Martin Pfaff - Grenzgänger

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Professor Dr. Martin Pfaff beschreibt in seinem Buch seine einzigartige Reise: Ein Weg, der eine lange Suche wurde, mit dem Ziel, den Sinn des Lebens zu erkunden. Auf allen Ebenen hat der Autor Grenzen überwunden: spirituelle, kulturelle, politische Grenzen ebenso wie Mauern im Inneren.
Das Buch beginnt mit der Jugend eines Mannes, dessen Kindheit vom Katholizismus geprägt ist, der nach Indien gelangt und dort die großen Religionen des Landes entdeckt. Professor Dr. Martin Pfaff berichtet dem Leser über seinen äußeren und inneren Weg. Darüber, wie er sich immer wieder selbst neu erfinden muss, um die Welt um sich herum mit zu gestalten. Er ist dabei der ehrenamtliche Mitbegründer von Blindenschulen in Indien, wird Student an einer US-amerikanischen Eliteuniversität und schafft eine außerordentliche wissenschaftliche Karriere in den USA und Deutschland. Durch sein politisches Engagement wird er schließlich Mitglied des Deutschen Bundestages in mehreren Legislaturperioden.

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Auf dem Weg nach Kirman überquerten wir die Sandwüste in der Nähe von Kabusar Khan. In Kirman besuchten wir den österreichischen Arzt Dr. Hermann Oberecker. Die kleine christliche Gemeinde Kirmans hieß uns freundlich willkommen.

Am 9. April feierten die Muslime den Tag von Alis Verwundung mit Meditation und lautem Wehklagen. Ich wusste natürlich, auch von Father, etwas über die Geschichte des Islam: dass die Schiiten im Iran und auch im Irak die Mehrheit stellten, dass sie aber weltweit nur etwa zehn Prozent der Muslime ausmachten, womit der überwiegende Teil der Muslime aus Sunniten bestand.

Über meine persönlichen Erfahrungen mit den Sitten und Gebräuchen der Schiiten in Kirman schrieb ich nach Hause: „In einem Gebäude war eine größere Zahl von Muslimen versammelt. Wir waren gegenüber, in einem CMS-Missionsgebäude, untergebracht (die Mission ist aufgegeben, kein Erfolg). Der Torhüter, ein alter Schlingel, hat Father Abraham als pakistanischen Mullah (einen islamischen Geistlichen!) ausgegeben und vorgestellt. Alle in Schleier gehüllten Frauengestalten sind ehrerbietig zur Seite getreten und wir wurden durch die Mitte ins Haus geführt, wo die Männer im Türkensitz am Boden saßen. Etwa zweihundert. Uns wurde ein Ehrenplatz angewiesen, das heißt in einer teppichbelegten Ecke, die für Ehrengäste reserviert war. Nun marschierten verschiedene Mullahs zur Rednertribüne. Nach der Lesung eines Kapitels aus dem Koran begannen sie ihren Sermon über die Verwundung Alis, bis ihre Rede in Schluchzen erstickte. Nun fingen alle Frauen laut zu klagen und weinen an, und die Männer ächzten und stöhnten. Nachdem wir dies einige Zeit mitgemacht hatten, machten wir uns aus dem Staube, bevor die werten Muslime Father Abraham zu einer Ehrenrede einladen konnten! (Jeder Mullah sollte Arabisch können!) Oder bevor sie herausfinden konnten, dass wir Christen waren. (Gnade uns Gott!) Dieser alte Gauner von einem Missionstorhüter hätte uns bald zu unangenehmen Erinnerungen verholfen!“

Was ich in meinem jugendlichen Überschwang als Abenteuer darstellte, kann aus heutiger Sicht auch anders interpretiert werden: Vielleicht wusste die schiitische Gemeinde sehr wohl, dass wir Christen waren, und sie hießen uns aus Höflichkeit und Toleranz willkommen. Später hatte ich mehrfach Gelegenheit, in anderen Teilen der Welt islamischen Gottesdiensten beizuwohnen, mit vollem Wissen der Gemeinde.

Vor Bam wurden wir von unseren persischen Bekannten, aber auch von internationalen Besuchern, nachdrücklich gewarnt: Es sei ein Räubernest, vor dem wir uns hüten sollten! Dies konnte uns nicht abhalten, dorthin zu fahren, führte doch die Strecke nach Pakistan über Belutschistan genau durch diese kleine Stadt.

Bam lag nun vor uns: Was tun? Wenn man der Polizei auch nicht trauen konnte, blieben nicht allzu viele Optionen übrig. Wir fragten uns durch nach dem örtlichen Lehrer. Herr Sadjady beriet uns nicht nur, er lud uns als seine Gäste zu sich in sein komfortables Heim ein. Im Gespräch stellte sich im Lauf des Abends heraus, dass er früher ein Schüler einer CMS-Schule in Kirman gewesen war.

Nach Bam kam der schwierigste Teil unserer Reise, die Strecke nach Zahidan. Wir mussten die berüchtigte Dascht-e Lut durchqueren, eine Salz- und Sandwüste. Schon Alexander der Große hatte hier verheerende Erfahrungen bei seiner Rückkehr von Indien gesammelt: Ein großer Teil seiner Soldaten kam bei dem Rückzug ums Leben.

Nicht umsonst wird diese Wüste „Tal des Todes“ genannt, so die Übersetzung ihres Namens. Bald fand ich heraus, dass die sicherste Art des Fahrens aus einer Art Gleiten bestand: Die Geschwindigkeit im Sand durfte weder zu groß sein, um Auffahrunfälle bei den Sanddünen zu vermeiden, noch zu gering, um nicht stecken zu bleiben. Ich griff auf meine Erfahrungen als Pulverschneefahrer zurück – nur waren die Skier besser geeignet für den Schnee als unsere Reifen für die Sandwüste.

Die Hitze lähmte Haupt und Glieder. Das Hirn schaltet dabei am liebsten ab, soweit dies während des Konzentration fordernden Fahrens über Pisten und neben Dünen möglich ist. Ein Glutofen, der sich Kilometer für Kilometer erstreckt. Dazu der Sand, der früher oder später durch die Ritzen des Autos dringt, in die Kleider, ins Gesicht, ja sogar in Augen und Ohren. Der Schweiß stand nicht nur mir auf der Stirn.

Nach einer Kurve tauchte ein Lastwagen auf. Er hatte sich festgefahren und steckte tief im Sand. Bevor ich überhaupt entscheiden konnte, stehen zu bleiben, um zu helfen, dabei aber zu riskieren, dass ich nicht wieder loskommen würde, war es schon geschehen: Wir saßen ebenfalls fest! Da half kein Hin- und Herschaukeln, kein Versuch, im zweiten oder gar im dritten Gang loszukommen.

Also blieb nur, mit den Händen den Sand so weit wie möglich im Bereich der Räder wegzuschaufeln. In meiner jugendlichen Unerfahrenheit hatte ich nicht einmal eine Schaufel dabei, auch keine Matten – beides wäre für Schnee und Sand ratsam gewesen. Aber unser Auto war sowieso schon überladen. Ein stolz auf seinem Kamel vorbeireitender Beduine, das Gewehr neben seinem Fuß festgemacht, würdigte uns keines Blickes, als ich versuchte, seine Aufmerksamkeit zu gewinnen. Doch der Fahrer des Lastwagens kam mit einer Schaufel herüber und half, die Antriebsräder frei zu machen bis zum härteren Untergrund, und eine Rampe vor den Vorderrädern zu bauen.

Wir dankten ihm. Dann fuhr ich behutsam – im zweiten Gang – los. Weiter ging‘s auf festerem Sandboden den Bergen entgegen. Welch schöne Wüstenlandschaft mit einer breiten Palette an Farben – als hätte ein Künstler sich mit einem riesigen Pinsel ausgetobt! Kein Wunder, dass viele Menschen – ich gehöre auch zu ihnen – dem eigenartigen Charme der Wüste verfallen sind! Unerträglich waren nur die brütende Hitze und der aufgewirbelte Sand.

Am 15. April überquerten wir die Grenze nach Pakistan – mit unseren Visa kein Problem. Heute frage ich mich natürlich, ob es nicht auch viel leichter hätte gehen können. Doch auf diese Weise lernte ich den Iran viel besser kennen. Und auch intensiver: Wir trafen ein Menge interessanter Menschen. Schade, dass ich sie nie wieder gesprochen habe. Aber der Traum von Isfahan und Shiraz lebt in mir weiter. Vielleicht eines Tages …

Bei Mirjah verließen wir den Iran, nachdem wir ein Wadi durchquert hatten. Auf der pakistanischen Seite ging es weiter auf einer guten Straße durch die trockene und sehr heiße Wüste Belutschistans. Bei Nok Kundi wurden unsere Pässe kontrolliert, und wir mussten die Zollformalitäten erledigen. Zehn Meilen vor Dalbandin begann eine Asphaltstraße, dafür aber gerieten wir kurz vor Dalbandin in einen Sandsturm. Müde und verstaubt erreichten wir ein Rasthaus mit Bad und Toilette. Unter Bad ist ein großer Eimer mit Wasser zu verstehen, aus dem man mit einer kleinen Kelle Wasser über sich gießt. Kein Luxushotel hätte den Genuss überbieten können, den ich verspürte, als das lauwarme Wasser mir den Staub aus Haaren und Gesicht wusch. Auch den Begriff Toilette muss ich relativieren: Es handelte sich um eine schlichte Variante des mediterranen Klos. Aber das waren wir schon hinlänglich gewohnt.

Auch über den Süden des Iran und über Belutschistan hatten wir schaurige Geschichten gehört: beispielsweise, dass der U.S.-amerikanische Konsul zusammen mit Begleitern auf einem Jagdausflug spurlos verschwunden war.

An diesem Abend sah ich vor dem Schlafengehen durch die Ritze des Fensters eine Gestalt, die um unseren Wagen schlich und sich auf meinen Zuruf hin buchstäblich aus dem Staub machte. Dies trug nicht gerade zu meinem Seelenfrieden bei! Ich muss sehr unruhig geschlafen haben. Plötzlich wachte ich auf und hörte, wie eine dunkle Gestalt aus dem einfachen Bad ins Zimmer schlich. Ich tastete nach der gefüllten Wasserflasche, fasste sie und wollte mich auf den Eindringling stürzen, der plötzlich rief: „Martin, was ist los?“ Fast hätte ich Father Abraham höchst unfreundlich behandelt!

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