Dieter Winkler - DDR aus der Schublade

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DDR aus der Schublade: краткое содержание, описание и аннотация

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Winkler hat die gesellschaftliche Realität, in denen ihn die Umstände und eigener Entscheid leben ließen, immer wieder kritisch kommentiert. Kritisch von seinem persönlichem Standort aus, also von «unten».
In seinen Aufzeichnungen finden sich ein nicht interessefreies politisches Denken und ein unübersehbares Faible für Sarkasmus und Ironie.
Bei «Schwächen» machen die in der Regel knappen und präzisen Texte lesbar.
Winklers Texte dokumentieren den nicht komplikationsfreien Weg eines kritischen DDR-Bürgers zum kritischen Bürger der Bundesrepublik Deutschland.

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Abends traf ich einen Freund aus Grundschulzeiten, jetzt Offiziersschüler. Der: Im Westen würde man die Schlagkraft der Volksarmee stark überschätzen. Sie hätten viele Schwierigkeiten im Politunterricht. Und er habe bei Vorgesetzten Schwierigkeiten, weil er bekennender Holzhammerpolitiker wäre. Er weiß nicht, dass Sparta, als es die Hegemonie in Griechenland besaß, keine kulturellen Leistungen hervorgebracht hatte.

27. 5. 61

Philosophiestudent: Als Ulbricht 1958 auf dem V. Parteitag seine Ökonomische Hauptaufgabe herausbrachte, dachte ich, 1961 muss im Westen die große Krise ausgebrochen sein. Sonst ist die Überholung des Westens nicht zu erreichen.

(Ziel der „Ökonomischen Hauptaufgabe“: eine Überholung der Bundesrepublik bei wichtigen ökonomischen Kennziffern pro Kopf der Bevölkerung)

2. 6. 61

Diskussion über „Unabhängigmachung vom Westen“. In einem anderen Leipziger Maschinenbaubetrieb sollen einige Maschinen nicht fertig werden, weil in ihnen Schrauben fehlen, die früher aus dem Westen kamen.

7. 6. 61

Sowjetischer Soldat: „Russische Soldaten gut, russische Offiziere schlecht.“

Kollege: Lösung der Westberlinfrage heißt Lösung des Problems Westflucht.

Im Feudalismus waren nur Mitglieder des Adels Mitglieder der herrschenden Klasse. Im Sozialismus hat jeder kluge Mensch, der auf eine eigene Meinung verzichtet, die Möglichkeit, Mitglied der herrschenden Parteikaste zu werden. Aber auch hier sind „revolutionäre Traditionen“ in der Familie von beträchtlichem Einfluss auf die Karrierechancen.

10. 6. 61

Einem Kollegen war ein Zimmer als Wohnraum versprochen worden vom Betrieb. Er bekam aber keines. Er hat im Betrieb geschlafen: im Umkleideraum.

Im 11. Schuljahr hatten wir Oberschüler darüber diskutiert, warum es im Westen kaum Kommunisten unter den Arbeitern geben würde. Ich erklärte damals: Die deutschen Kommunisten sind entweder in den KZs umgekommen oder heute im Osten. Die vielen Karrieristen hier fielen uns allerdings auch da schon auf.

11. 6. 61

Ein Genosse, linientreu ansonsten, klagt über die Behandlung, die sein Sohn bei der Armee erfährt: Wie einst bei der Wehrmacht.

Bei Handel und Versorgung sieht es derzeit so aus, dass, wenn ein privater Ladeninhaber sein Geschäft aufgibt, dieses nur an die HO oder den Konsum vergeben wird. Privatleute dürfen nicht mehr ran. HO und Konsum haben aber keine Leute. Läden stehen leer.

12. 6. 61

Papa Sch. erzählte von Intrigen der Funktionäre untereinander. Er sei heilfroh, wenn er als VdN mit 60 in die Rente gehen dürfe. An seinem Tisch auf der Arbeit säßen ein paar „Freunde“, die sich immer mehr Einfluss verschaffen wollten, die die Leute, die ihnen im Wege stehen, durch falsche Beschuldigungen wegräumen würden. Selbst seien sie aber unfähig.

(VdN = Verfolgter des Naziregimes)

13. 6. 61

Neues Berlin-Memorandum der Sowjetunion. Der Westen sagt, wir beharren auf unseren Rechten. Andere führen schon Rückzugsgespräche. Für sie gibt es nur eine Westberlin-Frage.

Der Kommunismus sieht vor, monotone und schwere körperliche Arbeit abzuschaffen, und die Unterschiede zwischen körperlicher und geistiger Arbeit verschwinden zu lassen. Meine Betriebspraxis zeigt anderes. Sie zeigt die Verachtung monotoner und schwerer Arbeit durch die Funktionäre (manche!) und der Arbeiter, die sie ausführen.

Ich begreife die Menschen, die vom Kapitalismus enttäuscht sind, die an dessen Stelle das Ideal eines Zeitalters der Humanität setzen wollen, das sie Sozialismus nennen. Sie sind zu beneiden, weil sie noch Ideale haben, weil sie noch etwas haben, dem sie Kraft und Verstand opfern können. Sie sind zu bemitleiden, wenn der Zeitpunkt des Erkennens kommt, dass all ihr Tun nicht das ersehnt Gute hervorgebracht hat. Mir sagte ein alter Genosse, als ich ihm meine ketzerischen Ideen vorlegte und er nicht umhin konnte, die Tatsachen als wahr anzuerkennen: „Das kann nicht sein. Du greifst die Ideale meines Lebens an. Das will ich nicht mehr hören.“ Diese Leute erkennen nicht, dass das, wofür sie ihr Leben eingesetzt haben, wofür sie Arbeitslosigkeit, „Schwarze Listen“, KZs ertragen haben, nicht das Zeitalter der Freiheit und des Glücks für alle ist. Den Jungen, die im offiziellen, zensierten und uniformierten Dogma erzogen werden, ist das Wort und seine Auslegung sowieso tabu. Ehrliche Jungkommunisten brechen mit der Führung, oder sie ziehen sich von der Politik zurück. Einige wenige schweben in den Höhen des reinen Denkens, sie werden nicht ernst genommen, die große Masse der Jungfunktionäre aber wird zur „Neuen Klasse“ in ihrer typischen Erscheinungsform: immer gehetzt und gejagt von neuen Linien und Kampagnen, nichts mit voller Begeisterung tuend, mit abgenutzten Vokabeln sich und andere antreibend, untereinander stets intrigierend. Ein sinnloses Leben, das nur durch die Sonne von Privilegien ein wenig aufgehellt wird.

Ein Kollege Dreher erzählte mir, er wäre Unteroffizier und Waffenmeister bei der NVA gewesen. Wie schön sei das gewesen: den ganzen Tag Gewehre zählen, ein wenig putzen und ansonsten nichts tun.

Man macht bei uns immer soviel Aufhebens über sowjetische Produktionserfolge. Es wird betont, die Sowjetunion stünde an zweiter Stelle in der Weltproduktion. Es ist aber merkwürdig, dass sie nicht an zweiter Stelle im Lebensstandard steht.

19. 6. 61

Die Funktionäre besitzen kein Privateigentum an den Produktionsmitteln. Gab es im alten Orient (Ägypten, Mesopotamien) nicht auch soetwas wie Staatseigentum an Produktionsmitteln und trotzdem eine herrschende Klasse mit Unterdrückerfunktionen? Brecht fragt in den Fragen seines lesenden Arbeiters: In den Geschichtsbüchern stünden die Namen von Königen, doch wer baute wirklich? Aber auch bei uns stehen in den Geschichtsbüchern nach den Bezeichnungen der baulichen Großvorhaben vor allem die Namen von Funktionären.

Ich erfahre von einer Funktionärsdelegation, die in Moskau war. Sie hörten, dort gäbe es keine Nachtlokale. Nachtlokale seien nur etwas für Kapitalisten und Parasiten.

20. 6. 61

Erfuhr heute aus dem NDR, dass Stalin nach seinem Sieg ganze Völkerschaften zwangsumsiedeln ließ. Von den Wolgadeutschen war mir die Zwangsumsiedlung schon bekannt. Noch vor zwei Jahren hätte ich diese „West-Nachricht“ als Hetze abgetan.

21. 6. 61

Unterhielt mich mit … Wir kamen zu dem Schluss, dass unsere Wirtschaft in den nächsten Jahren einen echten Aufstieg nicht erwarten lasse, und dass man Leuten, die abhauten, nicht übelnehmen könne, wenn sie das sinkende Schiff verlassen.

Die Menschheit hat sich immer nach einer Gesellschaftsordnung voll echter Humanität gesehnt. Aber es kam immer nur wieder eine neue Zeit der gesellschaftlichen Differenzierung. Immer wieder lebten einige wenige auf Kosten der großen Masse, wobei die Wenigen jedes Mal sagten, dies sei die einzig gute und beste aller Ordnungen. Und jedes Mal sahen die Massen eine üppig gedeckte Tafel für die Wenigen und einen weniger verführerischen Tisch für sich.

Es gibt keine ideale Staatsordnung. Der Sozialismus, der sie werden sollte, brachte eine Negierung seiner eigenen Ziele. Es entstand aus der Unzufriedenheit der früher untertänigen Schichten eine neue herrschende Klasse. Aber der Sozialismus beseitigte nicht die Unzufriedenheit.

Es gibt zwei Kriterien für die Zufriedenheit mit dem sozialen Dasein: erstens die materielle Lage und zweitens die geistige Freiheit. Beim zweiten Punkt gibt es derzeit ein Plus des Westens. Man ist nicht gezwungen, jeden idiotischen Gedankensprung mitzumachen, nur weil er von der politischen Führung gemacht wird. Man kann verstummen. Es ist also das System des Westens, obwohl es auf großer ökonomischer Ungleichheit basiert, solange es aber eine gewisse materielle Sicherheit gibt wie derzeit, der Diktatur des Ostens vorzuziehen.

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