Martin Pfaff - Grenzgänger

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Professor Dr. Martin Pfaff beschreibt in seinem Buch seine einzigartige Reise: Ein Weg, der eine lange Suche wurde, mit dem Ziel, den Sinn des Lebens zu erkunden. Auf allen Ebenen hat der Autor Grenzen überwunden: spirituelle, kulturelle, politische Grenzen ebenso wie Mauern im Inneren.
Das Buch beginnt mit der Jugend eines Mannes, dessen Kindheit vom Katholizismus geprägt ist, der nach Indien gelangt und dort die großen Religionen des Landes entdeckt. Professor Dr. Martin Pfaff berichtet dem Leser über seinen äußeren und inneren Weg. Darüber, wie er sich immer wieder selbst neu erfinden muss, um die Welt um sich herum mit zu gestalten. Er ist dabei der ehrenamtliche Mitbegründer von Blindenschulen in Indien, wird Student an einer US-amerikanischen Eliteuniversität und schafft eine außerordentliche wissenschaftliche Karriere in den USA und Deutschland. Durch sein politisches Engagement wird er schließlich Mitglied des Deutschen Bundestages in mehreren Legislaturperioden.

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Freunde begleiteten mich zum Bahnhof. Der Zug kam mit einer zweistündigen Verspätung von Bombay (Mumbai) – schwere Monsunregen hatten zu Verzögerungen geführt. Erst nach Mitternacht ging es von Delhi los. Ich schlief den Schlaf des Gerechten – oder zumindest des Glücklichen! – auf der harten Holzbank in einem Waggon der zweiten Klasse.

Vom Bahnhof Lahore machte ich mich auf den Weg zum Haus der Joshuas. Alle waren hoch erfreut. Am glücklichsten jedoch schien der kleine Sonny über das mitgebrachte Geschenk. Und am meisten erstaunt über den erfolgreichen Abschluss meiner Reise war Herr Joshua: Als erfahrener Minister kannte er die bürokratischen Hürden am besten. Dass der Premierminister Indiens persönlich interveniert hatte – bei der Einfuhrgenehmigung und auch bei der Zollbefreiung –, beeindruckte ihn besonders. Die anerkennenden Blicke von Jane, Mariamm, John und Sam gefielen mir natürlich am besten. Später erfuhren wir vom Chef der Zollbehörde in Amritsar: „Noch nie gab es einen Fall wie Ihren! Das Indische Rote Kreuz zum Beispiel hatte Zollbefreiung für Gerätschaften beantragt, die in einem Lepra-Asyl verwendet werden sollten. Abgelehnt! Sie können sich glücklich schätzen!“ Das waren wir auch.

Später berichtete ich meinen Eltern und Brüdern: „In meinem letzten Schreiben habe ich euch über das wundersame Eingreifen des indischen Premiers Nehru in unsere Sorgen und Nöte berichtet, gleichsam als deus ex machina … Father Abraham hat eine Einfuhrgenehmigung erhalten, obwohl Indien alle Importe gestoppt hat, und eine Zollermäßigung von 6000 Rupien für den VW und 1000 Rupien für die anderen Geräte (Blindenschreibmaschine, Blindengrammofon, Tonbandgerät und Radio), also insgesamt Ö.S. 41.000! Keine Kleinigkeit. Und ich bin auch ein wenig stolz, denn ich bin für mehr als eine Woche von einem Regierungsbüro ins andere gerast, von einem Ministerium zum anderen. Am Ende hatte ich diese Genehmigungen in Händen, auf die wir monatelang vergeblich gewartet hatten.“

Zu den Höhepunkten unseres eineinhalbmonatigen Aufenthalts als Gäste der Joshuas zählten die Mittag- und Abendessen: Gesprochen wurde dabei nicht nur über die Tagesereignisse, sondern über Gott und die Welt.

Immer öfter führte dies zu Dialogen quer über den Tisch hinweg, zwischen Jane und mir: Wir sprachen über Religion, Geschichte und das Leben im Westen. Oder über Ausländer, die in Pakistan tätig waren. Einmal streifte das Gespräch Europäer, die Frauen aus Pakistan geheiratet hatten: „Ich glaube nicht“, sagte ich, „dass dies gut gehen kann, sind doch die kulturellen Hintergründe viel zu groß!“

Jane widersprach heftig: „Es hängt von den beiden ab, ob sie trotz der Unterschiede ihr Leben meistern wollen – wenn ja, dann kann es sicher auch sehr gut gehen!“ Wir sprachen und sprachen und sprachen. Und die anderen hörten uns aufmerksam zu.

Father Abraham schien die Entwicklung nicht zu gefallen. Am 19. Juli 1958 schrieb ich in mein Tagebuch: „Am Abend hatte ich Streit mit Father, der versucht hatte, zwischen Jane und mich zu kommen, als wir uns unterhielten.“ Und am 22. Juli 1958: „Jane hatte Streit mit Father. Sie protestierte gegen die Art, in der Father über die Gefühle, die [Jane und ich] einander entgegenbrachten, zu Mariamm gesprochen hatte. Mariamm hatte alles ihrer Mutter erzählt!“

Mir war bewusst, dass meine Gefühle für Jane immer aufgewühlter wurden. Aber ich wusste nicht, was daraus folgen sollte: Hier war ich, neunzehn Jahre alt, ohne mit dem Studium begonnen zu haben, ohne gesicherte Existenz. Jane war dreiundzwanzig Jahre alt, ein Jahr vor dem Erlangen ihres Doktordiploms. Welche Zukunft konnten wir haben? Ich war viel zu scheu, um mit Jane darüber zu sprechen. Aber ich war zutiefst unglücklich, weil der Tag der Weiterreise unmittelbar bevorstand. Was sollte ich also tun? Meine Antwort an mich selbst: „Du kannst gar nichts tun, außer dich so zu verhalten, dass du Jane nicht in eine peinliche Lage bringst! Und dass du dich so ehrenvoll gegenüber Janes Eltern verhältst, wie sie es als Gastgeber verdienen. Also – nicht einmal ein Gespräch über deine Gefühle für sie!“

Daran hielt ich mich, obwohl es mich zu zerreißen drohte. Eingeschlossen im Badezimmer, rollten Tränen der Ohnmacht meine Wangen herab.

Die einzige Handlung, die ich mir gestattete: Ich bat Jane in den Garten, um ein Foto von ihr zu machen. Sie willigte sofort ein. Bei diesem Anlass sagte sie mir: „In einem Jahr werde ich mein Medizinstudium beenden. Dann komme ich nach Südindien, um meine Verwandten zu besuchen.“ Wollte sie mir damit etwas sagen? Ich sollte weder Jane noch die anderen Mitglieder der Familie Joshua jemals vergessen.

Sechsundvierzig Jahre später fand ich über den Botschafter Pakistans in Berlin die Adresse der Joshua-Kinder heraus. Meine Überraschung war groß, als er mir beim Abendessen, zu dem er mich mit einigen anderen deutschen Parlamentariern eingeladen hatte, über die Joshuas erzählte: „Aber ja! Ich kenne vor allem Sam Joshua – er war Botschafter Pakistans! Sein Bruder John war Offizier bei der pakistanischen Armee. Ich schicke Ihnen die Adresse, sobald ich sie ausfindig gemacht habe!“ Meine Überraschung wurde noch größer, als ich erfuhr, dass die Joshua-Kinder ausgewandert waren: Sam nach Kanada und die anderen in die USA. Jane hatte Vivian, den Sohn des Erzdiakons, geheiratet. Sie waren beide als Ärzte über Kanada in die Vereinigten Staaten ausgewandert und arbeiteten in Grand Rapids im Staate Michigan – also nicht weit von Lansing und Detroit entfernt, wo meine Frau Anita und ich an den Universitäten unterrichten sollten. Wir besuchten sie in ihrem neuen Domizil.

Meine Spannung war groß, als wir vor ihrem schönen Haus mit dem gepflegten Garten in Grand Rapids standen: Hätte ich sie nach all den Jahren auf der Straße wiedererkannt? Die ehrliche Antwort lautete: „Nein!“ Im Haus warteten Mitglieder der Joshua-Familie und zahlreiche Gäste, auch Inder, die wohl mehr an Anita als an mir interessiert waren. Nach einer anfänglichen Scheu tauschten wir Erinnerungen aus, vor allem Vivian und ich. Ich hatte Abzüge von Fotos mitgebracht, die ich damals in Pakistan gemacht hatte. Ich setzte mich auf das Polster am Kaminsims. Jane gesellte sich zu mir. Unsere Augen lachten sich an, in Erinnerung an die Tage in Lahore.

Am liebsten hätte ich gesagt: „Ich habe dich nie vergessen!“ Jane lächelte nur ironisch und sagte nach einiger Zeit: „Wir haben das Gästezimmer für dich und deine Frau vorbereitet. Ihr hättet nicht ins Motel gehen sollen. Warum habt ihr das getan?“

„Weil ich zu scheu war, nach so vielen Jahren“, würgte ich heraus.

Sie lachte: „Komm, ich zeige dir das Gästezimmer im ersten Stock! Dann weißt du, wo ihr das nächste Mal wohnen werdet!“ Sie stand auf und begann – trotz ihrer Knieprobleme –, entschlossen die Treppe hinaufzusteigen. Ich rief Anita zu: „Komm, Jane will uns das Gästezimmer zeigen!“ Und ich wartete, bis Anita sich zu mir gesellte. Dann folgten wir ihr gemeinsam. Weder hatte ich Jane vergessen, noch war ich ganz locker in ihrer Anwesenheit. Ob sie mir nach all den Jahren gleichgültig geworden war? Mein Verhalten schien das nicht zu belegen.

Aber zurück nach Lahore: Am Donnerstag, 24. Juli 1958, war es so weit, Father Abraham und ich verabschiedeten uns von den Joshuas. Bei ihnen fühlte ich mich ganz zu Hause, fast wie bei meiner eigenen Familie. Ich hatte Tränen in den Augen, als wir unser Auto bestiegen und aus dem Tor hinausfuhren.

Die pakistanischen Behörden machten an der Grenze keinerlei Schwierigkeiten, Herr Joshua hatte den verantwortlichen Offizier vorab telefonisch informiert. Auf der indischen Seite begleitete uns ein Zollbeamter von der Grenzstation bis zu den Zollbehörden in Amritsar. Father musste eine schriftliche Zusage unterschreiben, dass das Auto plus Ausrüstungsgegenstände für die zu gründende Blindenschule verwendet werden würden. Zudem durfte das Auto zumindest für die nächsten drei Jahre nicht verkauft werden.

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