Gemma Malley - Das letzte Zeichen

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Evie nickte. Sie aßen so viel sie konnten. Dann legte Raffy sich hin und Evie schmiegte den Kopf an seine Schulter. Bei dem regelmäßigen Geräusch seines Atems kam auch sie langsam zur Ruhe und schlief schließlich ein.

»Ich verstehe«, sagte der Bruder und blickte den Chef der Polizeigarde an, einen untersetzten, aufrechten Mann, der seinen Schlagstock voller Stolz trug. Keine Pistolen für seine Polizeigarde, keine Waffen des Bösen. Manchmal fand der Bruder seine eigenen Regeln frustrierend und restriktiv. Er sehnte sich nach Menschen, die die Welt so sahen, wie sie wirklich war, die erkannten, was getan werden musste, aber die trotzdem die Wahrheit sahen. Der alte Mann im Pförtnerhäuschen mit seinem Gewehr und seinem Hund wusste, wie die Welt wirklich war, aber er war auch Alkoholiker, ein Nichtsnutz, der alles tat, was man von ihm verlangte, für eine wöchentliche Lieferung des Begrüßungstrunks, einem süßen vergorenen Wein, der das spirituelle Erleben steigerte. Ein Gefährte war der Wächter ganz bestimmt nicht. »Und es gibt keine Spur von ihnen?«

»Keine Spur, Bruder«, antwortete der Polizeichef mit gesenktem Kopf. »Wir haben alles abgesucht. Bis zum Einbruch der Dunkelheit.«

»Nun gut«, sagte der Bruder. »Danke.«

Er wartete, bis der Mann gegangen war, und legte dann den Kopf in den Nacken. Es war ein entsetzlicher Tag gewesen, angefangen mit der Nachricht, dass der Junge entkommen war. Dann hatte sich herausgestellt, dass das Mädchen ihm geholfen hatte. Der Vater hatte die Nachricht mit aschfahlem Gesicht aufgenommen, die Mutter hatte getobt und geschrien, sie habe immer gewusst, dass das Mädchen niederträchtig war. Und dann hatte die Polizeigarde bei der Fahndung versagt und die beiden Halbwüchsigen nicht finden können.

War es Zufall oder war es Planung? Aber wie nur hatten sie so etwas planen können? Unmöglich. Sie konnten nicht wissen, was dem Jungen bevorstand. Jedenfalls nicht, wenn Lucas es ihnen nicht erzählt hatte. Und das war unmöglich. Es war …

Er seufzte laut und klingelte nach seinem Sekretär. »Schick Lucas zu mir«, bellte er in die Sprechanlage, knapper, als er eigentlich wollte. »Bitte«, schob er gerade noch rechtzeitig nach.

»Ja, Bruder. Natürlich.«

Seine Hand glitt vom Summerknopf und fuhr an die Stirn, wo sie sich mit der Rechten verschränkte, so wie immer in solchen schwierigen und herausfordernden Momenten.

»Zeiten wie diese formen uns«, flüsterte er. »Nur an Herausforderungen können wir wachsen und unsere Persönlichkeit voll entfalten. Unsere stärkste Persönlichkeit.« Er hatte diese Worte so oft gesagt und damit so vielen Menschen Trost und Hoffnung gespendet. Und doch empfand er jetzt nur eine gärende Verbitterung, eine Wut, die ihn von innen heraus zu verzehren schien, sodass er nach Atem ringen musste.

Woher hatten sie es gewusst? Wie hatten sie eine solche Flucht planen können? Wie nur? Wie?

Es klopfte an der Tür; das Klopfen seines Sekretärs. Behutsam. Unaufdringlich. Er schätzte dieses Klopfen immer sehr.

»Schick ihn herein«, rief er. Kurz darauf trat Lucas ein.

»Bruder«, sagte der mit unbewegter Miene.

»Was hast du in Erfahrung gebracht?«, fragte der Bruder, und es gelang ihm nicht, den Überdruss in seiner Stimme zu unterdrücken.

»Ich denke, sie haben es lange geplant«, sagte Lucas ernst. »Der Zeitpunkt war wohl zufällig und scheint mir eher mit der Inhaftierung meines Bruders zusammenzuhängen als mit seiner bevorstehenden Herabstufung. Wir wissen jetzt, dass er sich öfter mit dem Mädchen getroffen hat. Im System kannte er sich besser aus, als wir dachten, und er muss einen Weg gefunden haben, ihre Bewegungen vor uns zu verbergen. Ich hätte wissen müssen, dass auch das Mädchen böse ist – sie war schließlich meine Verlobte, Bruder. Ich hätte es merken müssen. Aber das habe ich nicht. Ich habe ihr geglaubt. Ich …«

Er hielt kurz inne und sammelte sich. »Sie muss in der Nacht zum Haus gekommen sein. Ich bin schuld. Ich hätte es wissen müssen. Ich hätte Wache halten müssen.«

»Du konntest nicht wissen, wie weit sie gehen würden«, sagte der Bruder und schüttelte den Kopf. »Du konntest nicht wissen, dass das Böse in ihnen so tief ging.«

»Nein«, antwortete Lucas, »aber ich hätte mit dem Schlimmsten rechnen müssen.«

Der Bruder nickte. »Vielleicht. Was noch? Sie hat den Schlüssel an sich genommen? Und wie?«

»Ihr Vater beharrt darauf, dass er ihr die Kombination nicht gezeigt hat.«

»Aber wie dann?«

»Ihre Mutter sagt, sie sei verschlagen und müsse ihn dabei beobachtet haben.«

»Beobachtet? Wann? Der Schlüssel ist seit Monaten nicht benutzt worden.«

Lucas sagte nichts, er hob nur die Augenbrauen und seine Augen sagten alles.

»Ich verstehe«, sagte der Bruder.

»Besteht Aussicht, dass wir sie finden?«, fragte Lucas.

Der Bruder schüttelte den Kopf. »Nein. Die Polizeigarde hat die Suche eingestellt. Aller Wahrscheinlichkeit nach sind sie inzwischen entweder von wilden Tieren zerrissen oder von den Bösen getötet worden. Ich versuche, meine Herde zu beschützen, Lucas, aber die, die uns aus eigenem Entschluss verlassen, kann ich nicht beschützen.«

»Nein, Bruder.« Keine Spur von Traurigkeit, dachte der Bruder bei sich, und ein leichter Schauer lief ihm über den Rücken. Keine einzige Träne für seinen eigenen Bruder.

»Danke, Lucas. Das wäre alles.«

»Ja, Bruder.« Lucas ging zur Tür. Dann drehte er sich kurz um. »Die Akte über Raphael. Über die Panne. Soll ich sie jetzt abschließen?«

Der Bruder nickte. Es hatte keinen Sinn mehr. Lucas öffnete die Tür. Und dann fiel dem Bruder etwas auf. Lucas biss die Kiefer aufeinander. Seine Kiefer waren nicht entspannt wie sonst, nicht entschlossen und kraftvoll, nein, er biss sie aufeinander. Angespannt.

»Aber schick sie mir«, verkündete der Bruder nachdenklich. »Ich würde sie gern hier im Büro haben, du verstehst schon.«

Lucas zögerte für den Bruchteil einer Sekunde, aber gerade lange genug zur Bestätigung für den Bruder, dass er die richtige Entscheidung getroffen hatte. »Sehr gut, Bruder.«

»Danke, Lucas. Danke, wie immer«, sagte der Bruder, lehnte sich in seinem Schreibtischsessel zurück und bemerkte, dass alle Schwere von ihm abgefallen war. Etwas anderes war an deren Stelle getreten, etwas, das Sinn und Energie und all die anderen Dinge spendete, die ihm in den vergangenen Tagen verloren gegangen waren.

Eine Ahnung. Wovon, das wusste er noch nicht, aber er würde es bald wissen. Und in der Zwischenzeit würde er auf der Hut sein, Augen und Ohren offen halten. Genau darum war er der Bruder.

Darum hatte er das Sagen.

14

Evie schlief nicht lange. Ihr war, als hätten sich ihre Lider gerade erst schwer über die Augen geschoben, als Raffy sie sanft schüttelte. »Sie packen zusammen«, sagte er. »Wach auf, Evie.«

Sie wollte nicht aufwachen, wollte nicht zurück in diese fremde Welt, zu ihren Kopfschmerzen und zu ihren endlos kreisenden Fragen. Doch als sie die Augen aufschlug, blickte Raffy auf sie herab, und sein gehetzter Blick kam ihr etwas weicher vor als seit ihrer Flucht aus der Stadt. Zärtlich fuhr er mit dem Finger die Linie ihres Kinns nach, strich mit dem Daumen weiter über ihre Augenbrauen und sie schloss die Augen wieder, nur für einen Moment, denn sie waren jetzt draußen im Freien, zum ersten Mal versteckten sie sich nicht, weder in einem Baum noch in einer Höhle. Sie blickten nicht über die Schulter zurück oder hatten Angst, was hinter der nächsten Ecke lauerte. Sie waren einfach nur. Sie waren hier, in der warmen Sonne, zusammen, und es kam dem Gefühl am nächsten, das sie als glücklich in Erinnerung hatte. Sie wollte diesen Moment bewahren, sich daran erinnern, wie es sich anfühlte. Denn obwohl es geschah, obwohl sie Raffy spüren konnte, seine Berührung und das Heben und Senken seiner Brust, so wusste sie doch, dass es nicht wirklich war und dass es nicht von Dauer sein konnte. Augenblicke wie dieser waren nie von Dauer; das wusste sie tief im Innern. Sie waren nur kurz da, um einem Stärke zu geben und etwas, an das man sich erinnern konnte, an dem man sich festhalten konnte, wenn wieder dunklere Tage kamen.

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