Dietrich Schulze-Marmeling - Davidstern und Lederball

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Jüdische Sportler und Mäzene spielten in den frühen Jahren des Fußballs eine wesentliche Rolle – vor allem in Deutschland, Österreich und Ungarn. Jüdische Pioniere waren an prominenten Vereinsgründungen wie Bayern München, Austria Wien oder Eintracht Frankfurt beteiligt, jüdische Kicker verstärkten die Nationalmannschaft, jüdische Förderer trugen dazu bei, den Fußball zur Massensportart zu machen. Dieses Engagement, das ab 1933 ein gewaltsames Ende fand und seither in Vergessenheit geriet, wird von den Autoren erstmals ausführlich beschrieben. Dabei thematisieren sie auch die Diskriminierung, der jüdische Fußballer vielfach noch heute ausgesetzt sind.

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Doch sind die Motive der sportlichen Betätigung deutscher Juden in bürgerlichen Vereinen damit wohl kaum ausreichend beschrieben. Der deutsche Jude und Historiker Peter Gay, der in jenen Jahren in Berlin aufwuchs, erblickte in seinem Fan-Dasein im Nachhinein für sich eine Art Überlebensstrategie, die von der Geschichtswissenschaft bislang kaum gewürdigt worden ist. Der Schriftsteller beschreibt den Sport als Feld der Selbstbehauptung und Assimilation, in einem ansonsten als bedrohlich wahrgenommenen Alltag gaben ihm die Sportereignisse wenigstens einen Schein von Normalität. Von 1933 an, schreibt Gay in seinem Buch »Meine deutsche Frage«, sei er ein Fußballfan gewesen (wohlgemerkt nicht von TeBe, sondern von der Hertha), »weil der Sport mir als Schutzschirm diente, der die bedrückende Welt Nazideutschlands von mir fern hielt. Mit ihrem gleichbleibenden Wochenrhythmus sorgte die Fußballsaison in einer Zeit, in der wir gleichsam von einem Tag zum andern, von einer NS-Verordnung zur nächsten, lebten, für eine gewisse Kontinuität.« 14 Diente der bürgerliche Verein Tennis Borussia Berlin den assimilierten Juden ebenfalls als geeignete Rückzugsmöglichkeit, als Oase, in der Konflikte, die eine jüdische Konfession ansonsten in vielen Bereichen der Weimarer Republik zweifellos mit sich brachte, keine Rolle spielten? Es spricht viel für dieses Motiv. Selbstverständlich handelte es sich bei den deutschen Juden um eine äußerst heterogene Bevölkerungsgruppe, die nach Ansicht des israelischen Historikers Moshe Zimmermann »ein integraler Bestandteil der deutschen Gesellschaft, keine Enklave oder Exklave innerhalb dieser Gesellschaft, war und deren Angehörige sich in ihrer Gesinnung und Einstellung als deutsche Bürger begriffen«. 15 Im Sport aber suchte ein Teil dieser Gruppe offenkundig ein von Konfessionen weniger berührtes Feld der Freizeitbeschäftigung und Assimilation. Kurz: einen Alltag ohne jeden Antisemitismus.

Bei Tennis Borussia scheint dieser Versuch bis 1933 recht erfolgreich gewesen zu sein; unabhängig von Konfession und weitgehend unbelästigt von antisemitischen Auswüchsen bot dieser Verein offenbar seinen jüdischen Mitgliedern eine ideale Plattform der Assimilation. Die »Machtergreifung« im Januar 1933 beendete jäh dieses Modell. Bereits am 11. April 1933 wurde bei Tennis Borussia eine außerordentliche Mitgliederversammlung wie folgt protokolliert: »Die stark besuchte Versammlung, 158 Mitglieder, wird von Herrn Rüdiger eröffnet, der in seiner Rede darauf hinweist, dass die Politik nunmehr auf den Verein Einfluss bekommen hätte und nicht nur die Herren jüdischer Konfession ihre Vorstandsämter zur Verfügung gestellt haben, sondern auch der größte Teil unserer jüdischen Mitglieder ihren Austritt erklärt haben. Er bedauert dies, da sich unter diesen auch einige sehr verdienstvolle Mitglieder befinden.« Zwangsläufig waren einige Gründungsmitglieder des Vereins unter den faktisch Ausgeschlossenen, darunter Alfred Lesser, die Gebrüder Karp und Theodor Sachs. Bereits einen Monat später, am 22. Mai 1933, initiierten einige von ihnen den neuen Klub »Berliner Sportgemeinschaft 1933«. Auf der ersten Generalversammlung im Juni 1933 wählten die rund 200 Mitglieder Alfred Lesser zu ihrem Präsidenten, zu seinem Vize den Bankier Georg Michaelis, Theodor Sachs und Vereinsarzt Dr. Wisotzki wurden in den Spielausschuss gewählt.

Die Makkabi-Bewegung in Berlin

In Berlin konstituierten sich bald weitere Sportvereine, deren Mitglieder sich aus den Verstoßenen des bürgerlichen Sports rekrutierten, etwa der »Verein ehemaliger Schüler« und der »Verein Kaffee König«. Der Wettkampfverkehr mit Vereinen aus dem bald umformierten NS-Sportverband war nun de facto nicht mehr möglich; fortan konnten Lesser und seine alten Weggenossen nur gegen Vereine antreten, deren Mitglieder Juden waren bzw. nach NS-Rassenverständnis als Juden ausgewiesen wurden. Wenn auch nur zögerlich, kam es so zu Kontakten mit Klubs aus der frühen jüdischen Sportbewegung. Grob zusammengefasst, handelte es sich bei ihr um zwei zerstrittene Gruppierungen. Unter dem Dachverband »Schild«, der Sportgruppe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten (RjF), waren diejenigen Klubs organisiert, die sich auch anhand sportlicher Aktivitäten gegen eine, wie es in der Satzung des RjF hieß, »Herabsetzung ihres vaterländisches Verhaltens im Kriege« wehrte; ein jüdischer Abwehrverein assimilierter deutscher Juden. Die sportlichen Aktivitäten beschränkten sich zumeist auf Kampfsportarten wie Jiu-Jitsu, Fußball wurde kaum betrieben. Die zweite, zweifellos größere Säule jüdischen Sports bereits in der Weimarer Republik waren die Klubs im zionistischen »Makkabi«-Verband. Dieser sah im Sport ganz ausdrücklich ein Mittel zur körperlichen Ertüchtigung, um sich so auf den zu gründenden Staat Israel vorzubereiten.

Während der Weimarer Republik waren aber die wenigsten sportlichen Juden in diesen ausdrücklich jüdischen Sportverbänden und -vereinen aktiv. So zog anno 1929 etwa der deutsche Makkabi, der Dachverband der zionistischen Sportbewegung, eine ernüchternde Bilanz. In der Juni-Ausgabe seines Zentralorgans »Makkabi« wurde festgestellt, dass mit den rund 5.000 organisierten Mitgliedern in 26 Vereinen nur ein Prozent der jüdischen Bevölkerung erreicht worden waren. »Besonders ungünstig«, hieß es weiter, »liegt das Prozentverhältnis in Berlin, wo nahezu die Hälfte der jüdischen Bevölkerung lebt, wo aber der Bar Kochba mit rund 1.300 Mitgliedern nur 0,4 Prozent der jüdischen Bevölkerung umfasst.« Als Grund nannte der Kommentar unter anderem, »dass sich außerordentlich viele Juden noch in den großen paritätischen Turn- und Sportorganisationen«, sprich in konfessionell ungebundenen, »normalen« Sportvereinen betätigten. Wie viele genau, das vermochte keiner zu sagen. Eines aber stand fest: Nirgendwo betrieben so viele deutsche Juden Sport wie in Berlin, und nirgendwo widmeten sich mehr dem beliebtesten Sport, dem Fußball.

Der bereits 1898 in Berlin gegründete Verein »Bar Kochba« gehörte ebenfalls zur »Makkabi«-Bewegung. Eine Fußballabteilung existierte darin vorerst nicht, wie in anderen jüdischen Vereinen wurde zunächst geturnt. Auch in den frühen 20er Jahren wurde Fußball zunächst nicht angeboten, wie bei vielen Makkabi-Klubs auch mit dem Argument einer falschen »Spezialisierung«. Wie ablehnend die jüdischen Turner der Popularisierung des Fußballs gegenüberstanden, illustrierte der polemische Artikel »Die ›neu-tralen‹ Fußballvereine« im Verbandsorgan »Makkabi« aus dem Jahre 1923, der ein Jahr später im gleichen Wortlaut nochmals gedruckt wurde. Der Autor, ein Dr. Erich Moses, kritisierte darin vor allem die Tatsache, dass viele deutsche Juden in konfessionell ungebundenen Vereinen wie Tennis Borussia aktiv seien und so ihre jüdischen Wurzeln verraten würden. »Kritiklose Nachahmung, gedankenlose Assimilation an alles, was man gerade vorfindet«, sei das Kennzeichen jener Juden, schimpfte Moses, »Assimilation ist eben Trumpf und so übernimmt man die ungeistige Einstellung von Ballklotzern ebenso unüberlegt und leichtfertig wie die Namen, die uns als Sinnbild unserer Erziehungsarbeit vorleuchten.« Nichts an diesen Vereinen sei jüdisch, so Moses, der anschließend die Motivation jener assimilierten jüdischen Sportler geißelt: »Vielleicht glauben sie dem Judentum und der jüdischen Ehre besonders nützlich zu sein, weil sie den Nichtjuden beweisen, dass die Juden auch Fußball spielen können, mindestens so gut – oder vielleicht besser? –, dass man also die Juden auf körperlich-technischem Gebiet als gleichwertig bezeichnen muss. Wozu sonst jüdische Namen? – Ich glaube nicht, dass es der Sinn des Judentums ist, Akrobaten großzuziehen. Aber es ist eine alte assimilantische Methode, dass man den Nichtjuden zeigen will, dass wir auch alles können und dass für sie das Wesen des Judentums darin liegt, zu beweisen, dass z.B. die Juden nicht mehr Wucherer haben wie jedes andere Volk; zu beweisen, dass die Juden im Kriege sich nicht gedrückt haben, zu beweisen, dass die Juden keine Betrüger sind und dass sie Fußball spielen können. Trotzdem ist der Antisemitismus nicht geringer geworden.«

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