Volker Klimpel - Chirurginnen

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Frauen war es Jahrhunderte lang verwehrt, ärztlich und erst recht chirurgisch tätig zu sein. Sie mussten in Vergangenheit und Gegenwart viele Zurücksetzungen erfahren und brachten häufig persönliche Opfer, um gleichberechtigt mit ihren Kollegen zu sein.
Der Chirurg Volker Klimpel beschreibt in seinem Buch erstmals ausführlich die wechselvolle Geschichte der weiblichen Emanzipation auf diesem Gebiet. Zugleich portraitiert er über 100 Chirurginnen von der Antike bis in die Neuzeit und erweist ihnen so die längst zustehende Reverenz.

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Elizabeth Blackwell operiert Hier ist auch die Britin Sophia JexBlake - фото 5

Elizabeth Blackwell operiert

Hier ist auch die Britin Sophia Jex-Blake (1840–1912) zu erwähnen, die um 1870 an der Universität von Edinburgh erlebte, wie männliche Studenten den Hörsaal verbarrikadierten und die Einlass begehrenden Frauen mit Schmutz bewarfen und beschimpften. Als die Frauen den Hörsaal erreichten, trafen sie auf Schafe und Bemerkungen, dass nun auch „niedrige Tiere“ nicht mehr von den Vorlesungen ausgeschlossen seien. Jex-Blake setzte ihre Studien bei Elizabeth Blackwell in New York fort, gründete später in Edinburgh eine eigene Medizinische Schule, an der wiederum nach 1899 auch Blackwell lehrte (S. 100–101 [97]). Zulassungen zum Medizinstudium gab es für Frauen seit 1833 in den USA, 1863 in Frankreich, 1864 in der Schweiz, 1896 in England und 1878 in Holland. Bei aller Fortschrittlichkeit der Medizin in den USA dauerte es immerhin bis 1981, als sich die Chirurginnen in der „Association of Women Surgeons“ organisierten.

Madam Mapp Satirische Darstellung einer Londoner Chirurgin die vor allem - фото 6

„Madam Mapp“ – Satirische Darstellung einer Londoner Chirurgin, die vor allem Knochen­einrenkerin war, von William Hogarth (1697–1764).

Zurück auf den alten Kontinent. Mit einer Ausnahmegenehmigung ihres Schwagers Elias von Siebold (1775–1828), seines Zeichens Hofacchoucheur und Lehrer der Geburtshilfe, durfte Josepha von Siebold verw. Heiland (1771–1849) in Würzburg Medizin und Geburtshilfe studieren, musste dabei die Vorlesungen abgeschirmt hinter einem Vorhang hören. Nach einem vierstündigen, „mit Bravour“ bestandenen Examen vor dem Darmstädter Medizinalkollegium erhielt sie ihre Zulassung als Ärztin und praktizierte zusammen mit ihrem Ehemann Dr. med. Damian von Siebold (1768–1828) in Darmstadt. 1815 verlieh ihr die Universität Gießen die Ehrendoktorwürde für Geburtshilfe. Josepha von Siebolds älteste Tochter Charlotte von Siebold-Heiland (1788–1859) promovierte sogar regulär 1817 in Göttingen und trat in die Praxis ihrer Mutter ein. Sie berichtete aus ihrem Studium von dem berühmten Professor der Geburtshilfe, Johann Friedrich Osiander (1759–1822), der sich in typisch männlicher Weise äußerte: „… ich glaubte nie, dass beim Unterricht charakterloser Weiber und Mädchen viel Erfreuliches herauskomme … Das Schwangerwerden steht ihnen auf jeden Fall besser an, als über Schwangerschaft zu schreiben“ (zit. n. [45] S. 111). Als 53-Jährige heiratete sie einen 14 Jahre jüngeren Mann – was für ein Skandal! Charlotte von Siebold, nun verehelichte Heidenreich, gehörte zum Geburtshelferteam, das 1819 Prinzessin Alexandrine Victoria, die spätere Königin Victoria von England (1819–1901), zur Welt brachte .

Das mögen Ausnahmen gewesen sein, die aber schon das Streben um Frauenbildung und Frauenstudium ansatzweise erkennen lassen. Noch im Jahr 1872 verstieg sich der Münchner Anatomieprofessor Theodor von Bischoff (1807–1882) zu der Behauptung, die Frau sei geistig minderwertig, weil ihr Gehirngewicht geringer sei als das des Mannes und das Weib somit „in seiner ganzen Organisation einen minder hohen Entwicklungsgrad erreicht hat und in allen Beziehungen dem Kinde näher steht als der Mann“ [13]. Im Fachjargon nannte man das ernsthaft den „Hirnbeweis“. v. Bischoff stand als „Befürworter und Beschützer des natürlichen Berufes der Frau, nämlich Hausfrau, Gattin und Mutter zu sein“ nicht allein. Eine stattliche Phalanx von Universitätsprofessoren und Ordinarien hatte sich geradezu gegen „studierte Frauen“ verschworen. Der Berliner Anatom Wilhelm Waldeyer (1836–1921) zählte ebenso dazu wie sein Kollege von der Pathologie, Johannes Orth (1847–1923), der Nachfolger Rudolf Virchows. Orth wörtlich: „Man denke sich nur die junge Dame im Seziersaal mit Messer und Pincette vor der gänzlich entblößten männlichen Leiche sitzen und Muskeln oder Gefäße und Nerven oder Eingeweide präparieren, man denke sie sich die Leichenöffnung eines Mannes oder einer Frau machen und zur notwendigen Aufklärung der Krankheitserscheinungen die Beckenorgane mit allem was dazu gehört, untersuchen … man berücksichtige, dass das alles in Gegenwart der männlichen Studenten vor sich geht, dass die männlichen wie die weiblichen in der ersten Zeit der Mannbarkeit stehen, wo die Erregung der Sinnlichkeit ganz besonders leicht und gefahrvoll ist, – man stelle sich das einmal so recht lebhaft vor und dann sage man, ob man junge weibliche Angehörige der eigenen Familie in solchen Verhältnissen sehen möchte! Ich sage nein und abermals nein!“ [57]. Wie krank war das denn – Erotik im Angesicht der Formaldehyd-Leichen?! Der medizinische Enzyklopädist Julius Leopold Pagel (1851–1912) hoffte, dass „diese ganze absonderliche Bewegung bald der Vergangenheit angehört“ und ließ sich zu der Äußerung hinreißen: „Nur in einer Beziehung ist für mich die ‚ Ärztin‘ diskutabel: nämlich als Helferin für die Krankenküche!“.2 Selbst für einen so gebildeten Mann wie Pagel schien mit der Gleichberechtigung der Frau „das Ende der Welt“ gekommen [91]. In das gleiche Horn stieß Professor Ernst von Leyden (1832–1910), Ordinarius für Innere Medizin in Straßburg und Berlin, indem er meinte, dass die physischen Kräfte der Frau geringer seien als die des Mannes, ebenso wie die geistige Begabung der Frau im Durchschnitt geringer sei als die des Mannes. Allerorten wurde die generelle Forderung nach Zulassung von Frauen zum Studium an deutschen Universitäten noch im März 1891 mit „ungeheurer Heiterkeit“ quittiert .

Medizinstudentinnen bei der Sektion um 1900 vermutlich USA John Deaver - фото 7

Medizinstudentinnen bei der Sektion (um 1900, vermutlich USA).

John Deaver 18551931 operiert 1914 mit und vor Frauen im Womens Medical - фото 8

John Deaver (1855–1931) operiert 1914 mit und vor Frauen im Women’s Medical College Philadelphia (aus: Rutkow , S. 508).

Ärztinnen bei einer Operation im Womens Medical College Philadelphia um 1900 - фото 9

Ärztinnen bei einer Operation im Women’s Medical College Philadelphia um 1900.

Den Vogel aber schoss aus heutiger Sicht der Leipziger Psychiater Paul Julius Möbius (1853–1907) mit seiner skandalträchtigen und in zahlreichen Auflagen erschienenen Schrift „Über den physiologischen Schwachsinn des Weibes“ ab (1900 ff.). Auch Möbius schließt von der Gehirngröße auf die geistige Kreativität (oder Nicht-Kreativität) der Frau und weist auf ihre Hauptrolle für die Arterhaltung des Menschen hin. Die Ärztin und feministische Schriftstellerin Johanna Elberskirchen (1864–1943) konterte 1903 in ihrem Buch „Feminismus und Wissenschaft“: „Ich hätte auch schreiben können ‚ Feminismus und Schwachsinn‘, denn die Kritik, die im Namen der Wissenschaft am Feminismus verbrochen wird, hat oft mit Wissenschaft wenig zu tun. Jedoch meine angeborene Courtoisie gegenüber dem männlichen Geschlecht verbot mir, auf den Wegen des Herrn Möbius zu wandeln. Meiner Ansicht nach sind die Herren Gelehrten, insbesondere die Herren Naturwissenschaftler und die Herren Mediziner die ungeeignetsten Leute, sich kritisch mit dem Feminismus zu befassen. Sie stehen dem Weibe zu persönlich und zu materialistisch gegenüber und beurteilen es aus einer ganz schiefen und recht beschränkten Perspektive, jedenfalls von ganz unwissenschaftlichen Gesichtspunkten aus … Nein, Herr Möbius, das Weib ist nicht schwach, nicht inferior, nicht ‚physiologisch schwachsinnig‘, aber das Weib ist krank – es leidet zu sehr unter der Herrschaft des männlichen Sexus“ . Johanna Elberskirchen erreichte aber längst nicht so eine große Öffentlichkeit wie Möbius. Fundament derartiger frauenfeindlicher Äußerungen war nicht zuletzt Arthur Schopenhauers Text „Über die Weiber“ (1851), welche er „weder zu geistiger noch zu körperlicher Leistung fähig“, sondern ihrer „Natur nach zum Gehorchen bestimmt“ sah. Ein wenig später erklärte der Kulturhistoriker Wilhelm Heinrich Riehl: „Unser Staat ist männlichen Geschlechts!“ (1855). Der Schweizer Rechtswissenschaftler und Politiker Johann Caspar Bluntschli bezeichnete die unmittelbare Teilnahme an Staatsgeschäften als unweiblich, für das Gemeinwesen gefährlich und für die Frauen verderblich. Da durfte der Zeitgenosse, Nicht-Arzt und geisteskranke Philosoph Friedrich Nietzsche nicht fehlen, der sagte: „Wenn ein Weib gelehrte Neigungen hat, so ist gewöhnlich etwas an ihrer Geschlechtlichkeit nicht in Ordnung“ (S. 7 [45]). Als Anti-Feminist par excellence erwies sich auch der andere Nicht-Mediziner Max Funke, der in seiner 1910 erschienenen Schrift „Sind Weiber Menschen? Mulieres homines non sunt“ die von ihm gestellte Frage umgehend verneinte und in der Frau das Bindeglied zwischen Mensch und Menschenaffen sah. Während Funke und seine „wissenschaftlichen Quellen“ in das Reich des Kuriosen und Absurden zu verweisen sind, erstaunt es doch, dass noch 1983 eine Art Ehrenrettung des Möbius’schen Pamphlets unternommen wird [112].

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