Elementare Bausteine der Tafelbilder
(MS) Um die Tafel als Medium zu benutzen, muss man die Geschichte in ein Bild verpacken. Dazu benötigt man verschiedene Elemente, die das Gesagte sichtbar werden lassen. Es soll in diesem Kapitel um die Möglichkeiten gehen, die du hast, genau dieses Ziel zu erreichen – auch ohne großes Vorwissen und ohne ein großer Künstler zu sein. Für das Tafelzeichnen ist es egal, wie gut du im Malen bist! Wenn du gut malen kannst, super! Wenn du weniger gut malen kannst, kannst du vieles ganz einfach lernen, und wenn du denkst, dass du überhaupt nicht malen kannst, dann kannst du mehr mit Formen und einfacheren Grundelementen arbeiten, das ist auch überhaupt kein Problem.
Wenn man Geschichten mit der Tafel erzählt, kommen gewisse Elemente immer wieder vor. Dazu gehören Rahmen, die deine Tafel schmücken und sie am Anfang nicht so leer aussehen lassen. Natürlich brauchst du Buchstaben, um z. B. die Hauptaussage deiner Erzählung zu visualisieren oder bestimmten Wörtern Gewicht zu geben. Vor allem bei biblischen Geschichten sind zudem Personen nicht wegzudenken. Alles andere kannst du auch mit Farben, Formen oder Symbolen ausdrücken. Diese Grundelemente solltest du kennen und üben, damit du ein Tafelbild entwickeln und erfolgreich damit erzählen kannst.
Wenn du deine Geschichte durchdacht, designed und auf Papier gebracht hast, braucht deine Tafel einen Rahmen.
Der Rahmen macht deine Geschichte vor allem vor dem Erzählen spannend und interessant. Da das Startbild sehr wahrscheinlich ziemlich weiß ist und aus lauter Formen und undurchschaubaren Zeichnungen besteht, gibt der Rahmen diesem verwirrenden Bild etwas Schönes und Interessantes.
Der Rahmen gibt dem Bild zudem eine Begrenzung, damit es sich nicht einfach zum Rand hin verläuft. Mit einem Rahmen kommt das Gemalte auf dem Tafelbild erst richtig zur Geltung. Zum Vergleich kannst du ja mal eine Geschichte mit und ohne Rahmen malen. Dann wirst du sehen, dass der Rahmen schon einiges ausmacht:
Es gibt keine feste Regel, wie genau der Rahmen aussehen sollte. Ob eine gerade Linie, eine Wellenlinie, Zickzack, Punkte, Sterne, Herzen oder andere Schnörkel – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Du kannst, wenn du möchtest, bei jedem deiner Bilder einen anderen Rahmen ausprobieren. Du kannst dir aber auch deinen ganz individuellen Rahmen ausdenken und ihn zum Erkennungsmerkmal deiner Tafelbilder machen.
Grundsätzlich kann man bei dem Rahmen jede Farbe verwenden. Die beste Wirkung erzielt man aber, wenn man mit Gelb und Schwarz arbeitet, da diese Farben den stärksten Kontrast zueinander haben. Dabei ist es egal, ob man eine komplett gelbe Fläche malt, die bis zum Rand des Tafelbildes geht oder die schwarze Linie nur mit einer gelben Linie verstärkt. In diesem Fall bleibt noch eine weiße Fläche am Rand.
Praxistipp
Empfehlenswert ist, dass man beim Malen des Rahmens mit der gelben Farbe beginnt und dann erst die schwarze Kontur malt. So verschmiert man beim Auftragen der Farbe sicher keine schwarze Farbe in das hellere Gelb hinein.
Praxistipp
Wenn in einem Tafelbild überdurchschnittlich viel gelbe Fläche vorgesehen ist, kann der Rahmen durchaus in einer anderen Farbe besser wirken, da er dann wieder einen höheren Kontrast zum Tafelbild ergibt.
Für den Rahmen ist zu beachten, dass es sich dabei um ein unterstützendes Element ohne Bedeutung für die Geschichte handelt und er daher auch nicht die Hauptrolle in deinem Tafelbild spielen sollte. Er darf also nicht den Blick auf sich ziehen und stark von der eigentlichen Geschichte ablenken. Deshalb sind hellere Farben und kleine Ornamente oder Elemente in einer kräftigeren Farbe völlig ausreichend. Er sollte auch insgesamt nicht zu breit sein. Zum einen weil er sonst zu mächtig ist und von den wesentlichen Elementen der Geschichte ablenkt. Zum anderen weil er sonst zu viel von der wertvollen Zeichenfläche einnimmt, die man auch anders sehr gut nutzen kann.
Praxistipp
Wer sein Tafelbild am Ende der Verkündigung im Raum aufhängen oder an ein Kind verschenken möchte, sollte beim Vorbereiten des Bildes daran denken, den Rahmen auch unter den Befestigungsklammern weiterzuführen. Sonst sind vier bis acht „weiße Flecken“ sichtbar, die das Gesamtbild stören.
Hier sind einige Beispiele von möglichen Rahmen für ein Tafelbild:
Die Buchstaben sind ein sehr wichtiger Teil des Tafelbildes. Sie machen das anfängliche Tafelbild interessant, vermitteln oft die Hauptaussage und vor allem entwickelt sich während der Geschichte etwas, das vorher nicht zu erkennen war.
Das Prinzip der sogenannten Negativschrift basiert darauf, dass am Anfang nur der Rahmen der Buchstaben zu sehen ist und mit ein paar Strichen daraus Buchstaben werden. Das hat den Vorteil, dass man sehr schnell ein Schriftbild entstehen lassen kann. Das Raffinierte an dieser Schrift ist, dass man sie nicht sofort lesen kann, sondern das Gehirn erst einmal umdenken muss, um die Buchstaben zu erkennen. Das liegt daran, dass nicht der Rahmen und die Striche die Schrift ergeben, sondern der Leerraum. Man muss also nicht das Schwarze, sondern das Weiße lesen, daher heißt sie auch Negativschrift. Mit einem kleinen Hinweis des Erzählers / der Erzählerin können die Zuschauer die Buchstaben trotzdem schnell lesen. Das erste Mal entsteht durch das Erkennen der Negativschrift ein toller Überraschungseffekt bei den Kindern.
Grundsätzlich wird beim Tafelzeichnen nur mit Großbuchstaben gearbeitet. Aufgrund unserer Erfahrungen mit Kindern haben wir uns entschieden, das „i“ als einzigen Buchstaben klein, also mit „i-Punkt“, zu malen. Kinder erkennen ihn so schneller und glauben nicht, man hätte etwas vergessen. Die Alternative, den Buchstaben zu malen, indem man das Kästchen leer lässt, ist zwar korrekter, aber nicht immer sinnvoller. Das Alphabet sieht folgendermaßen aus:
Nimm dir einen Bleistift und probiere die ersten Buchstaben einfach einmal aus oder schreibe deinen Namen. Verwende dazu einen solchen Textrahmen:
Beim Vorbereiten des Tafelbildes und auch in der praktischen Umsetzung gibt es in Bezug auf die Buchstaben einige Dinge, die zu beachten sind:
Erstens ist es empfehlenswert, sich auf ein paar Wörter pro Tafelbild zu beschränken. Eine Geschichte, die nur aus Buchstaben besteht, wird für Kinder (vor allem für kleinere) ganz schnell langweilig und überfordernd. Daher überlege dir gut, welche Wörter oder welchen Satz du auf die Tafel bringen möchtest. Überlege dir auch, ob du manche nebensächlichen Wörter nicht auch als Bild oder Form darstellen kannst, um dir Buchstaben zu sparen. Alternativ kann man auch die Geheimschrift verwenden, auf die am Ende des Abschnitts kurz eingegangen wird.
Besonders schön ist es, wenn du es schaffst, mit den Buchstaben die Hauptaussage auf die Tafel zu bekommen. Die Kinder werden dadurch nach der Verkündigung mit einem Blick auf die Tafel die weitere Gruppenstunde oder den restlichen Freizeittag über immer wieder an diese prägnante Aussage erinnert. „Gott ist da“, „Jesus liebt dich“ oder „Hab keine Angst“ sind gute Beispiele dafür.
Zweitens solltest du nicht alle Buchstaben gleich breit malen. Das i braucht weniger Platz und die Buchstaben M, N und W brauchen mehr Platz. Das hilft, später die Wörter besser lesen zu können. Ganz nebenbei hilft es auch dir, dich in dem Wort beim Erzählen besser zurechtzufinden. Dazu aber später mehr.
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