Horst S. Daemmrich - Sinnsuche und Krise

Здесь есть возможность читать онлайн «Horst S. Daemmrich - Sinnsuche und Krise» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Sinnsuche und Krise: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Sinnsuche und Krise»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Die AutorInnen deutschsprachiger Gegenwartsliteratur erlebten zahlreiche politische und gesellschaftliche Umbrüche: die Nachkriegszeit, die Teilung und Wiedervereinigung Deutschlands, das Ende des Kalten Kriegs, zuletzt die Neuen Medien und die Digitalisierung. Der Verlust sinnstiftender Ideale und festgefügter Weltbilder prägen ihre Werke, die das Unbestimmte, Unübersichtliche literarisch zu erfassen suchen. Brüche und Orientierungslosigkeit bestimmen häufig auch Stil und Struktur der labyrinthischen Erzählschichten, die mit Zitaten, künstlerischer Selbstreflexion oder theoretischen Überlegungen angereichert sind. Anhand zentraler Themen wie Selbstverwirklichung, Liebesfähigkeit und Erkenntnis verhandeln die Texte das Bemühen ihrer Figuren, sich selbst in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu verorten, und eröffnen dem Lesepublikum Perspektiven für die eigene Sinnsuche in wechselvollen Zeiten.

Sinnsuche und Krise — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Sinnsuche und Krise», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Im Gegensatz zu WellershoffWellershoff, Dieter sind zahlreiche Schriftsteller fest davon überzeugt, dass die Exilliteratur, die Dichtung und einzelne Autoren wie etwa Gerhart HauptmannHauptmann, Gerhart eine Brücke zur VergangenheitVergangenheit schlugen. 1945 bot wie die Wiedervereinigung die Möglichkeit zum Bruch mit der herrschenden Ideologie und die Chance zur geistigen Erneuerung. Jurek BeckerBecker, Jurek, Günter de Bruynde Bruyn, Günter, Günter GrassGrass, Günter, Peter HacksHacks, Peter, Karl Krolow und Martin WalserWalser, Martin glauben an eine nationale Kultur, die ihre Wurzeln im Denken der Aufklärung und Klassik hat, und die weder durch die propagierten Ziele des NS-StaatsNS-Regime noch die DDRDDR-Utopie einer sittlich-harmonischen Gesellschaftsordnung beseitigt wurde. Die politischen Maßnahmen der Regierungen verdeutlichten den Widerspruch zu den Endabsichten. Günter de Bruyn bemerkt nüchtern in seinem Lebensbericht, dass nicht alle seine Meinung teilen, betont jedoch:

Die SED-Theorie von den zwei deutschen Nationen mit den zwei deutschen Kulturen, von denen die eine der anderen auch noch um eine Geschichtsepoche voraus sein sollte, hatte meine Überzeugung nicht ändern können, daß auch während der staatlichen Teilung die eine Nation noch immer bestand. Ich glaubte nicht an die Möglichkeit einer baldigen Wiedervereinigung, wohl aber an die Beständigkeit einer nationalen Kultur. Meine Ansicht, daß nicht in Jahrzehnten zerstört werden könne, was sich in Jahrhunderten gebildet hatte, fand ich auch darin bestätigt, daß die Mauer und die politische Einbindung in den kommunistischen Osten keine Russifizierung zur Folge gehabt hatte und der Blick der DDR immer, ob freundlich oder feindlich, auf den freieren und größeren Teil Deutschlands gerichtet war.3

Auch SchädlichSchädlich, Hans Joachim lehnt jede Trennung zwischen DDRDDR- und BRD-Literatur ab. Er weiß aus eigener Erfahrung, dass es eine Literaturpolitik in der DDR gab. Trotzdem ist er überzeugt, dass Autor(inn)en gesamtdeutsche Werke schufen und gesamtdeutsch dachten. „Beide zusammen sind Deutschland.“4

Diese von vielen geteilte Überzeugung übergeht Ereignisse wie die Ausbürgerung WolfWolf, Christa BiermannsBiermann, Wolf 1976, die von Kritikern und Befürwortern kontrovers diskutiert wurde, und die langjährigen Entwürfe über die Aufgaben der Schriftsteller und die RealismusRealismus-Diskussionen in der DDR, die nach der Wiedervereinigung in Vergessenheit gerieten. Wie jede Kunst wurde die Literatur und Verantwortung der Autor(inn)en auf Parteitagungen besprochen. Schriftstellerverbände waren der Partei angeschlossen. Die Einstellungen der Parteifunktionäre und Theoretiker waren richtungsweisend und sollten befolgt werden. Die Erörterungen betreffen weitgehend Fragen der ‚wahrheitsgetreuen Wiedergabe‘ der WirklichkeitWirklichkeit, das ‚gesellschaftliche Interesse‘ und die ideelle Erziehung der Werktätigen. Übereinstimmung herrscht darüber, dass die Literatur auf die wesentlichen Anliegen der Zeit eingehen muss und keinen fatalistischen Eindruck erwecken soll. Diese Ansichten kommen deutlich zum Ausdruck in der vom Mitteldeutschen Verlag 1959 einberufenen Autorenkonferenz im Industriezentrum Bitterfeld (Bitterfelder KonferenzBitterfelder Konferenz). Eine zweite Konferenz folgt 1964. Die Teilnehmer sind Schriftsteller, Korrespondenten, schreibende Arbeiter und viele Funktionäre. Die Forderungen sind eindeutig und verlangen das Mitwirken am Aufbau des sozialistischen Staates, Bejahung der politischen Ziele der Regierung, enge Beziehungen der Autoren zu Gegenwartsfragen, den Kampf gegen das Überlebte, aber auch Rückbesinnung auf das klassische Erbe. Das Resultat war ein politisch orientierter Oberflächenrealismus, der ohne Wirkung auf die nicht staatlich geförderte Literatur blieb.

Volker BraunBraun, Volker ist der entschiedenste Befürworter einer eigenständigen DDRDDR. Er ist überzeugt, dass die sozialistische Gesellschaft im Gegensatz zur bürgerlichen und zum Kapitalismus im ‚gesellschaftlichen Interesse‘ wurzelt. Er nimmt zur Kenntnis, dass die utopische Verheißung höchster Sittlichkeit möglicherweise noch nicht völlig realisiert ist. Trotzdem ist die Gesellschaft im Werden und auf dem Weg zur Vervollkommnung. Braun kritisiert die „Selbstzufriedenheit“ der Bürokraten und Sozialisten, die nicht mehr tätig an der Entwicklung der Gesellschaft mitwirken.5 Das wahre Ziel liegt in der Zukunft. Das bisher geleistete genügt nicht: „In den Hallen früh, auf dem breiteren Feld, uns bleibt / Immer der Kampf: und es bleibt die Zeit des Volkes.“ (69) Brauns schärfste, einseitige und teils unreflektierte Kritik in Unvollendete Geschichte (1975, 1988) und KriegsErklärung (1967) ist gegen den Kapitalismus, das Wirtschaftswunder und den Vietnamkrieg gerichtet. Aber Brauns Darstellung im Hinze-Kunze-Roman (1985) vermittelt den Eindruck, es sei anmaßend anzunehmen, das ‚gesellschaftliche Interesse‘ verkörpere eine objektive Gesetzmäßigkeit.

Matthias Matussek betrachtet nicht die Literatur, sondern die Einstellung der ehemaligen Bürger der DDRDDR. Er legt zehn Jahre nach dem Fall der Mauer im Spiegel (8.3.1999) eine Zwischenbilanz unter dem Titel „Keine Opfer, keine Täter“ vor und kommt zu dem Fazit, dass in der Erinnerung vieler, besonders der Nutznießer, die DDR-Zeit beschönigt und rehabilitiert wird. Die Opfer sind vergessen. Wie schon nach dem Ende des NS-StaatsNS-Regime werden Zweifel und kritische Fragen mit dem Hinweis abgewiesen: Man muss das eben selbst erlebt haben. Die Beteiligten empfinden sich nicht als Täter, sondern als Leidtragende. Diese Diagnose findet sich auch in literarischen Darstellungen der DDR. Thomas Brussig und Uwe W. SchmidtSchmidt, Uwe schildern in humoristischen Erzählungen das alltägliche Leben in der DDR aus der Sicht von Nutznießern und Personen, die das System bejahten, ohne wie etwa Volker BraunBraun, Volker, Stephan HermlinHermlin, Stephan oder Christa WolfWolf, Christa über die Utopie der neuen gesellschaftlichen Ordnung nachzudenken. Die Erzählungen verdeutlichen wahrscheinlich unbeabsichtigt das „Vor-sich-Hinleben“ im AlltagAlltag, das in Auseinandersetzungen mit der kritiklosen AnpassungAnpassung an die Gesellschaft im Mittelpunkt der Betrachtung steht. Brussigs Geschichten Helden wie wir (1995) und Am kürzeren Ende der Sonnenallee (1999) verdeutlichen die Einstellung von Menschen, die sich über Wasser halten, die täglichen Sorgen meistern, ein „bisschen“ schmuggeln und schwindeln und sich weder vom Staat noch von der StasiStasi bedroht fühlen. Die Erzählungen versuchen, ähnlich wie Uwe M. Schmidts Die Datsche oder Wie der 2. Sekretär der SED-Bezirksleitung Kahlow beinahe die DDR gerettet hätte (2000), im Lesepublikum das Gefühl erwecken: Ja, so war das. Das Ganze war doch erträglich.

Uwe SchmidtsSchmidt, Uwe Datsche fängt den Mentalitätswandel in der Einstellung zur DDRDDR-VergangenheitVergangenheit ein. Der Roman, zehn Jahre nach der Maueröffnung geschrieben, entwirft ein Bild alltäglicher Sorgen, gleichermaßen wichtiger und unwichtiger Bemühungen im Leben von DDR-Bürgern. Die Hauptfigur, Ewald Machmann, nimmt sich vor, die Einwohner Kahlows durch eine großangelegte Kleingartenplanung fester an ihre HeimatHeimat zu binden. Die Planung der Schrebergärten im Sperrzonengebiet steht unter dem Motto: Wer im eigenen Grünen pflanzt und erntet, bleibt im Land. Die Banalisierung der sozialistischen Utopie erstreckt sich auf die Charakterisierung der Figuren. SED- und MfS-Funktionäre wirken nicht bedrohlich. Sie haben dieselben Sorgen wie alle Bürger: materiellen Wohlstand, Liebeleien, nicht ernst zu nehmende Sollerfüllung und Erfolg durch AnpassungAnpassung. Was Schmidt besonders gut darstellt, ist der Geist des Kleinbürgerlichen, der den Staat beherrscht. Das von oben proklamierte gesellschaftliche Interesse verflacht im AlltagAlltag zu rein persönlichen Anliegen. Auch die von Funktionären ständig betonte Forderung der Sicherheit, die im sozialistischen Staat den geordneten Verlauf des Lebens garantiert, mündet in die Vorstellung der Einwohner, der Staat sei eine Lebensversicherungsanstalt. So erklärt sich auch die Nostalgie, mit der sich die Eheleute Katja und Ewald Machmann im Ausblick der Erzählung auf die Zeit nach der Wende an das Leben in der DDR erinnern. Sie sehnen sich nach den guten alten Zeiten und fragen sich, „ob die DDR nicht doch noch zu retten gewesen wäre.“ (254) Die nachdrückliche Betonung der kleinbürgerlichen Atmosphäre lässt alles ehemals Bedrohliche und Unmenschliche in Vergessenheit geraten und fängt auf diese Weise kunstvoll eine in den neuen Bundesländern verbreitete Vorstellung ein. Zugleich zeigt gerade Schmidts Erzählung, wie fremd die Vergangenheit bereits vielen Lesern ist: Das Buch endet mit Erklärungen, einem Glossar der gängigen DDR-Abkürzungen und Phrasen.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Sinnsuche und Krise»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Sinnsuche und Krise» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Sinnsuche und Krise»

Обсуждение, отзывы о книге «Sinnsuche und Krise» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x