Christina Wermescher - Tod des Verlegers

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Tod des Verlegers: краткое содержание, описание и аннотация

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Die Kurzgeschichte ist tot!
Davon ist Katja, Schwester eines glücklosen Verlegers, zutiefst überzeugt. Seine Bitte um ein Darlehen für sein Herzensprojekt, eine Anthologie mit phantastischen Kurzgeschichten, schmettert sie ab. Kurz darauf stirbt ihr Bruder. Doch für Katja fangen die Probleme gerade erst an.
Ein verschlossener Keller. Eine Kiste voller Geschichten, in denen ein Geheimcode versteckt ist. Und ein tickendes Kästchen, das nur mit der richtigen Kombination geöffnet werden kann – das sind die Dinge, die der tote Verleger seiner Schwester hinterlässt. Seine Abschiedsnachricht an sie: «Lies oder stirb.»
Eine Liebeserklärung an die Kurzgeschichte – für all jene, die glauben, dass die richtige Geschichte zur richtigen Zeit ein Leben verändern kann.
Mit Beiträgen von Melanie Vogltanz, Renee Engel, Thomas Heidemann, Veronika Lackerbauer, Erik Huyoff, Christina Wermescher, Fabian Dombrowski, Robert Friedrich von Cube, Jacqueline Mayerhofer, Werner Graf

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***

Weshalb tust du es nicht einfach?, flüsterte ein zartes Stimmchen in Annikas Ohr.

»Weil ich es nicht kann«, erwiderte Annika ohne Nachdenken. Es war die Antwort, die sie auf so vieles in ihrem bisherigen Leben bekommen hatte: Du kannst das nicht. So lange hatte sie diesen Satz gehört, bis sie ihn zu ihrem eigenen gemacht hatte.

Der Vater hatte ihn liebevoll gesagt, tröstend. »Mach dir nichts daraus. Du kannst dafür andere Sachen.« Was genau sie konnte, was andere nicht auch oder sogar besser beherrschten, diese Antwort war er ihr schuldig geblieben. Am Ende blieb die Gewissheit, dass sie wieder einmal vor einer unüberwindbaren Hürde stand, und die konnte schon eine Stufe oder eine Unebenheit sein. Auf dem Spielplatz hatte es für sie keine Schaukeln gegeben, keine Wippe und schon gar kein Klettergerüst. Im Sommer gab es kein Schwimmbad, keinen Baggerweiher und keine Strandparty. Es gab kein Beach-Volleyball und kein Leistungsturnen für sie, auch wenn sie den Mädchen ihrer Klasse sehnsüchtig von der Tribüne aus zugesehen hatte, wie sie Handstandüberschlag auf dem Schwebebalken geübt hatten. Sie lernte nicht Schwimmen und nicht Radfahren. Sie bekam keine schmutzigen Hosen und keine aufgeschlagenen Knie. Für die Kinder in ihrer Nachbarschaft und ihre Klassenkameraden wurde sie irgendwann unsichtbar. Anfangs hatten sie nach ihr gefragt, hatten sogar versucht, sie trotz ihres Rollstuhls mitzunehmen, doch es war zu mühsam, sie war eine Last, ohne sie ging es leichter. Da waren die Einladungen seltener geworden. Und ihr Vater hatte nur wieder gesagt: »Macht doch nichts. Du kannst doch sowieso nicht mitspielen.« Er hatte versucht, sie aufzuheitern, indem er ihr Berge von Büchern kaufte. Lesen, ja, das konnte sie. Ausdauernd, weil ihr das Stillsitzen nicht schwerfiel. Oder malen. Er kaufte ihr Leinwand und Pinsel. Und eine Geige. Alles, was man im Sitzen tun konnte, wozu nur Denken und Konzentration nötig waren.

Wenn ihre Mutter sagte: »Das kannst du nicht!«, dann fühlten sich die Worte für Annika wie Schläge an. Es schwang immer ein Vorwurf mit, so als ob es ihre Schuld wäre, wenn sie wieder einmal die Erwartungen ihrer Mutter enttäuschte. Und aus »Das kannst du nicht!« wurde »Das lohnt sich nicht!« Schwimmtherapie für den Bewegungsapparat – lohnt sich nicht. Reitstunden auf dem Therapie-Pony – was soll das bringen? Ein Spezialrollstuhl für Sport, wozu denn das? Es lohnt sich nicht. Du kannst das nicht.

Unsinn, kommentierte die kaum hörbare Fistelstimme und riss Annika aus ihren Gedanken.

»Ich kann aber nicht laufen«, wiederholte Annika.

Wer spricht denn vom Laufen? Wer will denn laufen, wenn er fliegen kann?

***

Gerade, als Annika einwenden wollte, dass sie doch auch des Fliegens keineswegs mächtig war, spürte sie, wie sie den Kontakt zu Sitz und Lehne ihres Rollstuhls verlor. Etwas zog sie mit enormer Macht durch das offene Fenster hinaus in die fliederschwere Abendluft. Aus ihrer neuen Perspektive sah sie, dass sich im Westen bereits Wolken türmten, und hörte ein leises Grollen, das das nahende Gewitter ankündigte. Den Weg zum Waldsaum, der ihr vom Fenster aus eben noch unüberwindlich erschienen war, legte sie in einem Wimpernschlag zurück. Nach der flirrenden Vorgewitterschwüle fühlte sich die Kühle des schattigen Blätterdachs angenehm auf der Haut an.

Annika wusste gar nicht, wie ihr geschah. Beinahe schwerelos und mit solcher Leichtigkeit hatte sie sich in ihrem Leben noch nie fortbewegt. Unzählige Male hatte sie sich ausgemalt, wie es wäre zu gehen. Doch wie viel besser noch als jede Fantasie war dieses Gefühl: Sie flog!

Behände wie ein kleiner Vogel schlängelte sie sich zwischen Ästen hindurch, tauchte in frisches Blätterwerk ein und landete schließlich auf einer sonnengefluteten Lichtung. Von oben sah sie Dinge, die sie hauptsächlich aus Büchern kannte: Im weichen, saftigen Gras wuchsen leuchtendgelbe Butterblumen, üppiger Löwenzahn und noch eine Menge von anderen weißen, violetten, blauen und gelben Wiesenblumen. In der Mitte der Lichtung ragte eine riesige, uralte Esche in den Himmel.

Der Baum schien Annika magisch anzuziehen. Sie wollte in seiner Nähe sein, die raue Borke seines Stamms mit der Hand berühren. Annika landete und ließ sich im Schatten der Esche nieder.

Sie lehnte sich mit ihrem schmerzenden Rückgrat gegen den aufrechten Stamm und folgte mit ihrem Blick, den Kopf weit in den Nacken gelegt, dem Baum bis in die feinen Verästelungen seiner ausladenden Krone. Aus dieser Perspektive erschien es ihr, als ob das Blätterdach des Baumes den Himmel abstützte und seine weiten Äste die ganze Erde umspannten.

***

Da nahm Annika wieder eine leise, flüsternde Stimme wahr. Sehnst du dich nicht nach der Zeit zurück, zischte die, als du noch ein kleines Kindchen warst? Das Leben war so viel einfacher damals, nicht?

Annika dachte daran, wie sie auf den Schultern ihres Vaters durch die Welt geritten war. Seine kräftigen Beine hatten die ihren ersetzt. Sie waren wie ein seltsames Wesen mit einem Unterleib und zwei Köpfen gewesen, das lachte und sang. Dort oben hatte Annika sich unverwundbar gefühlt. Doch inzwischen war sie ihrem Vater viel zu schwer, er konnte sie nicht mehr so auf dem Rücken tragen. Je älter sie geworden war, desto seltener wurde der Klang ihres Lachens.

Die Leichtigkeit des Moments war mit einem Mal verflogen, so als hätte das Stimmchen mit seinem Einwurf alle Fröhlichkeit und Unbeschwertheit von der Lichtung gesogen.

Als kleines Kind war ihr Leben leicht gewesen, ja, weil sie so viel von dem noch nicht gekannt hatte, was man ihr später verwehren würde. Weil sie noch nicht hatte ermessen können, wie anders sie war.

Annikas Blick glitt an ihren Beinen entlang und ihr Magen verkrampfte sich. Sie packte mit beiden Händen ihre Oberschenkel und rüttelte daran. Von einer plötzlichen Wut gepackt, griff sie nach einem Stöckchen, das sie im Gras fand, und warf es nach ihren eigenen Füßen.

Ach, könnte sie sie doch ausreißen, diese dummen, nutzlosen Stelzen!

***

Da vernahm sie eine weitere krächzende Stimme. Und wie wird das wohl weitergehen? Hämisch setzte sie hinzu: Eine Last bist du, dein Leben lang. Allen, die du liebst!

Annika erinnerte sich daran, was ihre Mutter oft seufzend sagte: dass sie sie ihr Leben lang brauchen würde. Sie würde immer auf die Hilfe anderer angewiesen sein. Was nützte es da schon, wenn sie jetzt lernte und übte, um einen guten Schulabschluss zu bekommen? Am Ende würde sie doch nie so leben können wie normale junge Frauen.

Angst ergriff Annika und schnürte ihr die Kehle zu. Eine Angst, die sie bereits oft verspürt hatte, wenn sie sich ihr späteres Leben ausmalte. Sie glaubte, keine Luft mehr zu bekommen. Die Furcht verdrängte die Wut und verdeckte jeden positiven Gedanken, so wie die größer werdenden Wolkentürme die Sonne verdunkelten. Die ersten Regentropfen platschten schwer auf die Blätter der Esche und fielen hinunter in das hohe Gras. Sie trafen ihre nackten Arme und die feinen Härchen sträubten sich. Gleich würde sie richtig nass werden.

Mach dich nicht schmutzig. Pass auf, dass du nicht nass wirst. Bleib im Haus. Die gut gemeinten Ratschläge, die die engen Grenzen ihres bisherigen Lebens noch enger gefasst hatten, gellten automatisch in Annikas Kopf wider. Nur ja nicht noch mehr Arbeit machen. Ohnehin schon hatten ihre Eltern genug mit ihr zu tun. Nicht das auch noch. Vorsichtig sein. Achtsam. Eine Erkältung steckte ihr ohnehin geschwächtes Immunsystem schlecht weg, wie schnell wurde daraus Schlimmeres. Ans Bett gefesselt, nicht nur an den Rollstuhl, und gezwungen, noch mehr Hilfe in Anspruch zu nehmen. Doch warum eigentlich? Wenn sie jetzt durchnässt wurde und eine Lungenentzündung bekam, dann ging es vielleicht zu Ende. Dann fiele sie endlich niemandem mehr zur Last. Und Annika überlegte, dass sie vielleicht besser einfach hier sitzen bleiben sollte, durchweicht vom Regen. Was spielte es schon für eine Rolle?

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