In diesem Sinne: viel Spaß beim Kreativsein!
Alex und Wiebke
Dieses Buch liefert 24 fertige Puppen-Theaterstücke zu biblischen Geschichten, Themen aus dem Leben und kirchlichen Festen. Das Zielpublikum sind Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren. Geeignet ist das Buch für Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer sowie Haupt- und Ehrenamtliche in der christlichen Arbeit mit Kindern. Der Großteil der Puppen-Theaterstücke in diesem Buch steht für sich und kann zum Beispiel als ein Baustein in Gottesdiensten oder Kindergruppen eingebaut werden. Zusätzlich zu jedem Stück gibt es einen Vorschlag zu einem möglichen anschließenden Impuls, der das Thema des Stückes verarbeitet.
Zu jedem Puppen-Theaterstück gibt es eine Übersicht mit folgenden Informationen:
•Kategorie (Bibelgeschichten, Lebensthemen oder Kirchenfeste)
•Geschätzte Dauer in Minuten
•Benötigte Anzahl an Spielerinnen/Spielern
•Schwierigkeitsstufe (leicht, mittel oder schwer)
•Bibelstelle
•Benötigte Puppen ( MALAGA, FRED, STEVIE, KRÜMEL, SVEN)
•Requisiten, die zum Download bereitstehen, und solche, die darüber hinaus besorgt werden müssen
•Wichtige Hinweise und Tipps zum Stück
•In den Regieanweisungen der Stücke sind nur die Puppen farblich hervorgehoben, die in der jeweiligen Szene aktiv sind. Sollten die Rollennamen durch andere ersetzt werden, muss darauf geachtet werden, dass die Namen auch dort geändert werden, wo die Puppen nur passiv benannt und daher nicht hervorgehoben sind.
•Ist in den Regieanweisungen davon die Rede, wo die Puppen stehen und in welche Richtung sie gehen oder schauen, ist damit stets die Perspektive der Spielerin / des Spielers gemeint, nicht die des Publikums.
•Ein hilfreiches Werkzeug für jedes Puppen-Theaterstück ist Klebeband. Dieses wird benötigt, um Requisiten an der Bühne oder an den Puppen zu befestigen. Requisiten, die an den Puppen haften bleiben sollen, können bereits in der Vorbereitung mit Klebeband präpariert werden.
•Es ist ratsam, neben den Spielerinnen / Spielern eine weitere Person hinter den Kulissen zu haben, die zum Beispiel beim Einsatz der Requisiten hilft.
Zu diesem Buch können Requisiten unter www.ejw-buch.de/shop/wenn-im-wal-die-puppen-tanzen.htmlals digitale Daten heruntergeladen werden. Der Kauf des Buches berechtigt zum Downloaden, Ausdrucken, Kopieren und Verwenden dieser Daten, sofern sie zur Vorbereitung und Durchführung der Inhalte dieses Buches verwendet werden. Eine Vervielfältigung, Verwendung oder Weitergabe darüber hinaus ist ohne Erlaubnis ausdrücklich nicht gestattet.
VON „RADIESCHENFIEBER“ MATTHIAS JUNGERMANN
Übung macht den Puppenmeister
Kinder als Publikum sind nicht zu unterschätzen! Mal sitzen sie gebannt und mit offenen Mündern da. Und das, obwohl vielleicht Inhalt und Handhabung der Puppen nicht besonders gut sind. Irgendetwas am Medium „Puppe“ begeistert sie zutiefst. Und ein anderes Mal tut Kindermund unverblümt Wahrheit kund. Und so steht plötzlich jemand in der ersten Reihe auf und kräht: „Langweilig!“ Zwischen diesen beiden Polen bewegt sich das Publikum – und Kinder noch viel stärker: zwischen „Entrücktsein“ vom Spiel und unbarmherziger Kritik. Es ist immer eine Herausforderung, Kinder abzuholen, in die Geschichte zu entführen und zu begeistern. Funkelnde, dankbare Augen sind jedoch der Lohn für alle Mühe!
Doch nicht nur Kinder wollen begeistert werden. Auch Jugendliche und Erwachsene lieben es, wenn man ihnen Geschichten erzählt. Wenn es in einem Stück nicht nur um Blümchen, Luftballons und Marienkäfer geht, sondern Motorroller, Klausuren und Knebelverträge darin vorkommen, kann Puppenspiel auch für Ältere ein Spaß sein. So mancher Erwachsener spürt insgeheim das Kind in sich und lässt sich gern von Stücken für Kinder entführen. Hierzu ist aber unabdingbar, dass Puppen technisch gut gespielt werden. Ein Erwachsener verliert schnell die Lust am Zuschauen, wenn es im Spiel Dinge gibt, die ihn irritieren. Zum Beispiel, wenn die Mundbewegungen der Puppe nicht zu dem passen, was sie angeblich sagt.
Puppenspiel ist daher anspruchsvoller, als man denkt: Das Spielen einer Puppe ist wie das Spielen eines Musikinstrumentes. Ich muss mich der Handhabung des Instrumentes erst Schritt für Schritt nähern, erkunden wie man es hält und wie man es bedienen muss, um darauf Töne zu erzeugen. Wenn ich einen Ton produziere, wird es nicht gleich ein schöner sauberer sein. Aber immerhin ein Ton! Doch je häufiger ich das Instrument zur Hand nehme und darauf übe, desto schöner wird mein Ton.
Puppenspiel übt sich ebenfalls, indem man die Puppe möglichst oft zur Hand nimmt. Wenn sie nur hübsch auf dem Regal sitzt, wird das Spiel mit ihr nicht besser. Und auch, wer alles nur im Kopf durchgeht oder am Schreibtisch sitzend aufschreibt, bekommt kein Gefühl für die Handhabung der Puppe – und wird keine Einheit mit ihr. Spielerin/Spieler und Puppe sollten deshalb möglichst viel gemeinsam „erleben“. Die Puppe muss sich dabei auf der Hand befinden und „mitproben“ – so kann sich auch die Hand an die Puppe gewöhnen, die auf ihr sitzt. Und nur so lernt die Spielerin / der Spieler die Puppe als „Instrument“ kennen und übt ein, sich damit auszudrücken.
Also runter damit vom Regal, Zeit mit der Puppe verbringen und erst dann ab vors Publikum! Niemand würde sich ohne Übung mit einer Geige vor ein Publikum stellen und ihm etwas „vorgeigen“. Mit einer Puppe hingegen machen das die Leute! „So ein bisschen Puppenspiel – das kann doch nicht so schwer sein. Ist doch sicher alles ganz easy!“ Beim Puppenspiel gibt es aber vieles zu beachten. Trotzdem können wir entspannt sein! Denn in diesem Buch geht es um eine Puppenart, die relativ einfach zu erlernen ist. Gleichzeitig hat sie einen enormen Effekt und Erfolg beim Publikum. Seit Jim Henson in Sesamstraße und The Muppet Show im TV mit seinen Puppen auftauchte, ist diese Puppenart aus den Kinderprogrammen nicht mehr wegzudenken: die Klappmaulpuppe. Los geht’s: zur Puppe greifen, sie mit Neugier und Spaß beobachten, kennenlernen und die folgenden Tipps und Tricks ausprobieren!
Das Einmaleins beherrschen
Sprechen
Ihr Name deutet es bereits deftig-charmant an: Die wichtigste Bewegung der Klappmaulpuppe ist ihre Mundbewegung. Nicht umsonst ist ihr Mund überdurchschnittlich groß. Dieses klappende Maul geht beim Sprechen auf und zu – am besten in einer Weise, die wir kennen und einordnen können: Denn die Wörter, die das Publikum hört, verknüpft es nur dann mit der Puppe, wenn die Artikulation der Wörter glaubhaft zu den Bewegungen ihres Klappmauls passt. Jeder hat von Kindheitstagen an anderen beim Sprechen zugeschaut und Bewegung und Stimme zu „lesen“ gelernt. Alles, was wir über das Sprechen wissen, haben wir bei anderen beobachtet, von den Lippen abgelesen und dann selbst umgesetzt. Nun gilt es, dies noch einmal wahrzunehmen und dann bei der Puppe umzusetzen. Nachahmung führt zum Erfolg!
Übung:Schaue die Puppe beim Wörtersprechen an. Hierbei merkst du intuitiv, was richtig ist und natürlich aussieht. Durch Beobachtung und Korrektur kannst du der Puppe glaubhafte Sprechbewegungen geben. Die Koordination von „Hirn“ mit „Hand“ wird trainiert und miteinander verbunden. Man wundert sich manchmal, was die eigene Hand macht – oder eben nicht macht, obwohl man es doch will!
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