Dieter Winkler - DDR aus der Schublade

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Winkler hat die gesellschaftliche Realität, in denen ihn die Umstände und eigener Entscheid leben ließen, immer wieder kritisch kommentiert. Kritisch von seinem persönlichem Standort aus, also von «unten».
In seinen Aufzeichnungen finden sich ein nicht interessefreies politisches Denken und ein unübersehbares Faible für Sarkasmus und Ironie.
Bei «Schwächen» machen die in der Regel knappen und präzisen Texte lesbar.
Winklers Texte dokumentieren den nicht komplikationsfreien Weg eines kritischen DDR-Bürgers zum kritischen Bürger der Bundesrepublik Deutschland.

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Wie rasant sich nach der Maueröffnung die Stimmung bei den Menschen der DDR veränderte, beweisen für mich die beiden folgenden Erinnerungen: Auf der großen Demonstration am 4. November 1989 auf dem Berliner Alexanderplatz hatten einige hellsichtige Teilnehmer noch ein Plakat mit der Aufschrift mit sich geführt: „Nicht neue Herren, sondern keine“. Nur wenige Monate später fuhren – ansonsten höchst sympathische – Mitarbeiterinnen einer Berlin-Hellersdorfer Bildungseinrichtung nach Westberlin, um sich aus der dortigen Bildungsverwaltung einen neuen Chef auszusuchen. Nach einem neuen Leiter unter in der DDR oppositionell Gewesenen zu suchen – auf diese Idee waren sie gar nicht erst gekommen.

Hinsichtlich der politischen Rationalität im westlichen System hatte es aber selbst in meinem Freundeskreis Anfang 1990 noch Illusionen gegeben: Wir hatten eine Herrschaft von Vernunft in der modernen westlichen Demokratie erwartet, wo es für Herrschende einzig schwieriger ist, Unvernünftiges auf Dauer durchzusetzen. 27)

1945 sandte die sowjetische Propaganda ein Foto rund um die Welt mit sowjetischen Soldaten darauf, die auf dem Berliner Reichstagsgebäude die sowjetische Flagge aufpflanzten. Heute wissen wir, die auf dem Bild festgehaltene Tat war nicht das Originalgeschehen, sondern eine im Auftrag der sowjetischen Führung später nachgestellte Aktion. Ob die Forschung bei der DDR-„Aufarbeitung“ einmal Ähnliches herausfinden würde? So wissen wir Zeitzeugen durchaus, dass uns von interessierter Seite gelegentlich Anführer in unserem einstigen Streben nach mehr Freiheit präsentiert werden, die bei unseren tatsächlichen Unternehmungen in Richtung von mehr Freiheit noch wenig dabei gewesen waren. Außerdem scheint der DDR-Historiografie von heute die Aktenhinterlassenschaft des MfS nicht selten die gewichtigste schriftliche Quelle zu sein. Hatte die Stasi aber tatsächlich den Einfluss auf unsere Geschichte, der ihr heute so gern zugeschrieben wird? Da wir DDR-Menschen von einst vom Einwirken des MfS auf unser Handeln weniger wussten als die Forscher von heute, handelten wir zumeist, ohne diese Einflüsse ausreichend in unser eigenes Handeln bzw. dessen Kalkül einzubeziehen. Die Erkenntnis dieser Unschärferelation sollte m. E. in jegliche DDR-Geschichtsschreibung gehören, die sich vorrangig auf die MfS-Akten stützt.

Mit meinen „Aufzeichnungen eines Ostdeutschen aus fünf Jahrzehnten“ möchte ich ein wenig zu der Einsicht beitragen, dass wir einstigen DDR-Menschen anders funktionierten

als die Mächtigen der DDR zu ihrer Zeit annahmen, und

auch viele Deutsche von heute es mittlerweile vermuten.

Da die Texte zu unterschiedlichen Zeiten entstanden sind, wurde zwar die Rechtschreibung durchgängig heutigen Kriterien angepasst, die Form der Texte blieb aber weitgehend im Originalzustand.

Dieter Winkler

Oktober 2012/Februar 2013

Fußnoten zum Vorwort

1) Später, als er einen Fernseher hatte, schaute ich bei ihm nie Schnitzlers „Schwarzen Kanal“, ziemlich häufig dagegen Höfers „Frühschoppen“. Allerdings war er stets gehörig glücklich, wenn ich bei Höfer „bürgerlichen“ Journalisten mit linken Argumenten zu widersprechen verstand. Mein Stiefvater hatte 12 Jahre NS-Herrschaft ohne tägliche Anleitung durch eine hauptamtliche Parteiagitation überlebt – ihn zog es zumindest zuhause nicht allzu sehr zu den jeweils amtlichen „Parteiargumentationen“.

2) Ich kam 1956 nach acht Jahren „Grundschule“ zur vierjährigen „Oberschule“. 1958 wurde dann die zehnjährige „Polytechnische Oberschule“ für alle eingeführt, an die sich zwei Jahre „Erweiterte Oberschule“ anschließen konnten.

3) Wolfgang Leonhard: Die Revolution entläßt ihre Kinder, Milovan Djilas: Die neue Klasse, Orwell: 1984. Dabei hatte der gestrenge DDR-Zoll zur gleichen Zeit ein englisch-sprachiges Penguin-Taschenbuch von „1984“ an mich durchgehen lassen, als man für die Weitergabe eines deutsch-sprachigen Exemplars noch inhaftiert werden konnte. (Übrigens soll die DDR-Kulturbürokratie in den 80er Jahren sogar über eine DDR-Ausgabe des berühmten Werkes von Orwell nachgedacht haben.)

4) „Dritter Weg“: damals gedachtes Gesellschaftsmodell zwischen westlichem Kapitalismus und sowjetischem Sozialismus. Vor allem in sozialdemokratischen Milieus hielten sich damals solche Vorstellungen. Vgl.: Dr. Siegfried Heimann: Die Sonderentwicklung der SPD in Ostberlin 1945–1961. Expertise für die Enquetekommission des Deutschen Bundestages: Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur, S. 19.

5) Wie die Führungen anderer osteuropäischer Länder auch. Den Anstoß hatte der XXII. KPdSU-Parteitag im Herbst 1961 mit seiner erneuten Kritik an Stalin und dessen Politik gegeben.

6) Bernsteins Aufsatzfolge in der „Neuen Zeit“, aus der sein umstrittenes Buch „Die Voraussetzungen des Sozialismus und die Aufgaben der Sozialdemokratie“ hervorging, und Kautskys „Die Diktatur des Proletariats“.

7) In der Erstausgabe von 1922. Mit der Einleitung von Paul Levi. (Zu den DDR-Absurditäten damals hatte gehört, dass ein Philosophie-Assistent, wie er uns erzählte, dieses Bändchen ohne „Giftschein“ in einer wissenschaftlichen Bibliothek der DDR nicht erhalten hatte, eine russisch-sprachige Übersetzung des Luxemburg-Textes aber ohne Probleme.)

8) Karl Marx: Debatten über Preßfreiheit. MEW, Bd. 1, S. 54. Ich zitiere diesen Satz – trotz der MEGA – immer noch am liebsten aus meinem bunt angestrichenen Band von damals.

9) Ebenda, S. 51

10) Weil Lenin für seinen Typ von Diktatur, die Diktatur einer Partei mit festgefügtem ideologischen Korsett, von Marx den Begriff „Diktatur des Proletariats“ entlehnt hatte, der die Herrschaft einer sozial bestimmten Gruppe beinhalten sollte, meinen heutige Marx-Gegner allzu gern, dass Marx ein geistiger Vorläufer von Lenin gewesen sei.

11) „Dogmatisch“ war damals im DDR-Politsprech eine Bezeichnung für Menschen, die besonders auffällig an dem klebten, was sie in der Stalin-Zeit und auch noch danach als „Marxismus-Leninismus“ erlernt hatten.

12) Ich bekam z.B. Biermanns „Drahtharfe“ von einer französischen Kommilitonin mitgebracht.

13) Wenn ein Westverlag in den 60ern zu Beginn der Messe von einem in der DDR begehrten Buch mehrere Exemplare in seinen Ausstellungsregalen hatte, gähnte dort zu Messeende oft völlige Leere. Diese Bücher waren, die westdeutschen Verlagsmitarbeiter hatten regelmäßig weggeschaut, von ostdeutschen Messebesuchern inzwischen „umgeeignet“ worden.

14) Ich z.B. diskutierte Elemente zu einer Reform des existierenden „Sozialismus“ mit meinem Kommilitonen Lothar Bisky oder dem Physiker Stefan Welzk, der im Sommer 1968 über das Schwarze Meer in den Westen flüchtete. Letzterer lieh mir u.a. auch Kolakowskis „Mensch ohne Alternative“.

15) Da alle fünf Jahre ein KPdSU-Parteitag stattfand, also auf 10 Jahre. Dieser Vorschlag ist mittlerweile in China realisiert worden. Die osteuropäischen kommunistischen Führungen übernahmen aus den USA aber lieber Elemente der Wahlparteitage der Republikaner und Demokraten: sorgfältige Auswahl der „Diskussions“-Redner durch die Parteiführung, Redaktion von deren Reden durch die Parteiführung vor dem Halten der Rede usw.

16) Nur im neuen Parteiprogramm der KPTsch vom Frühjahr 1968 wurde eine Einheit von politischen und wirtschaftlichen Reformen angestrebt.

17) Ohne die Kohlegruben im neu erschlossenen „Kuss-Bass“ hätten nach der deutschen Besetzung des „Don-Bass“ aus dem Eisenerz des Urals z. B. nicht mehr die vielen T 34 hergestellt werden können.

18) Das klang für mich auf Grund meiner Erfahrungen in der „Produktion“ höchst plausibel. War in meinem ehemaligen Betrieb doch 1960 ein Produktionsablauf neu eingeführt worden, nach dem dort vor der Überführung des Betriebes in eine SAG (Sowjetische Aktien-Gesellschaft) schon produziert worden war. Er ermöglichte eine deutliche Senkung des Produktionsaufwandes.

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