Bernt Spiegel - Milchbrüder, beide

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Mehr als jeder dritte Bundesbürger, so eine Studie im Jahr 2019, sieht «Parallelen zwischen aktuellen politischen Ent-wicklungen in Deutschland und der NS-Zeit». Wie kommt man dem mit Mitteln der Literatur näher? Der Autor Bernt Spiegel, Jahrgang 1926, zeigt es. Er erzählt davon, wie ein verbrecherisches System in einer Gesellschaft und einem Staat zur Normalität wird. Spiegel erzählt aus der Sicht der Opfer – und aus der Sicht der Täter. Sein Roman erzählt die Geschichte zweier Jungs mit der gleichen Amme, einer arm, einer reich, einer geht zur SS, der andere nicht.

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Strauss begleitete Zabener noch bis zum schmiedeisernen Gartentor. Dabei war er zu seinem Schrecken im Halbdunkel unter dem lauten Gelächter des Konsuls in ein weiches Beet getreten. Sie plauderten am Tor noch eine Weile, scherzten und lachten und schüttelten sich dann lange die Hände, glücklich über so viel Übereinstimmung, und versprachen einander, bis zu ihrem nächsten Treffen nicht wieder so viel Zeit verstreichen zu lassen. Strauss machte noch ein paar gutmütige Späßchen mit jüdischen Redensarten, und Zabener fiel mit den Worten ein:

„Ein wunderbares Abendessen, Strauss, – und längst nicht so fett wie sonst in jüdischen Häusern.“

Beide freuten sich, wie unbefangen sie mit dem heiklen Thema umgehen konnten, und Strauss fuhr fort:

„Und erst dieser erlesene 21er Siran Margaux, Zabener, den du mir mitgebracht hast! Natürlich –“, und an dieser Stelle setzte er sein Lob per Sie fort, und seine Stimme bekam etwas übertrieben Beschwichtigendes, „natürlich weit über Ihre Verhältnisse!“

Sie lachten, wie man nur lachen kann, wenn man sich gemeinsam in eine so richtige Lachstimmung gebracht hat, und kein Außenstehender mehr den Grund für solche Heiterkeit hätte begreifen können. –

10_Ludwigs erste Stelle

In Nürnberg angekommen, wollte Ludwig Herkommer, der mit seinem Geld ziemlich am Ende war, in einem großen Kaufhaus, das an seinem Weg lag, schauen, ob günstig an etwas Essbares heranzukommen sei. Vor dem Eingang wartete angeleint ein Schäferhund, etwas dunkler als seine beiden Alsatian s zu Hause und gut gepflegt, wie Ludwig sogleich sah. Als er nach über einer Stunde wieder herauskam – er hatte nach einem langen Rundgang durch das ganze Haus in der Lebensmittelabteilung höflich gefragt, ob er eine zerbrochene Brezel, die er entdeckt hatte, vielleicht verbilligt haben könnte und bekam sie dann gratis und noch einen aufgerissenen Brotlaib mit dazu –, da saß der Hund immer noch da. Jetzt, da er nicht mehr so hungrig war, erkannte er schon nach kurzem Hinsehen die perfekte Ausbildung. Der Hund blickte aufmerksam mal zum Eingang, dann wieder zur Straße, aber gelassen, ohne die geringste Unruhe; die Länge der Leine ließ er ungenutzt. Oh, wenn man sonst vor den Geschäften diese armen Tröpfe jaulend und verzweifelt an ihren Leinen zerren sieht! Wenn ihn Passanten anschauten, blickte er weg, er wünschte keine Ansprache; wandte sich ein Passant ihm direkt zu und näherte sich ihm dabei allzu sehr oder versuchte er in einfältiger Freundlichkeit gar, ihn zu streicheln oder zu tätscheln, so knurrte er anhaltend, nicht laut, aber unüberhörbar.

Plötzlich sah er aufmerksam zu Ludwig her, unbewegt, doch interessiert, und nicht nur für einen Augenblick, und Ludwig schaute ebenso ruhig zu ihm zurück. Er hatte das Gefühl, dass nach den langen Tagen des Alleinseins plötzlich wieder jemand da war, der ihm nicht so grenzenlos fremd war wie all die Menschen seit seiner heimlichen Abreise von daheim. Seiner Mutter hätte er doch noch ein paar Zeilen zum Abschied schreiben sollen, und dass sie sich keine Sorgen zu machen brauche um ihn. Er hatte es ja auch versucht, aber der Zettel las sich dann so ungeschickt und hilflos, was gar nicht seiner Stimmung entsprach – er, der jetzt hinausstürmen wollte in die Welt.

Ludwig ging langsam auf das Tier zu, er hätte schwören mögen, dass dabei Freude in den Augen des Hundes stand, und je näher er ihm kam, umso mehr hob der Hund, der ihn weiter unvermittelt anblickte, seinen Kopf, und Ludwig wusste im gleichen Augenblick, dass er ihm jetzt, da er direkt vor ihm stand, über den Kopf hinweg kraulend in den Nacken greifen durfte. Alles geschah mit großer Selbstverständlichkeit wie unter alten Bekannten. An der Innenseite des Halsbands entdeckte er eine Marke mit ein paar Ziffern und Buchstaben darauf und den Worten POL.HUNDESTFL.NBG. und dazu noch ein paar Zahlen. Das war ja rätselhaft.

Danach konnte der Hund nicht genug kriegen, immer wieder an Ludwigs Schuhen zu schnuppern. Es waren dieselben, die er immer angehabt hatte, wenn er mit Dr. Straussens Hunden gearbeitet hatte oder mit ihnen über Stock und Stein getobt war. Ob das sein kann nach so langer Zeit?

Ludwig war ratlos. Er konnte das Tier, das vielleicht schon viele Stunden hier saß, nicht sich selbst überlassen, es würde sich nach diesem freundlichen Auftakt im Stich gelassen fühlen, aber einfach mitnehmen konnte er es auch nicht. Oder ob man dem Kaufhaus Bescheid sagen sollte? Aber nein, das gäbe eine Katastrophe, wenn die versuchten, den Hund in Verwahrung zu nehmen.

Bis Ladenschluss war es noch eine dreiviertel Stunde, und Ludwig beschloss, noch so lange zu warten, dann aber den Hund mitzunehmen und sich bei der Polizei durchzufragen, wohin er ihn bringen solle, denn ihn einfach auf der nächsten Polizeiwache abzuliefern, das ging genauso wenig, wie ihn dem Kaufhaus zu übergeben. Ludwig stellte seinen Rucksack direkt neben dem Hund ab – als Pfand könnte man sagen, und nachdem der Hund wie zur Empfangsbestätigung kurz daran geschnuppert hatte, war er sich völlig sicher, dass kein Spitzbub die geringste Chance haben würde, den Rucksack dort wegzunehmen. Er schlenderte im Eingangsbereich auf und ab, mal drinnen, mal draußen, zwischen den Leuten hindurch, die es eilig hatten, in das Kaufhaus hinein- oder herauszukommen, oder hinter verhärmten Arbeitslosen, die ungleich langsamer gingen. Ab und zu blickte der Hund, wenn er in seine Nähe kam, kurz zu ihm her, als wolle er sich vergewissern, aber er blickte keineswegs bettelnd und auch nicht beunruhigt, als ob er befürchte, dass ihn Ludwig vielleicht zurücklassen könnte; nicht einmal fragend blickte er drein, sondern er vertraute sichtlich Ludwigs weiteren Plänen, auch wenn er sie noch nicht kannte.

Als das Rollgitter heruntergelassen wurde, ging Ludwig entschlossen auf ihn zu, band ihn los und führte ihn an kurzer Leine davon. Der Hund lief dabei so selbstverständlich neben ihm her, als ob er nichts anderes erwartet hätte. In einer Telefonzelle im nahen Postamt musste er mehrere Groschen opfern, um sich bis zur Polizeihundestaffel, die es aber gar nicht mehr gab, durchzufragen. Der Hund stand die ganze Zeit unbewegt neben ihm, als höre er zu, und während Ludwig redete, drückte er plötzlich seinen Hals kraftvoll gegen Ludwigs Oberschenkel; der verhaspelte sich ob dieser überraschenden Zuwendung gleich mehrmals hintereinander, und als er auch noch die Körperwärme des Hundes durch den Stoff der Hose spürte, war er für einen Augenblick so glücklich wie schon seit Wochen nicht mehr. Schließlich hatte er die zuständige Polizeistelle gefunden.

„Nix Hundestaffel! Wir ham hier in Nämbäach momentan überhaupt nur noch einen Diensthund“, hörte er, „und der ist mit seinem Diensthundeführer nach Haus, und das Büro in der Hunoldstraße 5 ist fei erst morgn früh ab 8 Uhr wieder b’setzt.“

‚Der ist nicht nach Haus‘, wollte Ludwig noch sagen, aber da war bereits aufgelegt. Ludwig ging schon einmal zu der angegebenen Adresse, den größten Teil der Strecke in einem leichten Laufschritt, weil er spürte, wie sehr dem Hund Bewegung fehlte, und später nächtigte er dann dort im Treppenhaus hinten in einer abgelegenen Ecke, da, wo es hinunterging in den Hof und in den Keller. Ein dicker Packen alter Zeitungen, den er im Keller fand, machte, sauber ausgebreitet, das Lager zwar nicht viel weicher, aber schön warm, wenn man eine Weile darauf gelegen hat. So war die Nacht komfortabler als die meisten bis jetzt auf seiner Reise, jedenfalls trocken und ohne Störungen und mit einer durchaus angenehmen leichten Anwärmung durch Anschmiegen seines Rückens an den Rücken des Hundes, der dieses gemütliche Zusammensein zu genießen schien.

Am nächsten Morgen traf dann Ludwig auf einen freundlichen jungen Beamten, der den Hund zu kennen schien, denn er begrüßte ihn, wenn auch ziemlich freudlos, mit ‚Gaski‘, und auch der verhielt sich eher mürrisch.

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