Doch einige Mitglieder des heimlich gebildeten Krisenstabs, der auf Anordnung des US-Präsidenten mit zehn Beamten des Homeland Security Offices, zehn Beamten von Interpol und je fünf Mitarbeitern der NASA und der ESA sowie mit zwei Nobelpreisträgern der Physik als Berater zusammengestellt worden war, schlossen diese Möglichkeit nicht vollständig aus.
James saß in dem von Cupido erschaffenem Duplikat seines Arbeitszimmers und verfolgte aufmerksam die Berichterstattung auf einer Leinwand, die Cupido installiert und auf der alle Fernsehprogramme der Welt empfangen werden konnten. Er sah fasziniert die Aufnahmen des Verschwindens des Skispringers und der Tennisspielerin, die nebenan friedlich in der Halle schliefen. Auch die heimlich mit einem Handy gemachten Aufnahmen von dem Beginn der Steinigung im Iran wurden ständig wiederholt. Wobei James immer wieder die Bilder beeindruckten, die zeigten, wie sich das leere Loch langsam mit Erde füllte und die mordlustige Meute auf den Tribünen mit fassungslosen Gesichtern ihre Steine fallen ließen.
Als sich die heisere Stimme in seinem Kopf meldete und die nächste Reise ankündigte, fühlte er Vorfreude in sich. Es fing an, ihm zu gefallen, die Welt in Atem zu halten und ihre Taten und die Reaktionen darauf im Fernsehen verfolgen zu können.
31.12., 10.30 Uhr GMT, Princess Street, Edinburgh
Der kahlrasierte junge Mann in dem weißen Arztkittel bog in die Princess Street ein. Fasziniert beobachtete er die Menschenmenge, die sich beiderseits der breiten Prachtstraße vor den eleganten Geschäften, Pubs und Restaurants die Bürgersteige auf und ab bewegte.
„Hey Doc, haste mal ein paar Euros für mich?“
Nummer Vier drehte sich um und sah eine hübsche Moddybee neben sich stehen, die ihm grinsend ihre geöffnete Hand entgegenhielt. Natürlich wusste er nicht, was eine Moddybee war, doch für alle anderen waren ihre schwarzgelbgefärbten Haare in Verbindung mit ihrem schwarzgelben Samtkleid, dem passenden Silber- und Goldschmuck und den gelben Overknee-Stiefeln ein eindeutiges Erkennungsmerkmal.
„Oder willst du einen exzellenten Blowjob für 50 Euro?“
Nummer Vier fühlte eine Hand zwischen seinen Beinen.
„Respekt, du bist ja irre ausgestattet!“
Nummer Vier war verwirrt, hilflos und hatte keine Ahnung, was sie von ihm wollte. Aber weil er intuitiv wusste, dass es nichts Gefährliches war, lächelte er. „Komm, Doc, wir gehen zu mir, ich habe ein Appartement in der Fredrick Street, gleich um die Ecke. Du bist zwar nicht gerade ein Adonis, aber mit deinem Hammergerät will ich unbedingt spielen.“
Sie hängte sich bei ihm ein und zog ihn mit sich.
„Ich heiße übrigens Sue, und wie heißt Du?“
„Alle nennen mich Nummer Vier.“
Sue küsste ihn auf den Mund.
„Ins ja irre! Bist du ein Alien oder hast du drei Geschwister? Ach, ist mir doch völlig egal. Ich freue mich sehr, dich getroffen zu haben. Oho, wie ich sehe, freust du dich auch, oder hast du etwa eine Pistole in der Jeans? Komm, beeilen wir uns, dass wir zu mir kommen, bevor deine Freude nachlässt.“
31.12., 13.55 Uhr GMT, Edinburgh, Schottland
Nummer Vier lag mit geschlossenen Augen im Bett von Sue. Er empfing das Glücksgefühl, das von ihr ausging, aber er selbst war vollkommen verwirrt. Warum hatte er nichts von diesem ekstatischen Gefühl gewusst, das von seinem schwanzähnlichen Anhängsel ausging, das jetzt schlaff zwischen seinen Beinen baumelte? Als sie Sues Appartement betraten, war dieses Anhängsel knallhart gewesen. Sue hatte ihn auf ihr breites Bett geworfen, es in die feuchte Öffnung zwischen ihren Beinen gesteckt und ihn wild geritten. Bis er dieses unglaubliche Gefühl spürte, das ihn wellenartig durchströmte. Er hatte gestöhnt, und Sue hatte heftig aufgeschrien. Als er fragte, ob er sie verletzt habe, hatte sie laut gelacht.
„Nummer Vier, du bist witzig und eine genialer Fick. Ich glaub, ich verlieb mich gerade in dich. Aber wieso hast du eigentlich den weißen Kittel an? Bist du aus einer Klapsmühle ausgebrochen?“
Nummer Vier hatte keine Ahnung, was sie meinte und antwortete nicht.
„Ach, was interessiert es mich, wo du herkommst!“
Sue kicherte, stand auf und ging zu einer Kommode und öffnete ein Schublade. Sie johlte einen kleinen Plastikbeutel mit einem weißen Pulver heraus, das sie mit einem braunen Kraut aus einem anderen Beutel vermischte. Dann verpackte sie die Mischung in ein längliches weißes Papier, das sie mit der Zunge benetzte und zusammen rollte. Sie steckte es sich in den Mund, zündete es an und inhalierte den Rauch in tiefen Zügen. Als der Joint verglimmte, kam sie selig lächelnd ins Bett zurück und schlief an seiner Schulter ein. Nummer Vier lag entspannt, aber wach neben ihr.
Nach einer Nummer Vier sehr lang erscheinenden Zeitspanne schlug Sue die Augen auf und betrachtete ihn lächelnd.
„Schön, dass du real bist, ich dachte schon, ich hätte einen irren Trip gehabt. Weißt du was, jetzt gehen wir was Essen.“
Sue sprang aus dem Bett und sah ihn unternehmungslustig an. Ihr Blick fiel auf seine Sachen, die wahllos zerstreut in ihrem nur mit einem Bett und einer Kleiderstange möblierten Zimmer herumlagen.
„Hm, deine Turnschuhe sehen irgendwie hinüber aus, bist du in einen Farbeimer mit roter Farbe getreten, oder was? Gehen wir neue kaufen. Ich hab Lust, dir etwas zu schenken.“
Das Klingeln eines Handy unterbrach sie. Sie ging hinüber in den anderen Raum ihrer Zweizimmerwohnung.
„Hi, Dad, was gibt es?“
Nummer Vier hörte, wie sie irgendetwas ins Telefon brüllte, was er nicht verstand, und den Hörer auflegte. Dann kam sie mit wütender Miene zurück ins Schlafzimmer.
„Das war mein Vater, er hat unsere Verabredung für heute Abend abgesagt, das Arschloch. Aber umso besser, dann können wir ohne den alten Zyniker feiern. Mir geht Edinburgh gerade etwas auf den Keks. Was hältst du vom Trafalgar Square in London, da geht heute um Mitternacht der Punk ab?“
Nummer Vier hatte keine Ahnung, was sie meinte, doch er nickte begeistert.
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