — opfert er sich auf, tut mehr als ein Mann ertragen kann. Seine Worte aber, »… es muss etwas passieren, ehe etwas passiert« , klingen wie ein Vorwurf, wie ein letztes Mahnen: Komm endlich nach Hause! Es gibt kaum einen Menschen, der dieses Gefühl besser kennt als Toni. Sie lebte ständig mit schlechtem Gewissen, weil sie ständig in der Fremde lebte. Sie war mit Piet in die Großstadt gezogen, hatte dort ihre Arbeit und ihre Familie und später das fünfjährige Studium. Für ihre Mutter war wenig Zeit. Die Reue war immer da, aber die traf sie doppelt, als Mutter früh starb.

»Hol sie zu dir. Du warst doch immer ihr Liebling.«

Tonis triumphierender Ton stört Piet, doch für Rechthaberei hat er nichts übrig. Seine Traurigkeit, so weit weg zu sein, würde Toni ihm sowieso nicht glauben. Für sie scheint er ein emotionaler Eiszapfen zu sein.

»Einen alten Baum verpflanzen? Das geht nicht gut«, sagte er wie zu sich selbst. Sein Kopf wiegt leise hin und her, doch der Blick bleibt starr. »John ist da und ihre Freundinnen.«

»Freundinnen«, wiederholt Toni und lässt ihre Stimme in der untersten Oktave der Abfälligkeit versinken. »Die kommen doch nur zum Kaffeeklatsch. Was Mutter braucht, ist nicht nur Unterhaltung. Sie braucht vor allem Hilfe, Pflege und natürlich auch Zuwendung.«

»Ich weiß, aber John kümmert sich und Lucie und Marga besuchen sie oft.«

Hat es Sinn, mit ihm über die Empfindung seiner Mutter zu reden? Über die Katastrophe, die Erwins Tod in ihr hinterlassen hat? Nie hat sie einen leisen Gedanken daran bei Piet gespürt, und nun mutiert er plötzlich zum Alterspsychologen?

»Heißt das, du lehnst es ab, dich um deine Mutter zu kümmern?«

Piet verharrt regungslos, nur seine Wangenmuskeln verhärten sich und hüpfen auf und nieder. Sie sieht genau, was ihr Tonfall in ihm auslöst. Er lässt seine Knie wippen und schnaubt verächtlich:

»Warum musst du immer so überziehen? Ich lehne es nicht ab, aber ich habe kein Recht, über sie zu bestimmen. John hat sich die letzten Jahre über um sie gekümmert. Er wird wissen, was das Beste für sie ist. Aber noch ist Mutter in der Lage, selbst zu bestimmen, was sie will. Nur das müssen wir respektieren und dann bin ich der Letzte, der etwas ablehnt.«

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