Bernt Spiegel - Milchbrüder, beide

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Mehr als jeder dritte Bundesbürger, so eine Studie im Jahr 2019, sieht «Parallelen zwischen aktuellen politischen Ent-wicklungen in Deutschland und der NS-Zeit». Wie kommt man dem mit Mitteln der Literatur näher? Der Autor Bernt Spiegel, Jahrgang 1926, zeigt es. Er erzählt davon, wie ein verbrecherisches System in einer Gesellschaft und einem Staat zur Normalität wird. Spiegel erzählt aus der Sicht der Opfer – und aus der Sicht der Täter. Sein Roman erzählt die Geschichte zweier Jungs mit der gleichen Amme, einer arm, einer reich, einer geht zur SS, der andere nicht.

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„Hast du Zeit? Wir sind da bös in der Bredouille!“, sagte der Beamte in einem seltsamen Deutsch, wie es Ludwig noch nie gehört hatte.

„Ich habe immer Zeit“, sagte Ludwig, „ich bin froh, wenn ich was zu tun kriege!“

„Der Gaski muss Punkt neun Uhr beim Veterinär im Präsidium sein – das ist heut wieder ein Gfrett! Ich glaube, er soll geimpft werden oder was, und ich habe keinen Diensthundeführer. Kannst du ihn vielleicht hinbringen? Du kommst ja prima mit ihm zu Streich! Bei dir geht er wenigstens mit. Aber beeil’ dich! – Wenn du zurückkommst, gehen wir zusammen zum Essen und ich erkläre dir alles. Wer weiß, vielleicht können wir etwas zusammen machen!“

„Komm, Gaski, los!“ rief Ludwig und schon rannte er in einem leichten Laufschritt davon, den nicht angeleinten Gaski nah neben sich. Wenn er einmal stehen blieb, um in dem Stadtplan, der ihm mitgegeben worden war, nach dem Weg zu sehen, behagte das Gaski gar nicht; er zeigte alle Anzeichen von Ungeduld, blieb nur unruhig stehen, blickte immer wieder an Ludwig hoch und unterdrückte mühsam sein Bellen, weil er wusste, dass ihm Bellen ohne besonderen äußeren Anlass verboten war. –

Als sie gegen Mittag zurückkamen, streckte der Polizist Ludwig seine Hand entgegen und nannte seinen Namen.

„Eugen Saller“, sagte er und dazu noch irgendeinen Polizeidienstgrad, den Ludwig nicht verstand.

„Herkommer, Ludwig Herkommer“, antwortete Ludwig.

Auf dem Weg in die Kantine, auf dem Gaski Ludwig wie selbstverständlich streng bei Fuß begleitete, plauderten sie über Belangloses, doch der Polizist hörte genau hin, um ein Bild von diesem Ludwig Herkommer zu gewinnen. An der Essenausgabe reichte der Polizist seine Essensmarke mit der Bemerkung hin:

„– und ein Gast.“

Für diesen bekam er einen Laufzettel, auf dem er, bevor er ihn zurückreichte, ‚Bewerber‘ angekreuzte, das sah Ludwig, der direkt neben ihm stand, ganz genau. Dann fragte der Polizeibeamte noch, ob sie vielleicht für den Hund noch irgendetwas hätten und die Küchenfee rief vergnügt:

„Komm, Gaski“, und ging mit ihm nach hinten.

Als sie dann saßen, erfuhr Ludwig mehr über die Polizeihundestaffel, die früher größer gewesen sei, aber jetzt nur noch aus einem einzigen lächerlichen Hund bestehe, eben Gaski, der ein Spitzenhund sei, dessen Diensthundeführer, der Horlacher Karl, aber gestern Mittag plötzlich von der Straße weg ins Krankenhaus hätte gebracht werden müssen, wie er vorhin erst erfahren habe. Aha, daher also der festgebundene Gaski vor dem Kaufhaus, dachte Ludwig. Der Horlacher Karl komme nicht so schnell wieder. Wahrscheinlich wolle er auch gar nicht so schnell zurückkommen, denn diesem Gaski sei er absolut nicht gewachsen gewesen. Umgekehrt habe Gaski seinen Diensthundeführer wahrscheinlich auch nicht recht gemocht. Wenn von den beiden überhaupt einer der Führer gewesen sei, dann der Gaski. Und er selbst habe nun einmal nicht die entsprechende Ausbildung und verwalte die Hundestaffel nur nebenher, und mit dem eigensinnigen Gaski komme er schon gar nicht klar.

„Ich weiß nicht, wie das weitergehen soll!“

Und dann fragte er unvermittelt:

„Wie alt bist du, Herkommer?“

„Siebzehn!“, log Ludwig, ohne auch nur einen Augenblick zu zögern.

„Achtzehn solltest du schon sein, obwohl du ja nicht als Beamtenanwärter eingestellt werden würdest, sondern nur befristet angestellt als Aushilfe-Diensthundeführer, befristete Anstellung ist neuerdings bei bestimmten Spezialisten möglich. Viel gibt’s freilich nicht.“

„Das macht nichts. Ich bin momentan ziemlich abgebrannt. Eigentlich total abgebrannt. Hauptsache ich habe erst einmal was. Und das wäre doch ein feiner Posten, mal für eine Weile!“

„Ich habe gleich gesehen, dass du auf der Walz bist. Da ist es immer gut, wenn man irgendwo erst mal wieder ein bisschen ankern kann.“

„Sie können voll auf mich rechnen!“, sagte Herkommer und wunderte sich selbst, wie feierlich er das herausgebracht hatte.

„Geh, lass uns ruhig ‚du‘ zunander sagen!“, schlug Eugen vor, der bestrebt war, sich mit Ludwig Herkommer, diesem offensichtlich doch recht tüchtigen Kerl, der ihm imponierte und der Schutz und Förderung verdiente, näher zu verbünden und ihn bei sich festzuhalten. Sie schüttelten einander die Hände, Eugen war fast gerührt, Ludwig überhaupt nicht.

„Ich werde jedenfalls sehen, was sich machen lässt. Bis morgen Mittag wissen wir Bescheid. Am besten, du kommst morgen wieder, zum Mittagessen in der Kantine. Ja, und der Gaski? Was machen wir mit dem? Am besten, du nimmst ihn mit, da ist er am besten aufgehoben, und ich hab’ ihn nicht am Bein.“

„Ich werde mit ihm etwas arbeiten! Das tut ihm gut. Mit dem ist in letzter Zeit nicht genügend gemacht worden!“, stellte Herkommer fest und wusste jetzt auch, warum Gaski so rasch, eigentlich schon vor dem Kaufhaus, zu ihm übergelaufen ist – sein Herr war nicht sein Herr gewesen. Aber während er noch darüber nachdachte, kam ihm in den Sinn, dass bei der Quartiersuche, die jetzt anstand, Gaski gewiss hinderlich sein würde – nun, er würde die Suche eben mit ein paar strengen Warteübungen für Gaski verbinden. Wenn er erst einmal eine Schlafstelle oder gar ein Zimmer gefunden hätte, würde er danach sicherlich auch den wohlerzogenen Gaski mitbringen können, nein, nicht einfach mitbringen, er würde artig fragen ‚Darf ich Ihnen meinen Mitarbeiter vorstellen, meinen Diensthund Gaski?‘, und von dem wird jede Wirtin, glaubte Ludwig, sofort angetan sein, und wenn er ihr dann noch die Polizeimarke am Halsband zeigen würde, dann wären gewiss auch ihm gegenüber die letzten Zweifel behoben. Nur Gaski gleich bei der ersten Begegnung mitzubringen, das würde schief gehen. Herkommer war schon immer stark darin gewesen, jede neue Situation sofort und als Erstes danach zu beurteilen, was sie an Möglichkeiten enthielt, die für seine Absichten von Vorteil waren oder ihnen eher hinderlich sein könnten.

Und genau so, wie er sich das vorgestellt hatte – wie er es geplant hatte, wäre zu viel gesagt –, verlief die Quartiersuche dann auch. In dieser eher ärmlichen Vorstadtgegend mit ehemals stattlichen, aber inzwischen heruntergekommenen oder mindestens schon ziemlich abgewohnten Häusern aus dem letzten Jahrhundert waren viele Mieter gezwungen, wenn sie in diesen elenden Zeiten ihre großen Wohnungen halten wollten, eines oder auch mehrere Zimmer möbliert unterzuvermieten oder auch, in den besonders abgewirtschafteten Häusern, eine Anzahl von Schlafstellen anzubieten; auch eine Schlafstelle wäre ihm fürs Erste recht gewesen.

Schon bei seinem zweiten Versuch hatte er bei einer Frau Bohner, die ganz oben auf seinem Zettel stand, Erfolg. Ein richtiges Zimmer ganz für sich! Ein altmodisches, aber ordentliches Bett, sauber bezogen, ein schwarz gewichster Kanonenofen, ein paar Möbel und auf der Kommode ein Wachstuch als Decke und eine weiße Waschschüssel mit Krug.

Frau Bohner mochte Anfang oder Mitte dreißig sein und lachte viel. Ludwig hatte sich bis dahin Zimmerwirtinnen alt und griesgrämig vorgestellt. Sie hatte kurzgeschnittene rotbraune Haare, mehr braun als rot, ihr Mann sei im Krieg geblieben, Kinder habe sie leider keine, und deshalb sei die Wohnung eigentlich viel zu groß, sodass sie seit der Inflation ein oder zwei Zimmer vermieten müsse, die Mitbenutzung des Badezimmers sei selbstverständlich, da müsse man sich halt absprechen, und sie sei Fotografin, deshalb wäre das Badezimmer vollständig abzudunkeln, in der Wohnung mache sie aber kaum mehr etwas, und die Entwicklungstanks, die noch im Badezimmer stünden, wolle sie ohnehin demnächst runter in die Waschküche schaffen.

Frau Bohner wunderte sich über sich selber, wie redselig sie plötzlich gegenüber diesem jungen Mann war. Bei zwei anderen Interessenten gestern, auch ordentliche Leute, war nur das Nötigste gesprochen worden, und es fiel ihr auf, wie sehr sie sich ins Zeug legte, um ausgerechnet diesen unbefangenen Jüngling als Mieter bei sich aufnehmen zu können. Ja, den wollte sie!

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