Luise Phillis - Die Lichtrebellin

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Der Roman «Die Lichtrebellin» erzählt die Geschichte der hochsensiblen Elisa, die ebenso wenig etwas über ihre Hochsensibilität weiß wie ihre Mitmenschen. Eingebettet ist ihre spannende Lebensgeschichte in die ihrer Eltern, und sie lässt den Leser an einem Stück Zeitgeschichte des 20. und am Beginn des 21. Jahrhunderts teilhaben.
Die vielschichtigen Gefühls-Denk- und Handlungsebenen einer Hochsensiblen werden am Beispiel der Protagonistin auf einfühlsame Weise veranschaulicht.
Zwischen Anpassung an alte Werte und Rebellion begibt sich Elisa auf eine intensive und ereignisreiche Lebensreise, auf der sich nicht nur die Hochsensiblen wiederfinden…
So ist dieser Roman u. a. auch eine Hommage an die Hochsensiblen und deren Potenzial. Sie sind diejenigen, die die Welt bereichern, es sind die Mitfühlenden in einer Gesellschaft… die Veränderer, die Heilenden, … die Betenden, alle, die authentisch forschen und die Weisheit lieben und sich künstlerisch und handwerklich ausdrücken … alle Kreativen und alle, die diese Tugenden und dieses Potenzial schätzen…

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Auch im Erwachsenenalter liebe ich Maggi als Gewürz besonders.

Wir lebten mit den Jahreszeiten und den christlichen Feiertagen. Zu Weihnachten wurde alles besonders schön gemacht, das war in meiner Familie immer so gewesen. Alles wurde aufgeräumt, sauber gemacht und dann wurden in der Adventszeit Enten und zu Weihnachten eine Gans geschlachtet. Alles und alle wurden hübsch gemacht, auch wir Kinder. Und es kam immer ein Weihnachtsmann. Ich habe nicht gemerkt, dass es Gustav war. Ich habe brav an den Weihnachtsmann geglaubt. Er drohte einmal mit dem Stock, das hat Gustav sonst nie getan, und sagte: „Du darfst keine Spucke mehr machen, sonst bekommst du keine Geschenke!“ Das war eine Angewohnheit von mir, wie ein Baby meine Spucke durch die Zähne vor meine Lippen zu schieben, was gar nicht weiter schlimm war, es sah nur etwas dümmlich und unästhetisch aus! Jedenfalls hatte seine „Drohung“ die gewünschte Wirkung, ich bekam meine Geschenke vom Weihnachtsmann und unterließ diese alberne Angewohnheit.

Und einmal bekamen wir zu Weihnachten Besuch. Meine Großeltern, die nun nicht mehr auf Juist wohnten, sondern eine Zuzugsgenehmigung in D., im Rheinland, bekommen hatten, kamen mit Onkel Andre und Onkel Fred und Tante Lotti, Marias jüngerer Schwester, zu Besuch. Sie waren bereits kurz vor Weihnachten angekommen und übernachteten alle in unserem Haus. Das war üblich bei meinen Familienmitgliedern, die aus dem Osten kamen! Es wurden immer viele Verwandte beherbergt und verköstigt, über all die Jahrzehnte hinweg.

Übrigens bin ich dieser Sitte auch in den wilden 1970ern, in meiner Studentenzeit, nachgekommen. Es übernachteten häufig viele Menschen bei mir, und ich kochte auch für alle, wie Maria das immer für ihre vielen Gäste getan hatte, nur war bei mir alles improvisierter und lockerer und doch irgendwie perfekt.

Jedenfalls war damals, Weihnachten 1956, das Haus voll von Verwandten, Marias Verwandten. Und am Heiligen Abend war ich aufgeregt, denn der Weihnachtsmann sollte wieder einmal kommen, und alle sprachen davon. Ich war sehr gespannt, freute mich aber auch darauf.

Im Kerzenschein kam dann der Weihnachtsmann, nach dem gemeinsamen Singen von Weihnachtsliedern – einen Plattenspieler hatten wir damals noch nicht – und einem wunderbaren Essen

Es war Gustav, aber ich hatte ihn als treu glaubendes Kind wieder nicht erkannt. Lenchen hingegen hatte ihn, als sie vier Jahre alt war und alle bei Settes Weihnachten gefeiert hatten, erkannt. Sie hatte seine großen strahlend hellen Augen entdeckt und gesagt: „Das bist du ja, Vati!“

Ich jedenfalls erkannte meinen Vater nicht, sondern glaubte fest an den Weihnachtsmann. Ich glaubte damals an alles, was die Erwachsenen mir vorlebten, ich hinterfragte nichts, schließlich empfand ich mein Ich nicht wirklich getrennt von der Welt und meinen Mitmenschen.

Ich war sehr entsetzt, als Onkel Fred und Onkel Andre Gustav, den Weihnachtsmann, neckten und ärgerten. Sie hatten den Sack mit den Geschenken versteckt und ihn an seinen Socken gezupft. Er hatte seine schweren Stiefel draußen gelassen, so erzählte er mir, weil er keinen Schmutz hineintragen wollte. Alle lachten, und ich verstand die anderen nicht, mir hat der Weihnachtsmann leid getan. Ich fühlte immer mit den anderen, den Leidtragenden, das war nun diesmal der Weihnachtsmann, ob es nun tatsächlich angebracht war oder nicht. Aber wer wusste und weiß das schon.

Es war trotzdem schön mit den Verwandten, damals zu Weihnachten. Die Erleichterung und Dankbarkeit war spürbar, den Krieg hinter sich gelassen zu haben, und das Leben oder das, was man dafür hielt, irgendwie spüren zu können. Während der Weihnachtszeit drohten die Kriegserinnerungen immer besonders aufzusteigen, und so wurde alles so gestaltet, dass diese nicht übermächtig werden konnte.

Damals, als so viele Verwandte in unserem Haus übernachteten, wurde ich von allen bewundert, denn sie sagten, dass ich so einfühlsam und rücksichtsvoll sei. Als ich nachts einmal Pipi machen musste, habe ich niemanden gerufen. Ich bin im Dunkeln aufgestanden, habe mein Töpfchen unter meinem Bett hervorgeholt und habe alles allein gemacht. Das stimmt, ich habe nie gerufen. Ich wollte es meiner kranken Mutter ich sagte jetzt „Mutti“ und „Vati“ statt „Mami“ und „Papi“ das Leben leicht machen, es auf keinen Fall irgendwie erschweren! Das ist bis zum heutigen Tage so geblieben.

Maria hatte immer gestrickt, und zwar für uns alle und für die kalte Jahreszeit. Damals haben fast alle Mütter gestrickt, so also auch Maria: Hosen, Röcke, Pullover, Schals, Mützen, Handschuhe und sonst noch was. Und eines Tages wollte Maria auch noch Geld dazuverdienen und sie verkaufte mit Gustav nebenbei „Strickapparate“.

Überhaupt war Maria sehr fleißig, umtriebig und aktiv, besonders, was die Tätigkeiten im und um das Haus betrafen – und dann auch um das Haushaltsgeld aufzubessern. Eigentlich war Maria nach ihrer schweren Erkrankung nur 50% arbeitsfähig, und sie bekam einen Schwerbehindertenausweis. Allerdings oder vielleicht deshalb wollte sie sich selbst und allen anderen beweisen, dass sie vollkommen gesund sei. Und so kam es, dass sie in ihrem Leben viel mehr arbeitete als andere Frauen, die gesund waren. Sie war so emsig, dass sie immer in Aktion war und selten zur Ruhe kam, wenn überhaupt. Sie stand wohl unter einer Art Dauerschock oder so.

Um die Kunden erreichen zu können, brauchte Gustav ein Fahrzeug. Da Maria und Gustav die Strickapparate den Kunden vorführen mussten, wenn sie sie verkaufen wollten, hatte Maria selbst einen zu Hause und produzierte nun mit einer außerordentlichen Geschwindigkeit auf diesem länglichen Apparat, der ein wenig wie eine Klaviertastatur aussah, alles mögliche an Strickwaren. Man musste einen Hebel immer hin- und herschieben, und dann entstanden irgendwie die Maschen. Abschließend wurden noch längliche, schwere graue Eier mit kleinen Haken an das Gestrickte gehängt, damit das Produkt sich nicht verziehen konnte.

Nun war es so, dass ich als Kind schon Wolle irgendwie nicht vertragen konnte. Es bestand damals leider fast alles Tragbare aus Wolle: die Strumpfhosen, die Strümpfe, die Unterhemden und Unterhosen, die Hosen und die Pullover.

Jedenfalls als gutes, angepasstes Kind hätte ich auch das still ertragen müssen, so verhielt es sich aber nicht. Um meinem Unbehagen Ausdruck zu verleihen, streckte ich meine Extremitäten von mir und saß ganz steif in der Ecke. Es fühlte sich scheußlich an und es sträubten sich nicht nur meine Nackenhaare, sondern ich bekam eine Gänsehaut, obwohl ich gar nicht fror.

Meine Mutter hatte sofort Erbarmen mit mir und ich wurde von der Wolle befreit und somit auch von dem Unwohlsein. Die gesamte damalige Bundesrepublik wurde bestrickt, das bedeutete, die Frauen waren fast alle für ihre Kinder am Stricken, da es noch nicht so viel zu kaufen gab, und falls doch, konnten es sich die meisten nicht leisten.

Überhaupt war damals alles auf das Stoffliche ausgerichtet, vielmehr auf das Grobstoffliche. Heute machen sich die Menschen Gedanken und stellen Fragen wie: Aus welchem Land kommt die Wolle, ist sie mit Mottengift behandelt?

Viele Menschen reagieren allergisch auf irgendwelche Stoffe, auch auf Wolle. Jedoch gibt es auch heute noch viele Institutionen und Lobbyisten, die diese Tatsachen leugnen und sich in der gleichen naiven Weise verhalten wie die Menschen in den 1950er-Jahren oder die mit bewusster Verschlagenheit die Wahrheit zu verschleiern suchen.

Jedenfalls damals, als Gustav und Maria bei Kunden waren, um ihnen Strickapparate zu verkaufen, bekamen sie bei einer Familie ordentlich Schnaps zu trinken. Alle feierten irgendwie immer noch, dass der Krieg vorbei war.

Das Leugnen der Wahrheit, der schrecklichen Dinge, die im vorherigen Jahrzehnt und davor passiert waren, lag wie ein Schleier auf den meisten Gemütern. Jener Zustand und der des Verdrängens entsprachen dem Seelenzustand der 1. Phase der Trauer, wie sie heute in der Psychologie erfasst ist. In Zeiten der Trauer durchlebt der Mensch vier Phasen. Die erste Phase, die sich durch das Nicht -Wahrhaben -Wollen zeigt, wird begleitet durch Gefühle von Leere, Hohlheit, Empfindungslosigkeit, Betäubung und Chaos. Ja, so schien das damals gewesen zu sein.

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