Gemma Malley - Das letzte Zeichen
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»Ich heiße Linus.« Der erste Mann streckte Raffy die Hand hin und der schaute unsicher darauf. »Tut mir leid, das habe ich ganz vergessen …«, sagte Linus und schmunzelte. Er griff unter sein Hemd und zog ein Messer hervor. Raffy streckte hinter dem Rücken die Hände aus und beäugte das Messer argwöhnisch, bis Linus die Stricke durchgeschnitten hatte. Angel schnitt unterdessen Evies Fesseln durch. Sie bewegte vorsichtig die Glieder. Evies Beine schmerzten; ihr ganzer Körper war steif und zerschunden. Auch Raffy stand auf; Angel verschwand und kam kurz darauf mit einem feuchten Tuch wieder, mit dem Raffy sein Gesicht säuberte. Mit einem kurzen Nicken zu Linus verschwand Angel wieder.
»Willkommen in unserer vorübergehenden Bleibe«, verkündete Linus und hielt Evie die Hand hin. »So vorübergehend, dass wir sie schon heute verlassen werden. Ihr braucht bessere Kleidung. Und etwas zu essen. Wir haben heute einen langen Marsch vor uns, da werdet ihr alle eure Kräfte brauchen.«
»Warum?«, fragte Raffy düster. »Wo bringt ihr uns hin?«
»Abwarten«, entgegnete Linus. »Das werdet ihr schon ziemlich bald erfahren.«
13
Sie kamen aus der großen Halle in einen zweiten Saal ohne Dach und dann weiter auf eine Freifläche, die wohl einmal eine Straße gewesen war. Von außen musste das Gebäude einmal prachtvoll ausgesehen haben, mit reich verzierten, hoch aufragenden Säulen und kunstvollem honigfarbenen Mauerwerk. Evie blickte voll Bewunderung zurück; so etwas hatte sie noch nie gesehen. Wie konnte eine von bösen Menschen beherrschte Welt so etwas Schönes hervorbringen. Dahinter war nichts mehr; nur eine Straße, die ins Nichts führte, und überall woben sich Kriechpflanzen durch den Schutt.
»Gefällt es dir? Das war einmal die Rechtsprechung«, erklärte Linus und blickte mit funkelnden blauen Augen um sich. »Aber über die Rechtsprechung weißt du wahrscheinlich auch nicht allzu viel, oder?«
Evie errötete verlegen. »Nein«, sagte sie schließlich. »Was ist das?«
»Recht?« Er gluckste; als er lächelte, zogen sich Falten von seinen Augen bis zu den Mundwinkeln, tiefe Falten, die seinem Gesicht so viel Wärme und Tiefe gaben, dass Evie bemerkte, dass sie keine Angst mehr vor ihm hatte. »Recht macht Zivilisation erst möglich. Das Recht verhindert, dass eine Gesellschaft in einem Strudel aus Rache und Verbrechen versinkt.«
Evie runzelte die Stirn. »So wie die Neutaufe?«
»Die Neutaufe?« Linus erstarrte und die Wärme wich aus seinem Gesicht. »Glaubst du, die schützt euch?« Er seufzte, blieb stehen und legte ihr eine Hand auf die Schulter. »Das Recht und die Neutaufe haben nichts miteinander zu tun. Das Recht ist ein System aus Regeln und Prinzipien, nach denen niemand in einer Sache angeklagt und bestraft werden kann, ohne dass er die Gelegenheit bekommen hat, sich zu verteidigen. Die übergeordneten Prinzipien sollen dafür sorgen, dass die Gesellschaft alle gerecht und gleich behandelt. Das Recht ist … es ist …« Er dachte einen Augenblick nach. »Es sollte niemals in einem Atemzug genannt werden mit der Neutaufe, es sei denn in Verbindung mit dem Wort ›gegen‹. Drücke ich mich klar aus?«
»Ja«, sagte Evie bemüht, auch wenn überhaupt nichts klar war, auch wenn sie keine Ahnung hatte, wovon er redete. Sie wusste nur, dass ihre Angst wieder da war, dass sie Linus verärgert und aufgebracht hatte. Und sie wollte ihn nicht verärgern. Sie wollte, dass er sie mochte. Sie wusste, dass Raffy ihm nicht traute – sie konnte es daran erkennen, dass er ihn nicht aus den Augen ließ –, aber sie wollte sich gutstellen mit Linus, wollte seine Lachfalten wieder sehen. Denn wenn Linus etwas über die Stadt wusste, dann wusste er vielleicht noch mehr. Vielleicht wusste er etwas über die Menschen, die vor so vielen Jahren zur Stadt gekommen waren. Vielleicht wusste er sogar etwas über ihre richtigen Eltern …
»Gut«, sagte er barsch. »Also los. In diese Richtung.« Er scheuchte sie um eine Ecke und weiter in ein anderes Gebäude, aber kaum waren sie drinnen, waren sie auch schon wieder draußen. Es bestand nur noch aus der Fassade. Auf der Wiese vor ihnen waren drei Zelte aufgeschlagen. In der Mitte saßen fünf Leute beisammen, unter denen Evie sofort Angel erkannte. Er winkte kurz, als sie näher kamen, aber Evie sah schnell weg und versuchte, nicht die Schultern einzuziehen vor Angst.
Doch Linus bemerkte es. »Angel ist ein guter Mann«, sagte er und legte ihr, während sie an einem Zelt vorbeigingen, die Hand auf die Schulter. »Er ist einer meiner Besten. Ihr braucht keine Angst vor ihm zu haben. Solange ihr nicht unsere Feinde seid, wird er euch nichts tun.«
Raffy zog Evie weg, sodass Linus’ Hand wieder herabfiel. »Und woher sollen wir wissen, ob wir eure Feinde sind oder nicht?«, fragte er und presste wütend die Kiefer aufeinander. »Wir wissen ja nicht einmal, wer ihr seid. Ihr behauptet zwar, ihr wärt keine Bösen, aber warum habt ihr uns sonst verschleppt und gequält?«
»Alles zu seiner Zeit«, antwortete Linus lächelnd. »Setzt euch und esst etwas.«
Er setzte sich im Schneidersitz neben eine Frau mit kastanienbraunem Haar, die sofort verschiedene Gefäße öffnete und daraus etwas, was offenbar etwas zu essen war, auf drei Pappteller löffelte. Diese gab sie einen nach dem anderen Linus, und der gab einen an Raffy weiter, einen an Evie und einen behielt er selbst. »Esst«, sagte er und nickte auffordernd. »Esst erst einmal und dann reden wir.«
Evie schaute zaghaft auf das Essen. Ein Brötchen. Etwas Grünes. Etwas Weißes. Nichts war so, wie sie es aus der Stadt kannte. Das Essen dort war einfach und ohne alle Schnörkel. Gekocht, gegrillt oder in ganz wenig Öl gebraten, wenn unbedingt nötig. Brot und Hafer bildeten die Grundnahrungsmittel, mit Milch und Kartoffeln als Beilagen. Der Teller vor ihr dagegen war ganz bunt; es konnten Karotten sein, aber sie waren ganz fein geschnitten und vermischt mit etwas anderem, vielleicht Zwiebeln, und mit einer dicken roten Flüssigkeit darüber. Es konnte vergiftet sein, das wusste sie, aber es duftete köstlich, und sie hatte solchen Hunger, dass ihr Magen sich anfühlte, als hätte er sich bis zum Rückgrat zusammengezogen.
»Esst«, sagte Linus noch einmal, diesmal aber freundlicher. »Es wird euch schmecken. Martha ist eine unglaubliche Köchin.« Er lächelte die Frau zu seiner Linken an, woraufhin diese errötete. »Wir können die Teller tauschen, wenn ihr glaubt, dass wir euch vergiften wollen«, fuhr er fort und hielt Evie mit einem Augenzwinkern seinen Teller hin. Evie erstarrte kurz; schon wieder hatte er genau gewusst, was sie dachte.
»Das ist nicht nötig«, warf Raffy ein. Er beugte sich zu Evie und drückte ihr Handgelenk. »Wir essen zusammen.« Er warf ihr ein Lächeln zu, ein Lächeln, das ihr sagen sollte, dass sie nicht nur zusammen aßen, nein, sie steckten beide zusammen drin, sie würden das hier zusammen durchstehen, sie beide, genauso wie es in ihrem Baum gewesen war, mit Lachen, mit Reden, mit den Geheimnissen und Ängsten, die sie teilten. Evie griff nach dem Brötchen und stopfte es in den Mund. Und sie musste an sich halten, um nicht zu quieken vor Entzücken, denn sie hatte noch nie etwas so Köstliches gegessen.
»Probier mal die Avocado«, sagte Linus und deutete auf eine grüne Masse auf dem Teller. »Am besten das Brötchen einstippen.«
Sie folgte seinem Rat. Sie hatte noch nie Avocado gegessen, aber die Paste war himmlisch, die sämige Konsistenz dekadenter als alles, was sie bis jetzt gekostet hatte.
»Das ist gut«, sagte sie seufzend zwischen den Bissen. Linus lächelte und zwinkerte Martha zu. Die beiden sahen zu, wie Evie das Brötchen mit der Avocadocreme verschlang und Martha erlaubte, ihr noch mehr auf den Teller zu häufen. Sie lächelte Raffy zu und wollte das Vergnügen mit ihm teilen, aber der blickte zur Seite, und sie sah etwas, was ihr zuvor, als sein ganzes Gesicht mit Blut verschmiert gewesen war, nicht aufgefallen war. An seiner linken Schläfe war eine blutverkrustete Narbe, genau dort, wo sie selbst den stechenden Schmerz gespürt hatte. Der Schmerz schien verschwunden zu sein, aber sie fasste sich an die Schläfe, ertastete die leichte Vertiefung und etwas Raues, das sich anfühlte wie eine Naht. Sie stellte den Teller weg, denn ihr Herz klopfte und der Appetit war ihr mit einem Mal vergangen.
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