Reiner Kotulla - Aufruhr in Loynmitte

Здесь есть возможность читать онлайн «Reiner Kotulla - Aufruhr in Loynmitte» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Aufruhr in Loynmitte: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Aufruhr in Loynmitte»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Zwei Leben Pavel, im 21. Jahrhundert ein Hobbyhistoriker, der über das gewaltsame Ende der Martinskirche forscht und dabei Rajna, die Archäologiestudentin, kennen lernt. Und Cunrat, der im 14. Jh. als Missionar nach Loynmitte kommt und sich in Anna, eine tapfere Frau aus Difenbach verliebt.
Pavel, in scheinbar friedlichen Zeiten lebend, forscht und setzt dabei die Liebe zu Jasmin auf´s Spiel. Cunrat wird zum Aufrührer und riskiert alles. Am Ende suchen beide Neues, im Leben und in der Liebe.

Aufruhr in Loynmitte — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Aufruhr in Loynmitte», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Rajna musste wohl bemerkt haben, dass ich den Artikel fertiggelesen hatte. Sie legte das Papier welches sie gerade bearbeitet hatte, zur Seite, nahm einen Schluck aus der Tasse und blickte zu mir hin, so als wollte sie fragen: „Und, was meinen Sie dazu?“

„Und was meinen Sie dazu?“

„Ja, was soll ich sagen? Die Schlussfolgerung, die ihre Kollegen ziehen, erscheint mir auf den ersten Blick hin plausibel zu sein. Meine Vermutungen gehen aber in eine andere Richtung.“

Alle Ironie war aus ihrem Gesicht gewichen. Erwartungsvoll blickte sie mich an.

„Und gehen wohin?“

Ich zögerte. Sollte ich ihr meine spontanen Gedanken darlegen, die ich in keiner Weise belegen konnte? Vielleicht freute ich mich lediglich auf den Protest aus berufenem Mund, als ich im Brustton fester Überzeugung sagte: „Das können die Bauern und Handwerker der Umgebung gewesen sein, die es leid waren, die Ausbeutung des Feudaladels weiter hinzunehmen. Ich meine, die der weltlichen als auch die der geistlichen Herrscher dieser Gegend hier.“

Wieder überlegte Rajna eine Zeit lang. Sie hatte sich in dem Stuhl zurückgelehnt, ihre Beine übereinandergeschlagen, die Arme vor der Brust verschränkt.

„Können Sie das belegen, Herr…?“

„Entschuldigung, ich heiße Pavel Jung, bin Sozialarbeiter und zeitweilig nach Wetzlar versetzt. Und belegen, nein das kann ich nicht – noch nicht.“

„Und das heißt? Ach so, meinen Vornamen kennen sie ja, Rajna Selbmann. Ich studiere in Marburg und wohne in Wetzlar.“

Sollte ich jetzt sagen angenehm? Ich verzichte darauf.

„Noch nicht heißt, ich werde es versuchen.“

„Und mir ihre Ergebnisse übermitteln?“

„Gerne, wenn Sie mir sagen wohin?“

„Ja, rajna-selbmann@t-online.de“

„Gut, dann will ich sie nicht länger stören.“

Ich erhob mich und bat darum, den Zeitungsartikel behalten zu dürfen.

„Können Sie Pavel und viel Erfolg! – Ach so, Pavel, das klingt russisch?“

„Ja, der Jugendfreund meiner Mutter – aber das ist eine lange Geschichte.“

„Vielleicht ein anders Mal?“

Ich verabschiedete mich, ging hinab zur Straße, wo mein Auto stand. Als ich noch einmal zum Bauwagen zurückblickte, war Rajna nicht mehr zu sehen.

Zwei

Sie ging mir nicht aus dem Kopf. Vielleicht ein anders Mal hatte sie gesagt. Aber, so war es immer, wenn ich eine neue Schreibidee hatte. Aufständische Bauern und Handwerker zerstören eine Kirche. Gläubige Christen womöglich schänden ihr Gotteshaus. War das denkbar? Habe ich da etwa zu schnell reagiert, falsche Schlüsse gezogen? Vielleicht auch nur deshalb, um vor der jungen Studentin mit meinem Wissen über den Feudalismus zu prahlen?

Wusste ich doch, dass man im herkömmlichen Geschichtsstudium den Begriff kaum verwendet. Mittelalter in verschiedenen Stufen ist heute die gängige Bezeichnung für dieses historische Stadium. Und doch, konnte die Sache dort an der Lahn nicht eine Aktion der sogenannten Ketzerbewegung gewesen sein? Noch im Auto sitzend fasste ich den Entschluss zu recherchieren, um mich dann zu entscheiden. Doch zuerst wollte ich am Abend noch einmal den Artikel über den Stand der Ausgrabungen gründlich durcharbeiten.

Und dann diese Rajna! Resolut in ihrer Erscheinung sah ich sie plötzlich vor meinem geistigen Auge in einer Grube stehen, die Spitzhacke über den Kopf erhoben und später eine Tonscherbe in der Hand, die sie vorsichtig mit einem Pinsel von Erdresten befreite.

Am Abend, nachdem ich mir in meiner kleinen Küche ein spärliches Essen zubereitet hatte, setzte ich mich in meinen Sessel und las noch einmal den Artikel, der unter der Überschrift „Skelette, Messer und eine Glocke“ in der hiesigen Zeitung erschienen war:

„Weitere Grabungen bei Leun weisen auf größere Siedlung aus der Karolingerzeit hin

Die neuen Grabungen an der B 49 bei Leun haben bestätigt, dass der Bereich der dort gefundenen Martinskirche schon in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts besiedelt war.

Der Professor vom Vorgeschichtlichen Seminar der Philipps-Universität Marburg und sein Grabungsleiter haben darauf hingewiesen, dass die 30 Studenten auf Besiedlungshinweise aus dieser Zeit gestoßen sind.

Zudem fanden sie im dritten Jahr der Grabungen weitere Mauerreste, die nicht nur auf die Martinskirche hinweisen, sondern auf eine ganze Siedlungsanlage mit Umgebungsmauer und Eingangstor Richtung Tiefenbach. Ferner haben sie ältere Mauern an der Kirche ausgegraben. Dabei fanden die Studenten weitere Skelette, die teilweise auf den Mauern bestattet waren. Man geht davon aus, dass beim Ausheben der Gräber nicht tiefer gegraben werden konnte und deshalb die Särge auf den Mauern abgelegt wurden. Im Chorbereich der Kirche fanden die Studenten Keramik aus der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts. Damit ist erwiesen, dass es sich bei der Martinskirche um einen der ältesten Kirchenbauten in Hessen handelt. An das Kirchenschiff sind mehrere Räume angebaut worden. Der Chorbereich ist wohl später als der Altarraum entstanden.

Bereits im vergangenen Jahr sind 30 Skelette geborgen worden, in diesem Jahr etwa ebenso viele. 2016 war als besonderes Fundstück das Fragment einer im Verlauf des 13. oder frühen 14. Jahrhunderts entstandenen Kirchenglocke entdeckt worden. Die archäologische Fundstelle wurde schon 1971 im Zuge des Ausbaus eines Zubringers vom Lahnbahnhof zur B 49 entdeckt, geriet aber wieder in Vergessenheit. Nun steht der Ausbau der B 49 an, und die Fundstelle fand wieder Interesse.

Der ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger sowie nachfolgend die Studenten des Vorgeschichtlichen Seminars haben die Fundstelle anhand der Konzentrationen an Keramik und Knochen auf der Ackeroberfläche genau eingegrenzt.

Den Grabungen vorangegangen waren die folgenden wissenschaftlichen Methoden: archäologische Fernerkundung (Luftbilder) und geophysikalische Prospektion, aber auch sogenannte Schnitte im Gelände, bei denen man tatsächlich bereits 2015 die Kirche „angeschnitten" hatte.

Eine vergleichende Auswertung hatte deutlich den 17 mal 8 Meter messenden Kirchenbau mit halbrunder Apsis im Osten sowie eine einfassende Mauer erkennen lassen. Dass die Siedlung aus der karolingischen Zeit wesentlich größer war, ergaben erst jetzt die Grabungen. Die gefundene Bebauung wie Kirchhof, Kirchenbau und umgebende Dorfwüstung dokumentieren die Studenten für die Landesforschung. Ob es im nächsten Jahr zu weiteren Grabungen kommt, hängt von den Ausbauplänen des Landes für die B 49 ab, so der Grabungsleiter.

Der Wissenschaftler wusste auch zu berichten, dass die Kirchensiedlung im 14. Jahrhundert ein unrühmliches Ende genommen hat. Ein im Wetzlarer Dom aufbewahrter Brief der Wetzlarer Bürger an Erzbischof Balduin von Trier (1285 bis 1354) besagt, dass die Wetzlarer im Jahr 1350 um die Genehmigung baten, mehrere Kirchen in der Region, darunter auch die Martinskirche bei Leun, zu zerstören. Davon, dass dies geschehen ist, zeugt einiger Schutt um die Glocke. Zudem hat man auch Messer, die als Waffen eingesetzt wurden, gefunden. Das Bauwerk ist Opfer des Konkurrenzkampfes im Lahntal geworden.“

Ich musste nicht weiter darüber nachdenken. Mein Entschluss stand fest, ich würde sie schreiben, die Erzählung, der ich den Arbeitstitel „Die Martinskirche im Lahntal“

gab. Und, es musste recherchiert werden, das war mir klar, über die allgemeine Geschichte dieser Gegend, über die Lage der Menschen hier im 14. Jahrhundert und, und, und…

* * *

Wie zeitaufwendig war es doch früher, Nachforschungen anzustellen. Aufwendige Besuche in Archiven und Bibliotheken konnte ich mir ersparen. Die für meine zu erfindende Geschichte um das Ende der Martinskirche notwendigen Informationen besorgte ich mir im Internet. Meine Recherche bezog sich auf die Geschichte von Wetzlar, der bedeutendsten Stadt in jener Region sowie auf die Lage der Bauern im 14. Jahrhundert.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Aufruhr in Loynmitte»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Aufruhr in Loynmitte» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Reiner Kotulla - Dagebliebene
Reiner Kotulla
Reiner Kotulla - Carina
Reiner Kotulla
Reiner W. Netthöfel - Der Nobelpreis
Reiner W. Netthöfel
Reiner Kotulla - monique
Reiner Kotulla
Reiner Kotulla - Marijana
Reiner Kotulla
Reiner Kotulla - Ausstand
Reiner Kotulla
Reiner Kotulla - Morina
Reiner Kotulla
Reiner Kotulla - Michelle
Reiner Kotulla
Bodo Kirchhoff - Dämmer und Aufruhr
Bodo Kirchhoff
Отзывы о книге «Aufruhr in Loynmitte»

Обсуждение, отзывы о книге «Aufruhr in Loynmitte» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x