Maxi Hill - Die Würde

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Als der angolanische Vertragsarbeiter Amadou in den Vor-Wendejahren auf Betty trifft, begehrt er sie aus reinem Heimweh, weil sie seiner Schwester Nsamba ähnelt. Für Betty, die Altenpflegerin, ist Amadou nur eine der willkommenen Abwechslungen zu ihrem freudlosen Job. Im Widerstreit der Kulturen trennen sich ihre Wege, bis Betty schwanger wird, und nicht weiß, von wem… Zu allem Übel hat Betty auch noch ein Problem mit der Heimbewohnerin Irma, deren Kinder gerade aus Angola zurückgekehrt sind, mit dem Versprechen an die Eltern, deren Sohn Amadou in der DDR zu unterstützen. Bald wird Piet und Toni Hein klar, dass mit Irmas wie mit Amadous Würde sträflich umgegangen wird.
In der Wendezeit treten erstmals auf ostdeutschem Boden Kräfte in Erscheinung, die Amadous Schicksal fatal besiegeln, aber auch solche, die Irma verzweifeln lassen …Zum Glück gibt es auch mutige Menschen, wie den Journalisten Volker Brandt, die etwas bewirken können…

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Das Ausländerheim

Der Bus hat die Anhöhe erklommen. Nichts als Plattenbauten, riesige Fronten grauen Betons gähnen gen Himmel. Gleiche Türen, gleiche Fenster, gleiche Farben. Wie finden die Menschen ihr Heim?, denkt Amadou. Legen sie Duftspuren wie die Ameisen? Sind das Ameisen? Ja. Es sind fleißige Ameisen, die ihrer Königin zu dienen haben. Er grinst in sich hinein und läuft an den Häusern entlang, schaut nach oben. Die hell erleuchteten Fenster zieren zarte Stoffe; Gardinen nennen es die Frauen. Dahinter leben die Menschen in liebevollem Frieden. Familien mit Kindern, Alte, Junge. Für alle hat der Staat gesorgt. Alle haben eine Arbeit und eine Wohnung, und niemand ist da, der ihr Leben bedroht. Irgendwo knallt eine Tür ins Schloss. Amadou duckt sich. Warum er so leicht erschrickt, geht hier niemanden etwas an. Nur leise flucht er vor sich hin: »Verdammt!«

Er ist zu weit gelaufen. Ein paar Schritte muss er zurück, vorbei an knorrigen Bäumen und beinahe schon blattlosen Hecken, an denen der Wind zaust. Nichts flößt ihm mehr Furcht ein als kahle Bäume. Versteckt hinter einem Stück Mauer liegt das Ausländerheim; Vertragsarbeiter-Wohnheim habe man es zu nennen. Natürlich, dagegen ist nichts zu sagen.

Das gesprenkelte Sprelacard der Außentür ist schon mehrmals erneuert worden. Ob es die Fußtritte der Bewohner waren oder Dummejungenstreiche der Alemaos , das erfuhr man nie. Kraftvoll zieht er die Tür auf, laut knallt sie hinter ihm wieder ins Schloss. Diesmal duckt er sich nicht. Sein Freund Eduardo kommt von der kleinen Küche quer über den Flur gelaufen, der ebenso niedrig und hellhörig ist, wie die mit altmodischem Mobiliar ausgestatteten Räume. Aus der Wasserkanne in Eduardos Hand schwappen Spritzer auf das braune Linoleum, das schon bessere Zeiten gesehen hat. Eduardos gelbe Augäpfel wirken krank, sein fleischiger Mund unter der sehr breiten Nase aber zeigt ein Lächeln: »Ich habe eine Überraschung.«

Amadou wundert sich nicht. Die Art, wie man ihm begegnet, wie man seine Klamotten betrachtet, wie man ihn einbezieht in alles, was man organisiert, mag Amadou. Auch wenn sie alle nur gelittene Hungerleider sind wie er selbst, es wäre zu schwer, sich in der großen, unbekannten Welt alleine zu behaupten. Sie waren von ganz unten gekommen, hatten sich auf ein Abenteuer eingelassen, dessen Ausgang keiner vorhersagen kann. Nun sind sie hier, angekommen sind sie noch lange nicht. Zwei wichtige Dinge haben sie dazugelernt: Der Intoleranz begegnen sie tolerant, ihre Ausgeschlossenheit ordnen sie dem notorischen Sicherheitsbedürfnisses ihres Gastlandes zu — pronto .

»Wir haben Karten für die Disco«, freut sich Eduardo.

»Disco? Im Kombinat?«

Eduardo streckt geheimnisvoll einen Finger aus und zieht den unteren Wimpernkranz seines linken Auges so tief herunter, dass einen sein gelblicher Augapfel das Fürchten lehren könnte. Dann grinst er ein wenig verkrampft über das glänzende Gesicht.

»Nein. In der Sichelkneipe.«

Sichelkneipe nennen sie die Wohngebietsgaststätte der Konsumgenossenschaft, an deren Fassade ein riesiges Firmenlogo prangt. Der Brigadier sagt, der Schornstein und die Sichel im Kreis stehen für die Einheit von Industrie und Landwirtschaft.

»Super!«, grinst Amadou. Dann rutscht seine Lippe wieder nach vorn. Diese fremde Frau, diese Nsamba dort zu treffen, hieße, einen Tropfen Regen in der Namib wieder zu finden. Angesichts der schlaffen Lippe, die Amadou den Ausdruck ständigen Staunens verleiht, schwindet bei Eduardo der Stolz auf das Lob, das er angesichts der Überraschung erwartet hatte. Es war nur Zufall, dass er gerade in der Nähe vom Brigadier war, als der den Anruf führte.

Seine Wangen werden schlaff, beinahe hilflos. Amadou nimmt die Worte als einen guten Witz, bis Eduardo andeutet, Amadou soll mitkommen und einen Tee mit ihm trinken. Eduardo wohnt am Ende des Ganges mit Oscare, Acácio und Silva in einem Zimmer. Es hatte nicht geklappt, gemeinsam in einem Zimmer zu wohnen. Amadou wollte einen anderen Job und hatte ihn bekommen. Nun arbeiten sie in verschiedenen Schichten und wohnen daher in verschiedenen Zimmern. Jetzt ist es zu spät, etwas zu ändern, alle Zimmer sind belegt.

Amadou schaut sich um. Alles ist unverändert. Rechts an der Wand stehen hintereinander zwei Doppelstockbetten, in der Mitte des Raumes ein brauner Holztisch und vier Stühle. An der linken Wand die Spinde — vier an der Zahl. Sie sind so schmal, dass die Männer den Großteil ihrer Kleidung an Haken links hinter dem Kachelofen über der Holzbank aufhängen. Nur an die Wand hat inzwischen jemand ein Gebet geschrieben und ein Kreuz dazu gemalt. Eduardo war es gewiss nicht.

Auch wenn der alte Kachelofen ausgedient hat, weil die Baracke irgendwann aus Sicherheit an das Fernwärmenetz angeschlossen worden war und auch eine kleine Küche eingerichtet wurde, so dient die Röhre mit der gusseisernen Tür als Abstellplatz für Teekanne und Wassertopf und manchmal wird das ganze Monstrum zum Trockenplatz für durchnässte Kleidung.

Im Zimmer nimmt es einen den Atem. Der Geruch von verschwitzter Wäsche, abgetragenen Schuhen und schwarzem Tee schlägt auf den Magen. Um sich nach der Arbeit für die Arbeit auszuruhen, reiche die Unterkunft allemal, hatte die Beauftragte gesagt, und sie entspräche der Norm. Immerhin liege die bei maximal fünf Quadratmetern für eine Person und viereinhalb seien immerhin erreicht.

Eduardo zieht einen Stuhl hervor und lässt seinen massigen Körper fallen, dann spricht er schleppend, gedämpft, nur in seinen Augen entzündet sich ein kleines Feuer:

»Der Brigadier hat uns die Eintrittskarten geschenkt. Wir sollen nur den Algeriern nichts sagen, mit denen gibt es zu viel Ärger.«

Er spricht in sehr kurzer Zeit über sehr viele Dinge, die mit den Algeriern passiert sind und irgendwann kommt er überraschend auf die deutschen Frauen zu sprechen, die mit den Algeriern schamlos herummachen würden. Eduardo ist keiner, der je darüber nachgedacht hätte, mit einer deutschen Frau etwas anzustellen, nicht laut und vielleicht auch nicht einmal leise.

»Die Frauen haben kein Schamgefühl. Hängen sich denen an den Hals, knutschen herum und liegen sogar nackt am See. Da spannt dir die Hose. Ich sag dir was, Amadou, hätte ich eine solche Frau, ich würde sie geteert und gefedert aus dem Haus jagen.«

Eduardo nennt man hier Professorchen. Er hat etwas, was Amadou fehlt — den klaren Blick von seinen Büchern auf das Leben. Eduardo liest andere Bücher als Amadou — über die herrschenden Weltsysteme und ihre Wirtschaft.

»Wenn du ein Haus hättest, Eduardo«, grinst Amadou. »Erst musst du eins haben. Wenn das hier so bleibt, werden wir es nicht weit bringen. Vielleicht hau ich bald ab, nach Berlin.«

Eduardo macht Augen wie ein Kalb und wiegt mit dem Kopf wie ein Wackelhund.

»Das ist schwierig.«

»Aber man kann es schaffen. Noch haben wir genug Zeit, bis unser Vertrag ausläuft.«

Amadou richtet seinen Körper kerzengerade und wartet. Eduardo stiert in sein Glas, pustet hinein, hält seine Stirn über den aufsteigenden Dampf und nuschelt monoton.

»Wenn du reich werden willst, musst du wahrscheinlich auf die andere Seite der Mauer. Der Brigadier hat gesagt…«

»Der Brigadier…«, motzt Amadou, und gibt seiner Stimme die gleiche Abfälligkeit, die er dem Brigadier entgegenbringt. Er mag ihn nicht, nicht weil der ihn zu gerne als Spinner betitelt. Er mag ihn nicht, weil der Brigadier ihn nicht mag. Pronto!

Eduardo kennt die Fehde der beiden und redet einfach weiter.

»Der Brigadier hat gesagt, hier wird sich bald alles ändern, und…«

»Und?«

»Oder eben nicht gut ist.«

»Die Russen lassen nicht zu, dass etwas Schlimmes passiert. Die Kubaner würden bei uns auch nicht zulassen, dass Savimbi siegt. Wozu sind die überhaupt im fremden Land, die Russen wie die Kubaner?«

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