Peter Schmidt - Kalter Krieg im Spiegel

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Ein faszinierender Blick auf die Welt der Komplotte und Intrigen, der politischen Denunziation, der geheimen Gefängnisse, Attentate und illegalen Todesurteile zur Zeit der Berlin-Blockade, des Mauerbaus und der Kubakrise mit der Drohung eines atomaren Schlagabtauschs … – Sammelband mit 3 ungekürzten, überarbeiteten Ausgaben der gedruckten Fassungen im Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg und Ullstein Verlag Berlin. (Auch als Einzelbände erhältlich.)

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Kofler schwieg und kratze sich am Kopf. Fast tat er mir ein wenig leid in der schwierigen Rolle eines Mannes, der jedes Wort auf die Goldwaage legen musste.

»Kann ich rauchen?«, fragte er dann. Es klang nervös.

Ich suchte nach der Zigarettenpackung, die ich noch vom Abend vorher in der Jackentasche hatte, und bot ihm eine daraus an.

»Eigentlich hatte ich das Rauchen aufgegeben«, meinte er und lächelte ein wenig hilflos. »Schon vor drei, vier Jahren. – Die Papiere des Anwalts sind ein Text, den ich mit vierzehn Jahren verfasste, noch als Schüler – nicht recht ernst zu nehmen. Damals glaubte ich, was man mir über den Marxismus sagte, und dachte über seine Zukunft in den westlichen Ländern nach. Ich kam zu dem Schluss, dass man den Westen zu seinem Glück zwingen musste. Notfalls auch ohne die etablierten kommunistischen Parteien. Für mich selbst nannte ich es Die Strategie des Trojanischen Pferds

»Sie haben auf alles eine Antwort, nicht wahr?«, fragte ich scharf. »Aber von den Leuten, die Sie instruierten, wurde etwas Wichtiges übersehen.«

»Wieso instruierten? Das wäre?«, erkundigte er sich.

»Der Text, den der Anwalt Ihrer Frau in Frankreich publizierte, war kein Manuskript aus Ihrer Schulzeit. Es war auf einer modernen elektrischen Kugelkopfschreibmaschine getippt.«

»Völlig richtig«, bestätigte Kofler. »Ein japanisches Modell, es wurde mir von einem guten Freund über die ungarische Botschaft besorgt – dieselbe Maschine, mit der ich in der letzten Zeit alle meine Manuskripte getippt habe. Und die Erklärung dafür ist recht einfach« – er hob die Papiere, die auf seinem Schoß lagen –, »es handelt sich um eine neue Arbeit. Ich griff darin auf Überlegungen aus meiner Schulzeit zurück und stellte sie meinen gegenwärtigen Auffassungen von der Wahlfreiheit des Individuums, der unbedingten Priorität des Willens zum Guten, der übrigens immer auch Handlung impliziert, und der Verzichtbarkeit auf Ideologien gegenüber …

Es war der Versuch, Schritt für Schritt den Entwicklungsgang meiner Gedanken darzulegen. Selbstverständlich sollte diese Arbeit auch längst überholte Auffassungen enthalten, vor allen Dingen aber eine Darstellung der Verführungskraft, die der Marxismus in meiner Jugend auf mich ausgeübt hatte. Es war ein verstümmelter Text, ein halbfertiges Manuskript, aus dem Zusammenhang gerissen und ohne Anfang und Ende. So musste im Westen der Eindruck entstehen, meine Strategie sei eine völlig andere.

Was heutzutage in Zirkeln und Gruppen unter meinem Namen kursiert, vor allem auch hier in der Bundesrepublik, scheint hauptsächlich auf den Einfluss dieses Fragments zurückzugehen. Ich glaube, es ist der eigentliche Grund für die Fehlinterpretation, der meine Lehre im Westen ausgesetzt ist. Meine Töchter haben sich bemüht, das Missverständnis durch die Veröffentlichung der fehlenden Manuskriptteile – ich musste sie aus dem Gedächtnis rekonstruieren – zu beseitigen. Ohne Erfolg. Bei der Ausreise nahm man sie fest und beschlagnahmte die Papiere.

Als ich entdeckte, dass es sich in der Klinik gar nicht um meine Frau handelte, wandte ich mich sofort an die Behörden. Ich war bereit, alle Bedingungen zu erfüllen. Ich bot ihnen an, auf meine Professur zu verzichten, ich bot ihnen ein politisches Schweigegelöbnis an. Ich schrieb sogar an die Sowjetführung – doch durch meinen Brief schien man dort überhaupt erst auf mich aufmerksam zu werden.

Wenig später wurde mir mitgeteilt, dass die polnische Regierung meine Ausweisung erwogen habe. Die Verlegung meiner Frau in eine Spezialklinik aus ärztlichen Erwägungen sei nicht erforderlich.

Offenkundig benutzte man beides zunächst – die Krankheit meiner Frau und meine Ausweisung – als Mittel der Einschüchterung – ich glaube nicht, dass man wirklich mit ihrem Tod rechnete. Man wartete ab, welche Konsequenzen ich, nach dem Fernsehinterview aus ihren Warnungen ziehen würde. Sogar meine Professur konnte ich ungehindert weiterführen.

Was Sie über meine Mitarbeit bezüglich des KGB oder polnischer und ostdeutscher Stellen sagen, entbehrt jeder Grundlage. Ich weiß nicht, wie Sie zu diesem absurden Verdacht gelangt sind aber ich bitte Sie, mir zu vertrauen und mir zu glauben, dass ich weder vor meiner Ausweisung noch zu einem früheren Zeitpunkt mit solchen Institutionen zusammengearbeitet habe. Ich muss gestehen, dass mich diese Unterstellung tief erschüttert – weil sie meinen wirklichen Absichten so völlig zuwiderläuft …«

Er saß auf der Bettkante und schüttelte trübsinnig den Kopf, als habe man ihm bitteres Unrecht angetan.

Ich musterte ihn nachdenklich und hatte plötzlich den Eindruck, dass er die Wahrheit sagte …

»Ich würde Sie gern von der Unhaltbarkeit Ihrer Annahmen überzeugen«, meinte er grüblerisch.

»Niemand ist daran interessiert, Sie als Agenten zu denunzieren. Wir sind für jeden entlastenden Hinweis dankbar …«

»Es gibt einen Punkt, der mir mehr als fragwürdig erscheint. Wenn wirklich der KGB hinter alledem steckte, dann hätte doch eine Weisung von ihm genügt, meine Frau zu retten. Die Alternative Fernsehinterview oder Klinik wäre ganz überflüssig gewesen.«

»Ich sagte es schon – hier wusste die Linke nicht was die Rechte tat. Außerdem hätte eine Anweisung des KGB an die Behörden natürlich Verdacht erregen können, oder anders ausgedrückt, es hätte Ihrer Vita im Westen geschadet.«

»Und Sie glauben ernsthaft, diese vage Gefahr reichte für mich aus, meine Frau zu opfern?«

»Ich weiß es nicht. Vielleicht hat man Sie übers Ohr gehauen. Der Tod Ihrer Frau konnte dem KGB nicht ungelegen kommen. In den Augen der europäischen Öffentlichkeit verschaffte er Ihnen so etwas wie einen Quasi-Märtyrer-Status , denn Sie waren schließlich glücklich verheiratet. Die Hintergründe und der Zusammenhang mit dem Fernsehinterview waren nur wenigen Eingeweihten bekannt. Für das Ausland starb sie wegen ihrer politischen Überzeugungen. – Aber wir werden Ihre Geschichte natürlich überprüfen. Heute Nachmittag kommt ein Arzt, um Ihren Gebissabdruck zu nehmen …«

»Gebissabdruck?«, fragte er verständnislos.

»Silikonmasse, die man auf den Kiefer drückt. Es gelang uns, die Unterlagen aus Ihrer zahnärztlichen Behandlung zu beschaffen.«

»Sie wollen herausfinden, ob ich der echte Kofler bin? – Wegen des Fotos, verstehe. Das wird nicht nötig sein. Mir ist eingefallen, warum ich damals mit der linken Hand unterschrieb. Könnte ich das Foto noch einmal sehen?«

Er streckte die Hand aus.

Ich nahm es aus der Mappe und reichte es ihm.

»Es ist aufgenommen worden, als ich die Ernennungsurkunde an der Krakauer Universität gegenzeichnete – und ich unterschrieb mit links. Wichtig daran ist, dass ich an diesem Tage ein dunkles Hemd trug. Mein rechter Arm ist verdeckt. Nur ein winziges Stück – es sieht aus wie der Zipfel einer weißen Manschette – reicht über die Hüfte hinaus. Aber die Manschette kann unmöglich weiß sein, denn mein Hemd ist dunkelbraun. Ich trug ein beigefarbenes Sakko dazu.«

»Geben Sie her«, sagte ich und nahm ihm das Bild aus der Hand.

»Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich darauf gekommen bin! Damals trug ich den rechten Unterarm in Gips, ich hatte ihn mir bei einem Sturz von der Bibliotheksleiter angebrochen. Was Sie dort sehen, die weiße Ecke, ist keine Manschette, sondern ein Stück vom Gipsverband.«

»Wir werden das überprüfen«, sagte ich. »Sie wissen, dass es dafür Zeugen geben muss und dass so etwas in den Krankenunterlagen vermerkt wird?«

»Das hoffe ich«, bestätigte er.

Ich setzte mich in ein Café an der Franz-Künstler-Straße, von dessen Fenster aus man den Eingang der Zentrale beobachten konnte. Ich nahm an, dass Barbara für den regulären Dienst eingeteilt war und das Haus mit den anderen gegen vier verlassen würde. Zwischendurch blätterte ich in Koflers »What is to be done?«

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