Leichte Requisiten lassen sich gut mit doppelseitigem Klebeband an der Hand der Puppe befestigen, zum Beispiel eine kleine Coladose, eine Eintrittskarte usw. Schwere Requisiten können hingegen an einem separaten Stab gehalten werden. Ein solcher hilft auch dabei, wenn Requisiten schnell getauscht oder an jemand anderen übergeben werden müssen.
Übung:Um deine Puppe einzigartig zu machen, musst du ihr einen einzigartigen Charakter geben – Eigenschaften, die sie auszeichnen. Diese finden sich durch Ausprobieren: In Spielversuchen, zum Beispiel in kleinen Szenen oder Aufgaben, kannst du die Reaktionen deiner Puppe austesten. Statt dich also vor ein leeres Blatt Papier zu setzen und Eigenschaften deiner Puppe aufzuschreiben, nimm sie auf die Hand und suche gemeinsam mit ihr nach Antworten auf die folgenden Fragen.
Deine Puppe braucht einen Namen, der zu ihr passt! Schaue ihr ins Gesicht, während du Namen ausprobierst. Höre dabei auf dein Gefühl: Fühlt sich ein Name nicht stimmig an, ist er noch nicht passend! Wenn du bei einem Namen nach Tagen immer noch unsicher bist, ist er ebenfalls noch nicht der richtige.
Finde heraus, was deine Puppe mag! Frage sie dazu alles Mögliche! Besonders gut eignen sich Entweder-Oder-Fragen, denn hier muss man sich zwischen zwei Optionen entscheiden. Du wirst intuitiv merken, ob eine Antwort „richtig“ ist und zu deiner Puppe passt. Passt eine Antwort doch nicht zu deiner Puppe, wirst du beim nächsten Mal eine andere Antwort geben. Vielleicht stellst du nach ein paar Wochen fest, dass deine Puppe statt Erdbeereis doch lieber Schokoladeneis mag …
Spricht deine Puppe einen Dialekt? Hat sie einen kleinen Sprachfehler? Wenn deine Puppe damit kein Problem hat, hat es das Publikum auch nicht und wird diesen „Fehler“ als Bereicherung wahrnehmen. Wenn du austüftelst, wie deine Puppe spricht, denk daran: Puppen sprechen wie Menschen völlig unterschiedlich! Unterschiede bereichern das Puppenspiel und machen es bunt.
Was macht deine Puppe besonders?
Ist deine Puppe cool drauf? Wann und warum ist sie besonders cool? Ist sie laut, verrückt oder mutig? Was macht sie noch lauter, verrückter oder mutiger? Oder verlässt sie der Mut, wenn eine Maus oder eine Spinne auftaucht? Ist sie eher schüchtern, zurückhaltend und schreckhaft? Welches Thema begeistert sie und lässt sie über sich hinauswachsen? Ist sie verrückt nach einer Sache oder ein Fan von etwas? Vielleicht von Schokolade, Schäfchenwolken, Regenwürmern, Lokomotiven, einem Schlagersänger oder einem YouTube-Star?
Welche Marotten hat deine Puppe?
Gibt es Wörter, die deine Puppe ständig wiederholt? Ist eine bestimmte Begrüßungsformel typisch für sie? Vielleicht zuckt sie auch ständig zusammen, wenn sie angesprochen wird oder hat die Angewohnheit, sich am Kopf zu kratzen.
Finden sich nicht gleich Antworten auf diese Fragen, bleib locker und setz dich nicht unter Druck! Stell dich den Fragen später noch mal – vielleicht gibt es dann Antworten. Es ist ohnehin ratsam, sich nicht zu schnell festzulegen: Lass dir deshalb Zeit! Du wirst merken, was zu deiner Puppe passt! Manche Charaktereigenschaften finden sich auch erst nach einer Weile im Einsatz mit der Puppe, andere verändern sich im Laufe der Zeit wieder. Bleib stets aufmerksam dafür, wie sich der Charakter deiner Puppe entwickelt!
Übung:Damit du und deine Puppe eine Einheit werden könnt, musst du viel Zeit mit ihr verbringen. Unternimm etwas mit ihr! Erledigt zum Beispiel die unten aufgeführten Aufgaben gemeinsam!
Schaut zusammen die Nachrichten und kommentiert das Geschehen.
Schaut zusammen ein Bilderbuch an und beschreibt, was ihr seht.
Frage deine Puppe jeden Tag zehn Entweder-Oder-Fragen, zum Beispiel: Pizza oder Nudeln? Fußball oder Basketball? Badeanzug oder Bikini? Dusche oder Badewanne? Schulbus oder Fahrrad? Mathe oder Deutsch? Oliven oder Parmesan? Pünktlich oder zu spät? Großfamilie oder Einzelkind? Frühling oder Herbst? Strand oder Berge?
Nimm deine Puppe mit ins Badezimmer und finde heraus, wie sie am Morgen in den Spiegel schaut, sich die Haare macht, einen Pickel ausdrückt …
Setze die Puppe an einen Computer und lasse Sie mit der Tastatur eine E-Mail an jemanden schreiben.
Mache einen Ausflug in ein Ankleidungsgeschäft und suche nach Kleidungsstücken, die deiner Puppe stehen könnten.
Spiele anderen spontan etwas Kurzes Unfertiges vor und beobachte, was draus wird! Kinder haben übrigens oft viele Ideen, wie eine Geschichte weitergehen könnte. Probiere aber auch die verrückten Ideen Erwachsener aus.
Malaga, Fred, Stevie, Krümel und Sven – diese fünf Puppen begleiten uns durch die Puppen- Theaterstücke dieses Buches. In ihnen sind fünf verschiedene Charaktergrundtypen angelegt, die aber auch noch Spielraum für eigene Ideen lassen. Dabei hat jede Puppe einen Hauptcharakterzug, der sie im Wesentlichen ausmacht. Je nach Vorlieben können jedem Charakter weitere Eigenheiten verliehen werden: zum Beispiel bestimmte Gesten oder Sätze, die die Puppe ständig wiederholt. Vor dem Aufführen ist es auch hilfreich, sich für jeden Charakter einen Vorstellungssatz auszudenken, der vor Beginn eines Puppen-Theaterstückes vorkommt. So weiß auch das Publikum, wie die Puppen heißen, bevor es diese auf der Bühne sieht.
MALAGA: DIE QUIRLIGE
•Redet laut, viel zu viel und viel zu schnell
•Kann nicht gut singen, tut es aber trotzdem ständig
•Ist sehr begeisterungsfähig
Beispiel für Malagas Vorstellung: „Juuuhu! Ich bin Malaga! Wie das Eis. Nur, dass ich nicht aus der Gefriertruhe komme, sondern aus Indien!“
FRED: DER BESSERWISSER
•Weiß alles und hält damit auch nicht hinterm Berg
•Geht anderen mit seiner Besserwisserei manchmal auf die Nerven
•Ist mit seinen Erklärungen aber auch oft hilfreich
Beispiel für Freds Vorstellung: „Hallo! Ich bin Fred. Das ist eine Kurzform des althochdeutschen Namens Friedrich.“
STEVIE: DER KUMPEL
•Ist offen und zuverlässig
•Ist für alles zu haben
•Steht immer zu seinen Freunden
Beispiel für Stevies Vorstellung: „Hi Leute! Mein Name ist Stevie. Meine Freunde sagen immer, dass man mit mir Pferde stehlen kann!“
KRÜMEL: DIE SCHÜCHTERNE
•Ist klein und zierlich
•Traut sich manchmal nichts zu und hat Angst im Dunkeln
•Hat einen guten Durchblick und versteht ganz schön viel
Beispiel für Krümels Vorstellung: „Ähm, ha… hallo, ich bin die … also, ich, ähm, ich heiße Krümel! Meinen echten Namen, Rut, mag ich nicht so gern.“
SVEN: DER COOLE
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