In den anderen Grundeigenschaften steht sie den anderen Farben fast in nichts nach. Nur in der Farbintensität kann sie nicht mithalten. Sie ist eher matt und glänzt nicht. Für einen häufigen Einsatz, aber auch für den sehr seltenen Einsatz ist Tempera Powder zu empfehlen. Allerdings ist sie relativ schwer und nur in großen Mengen zu beschaffen.
Stärken: Optimale Eigenschaften für das Tafelzeichnen. Sehr geschmeidige und saubere Zeichnungen. Wird nie unbrauchbar, selbst wenn sie eintrocknet. Jederzeit sofort benutzbar. Wenig pflegebedürftig. Für missionarische Einsätze mit mehreren Einsatzteams geeignet, weil das Pulver gut zu portionieren ist und nicht luftdicht verpackt sein muss. Sehr zuverlässig und schnell in der Verwendung an der Tafel.
Schwächen: Schwer zu beschaffen (einer der wenigen Hersteller hat seinen Sitz in Australien). Nur in größeren Mengen erhältlich. Etwas blasser als die anderen Farben. Etwas teurer als die anderen Farben.
Bezug z. B. über https://www.eckersleys.com.au/products/ec-tempera-powder(Stand August 2017), ab ca. 7,50 Euro für 250g Pulver, 10-15 Farben zur Auswahl; in kleineren Mengen auf Anfrage bei Mika Sinn ( mika.sinn@gmail.com)
Plakatfarben sind Farben auf Wasserbasis. Verglichen mit Tempera Powder haben sie ein paar Vorteile. Vor allem sind sie leicht zu beschaffen. Man bekommt sie in jedem gut geführten Bastelladen oder über das Internet. Die Farbauswahl ist sehr groß und mit ein wenig Geschick, Kreativität und Können kann jede gewünschte Farbe gemischt werden. Da die Farben in gut verschließbaren Plastikflaschen abgefüllt sind, kann man die benötigten Farben für das Tafelbild immer aktuell portionieren und hat weniger Überschuss. Die restliche Farbe kann man über Jahre in den Plastikflaschen aufbewahren, ohne dass sie eintrocknet.
Die Farben sind zwar auf Wasserbasis, allerdings sollten die Pinsel ausgespült werden, da die Borsten sonst verkleben. Mit Seife und Wasser bekommt man die Pinsel sauber.
Um die Farben optimal zu nutzen, sollten sie aber noch etwas aufbereitet werden. Wenn sie pur benutzt werden, sind sie zwar sehr schön deckend, aber man kann nicht schnell genug längere Zeichnungen und Schriftsätze malen. Das liegt daran, dass die Farben zu dickflüssig sind. Daher empfiehlt es sich, die Plakatfarben in einem Extraglas mit ein wenig Wasser anzurühren, um sie etwas flüssiger zu machen. Am besten machst du das gleich in dem Glas, das du später auch beim Malen benutzen möchtest. Hier ist ein wenig Übung und Experimentierfreudigkeit gefordert.
Stärken: Decken gut. Farbintensiv. Einfach zu portionieren. Leicht zu beschaffen. Große Farbauswahl. Können bei Bedarf gemischt werden. Relativ pflegeleicht. Günstig.
Schwächen: Muss gut gemischt und angerührt werden. Manchmal ein wenig schwerfällig in der Benutzung, wenn das Mischverhältnis nicht stimmt. Tropft schnell. Trocknet an der Luft relativ schnell ein.
Ab 5,50 Euro für 1 l Farbe, 15–20 Farben zur Auswahl
Cromarfarben sind den Plakatfarben am ähnlichsten, unterscheiden sich aber in ein paar Kleinigkeiten. Die Farben sind auch auf Wasserbasis und ähnlich leicht zu beschaffen. Auch hier ist es wichtig, dass du ein gutes Farbe-Wasser-Mischverhältnis findest, mit dem du optimal arbeiten kannst.
Im Gegensatz zu Plakatfarben verlaufen Cromarfarben nicht so schnell, tropfen weniger und sind geschmeidiger aufzutragen. Vor allem ist aber die Farbintensität bei Cromarfarben höher als bei den anderen Farben. Wenn die Farben getrocknet sind, erhalten sie einen schönen, satten perlend-leuchtenden Glanz. Sie sehen einfach schöner aus. Die Qualität hat allerdings auch ihren Preis, denn Cromarfarben kosten deutlich mehr als Plakatfarben.
Eine Besonderheit an Cromarfarben ist, dass die Farben transparent sind. Die Farben decken also nicht, sondern sie überlagern sich. Interessant wird das, wenn man mit zwei Farben übereinander malt. Da die Farben nicht vollständig decken, scheint die Farbe durch, die unter der aufgetragenen Fläche liegt. Das kann zwar manchmal schön sein, kann aber auch nerven, wenn man deckende Flächen malen möchte. Gerade wenn man mit Farben übereinander malt, gibt das Farbmischungen, die manchmal nicht so schön aussehen. Schwarz deckt größtenteils alles gut ab, lässt aber trotzdem die untere Farbe leicht durchschimmern. Für Glasmalereien sieht das alles schön aus. Da beim Tafelzeichnen aber nicht auf Glas, sondern auf Papier gemalt wird, muss dieser Effekt gut bedacht werden. Die anderen Farben bringen hier einen Vorteil.
Stärken: Satte, glänzende Farben. Einfach zu portionieren. Leicht zu beschaffen. Kann bei Bedarf gemischt werden. Relativ pflegeleicht. Verläuft nicht.
Schwächen: Trocknet an der Luft relativ schnell ein. Weniger Farbauswahl. Farben decken nicht, sondern überlagern sich. Relativ teuer.
Ab 6,50 Euro für 500 ml Farbe, ca. 10 Farben
Welche Farbe ist die beste?
Nun, das sind die Farben, die wir lieben und mit denen wir am besten arbeiten. Jetzt liegt es ganz an dir herauszufinden, welche Farbe für dich die beste ist, weil du gut mit ihr umgehen kannst und sie dir bei der Erzählung am meisten hilft. Im Endeffekt gibt es keine „beste“, sondern nur eine, die am besten zu deinen Ansprüchen passt.
Alle Farben einmal auszuprobieren wäre toll. Das kann aber ganz schön stressig und teuer werden.
Daher lautet der Einsteigertipp: Nimm die Plakatfarbe. Die ist am günstigsten und hat gute Eigenschaften. Wenn du dich mit dieser Art der Erzähltechnik einmal angefreundet hast, kannst du immer noch experimentieren und Schritt für Schritt neue Farben ausprobieren, eventuell auch anschaffen. Das Ergebnis stimmt nachher mit jeder Farbe. Mal leuchtender, mal günstiger, das andere Mal deckender, meistens aber schnell und unkompliziert.
Jetzt hast du dich vielleicht in Gedanken schon für eine Farbe entschieden und wolltest gerade los, um dir eine Grundausstattung zu kaufen. Doch welche Farben braucht man überhaupt? Reicht ganz minimalistisch ein Topf schwarze Farbe oder nimmt man doch lieber Schwarz, Rot und Gelb, damit man wenigstens eine Deutschlandfahne malen kann? Oder nimmt man gleich noch Ocker, Altrosa, Babyblau, Aubergine, Mint und Bordeaux mit in den Einkaufswagen, weil Farbenvielfalt grundsätzlich nicht schaden kann?
Glücklicherweise beschränken sich die Hersteller auf eine bestimmte Farbauswahl (zwischen 10 bis 20 Farbtönen kannst du teilweise wählen). Unverzichtbar ist schwarze Farbe. Die braucht man immer und überall. Dazu reichen die fünf Farben Rot, Blau, Grün, Gelb und Braun. Mehr braucht man eigentlich nicht. Zur Not kann man sich aus diesen Farben ja auch noch weitere mischen. Hierfür ist eine Tube Weiß oft hilfreich.
Natürlich darfst du dir gern noch andere Farben anschaffen und mit ihnen arbeiten, lass dich in deiner Kreativität nicht einschränken. Je mehr Liebe und Fantasie du hineinsteckst, umso besser. Aber für den Anfang (und eigentlich auch auf Dauer) reichen die sechs Farben völlig aus.
Farben in Gläser abfüllen und anrühren
Um die Farben später an der Tafel benutzen zu können, muss man sie in Behälter abfüllen und eventuell auch abmischen oder anrühren. Dafür kann grundsätzlich jede Art von Behälter genutzt werden. Vom Joghurtbecher bis zum Regenfass ist alles möglich, allerdings nicht alles nützlich und hilfreich.
Am besten eignen sich kleinere Marmeladengläser oder Gläser für Babynahrung. Wichtig ist, dass die Gläser vor dem Gebrauch sauber gespült werden und der Deckel aufbewahrt wurde, denn auch den braucht man natürlich.
Wenn man sechs gleiche Gläser benutzt, sieht das optisch schöner aus.
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