Drittens gibt es Buchstaben, die sehr ähnlich sind. Hier bin ich schon etliche Male in ein Fettnäpfchen getreten und hatte später Buchstaben, die auf dem Kopf standen, oder Wörter, die keinen Sinn ergaben. Ganz anfällig dafür sind M und W sowie i und !, E und 3 oder auch S und Z bzw. 2. Aber auch beim N, T und L kann leicht Verwirrung entstehen, wenn man die Striche an der falschen Stelle setzt. Hier hilft nur eines: üben, üben, üben!
Und falls es bei einer Erzählung doch zu einem Fehler kommt, hilft es, sich nicht selbst zu ernst zu nehmen, einen Witz zu machen und zu sagen, welches Wort man eigentlich gemeint hat. Den Buchstaben lässt man dann einfach falsch stehen, denn nichts sieht grausamer aus als ein überpinselter falscher Buchstabe. Mehr praktische Tipps zu den Buchstaben während der Erzählung findest du im Kapitel „Mal- und Erzähltechnik“.
Als Erstes kannst du das Alphabet in einem solchen leeren Rahmen nachzeichnen. Am besten machst du das mit einem Bleistift, den du zum Üben immer wieder ausradieren kannst.
Versuche als Nächstes, folgende Wörter der Reihenfolge nach in Kästchen zu schreiben: Anfang, Schatz, Joyful, Jesus, 2 Zöllner, Quelle, 3 Eunuchen, Aussätziger, Zimmermann, Gott, König Davids Xylophon, Hochzeitsball zu Kana?, Nebukadnezars Wandmalerei!
Jetzt hast du jeden Buchstaben mindestens einmal und die schweren sogar schon öfter geübt. Nun darfst du dich an ein paar Sätzen ausprobieren. Dabei ist zu beachten, dass man zwischen den Wörtern immer einen schwarzen Trennkasten setzt, damit man die Wörter später auseinanderhalten kann. Alternativ kann man die Wörter auch in getrennten Kästen aufmalen. In den Beispielgeschichten findest du unterschiedliche Varianten.
58 kleine Jünger
Wir möchten Wombats malen.
Wer immer auf die Nase fällt, der übt zu wenig auf der Welt.
Textblöcke – Buchstaben im Tafelbild einsetzen
Um die Buchstaben zu verwenden, musst du Textblöcke auf dein Tafelbild malen. Dabei gibt es ein paar Dinge zu beachten. Man sollte zum Beispiel beim Vormalen der Textrahmen die Kästchen nicht zu klein ansetzen, sondern dafür lieber mehr Raum lassen. Bei der Bleistiftvorzeichnung ist daran zu denken, dass die Pinselstriche nachher deutlich dicker sind. Daher muss mehr Platz gelassen werden, da die Zwischenräume sonst zu eng werden. Um Textblöcke zu malen, geht man folgendermaßen vor: Zuerst werden für die Buchstabenkästchen kleine Striche oder Punkte pro Buchstabe an die Tafel gemalt. Falls dir auffällt, dass der Textrahmen zu kurz oder zu lang wird oder nicht mittig auf der Tafel steht, korrigiere die Punkte, bis es passt. Danach ziehst du die obere horizontale Linie vom ersten bis zum letzten Punkt. Um die Höhe der Buchstaben festzulegen, wird als Nächstes die rechte und linke Rahmenlinie gezogen und die unteren Kanten werden mit einem zweiten horizontalen Strich verbunden. Jetzt ist der Textrahmen fertig. Um den Textblock zu vollenden, müssen nur noch die Linien von den festgelegten Punkten aus senkrecht nach unten gezogen werden. Fertig ist dein Textblock.
Jetzt bist du gut vorbereitet. Je mehr du übst und mit der Tafel erzählst, umso besser wirst du die Buchstaben beherrschen. Und für den Anfang gilt: Nimm es mit Humor, wenn trotz aller Übung und Vorbereitung etwas schief läuft. Die Kinder freuen sich darüber, wenn du auch mal einen kleinen Fehler machst und können sich das Wort dadurch umso besser merken.
Die Negativschrift kannst du ergänzen, indem du die sogenannte Geheimschrift als weitere Möglichkeit nutzt, um Schrift entstehen zu lassen. Dazu benutzt du ganz normale Großbuchstaben und lässt dabei erst einmal die Verbindungsstriche weg. Das sieht wie ein wirres Durcheinander von Strichen aus. Durch ein paar zusätzliche Striche entsteht dann daraus ein logisches Wort. Diese Schrift ist zum Beispiel für Ortsnamen oder erklärende, nebensächliche Wörter sehr sinnvoll. Achte darauf, dass die Abstände zwischen den Buchstaben auch dann noch groß genug sind, wenn du die Striche ergänzt hast.
Hier ein Beispiel:
Probier auch das einmal aus:
In biblischen Geschichten sind Personen immer elementar. Daher spielen sie auch beim Tafelzeichnen eine wichtige Rolle. Das heißt nicht automatisch, dass sie in jeder Geschichte auf die Tafel gemalt werden müssen. Aber es ist eine gute Möglichkeit, um dein Bild zu ergänzen oder einen Einstieg zu schaffen. Vor allem für die Hauptpersonen kannst du ruhig immer wieder einen Platz auf der Tafel einplanen.
Das Wichtigste an der Person ist der Kopf. Er besteht meistens aus einem gelb hinterlegten Kreis mit schwarzer Kontur. Am Anfang lässt man den Kreis leer und ergänzt ihn während der Erzählung mit Augen und Mund. Den Gesichtsausdruck der Person sollte man immer freundlich malen, außer man hat einen berechtigten Grund, es anders zu machen. Um Emotionen in Gesichtern auszudrücken, ist es ratsam, diese in extra Gesichtern auf der Tafel darzustellen. Zu Emotionen und Gefühlen findest du in einem der nächsten Abschnitte noch ausführliche Erklärungen.
Wenn du möchtest, kannst du das Geschlecht der Person durch lange Haare oder einen Bart andeuten. Allerdings sollten aufwendigere Malereien schon von Anfang an auf die Tafel gemalt sein, da während des Erzählens dazu keine Zeit bleibt.
Zum Kopf gesellt sich dann der Körper. Je nachdem wie kreativ und begabt du bist, kannst du diesen malen, wie du möchtest. Der Einfachheit halber empfiehlt es sich, ein Gewand anzudeuten. Das hat den Vorteil, dass es schnell geht und jeder und jede es malen kann. Wenn du magst, kannst du dem Gewand noch ein paar farbliche Elemente verpassen, damit nicht jedes Gewand gleich aussieht. Wenn du ein bisschen Spaß für dich selbst suchst, kannst du kleine Insider in die Gewänder einbauen. Ich habe zum Beispiel vor der Weltmeisterschaft im Sommer 2014 ein paar Randpersonen mit einem angedeuteten Deutschlandtrikot bekleidet. Allerdings ist hier immer das richtige Maß gefragt.
Während einer Bibelwoche, einer Fortsetzungsgeschichte oder um einen Einstieg zu bekommen, kannst du auf dem Gewand auch einen Rahmen für einen Buchstaben ziehen. Wenn die Person in der Geschichte dann an der Reihe ist, wird der Anfangsbuchstaben des Namens aufgemalt und man sagt etwas wie: „Das hier ist der Petrus. Woran erkennen wir das?“ – Jetzt wird das P aufgemalt. – „Natürlich! An dem P auf seinem T-Shirt.“ Dieses Ritual ist bei mir mittlerweile ein kleiner „Running Gag“ geworden und die Kinder stimmen immer schon im Chor mit ein: „An dem P auf dem T-Shirt!“ Das ist ein ganz einfacher Trick, damit die Kinder dabei bleiben und einbezogen werden. Bei Personen klappt das immer.
Hauptpersonen kann man groß auf das Bild malen. Wenn mehrere Personen vorkommen, empfiehlt es sich, kleinere Personen zu benutzen.
Wenn eine Menschenmenge gemalt werden soll, kann man das auch nur andeuten. Falls eine Geschichte von Jesus und einer Menschenmenge erzählt wird, empfiehlt es sich, Jesus als richtige Person zu malen und die Menge mit groben Konturen anzudeuten. Das könnte dann so aussehen:
Es gibt noch viele andere Arten, Personen detaillierter zu malen. In der Beispielgeschichte „Jeremias Rettung aus der Zisterne“ werden Strichmännchen verwendet. Hier ein paar Möglichkeiten, wie Personen noch aussehen können:
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