Frei, Max - Volontäre der Ewigkeit

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Ich atmete tief durch und fühlte mich gleich entspannter. Endlich brauchte ich nicht länger auf Gekicher, verächtliche Blicke und andere schauspielerische Mittel zurückzugreifen. Ich war nun wirklich müde und wollte mich nur noch setzen, die Augen schließen und die Reise nach Echo selig verschlafen.

Der Doperst verließ die Fahrerkabine und setzte sich mir gegenüber. Auch sein Körper hatte inzwischen keine klaren Konturen mehr, sondern schien dick und dünn zugleich zu sein.

Die Straßenbahntüren schlossen sich leise, und endlich begann unsere Reise.

»Fahren wir jetzt nach Echo?«, fragte ich.

»Wir fahren, wohin du willst«, antwortete der Doperst und zuckte seine eigenartig konturlosen Schultern.

»Das klingt gut«, sagte ich und seufzte erleichtert. Die Ungewissheiten der letzten Stunden hatten mich ermüdet. »Es fällt dir offenbar leicht, verschiedene Gestalten anzunehmen.«

»Ja, ich passe mich den Wünschen derer an, die sich in meiner Nähe aufhalten.«

»Besser gesagt: Du lebst von unseren Ängsten, stimmt's? So jedenfalls hat man mir deine Existenz erklärt.«

»Stimmt genau.«

»Leider habe ich die Welt nicht erschaffen«, seufzte ich. »Wenn es nach mir ginge, wäre alles einfacher. Aber ich habe eine Frage: Unsere uneingestandenen Ängste verleihen dir deine Gestalt, nicht wahr?«

»Richtig«, antwortete der Doperst ungerührt.

»Und wenn ich dich bäte, mir ähnlich zu werden? Könntest du das?«

»Kein Problem.« Er klang zwar noch immer gleichgültig, doch seine Augen begannen, leidenschaftlich zu leuchten.

»Ausgezeichnet. Dann befehle ich dir jetzt, meine Gestalt anzunehmen, in meine alte Heimat zu verschwinden und dort an einem belebten Ort zu sterben - am besten in meiner alten Redaktion. Dort tummeln sich immer viele Leute. Wenn du erst begraben bist, bist du für alle Zeiten frei.«

»Vielen Dank. Mit einem so großzügigen Angebot habe ich nicht gerechnet. Und ich werde alles genau so tun, wie du es mir befohlen hast - das schwöre ich dir.«

Im nächsten Moment wurde sein Gesicht dem meinen immer ähnlicher. Ich musste lächeln, als ich feststellte, dass ich eigentlich ganz sympathisch war. Schade nur, dass diese sympathische Kopie meiner selbst gleich sterben würde.

Mein Doppelgänger sah mich an: »Du weißt nicht, welche Macht die Worte haben, die man zwischen den Welten sagt. Du hast mir die Freiheit geschenkt. Das wird auf dich eine befreiende Wirkung haben und in dir eine Macht erwecken, von der du immer geträumt hast. Leb wohl, Max - und danke für alles.«

Kaum saß ich auf dem Fahrersitz der Straßenbahn, überkam mich die alte Lust am Rasen. Ich gab kräftig Gas und fuhr immer schneller, ohne zu wissen, wovor ich floh.

Als der Morgen dämmerte, stellte ich fest, dass meine Tram auf einer breiten Straße stand. An den Ladenschildern erkannte ich, dass ich in einer kleinen Stadt in Deutschland gelandet war. Hier also endeten die Schienen.

Ich stand auf der Teerstraße und sah meine Tram immer kleiner werden, bis sie vor meinen Augen verschwand. Das tat mir ganz und gar nicht leid.

Nun konnte ich gehen, wohin ich wollte. Wesen wie ich vermögen jede Ritze zwischen den Welten so problemlos zu öffnen wie eine normale Tür.

Das Machtgefühl, das ich nun verspürte, berauschte mich, und ich zog los. Zwar gehörte ich ganz und gar nicht in die Welt, in der ich da spazierte, aber ich war davon überzeugt, sie gehöre mir.

Ich betrat eine nette kleine Kneipe namens Altnürnberg oder Zum Alten Nürnberger. Eine ältere Kellnerin sah mich traurig und doch seltsam hoffnungsvoll an. Ich trank einen Kaffee, verließ das Lokal und fand mich in einer engen Nürnberger Gasse wieder. Vom Fluss wehte eine angenehme Brise heran.

So funktioniert das also, dachte ich. So einfach kann ich mich hier von Ort zu Ort bewegen!

Wie sich herausstellte, brauchte ich nur in einem Lokal mit geografischem Namen etwas Zeit zu verbringen - allerdings unbedingt mit dem Rücken zum Fenster. Wenn ich dann wieder auf die Straße trat, war ich dort, wohin der Name des Lokals mich entführt hatte. Ich muss gestehen, dass mir diese Art des Reisens sehr gefiel.

Wenn mir danach war, konnte ich auch per Flugzeug, Bahn oder Auto unterwegs sein. Und in meinen Taschen fand ich stets die passende Währung und gültige Papiere.

Ich konnte also in ein billiges mexikanisches Restaurant namens Acapulco am Stadtrand von Berlin gehen und stand kaum eine Stunde später an der berühmten Steilküste dieses mexikanischen Badeorts. Wenn es mir zu warm war, brauchte ich dort nur in die Strandbar New York zu gehen und bei einem schnauzbärtigen Barkeeper ein Bier zu bestellen, um alsdann auf eine Straße im Greenwich Village zu treten.

Dort ging ich in ein nettes Lokal namens Club 88, denn allmählich hatte ich vom Reisen genug. Abends spielte dort ein Pianist, und eine farbige Lady sang traurigen Blues. Die Gäste waren alles andere als Yuppies, was mir sehr sympathisch war.

Von New York konnte ich - den Magistern sei Dank -überallhin reisen, weil die Lokale dort alle erdenklichen Ortsnamen trugen. Und umgekehrt ließen sich überall auf der Welt Lokale finden, die auf den Namen dieses neuen Babylon getauft waren. So wurde New York mein zentraler Umsteigeplatz.

Jetzt erst merkte ich, wie unfassbar schön die Welt war: Die blühenden Linden am Rande von Moskau rochen hinreißend, der Wüstenwind in Arizona warf mich beinahe um, die Londoner Nacht brachte mich zum Schwärmen, und der weiße Ostseestrand stimmte mich herrlich melancholisch. Später machte ich eine nächtliche Radtour durch Amsterdam, lauschte den Musikanten auf der Karlsbrücke in Prag, sah die rosigen Obstgärten von Budapest, entdeckte die sanften Hügel der Karpaten, schnupperte das Aroma der Pariser Cafes und beobachtete einen zornigen Schwan, der einem Touristen in Münchens Englischem Garten ein Stück Brot abjagen wollte.

Jetzt begriff ich, dass die irdische Welt völlig in Ordnung war. Das Einzige, was darin nicht stimmte, war ich -jedenfalls, solange ich ein Teil dieser Welt gewesen war. Doch inzwischen hatte ich die einzigartige Möglichkeit, die Erde mit den Augen eines Fremden zu betrachten.

Aber in meiner Begeisterung für die Welt lag ein falscher Ton, den ich manchmal recht deutlich hörte. So glücklich es mich nämlich machte, endlich reisen zu können,

so sehr wusste ich doch, dass Sir Juffin gern an meinen Abenteuern teilgenommen hätte. Ich kannte ihn schließlich seit den Tagen, da ich mein kümmerliches irdisches Schicksal akzeptiert hatte und beinahe zufrieden damit war.

In einem kleinen deutschen Wirtshaus fand ich auf der Speisekarte ein Gericht namens Strammer Max. Aus Neugier bestellte ich es und bekam Bratkartoffeln mit Spiegelei. Das schmeckte mir nicht besonders, und ich spürte starke Sehnsucht nach Echo.

Doch ausgerechnet in diesem Moment überkam mich die Lust, die Abenteuer von Sir Max aufzuschreiben. Ich kritzelte viele Servietten voll, bekam dann aber das Gefühl, wenn ich damit fertig wäre, würden mich alle Zauberkräfte verlassen.

Ich kann gar nicht aufzählen, was ich bei meinen Reisen um die Welt alles erlebt habe, und weiß nicht mehr, in welcher Reihenfolge sich diese Abenteuer zu trugen. Ich weiß nur, dass es mir nach Verzehr des Strammen Max leichtfiel, sie zu Papier zu bringen.

An diesem Tag schuf ich die erste, noch wacklige Brücke, die mich mit meiner Vergangenheit verband.

Immer öfter trat meinen irdischen Gesprächspartnern der Schreck in die Augen. Das machte mir Freude - zumal ich erst wieder nach Echo reisen konnte, wenn der von mir freigelassene Doperst seine Mission erfüllt hatte.

Ich erfuhr erstaunlich viel über die Ängste, die die Menschen mit sich herumschleppen. Am interessantesten waren in diesem Zusammenhang wohl die Radfahrer. Wie sich erwies, fürchten die meisten, einen Fußgänger anzufahren. Und weil ich seit meinem Rollentausch mit dem Doperst von den Ängsten der Menschen lebte, brauchte ich nur auf die Straße zu treten, damit mich ein Radfahrer anfuhr. Die ewigen Zusammenstöße bedeuteten für mich zwar keine ernste gesundheitliche Gefahr, doch sie gingen mir ziemlich auf die Nerven. Zum Glück hatte ich zu Autofahrern ein weniger gespanntes Verhältnis.

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