„Wow, wie ich sehe, scheinen dir Ordnung und Sauberkeit tatsächlich sehr wichtig zu sein?!“ Jetzt war ihm sein Handeln richtig peinlich, denn er kam sich vor wie ein Spinner. „So schlimm ist es auch wieder nicht. Ich mag es einfach nur, wenn alles an seinem Platz steht. Das war als Kind schon so bei mir. Aber mein wahres Geheimnis für meinen sauberen Haushalt heißt Paula und kommt jeden Montag und Freitag zum Putzen. Jeden zweiten Freitag sogar mit einem ganzen Team für Garten und Fenster. Denen habe ich noch nie hinterhergeputzt, die sind gründlicher, als ich es je sein könnte!“ Mia lachte vergnügt, weil er sich so verteidigte. „Alles gut Cedi, ich mag es, wenn jemand ordentlich ist.“
Nachdem sie Rita abgeholt hatte, verlief der Rest des Tages ähnlich wie der vorherige. Abends überreichte Cedrik Mia ein fertig eingerichtetes Handy, mit allen wichtigen Nummern. Sie wollte es nicht, doch er bestand darauf. Er meinte, er fühle sich wohler, zu wissen wie er sie erreichen könnte, wenn sie mit Rita unterwegs sei. Da das ein gutes Argument war, nahm sie es letztendlich doch an.
Auch die folgenden Tage verliefen recht routiniert. Freitags fuhren sie zur Kontrolle ins Krankenhaus. Cedrik ging es besser, aber schwimmen war noch zu gefährlich. Da die Salbe ihm guttat, trug Mia sie ihm noch einige Male auf. Es kam ihr bald gar nicht mehr so seltsam vor, daher bot sie sogar von sich aus an ihn einzureiben, wenn sie sah, dass er Schmerzen hatte.
Am Wochenende kam Tom vorbei. Genau wie Cedrik es vorhergesagt hatte, startete der sofort eine Flirtattacke. Deshalb verkroch sich Mia genervt in ihr Zimmer, bis er ging.
Bald schon schlich sich eine familiäre Vertrautheit zwischen den dreien ein. Cedrik wurde jeden Tag mobiler und schaffte es nun zum Essen an den Tisch. Abends saßen sie oft noch gemeinsam im Wohnzimmer, wo sie sie den Tag besprachen, mit Rita Hausaufgaben durchgingen oder den Abend gemütlich mit Gesellschaftsspielen ausklingen ließen. Manchmal sahen sie auch fern. Wenn Cedrik sich um seine Arbeit kümmerte, gingen Mia und Rita spazieren oder schwimmen. Da Cedrik noch sehr geräuschempfindlich war und das eh nicht unbedingt zu sehen brauchte, machten die Mädels sich einen riesen Spaß daraus, nur dann ausgelassen zur Musik zu tanzen, wenn Cedrik länger den Raum verließ. Der wiederum ärgerte sich jedes Mal lachend, dass sie nicht für ihn tanzten. Meistens hörten sie zu diesen Gelegenheiten Mias Liste aus den Fünfziger-Jahren oder Ritas großen Schwarm George Ezra, den auch Mia richtig klasse fand.
Da Cedrik inzwischen wieder sicherer auf den Beinen war, ging Mia nur noch selten in sein Zimmer und hatte auch sonst viel Freiraum. Obwohl sie einiges gemeinsam hatten und sich mochten, verbrachte Mia nicht unnötig Zeit mit ihm allein. Cedrik begrüßte das, denn auch er war es nicht gewohnt ständig eine Frau um sich zu haben. Er ruhte sich vormittags noch öfter in seinem Zimmer aus oder arbeitete, während Mia las oder in dem nahegelegenen Wald spazierte.
Ihre vereinbarten Pflichten vernachlässigte sie dadurch jedoch nicht. Sie erkundigte sich regelmäßig, ob er was brauchte, kochte, fuhr Rita zur Schule und Cedrik zu seinen Kontrollen. Seinen Kopfverband war er seit kurzem los und die Fäden waren gezogen. An dem Tag hatte sie ihm geholfen, seine immer noch blutverschmierten Haare zu waschen. Zwar protestierte er erst, weil er zu eitel war, konnte jedoch seine Arme noch nicht lange genug hochhalten, um es allein zu schaffen und gab sich schließlich doch geschlagen. Ihr machte es nichts aus, mit Blut hatte sie kein Problem.
Auch seine Schwellungen im Gesicht heilten langsam und wischen einem Bart, den er sich baldmöglichst wieder abrasieren wollte, weil er sich damit ungepflegt vorkam.
Die Tage gingen schnell vorüber. Paula hatte Mia noch nicht kennen gelernt, da sie bisher immer Termine im Krankenhaus hatten, während sie herkam. Dabei war sie ganz schön neugierig auf die Frau, die es stets schaffte, in so kurzer Zeit das ganze Haus zum Strahlen zu bringen, ihm dabei einen zarten Sommerduft zu verleihen und dann auch noch die Wäsche so sorgfältig bügelte, dass Mia die Kleidungsstücke jedes Mal anerkennend einräumte. Auch sie hatte früher oft gebügelt, doch so perfekt faltenfrei wie Paula es machte, war es ihr nie gelungen.
Schon war es wieder Samstagmorgen. Ihre zweite Woche war fast vorüber und Cedrik hatte gestern die Erlaubnis bekommen, sein Bein langsam wieder ohne Krücken zu belasten. Dennoch würde er noch einige Wochen kein Auto fahren dürfen und der Stützverband kam auch erst nächsten Freitag ab. Trotzdem war er heilfroh über den Fortschritt.
Für heute Mittag hatten sich Betty und Jo angemeldet. Sie befanden sich gerade auf dem Rückweg ihrer Reise und wollten vorbeischauen, um gemeinsam Pizza zu bestellen. Somit musste heute nicht gekocht werden.
Mia wusste, dass die beiden fast jeden Tag mit Cedrik telefoniert hatten, um nach seinem Befinden zu fragen und ihm das Neueste aus ihrem Alltag zu erzählen. Die zwei waren wirklich gute Freunde. Sie freute sich darauf Betty und Jo näher kennenzulernen, war sich jedoch nicht sicher, ob es überhaupt angebracht wäre dabei zu sitzen. Auch wenn sich das kaum so anfühlte, aber sie arbeitete nur für Cedrik und gehörte nicht zu seinen Freunden. Oder doch?
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